Polizei Assessment Center: Wie Sie aus der Gruppe positiv herausstechen

Aktualisiert am 11. Juli 2021 von Ömer Bekar

Beim Assessment Center stehen Ihre Persönlichkeit und Ihr Sozialverhalten auf dem Prüfstand. Lesen Sie hier, wie Sie einen guten Eindruck machen und Pluspunkte sammeln.

Ein Assessment Center ist ein Prüfungsbaustein beim Auswahlverfahren der Polizei Nordrhein-Westfalen. Bei der Bundespolizei müssen Sie ein Assessment Center meistern, wenn Sie sich für den gehobenen Dienst bewerben. Die Auswahlverfahren anderer Polizeien enthalten Elemente des Assessment Centers. Neben dem obligatorischen Einzelgespräch kann das eine Gruppenaufgabe, ein Rollenspiel oder ein Kurzreferat sein. Doch unabhängig von den konkreten Aufgaben gilt, dass sich die Polizei nicht nur für Ihr Wissen, Ihr Können oder Ihre sportliche Fitness interessiert. Stattdessen möchte die Polizei auch in Erfahrung bringen, was für ein Mensch Sie sind. Wie benehmen Sie sich? Wie gehen Sie mit anderen Personen um? Wie kommunikativ sind Sie? Verhalten Sie sich fair und kollegial oder fahren Sie ständig die Ellenbogen aus? Behalten Sie immer im Hinterkopf, dass Sie die Prüfer die ganze Zeit über im Blick haben. Und ein paar Tipps, wie Sie sich positiv hervortun können, geben wir Ihnen in diesem Beitrag an die Hand.

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Worum geht es beim Assessment-Center?

Nachdem Sie Ihre Bewerbungsunterlagen eingereicht hatten, hat die Polizei überprüft, ob Sie die formalen Einstellungsvoraussetzungen erfüllen. Da dies der Fall war, wurden Sie zur Teilnahme am Auswahlverfahren eingeladen. Dabei haben Sie den Deutschtest und den Leistungstest am PC erfolgreich hinter sich gebracht. Die Sportprüfung haben Sie ebenfalls gemeistert. Bis hierhin haben Sie also alles richtig gemacht. Wenn jetzt der mündliche Prüfungsteil auf dem Programm steht, geht es um Sie als Person. Die Polizei möchte wissen, ob Sie als Mensch zur Polizei passen. Wie treten Sie auf? Wie verhalten Sie sich im Umgang mit anderen? Sind Sie jemand, den man gerne als Kollegen an seiner Seite hätte? Solche Fragen soll das Assessment Center klären.

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Der berühmt-berüchtigte erste Eindruck

Natürlich sind selbst bestens geschulte Prüfer nicht dazu in der Lage, alle Facetten Ihrer Persönlichkeit in einem recht kurzen Zeitraum und nur durch ein paar Fragen zu erfassen. Sie selbst wissen, wie lange es dauert, bis Sie jemanden wirklich kennen. Deshalb kann sich auch die Polizei letztlich nur ein erstes Bild von Ihnen machen. Und bei der Einschätzung, ob Sie von Ihrer Persönlichkeit her für den Polizeidienst geeignet sind und ins Team der Polizei passen, spielt der erste Eindruck eine große Rolle. Der erste Eindruck trägt sehr dazu bei, ob Sie sympathisch wirken oder ob sich eine gewisse Antipathie entwickelt. Das wiederum gilt für die Prüfer, die das Assessment Center beobachten und Ihre Leistungen bewerten, genauso wie für Ihre Mitbewerber. Wenn Sie von Anfang an einen netten und sympathischen Eindruck machen, stellen Sie die Weichen günstig. Wirken Sie hingegen unsympathisch, wird es Ihnen nur schwer gelingen, sich als vertrauenswürdigen und zuverlässigen Kollegen zu präsentieren.

Doch wie entsteht Sympathie überhaupt? Wie Sie auf andere wirken, hängt zum einen von Ihrer Kommunikation ab. Was Sie sagen, wie Sie sprechen und wie Sie sich ausdrücken, hat großen Einfluss drauf, ob Ihnen Ihre Gesprächspartner zuhören und sich mit Ihnen unterhalten möchten. Zum anderen beeinflussen äußere Faktoren, wie Sie rüberkommen. Ihr Auftreten und Ihre Körpersprache spielen eine Rolle, wenn es darum geht, welchen Eindruck Sie hinterlassen. Und nicht zuletzt fällt Ihr Benehmen ins Gewicht. Sind Sie höflich und hilfsbereit? Lassen Sie andere aussprechen? Interessieren Sie sich für das, was andere zu sagen haben? Oder drängen Sie sich ständig in den Vordergrund, wissen alles besser und bestehen darauf, dass Sie im Recht sind? Sind Sie andersherum vielleicht jemand, der still und verschüchtert dasitzt und sich gar nicht an den Gesprächen beteiligt?

Welche Aufgaben umfasst das Assessment Center?

Ein Assessment Center kann sehr unterschiedlich aufgebaut sein. Es gibt aber ein paar ganz typische Aufgaben oder Übungen, die regelmäßig auf dem Programm stehen:

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  • Selbstpräsentation: Bei der Selbstpräsentation stellen Sie sich selbst vor. Je nach Aufgabenstellung können Sie dabei entweder selbst entscheiden, was Sie über sich erzählen möchten, oder Ihnen wird ein thematischer Schwerpunkt vorgegeben. Eine Abwandlung dieser Übung besteht darin, dass Sie einen anderen Mitbewerber vorstellen sollen.
  • Gruppenaufgabe: Bei der Gruppenaufgabe bilden Sie mit drei bis sieben anderen Mitbewerbern eine Gruppe. Ihnen wird eine Situation oder eine Problemstellung vorgegeben. In der Gruppe müssen Sie dann einen Handlungsplan für die Vorgehensweise in der genannten Situation erstellen. Oder Sie müssen eine Lösung für das Problem ausarbeiten.
  • Gruppendiskussion: Bei der Gruppendiskussion diskutieren Sie mit Ihren Mitbewerbern über ein Thema. Dabei kann es sein, dass Sie sich ganz frei über das Thema austauschen sollen. Denkbar ist aber auch, dass die Diskussion zu einem bestimmten Ergebnis führen soll. Außerdem kann sein, dass Sie vorher zugewiesen bekommen, welche Position Sie bei der Diskussion vertreten müssen.
  • Rollenspiel: Beim Rollenspiel spielen Sie eine Situation nach, die so auch im Berufsalltag jederzeit vorkommen kann. Sie schlüpfen dabei meist in die Rolle eines Polizisten oder eines Vorgesetzten. Ihr Gegenspieler ist üblicherweise ein Mitglied der Prüfungskommission oder ein erfahrener Kollege.
  • Postkorbübung: Bei der Postkorbübung müssen Sie unter großem Zeitdruck Unterlagen durcharbeiten und die Erledigung der Aufgaben, die sich aus den Unterlagen ergeben, planen. Entscheidend bei dieser Übung sind eine strukturierte Arbeitsweise und Entscheidungsbereitschaft. Im Anschluss an die Übung müssen Sie der Prüfungskommission schlüssig erklären können, warum Sie Ihre Entscheidungen so getroffen haben.
  • Vortrag: Für Ihren kurzen Vortrag wird Ihnen ein Thema vorgegeben oder Sie können sich aus mehreren Themenvorschlägen ein Thema auswählen. Anschließend haben Sie etwas Zeit, um Ihren Vortrag vorzubereiten. Den Vortrag, der etwa fünf bis zehn Minuten lang dauern sollte, halten Sie meist vor der Prüfungskommission.
  • Interview: Das Interview ist im Prinzip ein erweitertes Vorstellungsgespräch. Neben den klassischen Standardfragen werden Ihnen Fragen gestellt, die sich auf Ihre Motivation und Ihr Verhalten in bestimmten Situationen beziehen. Dabei werden durch die Verhaltensfragen Eigenschaften und Persönlichkeitsmerkmale abgefragt, die für den Polizeiberuf wichtig sind. Außerdem sollten Sie den Prüfern schlüssig erklären können, warum Sie Polizist werden möchten.
  • Schriftliche Tests: Intelligenz- und Konzentrationstests, Persönlichkeitstests und biographische Fragebögen können ebenfalls Bestandteil eines Assessment Centers sein.
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Eine Besonderheit beim Assessment Center ist, dass alle Übungen unter der Beobachtung von geschulten Prüfern stattfinden. Die Prüfer verfolgen das Geschehen aufmerksam und bewerten, wie Sie sich verhalten und wie Sie mit Ihren Mitbewerbern interagieren.

11 goldene Regeln für einen gelungenen Auftritt

Natürlich werden Sie nervös und etwas angespannt sein. Eine gewisse Aufregung ist völlig normal. Schließlich absolvieren Sie nicht jeden Tag ein Assessment Center und beim Auswahlverfahren geht es immerhin um Ihre Chance auf einen Ausbildungsplatz. Trotzdem müssen Sie sich nicht verrückt machen oder Angst haben. Wenn Sie die folgenden Hinweise beherzigen, sind Sie auf einem sehr guten Weg!

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  1. Zeigen Sie sich kommunikativ. Gehen Sie auf Ihre Mitbewerber zu und beteiligen Sie sich aktiv an den Gesprächen.
  2. Unterliegen Sie nicht der Versuchung, die Gespräche zu locker zu nehmen. Auch wenn eine Diskussion wie eine nette Gesprächsrunde wirkt, handelt es sich um eine Übung, die in die Wertung einfließt. Bleiben Sie also locker, aber trotzdem konzentriert und aufmerksam.
  3. Hören Sie Ihren Gesprächspartnern zu und gehen Sie auf ihre Argumente ein. Schauen Sie denjenigen, der gerade spricht, an und lassen Sie ihn ausreden.
  4. Treten Sie selbstbewusst auf. Vertreten Sie Ihren Standpunkt und lassen Sie sich durch kritische Kommentare nicht aus dem Konzept bringen. Versuchen Sie aber, die richtige Mischung aus Durchsetzungsvermögen und Kompromissbereitschaft zu finden.
  5. Bleiben Sie unbedingt sachlich. Verzichten Sie auf ironische, schnippische oder pampige Bemerkungen.
  6. Übernehmen Sie Verantwortung, indem Sie alle in das Gespräch einbeziehen. Wenn Sie merken, dass ein Mitbewerber nicht ins Gespräch findet, sprechen Sie ihn ruhig an und fragen Sie ihn gezielt nach seiner Meinung. Damit vermitteln Sie Führungsqualitäten.
  7. Drängen Sie sich nicht in den Vordergrund. Sie müssen nicht jeden Satz kommentieren und ständig dafür sorgen, dass das Gespräch weiterläuft. Verzichten Sie auch darauf, dauernd Gegenargumente zu liefern oder Bedenken zu äußern. Sonst wirken Sie womöglich wie ein besserwisserischer Nörgler.
  8. Wenn Sie etwas sagen, dann kommen Sie auf den Punkt. Vermeiden Sie ausschweifende und langatmige Reden, die jedes kleinste Detail benennen. Bedenken Sie, dass die Zeit begrenzt ist und Ihre Mitbewerber ebenfalls zu Wort kommen möchten. Zu einem kollegialen Verhalten gehört auch, auf andere Rücksicht zu nehmen.
  9. Sprechen Sie deutlich, in einer angenehmen Geschwindigkeit und in einer angemessenen Lautstärke. Drücken Sie sich verständlich aus und schauen Sie in die Runde. Dass Sie sich Kraftausdrücke verkneifen sollten, versteht sich von selbst.
  10. Achten Sie ein wenig auf Ihre Körpersprache. Setzen Sie sich bequem, aber nicht zu lässig hin. Halten Sie Ihren Kopf aufrecht, ziehen Sie die Schultern nicht ein und schauen Sie nicht ständig verschüchtert auf den Boden. Wenn Sie sprechen, können Sie Ihre Worte ruhig durch Gesten unterstützen. Fuchteln Sie aber nicht wild herum und verzichten Sie auf Gebärden wie eine geballte Faust oder einen ausgestreckten Zeigefinger.
  11. Versuchen Sie, sympathisch, offen, ruhig und gelassen zu wirken. Machen Sie kein Geheimnis daraus, dass Sie nervös sind. Sie können ruhig ehrlich ansprechen, dass Sie aufgeregt sind. Zum einen macht Sie das menschlich und sympathisch. Und zum anderen zeigen Sie dadurch, dass Sie mit einer kleinen Schwäche souverän umgehen können.
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Der wichtigste Tipp aber lautet:

Bleiben Sie sie selbst! Das Assessment Center ist darauf ausgerichtet, Sie als Peron und Persönlichkeit kennenzulernen. Die Polizei möchte wissen, wer Sie sind und was Sie ausmacht. Verstellen Sie sich also nicht. Auf Dauer würden Sie es ohnehin nicht durchhalten, immer nur zu schauspielern. Bleiben Sie stattdessen möglichst natürlich. Wenn Sie wirklich Polizist werden möchten, werden Sie das ausstrahlen – und mit dieser Motivation haben Sie die besten Voraussetzungen.

Hi, mein Name ist Ömer Bekar. Mit meinem Unternehmen in Bremen bieten wir seit 2006 Vorbereitungskurse für Einstellungstests an und erstellen auch für Behörden & Unternehmen digitale Eignungstests und Bewerbungsauswahlverfahren. Mit dieser Webseite möchte ich Transparenz schaffen und die Hemmschwelle durchbrechen, die viele davon abhält, ein Polizist zu werden. Wenn Du es willst, dann schaffst Du das auch. Wie kann ich Dir helfen? Gibt es ein spezielles Thema, worüber ich schreiben sollte? Lass es mich wissen und schreibe mir an [email protected]

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