Polizeitest: Schwimmen in der Sportprüfung

Aktualisiert am 28. März 2024 von Ömer Bekar

Aktualisiert am 28. März 2024 von Ömer Bekar

schwimmen Polizei Sporttest

Beim Sporttest im Auswahlverfahren ist das Schwimmen keine Disziplin.

Als Polizist:in müssen Sie nicht nur fit und körperlich leistungsfähig sein. Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Geschicklichkeit sind die Komponenten, auf die es mit Blick auf die Sportlichkeit vor allem ankommt. Doch genauso müssen Sie schwimmen können. Als Nachweis für Ihre Schwimmfertigkeit brauchen Sie ein Schwimmabzeichen, das Sie im Rahmen Ihrer Bewerbung bei der Polizei einreichen.

Fit für den Sporttest?

Während einer Streifenfahrt wird es zwar eher selten notwendig sein, dass Sie in einen See oder einen Fluss springen und schwimmen. Aber es ist eben auch nicht ausgeschlossen, dass sich ein Wasserunfall ereignet und Sie helfend eingreifen müssen. Genauso kann eine Verfolgung im Wasser enden. Außerdem ist für Ihre eigene Sicherheit wichtig, dass Sie sich nicht nur an Land, sondern auch im Wasser sicher bewegen können. Landen Sie nach einem Gerangel versehentlich im kühlen Nass, sollten Sie richtig reagieren und sich aus Ihrer misslichen Lage befreien können.

Ein anderer Aspekt ist, dass sich das Schwimmen hervorragend eignet, um sich auf gelenkschonende Art fit zu halten und die Kondition zu verbessern. Während der Ausbildung und in der Dienstzeit ist Sport Pflicht. Umso besser, wenn Sie zwischen verschiedenen Disziplinen wählen und sich ein abwechslungsreiches Trainingsprogramm zusammenstellen können.

Jedenfalls gehören Schwimmfertigkeiten zu den Einstellungsvoraussetzungen. Den Nachweis erbringen Sie durch die Vorlage eines Schwimmabzeichens. Doch welcher Schwimmpass wird verlangt? Welche Leistungen sind dafür notwendig? Und wie kommen Sie an das Schwimmabzeichen? Wir geben Antworten!

Welcher Nachweis über die Fähigkeit, schwimmen zu können, ist für die Bewerbung bei der Polizei notwendig?

Bei keiner Polizei ist das Schwimmen eine eigene Disziplin im Sporttest. Bis vor einiger Zeit mussten Bewerber:innen nur bei der Polizei in Bayern während der Sportprüfung schwimmen. Doch auch hier ist die Disziplin inzwischen entfallen.

Allerdings müssen Sie bei allen Landespolizeien und bei der Bundespolizei Ihre Schwimmfähigkeiten nachweisen. Diesen Nachweis erbringen Sie durch die Vorlage eines Schwimmabzeichens. Gleichzeitig ist ein gültiges Schwimmabzeichen in fast allen Bundesländern ein Einstellungskriterium. Um die formalen Voraussetzungen für eine Einstellung in den Polizeivollzugsdienst zu erfüllen, müssen Sie den Schwimmpass deshalb schon bei Ihrer Bewerbung einreichen.

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Welches Schwimmabzeichen Sie brauchen, hängt davon ab, wo Sie sich bewerben:

Welcher Nachweis?Wo?
Deutsches Schwimmabzeichen in BronzeBayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen + Bundespolizei
Deutsches Schwimmabzeichen in SilberHessen
Deutsches Schwimmabzeichen in Gold oder Deutsches Rettungsschwimmabzeichen in BronzeNordrhein-Westfalen
Deutsches Rettungsschwimmabzeichen in BronzeRheinland-Pfalz

Der geforderte Schwimmfähigkeitsnachweis ist die Mindeststufe. Wenn Sie einen höheren Schwimmfähigkeitsnachweis vorweisen können, statt Bronze also zum Beispiel Silber oder statt Silber Gold, erkennt die Polizei das Abzeichen natürlich an. Gleiches gilt, wenn Sie ein höherwertiges Abzeichen haben, anstelle des Schwimmpasses also zum Beispiel das Rettungsschwimmabzeichen.

Achtung: Behalten Sie das Datum in Blick. Wie alt Ihr Schwimmnachweis sein darf, ist unterschiedlich geregelt. In den meisten Bundesländern darf die Schwimmprüfung höchstens zwei Jahre zurückliegen. Schauen Sie aber sicherheitshalber noch einmal nach, wie lange die Polizei Ihres Bundeslandes den Nachweis als gültig anerkennt.

Besonderheiten in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland

In Baden-Württemberg brauchen Sie kein offizielles Abzeichen, sondern einen Schwimmleistungsnachweis. Für diesen Nachweis müssen Sie eine Strecke von 200 Metern als Bewerberin in 6:40 Minuten und als Bewerber in 6:00 Minuten schwimmen. Im Bewerberportal ist ein Formular hinterlegt. Um Ihre Schwimmleistung zu dokumentieren, müssen Sie dieses Formular von einer berechtigten Person unterschreiben lassen und mit Ihrer Bewerbung einreichen.

Die Polizei in Bayern verlangt zwar grundsätzlich das Schwimmabzeichen mindestens in Bronze. Allerdings müssen Sie keine offizielle Bestätigung vorlegen. Eine Eigenerklärung akzeptiert die Polizei ebenfalls.

Ähnlich ist es in Hessen. Auch die hessische Polizei stellt ein Formular für einen Schwimmnachweis zur Verfügung. Lassen Sie diesen ausfüllen und reichen ihn ein, ist die Vorlage eines offiziellen Abzeichens nicht mehr notwendig.

In Rheinland-Pfalz müssen Sie zwar das Rettungsschwimmabzeichen mindestens in Bronze machen. Mit dem Nachweis können Sie sich aber Zeit lassen. Haben Sie das Abzeichen zum Zeitpunkt Ihrer Bewerbung noch nicht, können Sie es nämlich im Laufe des ersten Studienjahres nachreichen.

Die Polizei im Saarland verlangt gar keinen gesonderten Schwimmnachweis. Allerdings ersetzt im Saarland die Vorlage des Deutschen Sportabzeichens den Sporttest im Auswahlverfahren. Damit Ihnen das Deutsche Sportabzeichen verliehen wird, müssen Sie nachweislich schwimmen können. Um einen Schwimmnachweis kommen Sie deshalb nicht herum.

Welche Leistungen erfordern die einzelnen Schwimmabzeichen?

Das Deutsche Schwimmabzeichen, auch Schwimmpass genannt, gibt es in den drei Stufen Bronze, Silber und Gold. In dieser Form existiert es seit 1977. Lange Zeit wurde aber zwischen dem Jugendschwimmabzeichen und dem Schwimmabzeichen unterschieden. Die Trennung zwischen den Altersstufen erfolgt nicht mehr, sie wurde zum 1. Januar 2020 aufgehoben. Seitdem spielt es keine Rolle mehr, ob Sie schon volljährig sind oder ob nicht. Die Anforderungen sind für alle gleich.

Die Prüfungsleistungen sind in der „Deutschen Prüfungsordnung Schwimmen/Rettungsschwimmen“ festgelegt. Sie wird von den Schwimmverbänden herausgegeben, die sich im Bundesverband zur Förderung der Schwimmausbildung zusammengeschlossen haben. Deshalb macht es keinen Unterschied, in welchem Bundesland und bei welcher Organisation Sie Ihre Schwimmprüfung ablegen. Die geforderten Leistungen sind immer identisch.

Deutsches Schwimmabzeichen Bronze

Das Schwimmabzeichen in Bronze wird auch Freischwimmer genannt und ist die erste Stufe des Schwimmpasses. Haben Sie die Prüfung bestanden, gelten Sie als sicherer Schwimmer. Um das Abzeichen zu erhalten, müssen Sie folgende Anforderungen erfüllen:

  • Sprung kopfwärts vom Beckenrand und insgesamt 15 Minuten durchgehend schwimmen; in dieser Zeit müssen Sie mindestens 200 Meter zurücklegen, 150 Meter davon in Bauch- oder Rückenlage und 50 Meter in einer anderen Körperlage. Wenn Sie die Körperlage wechseln, muss dies im Wasser erfolgen und ohne, dass Sie sich am Beckenrand festhalten.
  • einmal von der Wasseroberfläche etwa zwei Meter tief abtauchen und einen kleinen Gegenstand heraufholen
  • ein Paketsprung vom Startblock oder 1-Meter-Brett
  • Kenntnis der Baderegeln
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Deutsches Schwimmabzeichen Silber

Die zweite Stufe des Schwimmpasses ist das Schwimmabzeichen in Silber. Es stellt höhere Anforderungen an Ihre Schwimmfertigkeiten. Außerdem ist das richtige Verhalten zur Selbstrettung, zum Beispiel wenn Sie einen Krampf im Wasser haben oder erschöpft sind, ein wichtiger Punkt. Bei der Prüfung wird folgendes gefordert:

  • Sprung kopfwärts vom Beckenrand und insgesamt 20 Minuten durchgehend schwimmen; in dieser Zeit müssen Sie mindestens 400 Meter zurücklegen, 300 Meter davon in Bauch- oder Rückenlage und 100 Meter in einer anderen Körperlage mit Wechsel auf der Schwimmbahn ohne Festhalten
  • zweimal etwa zwei Meter in die Tiefe tauchen und je einen Gegenstand heraufholen
  • zehn Meter Streckentauchen mit Abstoßen vom Beckenrand
  • ein Sprung aus drei Metern Höhe oder zwei verschiedene Sprünge aus einem Meter Höhe
  • Baderegeln und Maßnahmen der Selbstrettung kennen

Deutsches Schwimmabzeichen Gold

Die dritte und höchste Stufe des Schwimmpasses ist das Schwimmabzeichen in Gold. Es dokumentiert sehr gute Schwimmfertigkeiten. Außerdem belegen Sie erste Kenntnisse bei der Fremdrettung. Insofern kann das Schwimmabzeichen die Vorbereitung für das Rettungsschwimmabzeichen sein. Für den goldenen Schwimmpass müssen Sie diese Fähigkeiten vorweisen:

  • Sprung kopfwärts vom Beckenrand und insgesamt 30 Minuten durchgehend schwimmen; in dieser Zeit müssen Sie mindestens 800 Meter zurücklegen, 650 Meter davon in Bauch- oder Rückenlage und 150 Meter in einer anderen Körperlage
  • Startsprung und 25 Meter Kraulschwimmen
  • Startsprung und 50 Meter Brustschwimmen in höchstens 1:15 Minuten
  • 50 Meter Rückenschwimmen mit Grätschschwung ohne Armtätigkeit oder Rückenkraulschwimmen
  • dreimal etwa zwei Meter in die Tiefe tauchen und drei kleine Gegenstände heraufholen; dafür haben Sie drei Versuche und maximal drei Minuten Zeit
  • zehn Meter Streckentauchen aus der Schwimmlage, ohne Abstoßen vom Beckenrand
  • ein Sprung aus drei Metern Höhe oder zwei verschiedene Sprünge aus einem Meter Höhe
  • 50 Meter Transportschwimmen mit Schieben oder Ziehen
  • Beherrschen der Baderegeln sowie der Maßnahmen zur Selbstrettung und einfachen Fremdrettung bei Bade-, Boots- und Eisunfällen

Deutsches Rettungsschwimmabzeichen Bronze

Auch die Rettungsschwimmabzeichen gibt es in Bronze, Silber und Gold. Die Prüfung ist umfangreicher als bei den Schwimmabzeichen und gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil.

Im Theorieteil füllen Sie Fragebögen aus. Die Aufgaben überprüfen Ihre Kenntnisse in folgenden Bereichen:

  • Atmung und Blutkreislauf
  • Gefahren am und im Wasser
  • Selbstrettung und Fremdrettung bei Bade-, Boots- und Eisunfällen
  • Hilfe bei Verletzungen, Hitze- und Kälteschäden sowie Unfällen mit Ertrinken
  • Vermeiden von Umklammerungen
  • Aufgaben und Tätigkeiten der Organisation, bei der Sie die Prüfung ablegen

Im praktischen Teil sind diese Leistungen gefragt:

  • 200 Meter in höchstens zehn Minuten schwimmen, je zur Hälfte in Bauch- und Rückenlage
  • in Kleidung 100 Meter in maximal vier Minuten schwimmen, danach im Wasser ausziehen
  • drei verschiedene Sprünge aus einem Meter Höhe
  • 15 Metern Streckentauchen
  • zweimal zwei bis drei Meter in die Tiefe tauchen und innerhalb von drei Minuten je einen fünf Kilogramm schweren Gegenstand heraufholen; das Abtauchen erfolgt einmal mit dem Kopf und einmal mit den Füßen nach vorne
  • 50 Meter Transportschwimmen und 50 Meter Schleppen
  • Umklammerungen vermeiden und sich aus einer Halsumklammerung und einem Halswürgegriff von hinten befreien können
  • kombinierte Übung ohne Pause in dieser Reihenfolge: 20 Meter in Bauchlage schwimmen, auf halber Strecke einen fünf Kilogramm schweren Tauchring aus bis zu drei Metern Tiefe heraufholen, den Tauchring wieder fallen lassen, weiter schwimmen, dann eine Person 20 Meter schleppen, sie an Land bringen und drei Minuten lang eine Herz-Lungen-Wiederbelebung vorführen
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Wo kann die Schwimmprüfung abgelegt werden?

Das Deutsche Schwimmabzeichen können Sie an verschiedenen Stellen erwerben. Die Prüfung dürfen unter anderem staatlich geprüfte Schwimmlehrer:innen, Schwimmmeister:innen, Fachangestellte für Bäderwesen und Ausbilder sowie Prüfer von Wasserrettungsorganisationen abnehmen. Aus diesem Grund finden in fast allen Schwimmbädern, Schwimmvereinen und den Organisationen regelmäßig Prüfungen statt.

Auf der Internetseite des Deutschen Schwimmverbandes können Sie sich über die Schwimmabzeichen und Prüfungen in Ihrer Nähe informieren. Ansonsten können Sie auch einfach im örtlichen Schwimmbad oder in Ihrer Schule nachfragen. Für das Schwimmabzeichen müssen Sie kein Vereinsmitglied sein und vorher auch keinen Kurs besuchen. Stattdessen können Sie für sich trainieren, sich das notwendige Wissen aneignen und dann nur zur Prüfung antreten.

Beim Rettungsschwimmabzeichen ist es ein bisschen anders. Es muss von einer Organisation ausgestellt werden, die dazu berechtigt ist. Die DLRG, die Wasserwacht des Roten Kreuzes oder der Arbeiter-Samariter-Bund gehören zu diesen Organisationen. Vor der Prüfung nehmen Sie außerdem an einem Kurs teil.

Die Kosten für die Schwimmabzeichen fallen unterschiedlich aus, denn sie sind nicht einheitlich geregelt. Das Deutsche Schwimmabzeichen kostet in aller Regel zwischen fünf und zehn Euro. Für das Rettungsschwimmabzeichen müssen Sie ab etwa 50 Euro rechnen.

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