Polizei Brandenburg Sportprüfung

Bei der Brandenburger Polizei haben Sie einen anspruchsvollen Sporttest vor sich. Bereiten Sie sich deshalb gut darauf vor!

Für den Beruf als Polizist brauchen Sie nicht nur Herz und Verstand. Sondern Sie müssen auch gesund und körperlich topfit sein. Ob Sie alles mitbringen, was einen guten Polizisten ausmacht, prüft die Polizei in Brandenburg durch ihr Auswahlverfahren.

Dabei umfasst der Eignungstest verschiedene Bausteine. Zu diesen Bausteinen zählt auch der Sport- und Körpereignungstest. Was es damit auf sich hat, erklären wir Ihnen in diesem Beitrag.

Sporttest Polizei Brandenburg: das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Sport- und Körpereignungstest findet am ersten Testtag statt. Er wird im Anschluss an den schriftlichen Teil des Einstellungstests durchgeführt.
  • Die Sportprüfung umfasst insgesamt sechs Disziplinen.
  • In drei Kategorien können Sie sich die Übung aussuchen.
  • Was für den gesamten Polizei Einstellungstest gilt, gilt auch für den Sportteil: Sie müssen jeden einzelnen Abschnitt bestehen. Scheitern Sie an einer Übung, scheiden Sie aus dem weiteren Auswahlverfahren aus.

Bei der Brandenburgischen Polizei können Sie sich für eine Ausbildung im mittleren Polizeivollzugsdienst und ein Studium im gehobenen Polizeivollzugsdienst bewerben. Die Einstellungstermine sind im April und im Oktober eines Jahres.

Die Abläufe sind für beide Laufbahnen gleich: Wenn Ihre Bewerbung vorliegt und Sie die formalen Kriterien für eine Einstellung erfüllen, lädt Sie die Polizei zur Teilnahme am Auswahlverfahren ein. Dazu kommen Sie an die Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg in Oranienburg. Der Einstellungstest findet dort an zwei aufeinanderfolgenden Tagen statt. Für Bewerber, die eine weitere Anreise haben, gibt es auf dem Campus kostengünstige Übernachtungsmöglichkeiten. Fragen Sie ruhig bei Ihrem Einstellungsberater nach.

Beim Einstellungstest möchte die Polizei Sie als Person kennen lernen und herausfinden, ob Sie den Anforderungen des Polizeiberufs gerecht werden können. Deshalb prüft Sie die Polizei auch in vielen verschiedenen Bereichen. Ein sportlicher Leistungstest steht dabei ebenfalls auf dem Programm. Und was Sie zum Sporttest wissen sollten, verraten wir Ihnen im Folgenden.

Der Einstellungstest bei der Brandenburger Polizei

Bevor wir zum Sportteil kommen, erst noch ein paar kurze Infos zum Auswahlverfahren als solches. Beim Einstellungstest der Polizei Brandenburg durchlaufen Sie sechs verschiedene Abschnitte.

Einstellungstest Sporttest Polizei Brandenburg

Egal, für welche Laufbahn Sie sich bewerben: Der Einstellungstest der Polizei Brandenburg gestaltet sich für alle Bewerber gleich.

Am ersten Testtag beginnt die Eignungsprüfung mit einem sogenannten Psychologischen Messverfahren. Dahinter verbirgt sich ein PC-Test, bei dem Sie verschiedene Fragen beantworten. Insgesamt ist der Test eine Mischung aus Wissenstest, Intelligenztest und Persönlichkeitstest. Er dauert ungefähr anderthalb Stunden. Danach geht es mit einem Diktat weiter. Auch das Diktat schreiben Sie am Computer.

Nach der Mittagspause ist der Sporttest an der Reihe. Die Sportprüfung nehmen wir uns gleich noch ganz ausführlich vor. Haben Sie den schriftlichen Test und den Sportleistungstest bestanden, ist der erste Testtag schon einmal erfolgreich geschafft.

Am zweiten Testtag werden Sie vom Polizeiarzt untersucht. Die polizeiärztliche Untersuchung soll bestätigen, dass aus medizinischer Sicht nichts gegen Ihre Einstellung in den Polizeidienst spricht.

Übrigens brauchen Sie auch für die ärztliche Untersuchung eine gute Kondition. Denn beim Belastungs-EKG wird Ihre körperliche Leistungsfähigkeit erneut gemessen.

Zum Schluss folgt noch der mündliche Teil des Einstellungstests. Dabei stehen ein Rollenspiel und ein Einzelgespräch mit der Prüfungskommission auf dem Programm. Haben Sie auch den zweiten Tag gemeistert, sind Sie auf dem besten Weg, bald Ihre Ausbildung als Polizeianwärter anzutreten.

Der Sporttest bei der Polizei in Brandenburg

Wenn Sie den PC-Test und das Diktat erfolgreich hinter sich gebracht haben, geht es für Sie in der Sporthalle weiter. Natürlich bekommen Sie genug Zeit, um sich umzuziehen. Sie müssen Ihre Sportsachen also nicht den ganzen Vormittag schon über tragen. Der Sport- und Körpereignungstest bei der Polizei in Brandenburg setzt sich aus sechs Elementen zusammen. Doch nicht alle davon finden im Rahmen der Prüfung vor Ort statt. Aber der Reihe nach!

1. Die Körperkraft

Bei der ersten Station vom Sporttest überprüft die Polizei Ihre Körperkraft. Dafür stehen vier verschiedene Übungen zur Auswahl, nämlich

  • Liegestütze,
  • Unterarmstütz,
  • Medizinballstoßen oder
  • Bankdrücken.

Entscheiden Sie sich für die Liegestützen, führen Sie diese ganz normal aus. Für die Wertung zählt die Anzahl Ihrer Wiederholungen.

Der Unterarmstütz heißt auch Plank. Die Körperposition, die Sie dabei einnehmen, ähnelt der Haltung bei normalen Liegestützen. Der Unterschied besteht aber darin, dass Sie Ihren Oberkörper auf Ihre Unterarme abstützen. Anschließend bauen Sie Körperspannung auf, bis Ihr Körper von den Schultern über den Po bis zu den Beinen durchgestreckt ist und eine gerade Linie bildet. Diese Position müssen Sie halten.

Beim Medizinballstoßen werfen Sie einen drei Kilogramm schweren Medizinball gegen die Wand. Die Übung dauert eine Minute und Sie müssen in dieser Zeit eine bestimmte Anzahl an Würfen schaffen.

Als vierte Übung steht das Bankdrücken zur Auswahl. Beim Bankdrücken stemmen Sie eine Langhantel nach oben. Für Frauen wiegt die Hantel 25 Kilogramm, bei Männern beträgt das Gewicht 50 Kilogramm.

Die geforderten Leistungen

Für jede Übung im Bereich Körperkraft hat die Polizei in Brandenburg bestimmte Anforderungen festgelegt, die Sie schaffen müssen. Diese sind: 

 Frauen bis 29 JahreFrauen ab 30 JahreMänner bis 29 JahreMänner ab 30 Jahre
Liegestütze
- Wiederholungen -
1092019
Unterarmstütz
- Haltedauer -
50 Sekunden40 Sekunden70 Sekunden60 Sekunden
Medizinballstoßen
- Wiederholungen -
55507065
Bankdrücken
- Wiederholungen -
30253025

2. Die Flexibilität und Schnelligkeit

Nach der Körperkraft geht es mit der Kategorie Flexibilität und Schnelligkeit weiter. Auch hier stellt Ihnen die Polizei Brandenburg vier verschiedene Übungen zur Auswahl. So können Sie sich zwischen

  • Schlussweitsprung,
  • Wandsitzen,
  • Seilspringen und
  • einem Kasten-Bumerang-Test

entscheiden. Der Schlussweitsprung wird auch als Standweitsprung bezeichnet. Denn im Unterschied zu einem normalen, klassischen Weitsprung nehmen Sie beim Schlussweitsprung keinen Anlauf. Stattdessen springen Sie aus dem Stand ab. Dabei erfolgen sowohl der Absprung als auch die Landung auf beiden Beinen. Für die Wertung zählt, wie weit Sie gesprungen sind.

Beim Wandsitztest nehmen Sie die gleiche Körperhaltung ein, wie wenn Sie auf einem Stuhl sitzen würden. Allerdings sitzen Sie auf keinem Stuhl, sondern lehnen mit dem Rücken gegen die Wand. Und diese Position müssen Sie halten.

Wählen Sie das Seilspringen, wird gezählt, wie viele einfache Sprünge Sie innerhalb von einer Minute schaffen. Daneben können Sie sich für einen Kasten-Bumerang-Test entscheiden. Bei dieser Übung ist ein Feld aufgebaut und Sie müssen in der vorgegebenen Form ein Hindernis in der Mitte umlaufen, unter Stangen durchtauchen und über die Stangen drüber springen. Gewertet wird Ihre Zeit.

Die Anforderungen

Im Bereich Flexibilität und Schnelligkeit müssen Sie bei den Übungen folgende Leistungen erzielen, damit Sie bestanden haben:

 Frauen bis 29 JahreFrauen ab 30 JahreMänner bis 29 JahreMänner ab 30 Jahre
Schlussweitsprung
- Weite -
180 cm170 cm210 cm200 cm
Wandsitzen
- Haltedauer -
80 Sekunden70 Sekunden100 Sekunden90 Sekunden
Seilspringen
- Sprünge in einer Minute -
110100110100
Kasten-Bumerang-Test
- Dauer -
18 Sekunden20 Sekunden14 Sekunden16 Sekunden

3. Die Koordination

Der Bereich Koordination ist die dritte Kategorie bei der Sportprüfung und zugleich die dritte Disziplin, bei der Sie sich eine Übung aussuchen können. Zur Auswahl stehen nämlich

  • der Hüftaufzug am Reck,
  • Kopfstand,
  • Seil hochklettern und
  • eine Balanceübung mit Ball.

Bei der ersten Übung müssen Sie sich am Reck hochziehen, bis Ihre Hüfte auf der gleichen Höhe ist wie Reckstange. Als Bewerberin machen Sie den Hüftaufzug aus dem Stand, als Bewerber aus dem Hang.

Der Kopfstand erklärt sich von selbst. Wichtig ist hier eine gestreckte Körperhaltung. Und gezählt wird die Haltedauer in Sekunden.

Entscheiden Sie sich für das Hochklettern am Seil, beginnen Sie aus der Bauchlage heraus. Sobald Ihnen der Prüfer das Startkommando gibt, richten Sie sich auf und klettern ein sechs Meter langes Seil nach oben. Haben Sie das Seilschloss erreicht, klettern Sie am Seil entlang wieder nach unten. Sie müssen aber wirklich klettern und dürfen nicht einfach nur runterrutschen. Unten angekommen, legen Sie sich erneut flach auf den Bauch. Der Prüfer stoppt dann die Zeit.

Sie können sich aber auch die Balancierübung aussuchen. Dafür balancieren Sie einen zwei Kilogramm schweren Medizinball auf einer Hand, während Sie über eine umgedrehte Bank laufen. Auf der Bank laufen Sie von einem Ende zum anderen, wenden und kehren zum Startpunkt zurück. Das Ganze müssen Sie in einer bestimmten Zeit schaffen – natürlich ohne den Ball zu verlieren.

Die Wertung

Für ein erfolgreiches Bestehen Ihrer Übung müssen Sie folgende Leistungen erzielen: 

 Frauen bis 29 JahreFrauen ab 30 JahreMänner bis 29 JahreMänner ab 30 Jahre
Hüftaufzug am Reck1 Mal1 Mal1 Mal1 Mal
Kopfstand
- Haltedauer -
5 Sekunden5 Sekunden5 Sekunden5 Sekunden
Seil hochklettern
- Dauer -
40 Sekunden45 Sekunden25 Sekunden30 Sekunden
Balancieren mit Ball
- Dauer -
5 Sekunden5 Sekunden5 Sekunden5 Sekunden

4. Der Ausdauerlauf

Die vierte Disziplin beim Sporttest der Polizei in Brandenburg ist ein Ausdauerlauf. Bei diesem Lauf müssen Sie innerhalb von zwölf Minuten eine bestimmte Strecke zurücklegen. Damit entspricht der Ausdauerlauf den Läufen, die Sie vielleicht unter den Namen Cooper-Test oder 12-Minuten-Lauf kennen. Welche Distanz Sie zurücklegen müssen, hängt von Ihrem Alter und Ihrem Geschlecht ab:

 BewerberinnenBewerber
bis 29 Jahre2.100 Meter2.400 Meter
30 bis 34 Jahre2.000 Meter2.300 Meter
35 bis 39 Jahre1.900 Meter2.200 Meter
40 bis 44 Jahre1.800 Meter2.100 Meter

5. Der Körpereignungstest

Wenn Sie die drei Übungen und den Ausdauerlauf erfolgreich gemeistert haben, haben Sie den anstrengenden Teil der Sportprüfung hinter sich. Was jetzt noch folgt, ist der sogenannte Körpereignungstest. Durch diesen Test prüft die Brandenburger Polizei, ob Sie die körperlichen Voraussetzungen für den Umgang mit Einsatzmitteln mitbringen. Zu den polizeilichen Einsatzmitteln gehören ein Schutzschild und eine Pistole.

Aber keine Sorge: Sie müssen nicht vorführen, dass Sie mit diesen Mitteln umgehen können. Das lernen Sie erst in der Ausbildung. Beim Test geht es nur darum, ob beispielsweise Ihre Arme lang genug und Ihre Hände ausreichend groß sind. Die Polizei will also nur sicherstellen, dass Sie die polizeilichen Einsatzmittel später im Dienst benutzen können. Dazu nehmen Sie erst den Schutzschild einmal in die Hand. Danach halten Sie die Pistole und betätigen den Abzug.

6. Das Schwimmen

Das Schwimmen zählt ebenfalls zu den Bausteinen vom Sporttest der Brandenburgischen Polizei. Anders als in Bayern findet aber bei der Polizei in Brandenburg selbst keine Schwimmprüfung statt. Sondern Sie müssen Ihre Schwimmfähigkeiten durch die Vorlage des Schwimmabzeichens nachweisen. Dabei brauchen Sie das Deutsche Schwimmabzeichen mindestens in Silber. Sie sind noch keine 18 Jahre alt, reichen Sie stattdessen das Deutsche Jugendschwimmabzeichen, ebenfalls mindestens in Silber, ein.

Damit die Brandenburger Polizei Ihren Schwimmnachweis anerkennen kann, darf die Prüfung höchstens drei Jahre zurückliegen. Am besten ist, wenn Sie das Schwimmabzeichen gleich zusammen mit Ihrer Bewerbung einreichen. Dann haben Sie diesen Punkt direkt abgehakt. Ansonsten können Sie das Schwimmabzeichen aber auch nachreichen. Und zwar spätestens, nachdem Sie den Einstellungstest bestanden haben. Denn ohne diesen Nachweis sind die formalen Einstellungskriterien nicht erfüllt und Sie können nicht in den Dienst der Polizei des Landes Brandenburg eingestellt werden.

Wo bekomme ich das Deutsche Schwimmabzeichen her?

Die Prüfung für das Deutsche Schwimmabzeichen können Sie in nahezu jedem Schwimmbad ablegen. Sie müssen dafür auch kein Mitglied in einem Schwimmverein sein. Je nachdem, wer die Übung abnimmt, müssen Sie vorher an einem Kurs teilnehmen. Manchmal können Sie aber auch direkt und nur zur Prüfung kommen. Welche Anforderungen für das Schwimmabzeichen in der Leistungsstufe Silber gelten, haben wir in der folgenden Tabelle für Sie zusammengefasst.

Deutsches Schwimmabzeichen in SilberDeutsches Jugendschwimmabzeichen in Silber
400 Meter Schwimmen nach einem Sprung vom Beckenrand in höchstens 12 Minuten400 Meter Schwimmen nach einem Startsprung in höchstens 25 Minuten; davon 300 Meter in Bauch- und 100 Meter in Rückenlage
zweimal von der Wasseroberfläche etwa zwei Meter tief tauchen und einen Gegenstand heraufholenzweimal von der Wasseroberfläche etwa zwei Meter tief tauchen und einen Gegenstand heraufholen
10 Meter Streckentauchen10 Meter Streckentauchen
ein Sprung kopfwärts und ein Sprung fußwärts vom Beckenrandein Sprung aus drei Metern Höhe
Kennen der Baderegeln und der Maßnahmen zur SelbstrettungKennen der Baderegeln und der Maßnahmen zur Selbstrettung

Tipp: Auf der Seite des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. finden Sie weitere Informationen rund um die offiziellen Schwimmabzeichen.

Ihre Vorbereitung auf den Sporttest – 5 Tipps

Wie Sie jetzt wissen, stehen bei der Sportprüfung der Brandenburger Polizei verschiedene Aspekte auf dem Prüfstand. Mal ist Ausdauer gefragt, mal geht es um Schnelligkeit, mal um Geschicklichkeit und mal müssen Sie Ihre Kraft unter Beweis stellen. Das bedeutet für Sie aber auch, dass Sie sich gezielt vorbereiten sollten. Auch dann, wenn Sie viel Sport treiben und körperlich fit sind. Denn es gibt kaum eine Sportart, bei der wirklich alle Komponenten gleichermaßen trainiert werden.

Außerdem ist die Situation beim Einstellungstest nicht mit einer normalen Trainingseinheit vergleichbar. Schließlich machen Sie im Auswahlverfahren nicht nur ein bisschen Sport, so zum Spaß. Stattdessen kann die Sportprüfung darüber entscheiden, ob Sie weiterhin im Rennen um einen Ausbildungsplatz bleiben. Klar, dass Sie deshalb etwas nervös und angespannt sein werden. Doch wie können Sie sich auf den Sporttest vorbereiten? Hier sind fünf Tipps!

1. Ermitteln Sie Ihren aktuellen Leistungsstand.

Bevor Sie richtig in Ihre Vorbereitung starten, sollten Sie erst einmal herausfinden, wo Sie leistungsmäßig überhaupt stehen. Denn nur wenn Sie wissen, wie fit Sie sind und wo Verbesserungsbedarf besteht, können Sie gezielt an Ihrer Leistung arbeiten. Eine gute Methode an diesem Punkt ist, dass Sie die Sportprüfung einmal von Anfang bis Ende durchspielen. Dadurch merken Sie sehr schnell, was Ihnen gut liegt und wo Sie an Ihre Grenzen kommen. Damit haben Sie die Basis, auf der Sie Ihr Training aufbauen können.

2. Wählen Sie Ihre Übungen aus.

Den Dauerlauf müssen Sie auf jeden Fall absolvieren. Bei den drei Disziplinen davor können Sie sich aber eine Übung aussuchen. Probieren Sie die möglichen Übungen deshalb aus. Vermutlich wird in Ihrer Wohnung kein Reck stehen und kein Seil von der Decke hängen. Und auch einen Medizinball werden Sie wahrscheinlich nicht unbedingt zur Hand haben. Solche Disziplinen stellen Sie dann eben so gut wie möglich nach. Den Hüftaufzug beispielsweise können Sie an einer Teppichstange testen. Auf der Internetseite der Brandenburger Polizei finden Sie außerdem Videos, die die Einzeldisziplinen zeigen.

Auf diese Weise können Sie Ihre Sportprüfung zusammenstellen und die verschiedenen Disziplinen dann gezielt üben.

3. Stellen Sie sich einen Trainingsplan auf.

Grundsätzlich sollten Sie etwa drei Monate vor dem Test mit Ihrem Training beginnen. Wenn Sie wirklich sehr sportlich sind, können Sie die Vorbereitung verkürzen. Sechs Wochen sollten Sie sich aber auf jeden Fall nehmen. Denn im Hauruck-Verfahren können Sie sich kein vernünftiges Leistungsniveau erarbeiten.

Was den Trainingsplan angeht, hat sich folgendes Schema bewährt:

zwei Tage Lauftraining – ein Tag Krafttraining –  zwei Tage Pause

Mag sein, dass Ihnen zwei Tage Pause viel vorkommen. Aber Ihr Körper braucht die Ruhephasen. Denn zum einen muss er sich erholen können. Wenn Sie Ihre Muskulatur ständig belasten, kommt es früher oder später zu einer Überlastung. Und die Folge davon ist, dass Ihr Leistungsniveau deutlich sinkt und Sie zudem auch noch völlig überflüssige Verletzungen riskieren.

Zum anderen entsteht nur dann ein Trainingseffekt, wenn Ihr Körper die Belastungsreize verarbeiten kann. Ihr Körper reagiert nämlich auf die Belastungen beim Training, indem er Prozesse startet, die das Leistungsniveau erhöhen. Dadurch wappnet sich Ihr Körper für den Fall, dass er wieder ähnliche Belastungen bewältigen muss. Er macht sich also selbst leistungsfähiger. Aber dafür braucht er eben die Ruhephasen.

4. Achten Sie auf die Technik.

Das Herzstück Ihrer Vorbereitung sollte ein Lauftraining sein. Absolvieren Sie regelmäßig Ausdauerläufe und kombinieren Sie diese mit einem Intervalltraining. Beim Intervalltraining wechseln Sie zwischen schnellen Sprints und Geh-Pausen ab. Damit es nicht zu eintönig wird, können Sie zwischendurch Radfahren und schwimmen. Zusätzlich dazu trainieren Sie natürlich noch die Übungen, die Sie sich für Ihre Prüfung im Auswahlverfahren ausgesucht haben. Die anderen Disziplinen können Sie ebenfalls ruhig immer mal wieder in Ihr Training aufnehmen, um etwas Abwechslung zu haben.

Behalten Sie aber immer im Hinterkopf, dass es auch auf die Technik ankommt. Es bringt nichts, wenn Sie zwar 30 Liegestütze schaffen, die Hälfte davon aber unsauber ausgeführt ist. Beim Einstellungstest passiert es immer wieder, dass Bewerber durchfallen, weil sie die Übungen falsch ausführen und die Leistungen deshalb nicht gewertet werden können. Investieren Sie also die Zeit, um sich die Bewegungsabläufe richtig und technisch sauber anzueignen.

5. Trainieren Sie den Sporttest am Stück.

Am Anfang sollten Sie die einzelnen Disziplinen jeweils für sich trainieren. Wenn die Abläufe sitzen und Sie mit Ihren Leistungen zufrieden sind, sollten Sie aber damit anfangen, die Sportprüfung im Ganzen auszuführen. Denn beim Eignungstest folgen die Disziplinen direkt hintereinander. Es gibt keine großartigen Pausen dazwischen. Und damit Sie die drei Kategorien und den Ausdauerlauf gleich im Anschluss schaffen, brauchen Sie genug Kraftreserven. Sie müssen wissen, wie Sie sich Ihre Energie einteilen. Wenn Sie sich schon am Anfang der Sportprüfung auspowern, wird Ihnen beim Ausdauerlauf die Puste ausgehen. Das beste Training für die tatsächlichen Belastungen wiederum ist schlichtweg, wenn Sie den Sportleistungstest so nachstellen, wie er wirklich abläuft.

Und noch ein Tipp: Versuchen Sie regelmäßig Trainingsleistungen zu erzielen, die rund 20 Prozent über den Mindestanforderungen der Polizei liegen. Warum? Zum einen schaffen Sie sich dadurch einen Puffer, der es ausgleichen kann, wenn es an Ihrem Testtag irgendwie nicht optimal läuft. Zum anderen können Sie viel entspannter in die Prüfung gehen, weil Sie genau wissen, dass Sie die Anforderungen sonst auch immer locker geschafft haben.