Aktualisiert am 18. Juni 2020 von Ömer Bekar

Nach der schriftlichen Prüfung müssen Sie mit dem Sporttest die nächste Hürde im Auswahlverfahren der Polizei nehmen. Doch wie läuft der Sporttest ab? Damit Sie eine bessere Vorstellung bekommen, berichtet Thomas von seiner Sportprüfung. Thomas ist 20 Jahre alt und hat am Einstellungstest der Landespolizei Brandenburg teilgenommen.

“Für die Teilnahme am Einstellungstest wurde ich zur Fachhochschule nach Oranienburg eingeladen. Der Einstellungstest begann um 7:30 Uhr. Wir waren eine Gruppe aus gut 20 Bewerbern. Die beiden ersten Stationen waren der Computertest und das Diktat.

Nach der Mittagpause ging es dann zum Sporttest. Zu diesem Zeitpunkt waren wir aber nur noch zwölf Bewerber. Nachdem wir uns im Umkleideraum unsere Sportsachen angezogen hatten, trafen wir uns in der Sporthalle.

Als erste Übung waren Klimmzüge an der Reihe. Dafür war eine Klimmzugstange in eine Sprossenwand eingehängt. Ich musste die Klimmzugstange greifen und drei Klimmzüge hintereinander durchführen. Dabei war eine Ausführung korrekt, wenn das Kinn beim Hochziehen über der Stange war und der Körper danach wieder soweit abgesenkt wurde, dass die Arme durchgestreckt waren. Als Griff konnten wir zwischen dem Rist- und dem Kammgriff wählen. Ich entschied mich dafür, die Stange von hinten nach vorne zu umfassen, denn so hatte ich auch zu Hause trainiert. Ein Zeitlimit gab es nicht. Wichtig war nur, dass die drei Klimmzüge hintereinander ordentlich ausgeführt wurden.

Aus unserer Gruppe schafften alle die geforderten Wiederholungen. Die Mädels mussten keine Klimmzüge machen. Stattdessen bestand ihre erste Übung aus zehn Liegestützen. Auch bei den Mädels haben alle diese Übung bestanden.

Die zweite Disziplin war der Dreierhopp. Dafür war auf dem Hallenboden eine Absprunglinie markiert und daneben befand sich eine Art Maßband. Ich musste mich an die Startlinie stellen und aus der Schrittstellung heraus mit dem Absprungbein abspringen. Danach folgten zwei weitere Sprünge mit demselben Bein und dann die Landung auf beiden Beinen. Da ich mich für das rechte Bein entschieden hatte, war meine Schrittfolge also: Absprung mit rechts – rechts – rechts – Landung auf beiden Beinen. Im Prinzip ist der Dreierhopp somit ein Hüpfen auf einem Bein. Nur geht es dabei darum, eine möglichst weite Strecke zurückzulegen.

Nach der Landung maß der Prüfer den Abstand zwischen der Absprungsstelle und der Stelle, an der ich nach dem dritten Sprung gelandet war. Ich hatte eine Strecke von 6,40 Meter geschafft und die Übung damit erfolgreich gemeistert. Denn die geforderte Distanz waren 6,30 Meter für uns Jungs. Bei den Mädels war es ein Meter weniger.

Leider schieden zwei Mitbewerber nach dieser Übung aus. Ein Bewerber hatte den Dreiersprung falsch ausgeführt, eine Bewerberin die geforderte Mindestweite nicht geschafft.

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Nach dem Dreierhopp stand der Pendellauf auf dem Programm. Für den Pendellauf waren auf dem Hallenboden zwei Linien markiert. Die vordere Linie war die Start-Ziellinie. Hinter der anderen Linie langen zwei Staffelstäbe auf dem Boden. Der Abstand zwischen den beiden Linien betrug 18 Meter. Nachdem der Prüfer das Startkommando gegeben hatte, sprintete ich aus der Schrittstellung heraus von der Startlinie zur gegenüberliegenden Linie. Dort nahm ich den ersten Staffelstab auf, rannte zurück zur Startlinie und legte den Start dahinter ab. Dann sprintete ich erneut zur gegenüberliegenden Linie, hob den zweiten Staffelstab auf und rannte mit dem Stab in der Hand zurück und über die Ziellinie.

Ich brauchte für die Übung knapp 16 Sekunden. Damit hatte ich die Anforderung erfüllt. Für Jungs lag die Höchstgrenze nämlich bei 16,5 Sekunden, die Mädels hatten zwei Sekunden mehr Zeit. Auch meine Mitbewerber bestanden alle den Pendellauf.

Für die vierte Übung wechselten wir auf die Tartanbahn auf dem Sportplatz. Hier fand der 2.000-Meter-Ausdauerlauf statt. Als Zeitlimit waren 9:20 Minuten vorgegeben. Ich lief die 2.000 Meter in unter neun Minuten. Mein intensives Lauftraining der letzten Wochen hatte sich also ausgezahlt! 

Nach dem Ausdauerlauf mussten uns leider drei Mitbewerber verlassen. Eine Teilnehmerin schaffte die 2.000 Meter nicht und musste den Lauf vorher abbrechen. Die beiden anderen Teilnehmer waren zu langsam.

Die letzte Station war der Körpereignungstest. Hier wurde überprüft, ob die körperlichen Voraussetzungen vorliegen, um polizeiliche Einsatzmittel zu bedienen. Beispielhaft wurden für den Test ein Einssatzschild und eine funktionsunfähige Dienstwaffe verwendet. Ich musste den Schild aufnehmen, den Unterarm durch den Haltebügel führen und mit der Hand den Haltegriff umfassen. Danach musste ich meinen Arm anwinkeln. In dieser Haltung durfte sich der Haltebügel nicht in der Ellenbeuge befinden. Bei dem Test ging es also darum, ob der Abstand zwischen dem Handgelenk und dem Ellenbogen groß genug ist.

Anschließend musste ich die Dienstwaffe in die Hand nehmen und mit ausgerecktem Arm vor mich halten. Hier war entscheidend, dass ich den Griff sicher und fest umfassen konnte, während sich mein ausgestreckter Zeigefinger über dem Abzug befand.

Der Prüfer erklärte uns, dass der Körpereignungstest durchgeführt wird, weil die geforderte Mindestgröße für alle Bewerber auf 1,60 Meter gesenkt wurde. Und der Test soll Aufschluss geben, ob die körperliche Statur den Polizeidienst ermöglicht. Jedenfalls war der Körpertesttest für die Bewerber aus meiner Gruppe kein Problem.

Der Sporttest ist nicht ganz ohne, mit einer vernünftigen Vorbereitung aber gut zu schaffen. Ich wusste, dass mir der Ausdauerlauf die größten Schwierigkeiten bereiten würde. Deshalb habe ich in der Vorbereitung ein intensives Lauftraining absolviert. Auch die anderen Disziplinen, also die Klimmzüge, der Dreierhopp und der Pendellauf lassen sich problemlos üben. Ich kann Euch nur raten, Euch auf den Sporttest vorzubereiten. Denn wenn Ihr eine Übung nicht schafft, seid Ihr raus.

Neben den Leistungen beim Sporttest fließt übrigens auch die Disziplin Schwimmen in die Gesamtwertung ein. Eine Schwimmübung findet aber nicht statt. Stattdessen musste ich schon bei der Bewerbung den Nachweis über das Deutsche Schwimmabzeichen vorlegen. Dabei war mindestens das Schwimmabzeichen in Silber gefordert. 

Am nächsten Tag ging es dann mit der ärztlichen Untersuchung, einem Einzelgespräch mit Rollenspiel und einem Vorstellungsgespräch weiter. Da ich alle Prüfungsteile bestanden hatte, hatte ich es in die Rangliste geschafft. Nun heißt es abwarten und Daumen drücken, dass die Ranglistenplatzierung für eine Einstellung reicht.”

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