Interkulturelle Kompetenz Training und ÜbungenInterkulturelle Kompetenz ist im Polizeidienst unverzichtbar. Deshalb ist es auch im Einstellungstest ein Thema. Lesen Sie hier, was Sie konkret erwartet und wie Sie sich vorbereiten können.

Die Polizeiarbeit ist vom Umgang mit Menschen geprägt. Dabei erleben Polizisten Menschen nicht nur in den unterschiedlichsten Situationen. Sondern sie treffen auch auf die verschiedensten Menschen. Polizisten müssen daher einerseits in der Lage sein, offen und ohne Vorurteile auf Fremde zuzugehen. Andererseits brauchen sie ein gewisses Feingefühl und ein gutes Gespür für den kulturellen Hintergrund ihres Gegenübers. Denn andernfalls kann es mitunter schwierig sein, einen Zugang zu finden, das Vertrauen zu gewinnen und Maßnahmen durchzusetzen. Und dieses Wissen um andere Kulturen, Sitten und Gepflogenheiten steht im Themenfeld Interkulturelles Wissen auf dem Prüfstand. Aber was bedeutet das für Sie und Ihren Einstellungstest? Das erklären wir Ihnen in diesem Beitrag!

Interkulturelle Kompetenz: Training

Interkulturelle Kompetenz: Training

Was ist interkulturelle Kompetenz?

Jedes Leben verläuft anders und jeder Mensch hat seine eigene Lebensgeschichte. Somit hat jeder Mensch auch seine eigenen Werte, Vorstellungen und Gewohnheiten – und damit im weitesten Sinne seine eigene Kultur. Die Herkunft, die Sprache, die Religion, die Weltanschauung, der gesellschaftliche Status, die Zugehörigkeit zu einer Gruppe, aber auch das Alter und das Geschlecht sind dann Faktoren, die den zwischenmenschlichen Umgang beeinflussen. Als Polizist müssen Sie anderen Menschen offen und wertungsfrei begegnen. Gleichzeitig brauchen Sie Fingerspitzengefühl, damit ein angemessener Umgang mit Menschen verschiedener kultureller Orientierung zustande kommt. Diese Fähigkeiten werden unter dem Begriff interkulturelle Kompetenzen zusammengefasst.

Die Grundlage für interkulturelle Kompetenzen

Interkulturelle Kompetenzen setzen voraus, dass Sie Wissen über verschiedene Kulturen, Bräuche und Sitten mitbringen. Sie müssen in der Lage sein, andere Denkmuster und Verhaltensweisen nachzuvollziehen. Sie brauchen Feingefühl und ein Gespür dafür, wie Sie eine Ebene für einen angemessenen Umgang mit fremden Menschen finden. Dazu gehört auch die Flexibilität, sich auf andere Kulturkreise und Lebenskonzepte einzulassen. Gleichzeitig brauchen Sie aber das Selbstbewusstsein, Ihren Standpunkt zu vermitteln und dort, wo es notwendig ist, klare Ansagen zu machen und durchzusetzen.

Interkulturelle Kompetenzen entstehen also aus dem Zusammenspiel zwischen

  • dem Wissen und den Erfahrungen zu anderen Kulturen,
  • der Offenheit und dem Interesse, sich auf andere Menschen und fremde Kulturen einzulassen,
  • der Fähigkeit, das Denken und Handeln anderer Personen mit Blick auf kulturelle Unterschiede nachzuvollziehen,
  • der Bereitschaft, eigene Ansichten gegenüber fremden Kulturen zu überdenken und Vorurteile abzulegen sowie
  • der Selbstsicherheit, die eigene Position zu kommunizieren und bestimmte Standpunkte durchzusetzen.

Wie wird interkulturelle Kompetenz beim Einstellungstest abgefragt?

Vor dem Themenfeld Interkulturelles Wissen im Einstellungstest müssen Sie keine Angst haben. Denn die Fragen sind recht allgemein gehalten und beziehen sich auf eher einfache Inhalte aus dem alltäglichen Leben. Typisch sind Fragen aus Kategorien wie

Interkulturelle Kompetenz: Training und Übungen

Religionen

Beispielfrage: Wie heißt ein jüdisches Gotteshaus?

a) Kirche
b) Moschee
c) Tempel
d) Synagoge

Die richtige Antwort ist d, Synagoge.

Essen und Trinken

Beispielfrage: Was ist eine Paella?

a) spanisches Nationalgericht‘
b) afrikanischer Tanz
c) südamerikanischer Fluss
d) asiatische Tracht

Die richtige Antwort ist a, spanisches Nationalgericht.

Musik, Kunst und Literatur

Beispielfrage: Wie heißen japanische Comics?

a) Sushi
b) Tokio
c) Mangas
d) Geisha

Die richtige Antwort ist c, Mangas.

Staatsformen in anderen Ländern

Beispielfrage: In welchen Staaten gibt es bis heute eine Monarchie?

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a) Schweden und Italien
b) Schweden und Spanien‘
c) Spanien und Italien
d) Italien und Portugal

Die richtige Antwort ist b, Schweden und Spanien.

Sitten und Bräuche aus aller Welt

Beispielfrage: Hierzulande ist es üblich, sich zur Begrüßung die Hand zu geben. Wie sieht eine typische Begrüßung in Asien aus?

a) höflicher Knicks
b) Küsschen auf die Wange
c) Kopfnicken mit vor der Brust gefalteten Händen
d) herzliche Umarmung

Die richtige Antwort ist c, Kopfnicken, während die Hände vor der Brust gefaltet sind.

Erdkunde

Beispielfrage: Wie heißt die Hauptstadt der Türkei?

a) Ankara
b) Istanbul
c) Izmir
d) Antalya

Die richtige Antwort ist a, Ankara.

Wie Sie an den Beispielfragen sehen, gehen die Aufgaben nicht sehr ins Detail. Stattdessen geht es um Sachverhalte, denen Sie auch im Alltag begegnen. Hinzu kommt, dass die Aufgaben in aller Regel als Auswahlfragen gestellt werden. Auswahlfragen sind Fragen, bei denen Sie mehrere Antwortmöglichkeiten zu einer Frage bekommen. Solche Aufgaben werden neudeutsch auch als Multiple-Choice-Fragen bezeichnet. Aus den vorgegebenen Antwortmöglichkeiten müssen Sie dann die richtige Lösung auswählen. Und normalerweise ist auch immer nur eine Lösung korrekt. Sollten ausnahmsweise mehrere Antworten richtig sein, finden Sie einen entsprechenden Hinweis in der Aufgabenstellung.

Tipps zur Vorbereitung auf diesen Testbaustein

  • Wie umfangreich die Fragen zum interkulturellen Wissen sind, ist unterschiedlich. Es gibt Einstellungstests, bei denen das interkulturelle Wissen einen eigenen Testbaustein im Rahmen des PC-Tests bildet. In anderen Einstellungstests tauchen nur ein paar Fragen auf, die bei der schriftlichen Prüfung im Bereich der Allgemeinbildung eingebettet sind. Da das interkulturelle Wissen aber insgesamt zur Allgemeinbildung gehört, können Sie sich auf diesen Testbaustein vorbereiten, indem Sie
  • die Nachrichten verfolgen,
  • das aktuelle Geschehen und wichtige Ereignisse im Blick behalten,
  • sich mit Themen aus den verschiedensten Bereichen beschäftigen und
  • vor allem mit offenen Augen durchs Leben gehen.

Zusammen mit Ihrem Schulwissen und Ihrer Lebenserfahrung sollten Sie so eine solide Grundlage haben. Wichtig für die Vorbereitung ist aber auch, dass Sie Übungsfragen durcharbeiten. Denn durch Übungsaufgaben können Sie Ihr Wissen in vielen verschiedenen Themengebieten prüfen. Außerdem bekommen Sie ein Gefühl dafür, was für Fragen beim Einstellungstest auf Sie zukommen. Nebenbei eignen Sie sich durch die Trainingstests auch neues Wissen an. Und Sie gewöhnen sich an die Prüfungssituation.

Bedenken Sie aber auch:

Interkulturelles Wissen spielt nicht nur beim schriftlichen Teil des Einstellungstests eine Rolle. Als Polizist ist der Umgang mit Menschen aller Art ein wesentlicher Bestandteil Ihrer Arbeit. Offen, ohne Vorurteile und gleichzeitig selbstbewusst auf fremde Personen zuzugehen, ist deshalb eine Eigenschaft, die Sie unbedingt brauchen. Denken Sie daran, wenn Sie im weiteren Auswahlverfahren Gruppenaufgaben lösen, an Rollenspielen teilnehmen und das Vorstellungsgespräch führen!

5 Tipps für den Einstellungstest selbst

Da die Fragen zum interkulturellen Wissen in aller Regel als Auswahlfragen gestellt werden, sollten Sie folgende Tipps beherzigen:

1.) Lesen Sie sowohl die Frage als auch die Antwortmöglichkeiten aufmerksam und genau. Wenn Sie die Formulierungen nur kurz überfliegen, überlesen Sie möglicherweise entscheidende Infos.

2.) Arbeiten Sie die Aufgaben konzentriert, aber zügig durch. Pro Frage sollten Sie sich im Schnitt nicht viel mehr Zeit lassen als eine Minute.

3.) Wenn Sie sich bei einer Frage unsicher sind, dann hören Sie auf Ihr Bauchgefühl oder raten Sie. Schlimmstenfalls ist Ihre Antwort falsch. Aber Sie vertrödeln nicht unnötig Zeit.

4.) Eine gute Strategie kann sein, das Ausschlussprinzip anzuwenden. Streichen Sie also gedanklich zuerst die Antworten weg, die nicht in Frage kommen. Im nächsten Schritt können Sie eine Lösung aus den verbliebenen Antwortmöglichkeiten auswählen.

5.) Bleiben Sie ruhig! Sie müssen nicht alle Aufgaben lösen. Oft sind die Einstellungstests so aufgebaut, dass es in der vorgegebenen Zeit kaum möglich ist, alle Fragen durchzuarbeiten. Außerdem müssen Sie nicht alle Fragen richtig beantworten, um den Testbaustein zu bestehen. Stattdessen müssen Sie nur eine gewisse Quote erreichen.