Polizei in Berlin: Vorstellungsgespräch & strukturiertes Interview

Aktualisiert am 23. September 2022 von Ömer Bekar

Infos zu Vorstellungsgespräch Polizei in Berlin

In Berlin findet das Vorstellungsgespräch der Polizei als halb-standardisiertes Interview statt.

Bei der Auswahl der künftigen Kollegen setzt die Polizei in Berlin ein mehrstufiges Auswahlverfahren ein. Es beginnt mit einem Vortest, den Sie online von Zuhause aus absolvieren. Anschließend folgen ein computergestützter Einstellungstest und eine Sportprüfung. Haben Sie dabei gute Leistungen erbracht, geht es einige Zeit später mit dem Bewerbungsgespräch und der ärztlichen Untersuchung weiter.

Als Polizei einer modernen Hauptstadt und multikulturellen Metropole übernimmt die Berliner Polizei abwechslungsreiche und spannende Aufgaben. So verschieden und bunt gemischt die Bewohner und Besucher der Stadt sind, so facettenreich ist auch der Dienstalltag als Polizistin bzw. Polizist.

Um die vielen Aufgaben und Herausforderungen meistern zu können, braucht die Polizei Berlin engagierte Nachwuchskräfte. Dabei können Sie zwischen zwei Laufbahnen wählen, nämlich einer Ausbildung im mittleren Dienst der Schutzpolizei oder einem Studium im gehobenen Dienst der Schutz- oder der Kriminalpolizei.

Doch bevor Sie Ihre Karriere im Staatsdienst beginnen können, müssen Sie im Auswahlverfahren erst einmal Ihre Eignung für den Polizeiberuf unter Beweis stellen. Die Eignungsprüfung umfasst verschiedene Bausteine, darunter auch ein Einzelgespräch. Und wie das Vorstellungsgespräch bei der Polizei in Berlin abläuft, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Das Auswahlverfahren der Hauptstadtpolizei

Damit Sie sich bei der Berliner Polizei bewerben können, brauchen Sie einen Internetzugang und eine E-Mail-Adresse. Auf der Karriereseite klicken Sie dann die Online-Bewerbung an. Daraufhin öffnet sich ein Formular, mit dem Sie sich registrieren können. Haben Sie das Formular ausgefüllt und verschickt, erhalten Sie per E-Mail Ihre Zugangsdaten. Damit können Sie sich auf der Bewerbungsplattform einloggen, Ihre Bewerbung hochladen und an die Berliner Polizei übermitteln.

Ist Ihre Bewerbung eingegangen, prüft die Polizei Berlin, ob Sie die formalen Voraussetzungen für eine Einstellung als Beamtin bzw. Beamter im Polizeivollzugsdienst erfüllen. Ist das der Fall, werden Sie, wieder per E-Mail, zum Vortest eingeladen. Damit startet das eigentliche Auswahlverfahren.

Der Vortest

Den Vortest absolvieren Sie an Ihrem eigenen Computer daheim. Es handelt sich um einen Online-Test, der dem Einstellungstest ähnelt, den Sie später noch einmal ablegen. Die Aufgaben und Übungen sind vergleichbar, nur fällt der Vortest kürzer aus.

Damit Sie weiterhin am Auswahlverfahren teilnehmen können, müssen Sie den Vortest bestehen und dabei eine bestimmte Mindestleistung erreichen. Das Ergebnis vom Vortest fließt zwar nicht in die Endnote ein. Trotzdem sollten Sie versuchen, möglichst viele Fragen richtig zu beantworten. Denn je besser Sie abschneiden, desto früher ist der Termin, den Sie sich für die nächsten Prüfungen auszusuchen können.

Einstellungstest und Sportprüfung

Am ersten Prüfungstag kommen Sie zunächst in die Räume der Polizeibehörde in der Keibelstraße. Hier findet der computergestützte Einstellungstest statt. Dieser Test ist das Herzstück des gesamten Auswahlverfahrens. Das Prinzip kennen Sie schon vom Vortest. Der PC-Test ist aber umfangreicher und gliedert sich in drei Teile:

Wie Sie abgeschnitten haben, erfahren Sie direkt nach dem Test. Reichen Ihre Leistungen nicht aus, ist das Auswahlverfahren an dieser Stelle für Sie beendet. Andernfalls machen Sie sich auf den Weg zum Sporttest.

Die Sportprüfung findet auf dem Polizeigelände in der Charlottenburger Chaussee statt. Die Anreise dorthin müssen Sie selbst organisieren. Dafür haben Sie aber in aller Regel ausreichend Zeit. Der Sporttest der Berliner Polizei besteht aus einem Hindernisparcours, den Sie in einer bestimmten Zeit durchlaufen müssen.

Wenn alle Bewerber für den jeweiligen Einstellungstermin den PC-Test und die Sportprüfung abgelegt haben, erstellt die Polizei anhand der Ergebnisse eine Rangliste. Die Platzierung in dieser Liste entscheidet darüber, wie es für Sie weitergeht.

Gehören Sie zu den besten Kandidaten, erhalten Sie eine vorläufige Zusage. Haben Sie gute Ergebnisse erreicht, teilt Ihnen die Polizei mit, wie wahrscheinlich eine Einstellung ist. Stehen Sie hingegen so weit hinten in der Liste, dass es für eine Einstellung nicht reichen wird, scheiden Sie aus dem weiteren Verfahren aus. Das gilt natürlich auch dann, wenn Sie beim Sporttest durchgefallen sind.

Auswahlgespräch und ärztliche Untersuchung

Für die nächsten Abschnitte der Auswahlprüfung kommen Sie auf das Gelände der Polizeischule in der Radelandstraße. Dabei lädt die Polizei Berlin die Bewerber in der Reihenfolge zum Vorstellungsgespräch und zur ärztlichen Untersuchung ein, in der sie in der Rangliste stehen. Je besser Sie bis hierhin abgeschnitten haben, desto früher ist also Ihr Termin.

An diesem Prüfungstag steht das Einzelgespräch auf dem Programm. Wie das Interview abläuft, erklären wir im nächsten Abschnitt ausführlich.

Außerdem durchlaufen Sie die ärztliche Untersuchung. Sie umfasst verschiedene Tests und Einzeluntersuchungen und ist erforderlich, um Ihre gesundheitliche Eignung für den Polizeidienst festzustellen.

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Haben Sie das Bewerbungsgespräch und den medizinischen Check erfolgreich hinter sich gebracht und verlief auch die Überprüfung Ihres Leumunds positiv, können Sie sich schon bald über eine endgültige Einstellungszusage freuen.

Das Vorstellungsgespräch bei der Polizei in Berlin

Nach den schriftlichen Tests und der Sportprüfung ist mit dem Auswahlgespräch die mündliche Prüfung an der Reihe. Bei dem Interview steht das persönliche Kennenlernen im Mittelpunkt. Die Berliner Polizei möchte ihr Bild über Sie als Person vervollständigen und sich einen Eindruck von Ihrer beruflichen Motivation verschaffen. Im Kern geht es um die Frage, ob Sie ins Team der Hauptstadtpolizei passen.

Das Interview dauert ungefähr 50 Minuten und Sie haben zwei Prüfer als Gesprächspartner. Durchgeführt wird das Vorstellungsgespräch bei der Polizei in Berlin als halb-standardisiertes Einzelgespräch.

Bei einem normalen Bewerbungsgespräch entwickelt sich ein Dialog. Die Prüfer haben zwar Fragen vorbereitet, die sie stellen wollen. In welcher Reihenfolge und Form die Fragen drankommen, ergibt sich aber aus dem Gespräch heraus. Weil der Dialog frei geführt wird, kann sich das Gespräch außerdem in verschiedene Richtungen entwickeln.

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Im Unterschied dazu steht der Ablauf bei einem strukturierten Interview schon im Vorfeld fest. Hier nutzen die Prüfer einen Fragenkatalog, den sie nacheinander abarbeiten. Deshalb kommt weniger ein dynamischer Dialog zustande, sondern eher ein reiner Frage-Antwort-Wechsel.

Weil die Reihenfolge und Form der Fragen feststeht und auch die Bewertungskriterien genau definiert sind, basiert das Interview auf klar strukturierten, einheitlichen Standards. Deshalb wird so ein Interview auch standardisiertes Einzelgespräch genannt. Es wirkt oft steifer und strenger als ein normales Bewerbungsgespräch. Dafür schafft es aber gleiche Bedingungen und ermöglicht eine objektive Auswertung.

Das Vorstellungsgespräch bei der Polizei in Berlin verbindet beide Formen miteinander. Die Prüfer haben also eine Liste mit Fragen vorbereitet, die Sie mit Ihnen durcharbeiten. Dazwischen gibt es aber immer wieder Gesprächsteile, die Sie im freien Dialog führen. Und was die Inhalte angeht, ähnelt das Interview einem klassischen Bewerbungsgespräch:

Begrüßung und Selbstpräsentation

Im Zuge der Begrüßung stellen sich die beiden Prüfer kurz vor und erläutern Ihnen, wie das Gespräch ablaufen, wie lange es dauern und wie es in Ihr Endergebnis einfließen wird. Auch ein paar Infos über die Polizei und die Ausbildung bzw. das Studium sind möglich.

Danach werden die Prüfer Sie dazu auffordern, sich vorzustellen. Bei der Selbstpräsentation geht es aber nicht darum, dass Sie Ihren gesamten Lebenslauf mündlich wiederholen. Die Selbstdarstellung soll vielmehr aufzeigen, wer Sie sind, welche Kompetenzen Sie mitbringen und welche Eigenschaften Sie auszeichnen.

Konzentrieren Sie sich deshalb auf die wichtigsten Stationen und prägendsten Erfahrungen Ihres bisherigen Werdegangs. Lenken Sie den Fokus auf die Fähigkeiten und Eigenschaften, die zu Ihren größten Stärken zählen und Ihnen auch als Polizeibeamter/-in zugutekommen werden.

Fragen der Prüfer

Ein strukturiertes Interview kennzeichnet sich dadurch, dass es eng auf den Beruf abgestimmt ist. Im Vorstellungsgespräch der Polizei in Berlin werden die Prüfer deshalb Fragen stellen, die auf Fähigkeiten und Charakterzüge abzielen, die Sie als Polizistin bzw. Polizist brauchen. Dabei kommen vor allem vier Aspekte zum Tragen:

  • Motivation: Die Prüfer interessieren sich dafür, warum Sie zur Polizei wollen. Gleichzeitig möchten sie ermitteln, ob Sie sich mit dem Beruf befasst haben, über die Polizei Bescheid wissen und sich die Polizeiarbeit realistisch vorstellen. Daneben interessiert die Prüfer generell, wie es um Ihre Motivation steht und welche beruflichen Ziele Sie verfolgen.
  • Persönlichkeit: Fragen aus diesem Bereich beschäftigen sich mit Ihren Stärken und Schwächen, Ihren Interessen und Ihren individuellen Merkmalen.
  • Belastbarkeit: Als Polizistin bzw. Polizist müssen Sie mit Stress umgehen können. Außerdem ist wichtig, dass Sie auch unter Druck kluge Entscheidungen treffen und Lösungen finden. Daher werden die Prüfer einige Fragen stellen, die ermitteln sollen, wie belastbar Sie sind.
  • Teamfähigkeit: Die Zusammenarbeit im Team, mit Bürgern und auch mit dem Gesetz ist die Grundlage der Polizeiarbeit. Aus diesem Grund sollten Sie mit ein paar Fragen rechnen, die Ihr Verhalten im Umgang mit anderen überprüfen.
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Ergänzt wird der Fragenkatalog durch biografische Fragen. Dabei greifen die Prüfer einzelne Stationen Ihres Werdegangs auf und bitten Sie um Erklärungen dazu, was Sie dabei gelernt haben, warum Sie diesen Weg gegangen sind oder was Sie aus heutiger Sicht anders machen würden.

Auch situative Fragen werden im Vorstellungsgespräch der Polizei in Berlin häufig gestellt. Die Basis für diese Fragen bildet eine erdachte Szene. Sie kann eine Situation im Dienstalltag oder im alltäglichen Leben beschreiben. Sie sollen dann ausführlich und nachvollziehbar erläutern, wie Sie sich verhalten oder was Sie unternehmen würden.

Ihre eigenen Fragen

Gegen Ende des Vorstellungsgesprächs geben Ihnen die Prüfer die Gelegenheit, Ihre Fragen loszuwerden. Sie sollten diese Chance nutzen. Denn durch eigene Fragen belegen Sie, dass Ihr Berufswunsch ernst ist und Sie sich gut vorbereitet haben. Wollen Sie nichts wissen, könnte Ihnen das als mangelndes Interesse ausgelegt werden.

Ihre Fragen können sich auf den Polizeiberuf oder die Ausbildung beziehen. Daneben können Sie die Prüfer nach deren Erfahrungen fragen. Eventuell können Sie auch Punkte aufgreifen, die sich im Verlauf des Gesprächs ergeben haben. Achten Sie aber darauf, dass Sie nichts fragen, was Sie eigentlich selbst wissen müssten oder was schon ausführlich besprochen wurde.

Sind Ihre Fragen beantwortet, folgt die Verabschiedung. Für Sie geht es dann mit der ärztlichen Untersuchung weiter.

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Hi, mein Name ist Ömer Bekar. Mit meinem Unternehmen in Bremen bieten wir seit 2006 Vorbereitungskurse für Einstellungstests an und erstellen auch für Behörden & Unternehmen digitale Eignungstests und Bewerbungsauswahlverfahren. Mit dieser Webseite möchte ich Transparenz schaffen und die Hemmschwelle durchbrechen, die viele davon abhält, ein Polizist zu werden. Wenn Du es willst, dann schaffst Du das auch. Wie kann ich Dir helfen? Gibt es ein spezielles Thema, worüber ich schreiben sollte? Lass es mich wissen und schreibe mir an [email protected]

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