Bei der Polizei Hamburg erwartet Sie ein umfangreiches Auswahlverfahren. Der Einstellungstest umfasst schriftliche und mündliche Testteile. Hinzu kommen der Sporttest und die Untersuchung durch den Polizeiarzt. Anders als bislang durchlaufen Sie die Auswahlprüfung jetzt aber in nur zwei Tagen. Vorher waren es drei Testtage. 

Was bei der Prüfung genau auf Sie zukommt und was Sie brauchen, wenn Sie sich einen Ausbildungs- oder Studienplatz sichern möchten, haben wir in diesem Beitrag  für Sie zusammengestellt.

Der Polizei Hamburg Einstellungstest: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Das Auswahlverfahren in Hamburg umfasst zwei Prüfungstage. Sie finden zeitlich versetzt statt.
  • Am ersten Prüfungstag absolvieren Sie den schriftlichen Teil des Einstellungstests.
  • Am zweiten Testtag stehen ein Vorstellungsgespräch, der Sporttest und die polizeiärztliche Untersuchung auf dem Programm.
  • Der Einstellungstest ist für Bewerber aller Laufbahnen identisch. Einziger Unterschied: Bewerben Sie sich für den Laufbahnabschnitt II, kommt noch ein Rollenspiel dazu.
  • Sie müssen jeden Testabschnitt bestehen. Erreichen Sie die geforderte Mindestleistung nicht, scheiden Sie aus dem Auswahlverfahren aus.

Einstellungstest Polizei Hamburg

Zeigen Sie beim Einstellungstest, dass in Ihnen ein guter Polizist steckt!

Hamburg ist eine echte Weltstadt. Jedes Jahr besuchen unzählige Touristen die Metropole und es finden Großveranstaltungen aller Art statt. Zusammen mit den Aufgaben und Herausforderungen, die das ganz normale, alltägliche Leben bereithält, hat die Polizei viel zu tun. Also braucht sie ein starkes Team mit kompetenten Kollegen, die sich aufeinander verlassen können.

Wenn Sie sich vorstellen können, dieses Team zu ergänzen, bietet Ihnen die Polizei vielfältige Möglichkeiten. Denn in der Hansestadt Hamburg können Sie zwischen einer Ausbildung in der Laufbahngruppe I und einem Studium in der Laufgruppe II wählen. Und Sie können sich entscheiden, ob Sie zur Schutzpolizei, zur Kriminalpolizei oder zur Wasserschutzpolizei möchten. Doch bevor es soweit ist, haben Sie erst einmal den Eignungstest vor sich. Und was Sie dazu wissen müssen, erklären wir Ihnen jetzt.

Die Einstellungsvoraussetzungen bei der Hamburger Polizei

Wenn Sie sich um einen Ausbildungs- oder Studienplatz bei der Polizei Hamburg bewerben möchten, müssen Sie einige formale Anforderungen erfüllen. Diese Anforderungen werden auch Einstellungsvoraussetzungen genannt. Und wie der Name bereits andeutet, stecken dahinter die Voraussetzungen, die gegeben sein müssen, damit Sie in den Polizeivollzugsdienst eingestellt werden können.

Nun würde es natürlich wenig Sinn machen, wenn Sie das Auswahlverfahren durchlaufen, Ihre Ausbildung machen und sich erst danach herausstellt, dass Sie gar kein Polizeibeamter werden können. Deshalb prüft die Polizei schon im Vorfeld, ob Sie die notwendigen Voraussetzungen mitbringen. Ist das der Fall, werden Sie zum Einstellungstest eingeladen. Falls nicht, kann Ihre Bewerbung leider nicht berücksichtigt werden.

Bleibt aber die Frage, welche Einstellungsvoraussetzungen in Hamburg denn gelten. Die allgemeinen Voraussetzungen, die alle Bewerber erfüllen müssen, sind folgende:

  • Bei der Einstellung sind Sie mindestens 16 und höchstens 34 Jahre alt.
  • Sie sind mindestens 160 cm groß.
  • Sie haben keine Tätowierungen oder Piercings, die zu sehen sind, wenn Sie Ihre Uniform tragen. Außerdem darf Ihr Körperschmuck nicht so beschaffen sein, dass Sie sich im Polizeialltag dadurch Verletzungen zuziehen könnten.
  • Als Schwimmnachweis können Sie das Deutsche Schwimmabzeichen in Bronze vorlegen.
  • Spätestens am Ende der Ausbildung verfügen Sie über den Führerschein der Klasse B.
  • Sie sind verfassungstreu und bereit, für Recht und Gesetz einzustehen.
  • Sie sind körperlich fit und gesund.
  • Sie haben den Eignungstest bestanden.

Welchen Bildungsabschluss Sie brauchen, richtet sich nach der Laufbahn. Je nachdem, ob Sie sich um eine Ausbildung oder ein Studium bewerben, gilt:

Ausbildung bei der Schutz- oder KriminalpolizeiStudium bei der Schutz- oder KriminalpolizeiAusbildung oder Studium bei der Wasserschutzpolizei
Abitur,
Fachhochschulreife,
Realschulabschluss oder
Hauptschulabschluss und abgeschlossene Berufsausbildung
Abitur oder
Fachhochschulreife, die zum Studium berechtigt
Bildungsabschluss wie bei der Schutz- und Kriminalpolizei
mindestens ausreichende SchulnotenBefähigungszeugnis gemäß §§ 3, 4, 5 oder 30 der SchOffzAusbVO,
gleichwertiger Befähigungsnachweis der Deutschen Marine oder
vergleichbares Befähigungszeugnis nach dem STCW 95-Übereinkommen

Die deutsche Staatsbürgerschaft ist keine Einstellungsvoraussetzung. Bei der Hamburger Polizei können Sie sich somit bewerben, gleich welche Nationalität Sie haben.

Tipp: Auf der Internetseite der Polizei gibt es einen Fragebogen für einen Selbsttest. Damit können Sie herausfinden, ob der Polizeiberuf für Sie die richtige Wahl ist und ob Sie die formalen Einstellungsvoraussetzungen erfüllen. Außerdem ist dort ein Merkblatt mit Infos zu den gesundheitlichen Anforderungen hinterlegt.

Die Bewerbung bei der Polizei in Hamburg

Für Ihre Bewerbung brauchen Sie die Bewerbungsformulare der Einstellungsstelle. Alle benötigten Bewerbungsunterlagen stellt Ihnen die Polizei im Internet zum Download bereit. Laden Sie sich die Unterlagen runter und füllen Sie diese sorgfältig aus. Wenn Sie die Unterlagen dann ausdrucken, stellen Sie Ihren Drucker bitte auf den Farbausdruck ein. Ist alles fertig, schicken Sie Ihre Bewerbung an die Einstellungsstelle der Akademie der Polizei Hamburg.

Daneben können Sie sich online bewerben. Das Bewerbungsformular für die Online-Bewerbung finden Sie ebenfalls auf der Internetseite der Hamburger Polizei.

Was hat es mit dem Einsendeschluss auf sich?

Grundsätzlich können Sie sich das ganze Jahr über bei der Polizei Hamburg bewerben. Um die Eignungstests durchführen zu können, muss die Polizei aber für jeden Einstellungstermin einen bestimmten Einsendeschluss festlegen. Dieser Termin wird ungefähr zwei Wochen vorher online, unter den aktuellen Mitteilungen der Polizeiakademie, veröffentlicht.

Reichen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen nach dem Einsendeschluss ein, können sie für das aktuelle Bewerbungsverfahren nicht mehr berücksichtigt werden. In diesem Fall können Sie aber mit dem Einstellungsberater absprechen, dass Ihre Bewerbung auf den nächsten Einstellungstermin übertragen werden soll.

Die Einstellungstermine der Polizei Hamburg

In Hamburg gibt es jedes Jahr zwei Einstellungstermine pro Laufbahn. Dazu kommt ein weiterer Einstellungstermin, wenn Sie eine verkürzte Ausbildung absolvieren. Letzteres ist beispielsweise möglich, wenn Sie als Zeitsoldat zur Polizei kommen. Die Einstellungstermine sind folgende:

Beginn der Ausbildung1. Februar und 1. August
Beginn der verkürzten Ausbildung1. Juni
Beginn des Studiums1. April und 1. Oktober

 

Der Einstellungstest bei der Polizei in Hamburg

Nachdem Ihre Bewerbung eingegangen ist, wird sie elektronisch erfasst. Außerdem prüft die Polizei, ob Ihre Unterlagen vollständig sind und ob Sie die formalen Einstellungsvoraussetzungen erfüllen. Ist das der Fall, bekommen Sie eine Einladung zum Einstellungstest.

Tipp: Es kann sein, dass es länger dauert, bis Sie etwas von der Polizei hören. Sie müssen sich dann keine Sorgen machen. Das hat nichts mit Ihnen zu tun, sondern liegt daran, dass es viele Bewerber gibt. Andersherum ist aber genauso gut möglich, dass Sie sehr kurzfristig zum Einstellungstest eingeladen werden. Deshalb sollten Sie rechtzeitig mit Ihrer Vorbereitung beginnen. Warten Sie nicht ab, bis Sie die Einladung haben. Sondern fangen Sie schon vorher mit dem Üben an!

Das Eignungsauswahlverfahren setzt sich aus schriftlichen und mündlichen Testteilen zusammen. Außerdem nehmen Sie am Sporttest teil und werden polizeiärztlich untersucht. Die einzelnen Testbausteine sind auf zwei Tage aufgeteilt. Die Testtage folgen aber nicht direkt aufeinander. Stattdessen absolvieren Sie erst einmal den ersten Prüfungstag. Haben Sie den schriftlichen Test bestanden und dabei eine ausreichende Punktzahl erreicht, werden Sie zum zweiten Testtag eingeladen.

Was heißt ausreichende Punktzahl?

Sie müssen bei jedem einzelnen Testteil einen bestimmten Mindestwert erreichen. Schaffen Sie das nicht, gilt der gesamte Einstellungstest als nicht bestanden. Sie scheiden dadurch direkt wieder aus dem Auswahlverfahren aus. Gibt es sehr viele Bewerber, behält sich die Polizei Hamburg außerdem eine Bestenauslese vor. Bestenauslese bedeutet, dass nur die Bewerber, die sehr gut abgeschnitten haben, den Einstellungstest fortsetzen können.

Der Ablauf vom Einstellungstest

Das Auswahlverfahren erstreckt sich über zwei Prüfungstage, die zeitlich versetzt stattfinden.

Der erste Prüfungstag

Am ersten Prüfungstag steht der schriftliche Teil des Einstellungstests auf dem Programm. Dabei ist dieser Test für alle Bewerber gleich. Ob Sie sich um einen Ausbildungsplatz im Laufbahnabschnitt I oder um einen Studienplatz im Laufbahnabschnitt II bewerben, spielt also keine Rolle. Der schriftliche Test ist identisch. Und er umfasst zwei Bausteine:

1. Rechtschreibtest

Um zu ermitteln, ob Sie die deutsche Schriftsprache sicher beherrschen, schreiben Sie zuerst ein Lückendiktat. Dafür wird Ihnen ein Text vorgelesen. Diesen Text haben Sie gleichzeitig auch vor sich. Allerdings enthält Ihr Text Lücken. Ihre Aufgabe besteht nun darin, die fehlenden Wörter in die Lücken einzutragen. Zusätzlich dazu müssen Sie auch fehlende Satzzeichen ergänzen. Das Lückendiktat ist also im Prinzip ein ganz normales Diktat. Der Unterschied zu einem klassischen Diktat besteht nur darin, dass Sie nicht den kompletten Text aufschreiben müssen. Stattdessen vervollständigen Sie lediglich die Lücken.

2. Der kognitive Leistungstest

Der zweite Baustein ist ein sogenannter kognitiver Leistungstest. Hierbei handelt es sich um einen Test, der verschiedene Fähigkeiten überprüft. Die Schwerpunkte dabei bilden Deutsch, Mathe, abstraktes Denken und logisches Denken. Aber auch Ihre Allgemeinbildung, Ihre Konzentrationsfähigkeit, Ihr visuelles Denkvermögen und Ihr Erinnerungsvermögen werden getestet.

Die Fragen werden fast ausschließlich als Multiple-Choice-Aufgaben gestellt. Sie bekommen also zu jeder Frage mehrere Antwortmöglichkeiten zur Auswahl und müssen die richtige Lösung markieren. Damit Sie sich etwas besser vorstellen können, was beim Leistungstest auf Sie zu kommt, haben wir hier drei Beispielaufgaben für Sie:

1. Welche Figur unterscheidet sich von den anderen?

Lösung: c (Bei Figur c fehlt der linke Mundwinkel.)

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2. Für welche Zahl steht das Quadrat?

Lösung: 4 (Das Ergebnis ist eine zweistellige Zahl. Von den Lösungsmöglichkeiten kommt damit nur die 4 in Frage. Denn bei allen anderen Zahlen wäre das Ergebnis nach dem Multiplizieren einstellig.)


3. Vervollständigen Sie die Wortanalogie!

wissen  :  vermuten     wie     messen  :  ?

a) erklären     b) schätzen     c) testen     d) zeichnen

Lösung: b (Wissen und vermuten sind Gegensätze. Denn entweder jemand weiß, dass etwas so ist, oder er vermutet es nur. Beim Messen ergibt sich ein sicheres Ergebnis. Damit das gleiche Verhältnis zwischen den Wortpaaren entsteht, muss das fehlende Wort also ein angenommenes Ergebnis beschreiben. Und das ist durch schätzen der Fall.)

Auf den schriftlichen Einstellungstest können Sie sich gut vorbereiten. Üben Sie dazu mit Mustertests und arbeiten Sie Übungsaufgaben durch. Wenn Sie Fragen aus verschiedenen Themenbereichen lösen, werden Sie erkennen, welche Muster hinter den Fragen stecken. Haben Sie die Systematik einmal durchschaut, wissen Sie, wie Sie beim Lösen vorgehen müssen.

Beim Test selbst sollten Sie zügig, aber konzentriert arbeiten. Lesen Sie die Aufgabenstellungen aufmerksam durch und achten Sie auf jedes einzelne Wort. Wenn Sie eine Antwort nicht wissen, dann raten Sie! Halten Sie sich nicht zu lange mit einer Frage auf. Sonst fehlt Ihnen am Ende die Zeit. Sie müssen sich aber keine Sorgen machen, wenn Sie nicht ganz fertig werden oder etwas nicht wussten. Denn der Tests ist so ausgelegt, dass er in der vorgegebenen Zeit kaum zu schaffen ist. Und um zu bestehen, reicht es, wenn Sie einen bestimmten Prozentsatz der Aufgaben richtig haben.

Der zweite Prüfungstag

Haben Sie den schriftlichen Einstellungstest bestanden und eine ausreichende Punktzahl erreicht, werden Sie zum zweiten Prüfungstag eingeladen. In der Einladung steht, welche Unterlagen Sie noch mitbringen müssen. Die Dokumente, die die Polizei für Ihre Einstellungsakte braucht, geben Sie am Empfang ab. Die Vordrucke und ärztlichen Befunde für die Feststellung Ihrer Polizeidiensttauglichkeit übergeben Sie dem Personalärztlichen Dienst.

Am zweiten Prüfungstag haben Sie drei Bausteine vor sich, wenn Sie sich um einen Ausbildungsplatz bewerben. Möchten Sie studieren, sind es vier Einzelprüfungen.

Das Vorstellungsgespräch

Das Vorstellungsgespräch läuft im Grunde genommen genauso ab wie ein ganz normales Bewerbungsgespräch. Es geht dabei darum, Sie als Person kennenzulernen. Dazu stellen Sie sich zunächst selbst vor. Anschließend befragt Sie die Prüfungskommission zu Ihrem bisherigen Werdegang, zu Ihren Fähigkeiten und zu Ihren Eigenschaften. Sie sollten vermitteln können, warum Sie Polizist werden möchten und warum Sie glauben, für diesen Beruf geeignet zu sein. Machen Sie sich also im Vorfeld Gedanken über Ihre Motivation. Und überlegen Sie sich, was den Polizeiberuf ausmacht und welche Plus- und Minuspunkte er hat.

Das Rollenspiel

Sind Sie Bewerber für einen Studienplatz, ist ein Rollenspiel der nächste Prüfungs-Baustein. Beim Rollenspiel schildert Ihnen die Prüfungskommission eine Situation. Ihr Spielpartner ist meist einer der Prüfer oder ein Polizist. Sie müssen sich nun in die Rolle, die Ihnen zugewiesen wurde, hineinversetzen. Anschließend spielen Sie die Situation durch.

Beim Rollenspiel geht es um Ihr Auftreten. Wie verhalten Sie sich gegenüber anderen? Können Sie sich einen Überblick verschaffen und die Sachlage klären? Wie reagieren Sie auf Gegenwehr oder Provokation? Können Sie sich verständlich machen und Anweisungen geben? Geben Sie sich selbstbewusst oder wirken Sie zurückhaltend und eingeschüchtert?

Der Sporttest

Um zu überprüfen, ob Sie fit und körperlich für den Polizeivollzugsdienst geeignet sind, nehmen Sie am Sporttest teil. Der Sporttest findet im Athleticum des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, Kurz UKE, statt. Er umfasst fünf Disziplinen:

1. Counter Movement Jump

Bei dieser Übung stehen Sie aufrecht. Ihre Füße stellen Sie etwa schulterbreit parallel nebeneinander. Ihre Hände legen Sie auf die Hüfte. Hier müssen sie auch während der ganzen Übung bleiben. Dann nehmen Sie Schwung, springen gerade nach oben und strecken Ihre Beine durch. Das Ziel ist, so hoch wie möglich zu springen.

2. Drop Jump

Für den Drop Jump stehen Sie auf einem 30 Zentimeter hohen Kasten. Ihre Beine sind parallel, Ihre Hände liegen auf der Hüfte. Dann strecken Sie einen Fuß nach vorne und lassen sich auf den Boden fallen. Sobald Sie Bodenkontakt hatten, springen Sie senkrecht nach oben und strecken Ihre Beine durch. Bei der Übung geht es darum, nach dem Bodenkontakt möglichst schnell zu reagieren und so hoch wie möglich zu springen.

3. Ausdauertest auf dem Fahrrad-Ergometer

Für den Ausdauer- und Belastungstest sitzen Sie auf einem Fahrrad-Ergometer. Während der Übung wird die Belastung konstant erhöht, bis die Ausbelastung erreicht ist. Dabei werden über eine Atemmaske Ihre Atemgase gemessen, während Elektroden an Ihrem Oberkörper die Belastungsgrenze des Herzmuskels aufzeichnen. Durch diese Messwerte lässt sich zusammen mit der Arbeitsleistung, die Sie auf dem Fahrrad erreicht haben, Ihre körperliche Leistungsfähigkeit bestimmen.

4. Kasten-Bumerang-Test

Für den Kasten-Bumerang-Test ist ein Übungsfeld mit einer Turnmatte, drei Kastenteilen und einem Verkehrshütchen in der Mitte aufgebaut. Nach dem Startkommando beginnen Sie mit einer Rolle vorwärts über die Bodenmatte. Dann laufen Sie zum Verkehrshütchen und biegen dahinter nach rechts zum ersten Kastenteil ab. Über diesen Kasten springen Sie drüber und krabbeln anschließend durch den Kasten durch wieder aufs Übungsfeld zurück. Danach umlaufen Sie wieder das Verkehrshütchen und biegen erneut nach rechts ab. Auch das zweite Kastenteil überspringen Sie und tauchen durch den Kasten zurück aufs Übungsfeld. Das Ganze wiederholen Sie noch einmal mit dem dritten Kasten. Zum Schluss laufen Sie um das Verkehrshütchen herum zur Ziellinie.

Beim Kasten-Bumerang-Test zählt die Zeit, die Sie für die Übung brauchen.

5. Functional Movement Screen

Der fünfte Baustein vom Sporttest ist der Functional Movement Screen, kurz FMS. Der FMS setzt sich aus mehreren Einzelübungen zusammen:

  • Tiefe Kniebeuge: Sie stehen senkrecht, Ihre Füße sind parallel. Dann gehen Sie tief in die Hocke. Ihre Fersen müssen dabei auf dem Boden bleiben. Gleichzeitig halten Sie mit beiden Händen einen Stab fest. Und während Sie in die Hocke gehen, strecken Sie Ihre Arme gerade nach oben.
  • Hürdenschritt: Für den Hürdenschritt halten Sie einen Stab, der auf Ihren Schultern liegt, mit beiden Händen fest. Vor Ihnen steht eine Hürde, die auf Höhe Ihres Schienbeins endet. Sie müssen nun ein Bein über die Hürde heben und auf der anderen Seite auf der Ferse abstellen. Anschließend wiederholen Sie den Hürdenschritt mit dem anderen Bein.
  • Ausfallschritt: Für den Ausfallschritt stehen Sie so auf einem flachen Balken, dass der Abstand zwischen der Ferse vom vorderen Bein und der zehnspitze vom hinteren Bein ungefähr der Länge Ihres Schienbeins entspricht. Auf Ihrem Rücken halten Sie einen Stab, der Ihren Hinterkopf, Ihre Brustwirbelsäule und Ihr Steißbein berührt. Nun senken Sie Ihr hinteres Bein, bis Ihr Knie den Balken berührt. Dann gehen Sie zurück in die Ausgangsposition. Anschließend wechseln Sie die Beinposition und wiederholen die Übung.
  • Schulterbeweglichkeit: Sie stehen aufrecht und strecken beide Arme zur Seite. Dann ballen Sie Ihre Hände zu Fäusten, wobei Ihre Finger die Daumen umschließen. Nachdem Sie Ihre Hände auf den Rücken geführt haben, bewegen Sie die eine Faust vom Kopf aus an der Wirbelsäule entlang möglichst weit nach unten und die andere Faust vom Gesäß aus möglichst weit nach oben. Um die Übung abzuschließen, legen Sie eine Handfläche auf die gegenüberliegende Schulter und ziehen den gebeugten Ellebogen so weit wie möglich nach oben. Das wiederholen Sie auch auf der anderen Seite.
  • Beinheben: Sie liegen auf dem Rücken. Ihre Arme sind neben dem Körper, Ihre Handflächen berühren den Boden. Nun heben Sie ein Bein durchgestreckt möglichst weit nach oben. Das andere Bein bleibt durchgestreckt auf dem Boden liegen.
  • Rumpfstabilitätsliegestütz: Sie liegen auf dem Bauch und strecken die Arme mit abgespreizten Daumen nach vorne. Dann ziehen Sie Ihre Hände schulterbreit bis auf Stirnhöhe zurück und heben die Ellebogen und die Knie an. Aus dieser Position heraus machen Sie einen Liegestütz. Danach stellen Sie Ihre Hände auf Schulterhöhe ab und senken Ihre Hüfte so weit wie möglich nach unten.
  • Rotationsstabilität: Sie gehen in den Vierfüßlerstand. Ihre Hände und Ihre Knie berühren ein balkenähnliches Sportgerät, das zwischen ihnen liegt. Nun strecken Sie einen Arm und ein Bein auf der gleichen Seite gerade aus, halten diese Position kurz, führen den Ellebogen und das Knie unter Ihrem Körper zusammen und strecken sie wieder durch. Anschließend gehen Sie zurück in den Vierfüßlerstand und setzen sich auf Ihren Fersen ab.

Damit Sie sich den Sporttest besser vorstellen können, können Sie sich auf der Internetseite der Hamburger Polizei ein Video anschauen. Das Video zeigt die Sportprüfung im Schnelldurchlauf. Außerdem hat die Polizei ein PDF zum Sporttest erstellt.

Die polizeiärztliche Untersuchung

Mit der ärztlichen Untersuchung erwartet Sie nun noch die letzte Station des Einstellungstests. Die Untersuchung findet, wie auch der Sporttest, im Athleticum des UKE statt. Bei dem Check werden Sie vom Polizeiarzt gründlich untersucht. Dabei soll durch die Untersuchung festgestellt werden, ob Sie aus gesundheitlicher Sicht den Anforderungen des Polizeiberufs gewachsen sind. Ist das der Fall, wird Ihnen die sogenannte Polizeidiensttauglichkeit bescheinigt. Für die Beurteilung berücksichtigt der Polizeiarzt seine eigenen Untersuchungsergebnisse und auch die Befunde aus den Unterlagen, die Sie eingereicht haben.

Damit ist der Einstellungstest geschafft! Sie müssen sich nun aber wieder etwas gedulden. Denn die Polizei erstellt eine Rangliste. Je mehr Punkte Sie erreicht haben, desto besser ist Ihre Platzierung. Sind die Auswahlverfahren für Ihren Einstellungstermin abgeschlossen, steht die endgültige Rangliste fest. Die Zusagen werden dann in der Reihenfolge der Ranglistenplatzierungen vergeben. Sind Sie dabei, liegt schon bald Ihre Einstellungszusage im Briefkasten!