Aktualisiert am 18. Juni 2020 von Ömer Bekar

Sporttest Polizei Baden-Württemberg

Zwei Wege um zu zeigen wie sportlich Sie sind.

Sie haben das Deutsche Sportabzeichen in Silber oder besser? Dann fällt für Sie der Sporttest im Auswahlverfahren der Polizei Baden-Württemberg weg. Denn das Sportabzeichen ist der Nachweis dafür, dass Sie die körperliche Fitness für den Polizeiberuf mitbringen.

Doch Ihre sportliche Leistungsfähigkeit können Sie auch in anderer Form unter Beweis stellen. Nämlich durch einen 3.000-Meter-Lauf als Baustein vom Einstellungstest. 

Sporttest Polizei BW: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Einstellungstest findet entweder in Böblingen oder in Lahr statt. Er dauert einen Tag und ist für Bewerber für den mittleren und den gehobenen Polizeivollzugsdienst gleich.
  • Bewerber, die zusammen mit ihrer Bewerbung das Deutsche Sportabzeichen in Silber vorlegen, müssen keinen Sporttest machen.
  • Für Bewerber, die das Sportabzeichen nicht haben, steht beim Einstellungstest ein Lauf über 3.000 Meter an.
  • Beim 3.000-Meter-Lauf müssen die Leistungen erbracht werden, die für das Deutsche Sportabzeichen in Silber gelten.
  • Der Sportleistungstest muss bestanden werden. Bewerber, die die Anforderungen nicht schaffen, scheiden aus dem weiteren Auswahlverfahren aus.

Bei der Polizei im Bundesland Baden-Württemberg können Sie sich zwischen zwei Laufbahnen entscheiden: dem mittleren Dienst und dem gehobenen Dienst. In beiden Fällen erwartet Sie ein abwechslungsreicher und spannender Beruf mit einem vielseitigen Aufgabenspektrum.

Doch für eine Tätigkeit als Polizist müssen Sie Köpfchen haben, mentale Stärke mitbringen und sowohl gesund als auch körperlich topfit sein. Ob Sie diese Anforderungen erfüllen, prüft die Polizei durch ihren Einstellungstest. Ein Aspekt im Auswahlverfahren ist Ihre sportliche Leistungsfähigkeit. Und was in Sachen Fitness bei der Polizei Baden-Württemberg gilt, erklären wir Ihnen in diesem Beitrag.

Der Einstellungstest der Polizei Baden-Württemberg

Der Polizei Einstellungstest in Baden-Württemberg dauert einen Tag lang und wird in Böblingen und in Lahr durchgeführt. Wo Sie am Auswahlverfahren teilnehmen, steht in Ihrer Einladung. Die Einladung bekommen Sie per Post, etwa zwei bis vier Wochen vor dem Termin.

Der Auswahltest ist für Bewerber beider Laufbahnen gleich. Ob Sie eine Ausbildung im mittleren Dienst oder ein Studium im gehobenen Dienst anstreben, ist also egal. Der Einstellungstest bleibt derselbe. Er beinhaltet eine schriftliche Prüfung, die computergestützt abläuft, und eine mündliche Prüfung. Außerdem kann ein Sportleistungstest auf dem Programm stehen.

Polizei BW Sporttest Bausteine

Den schriftlichen und den mündlichen Teil durchlaufen alle Bewerber. Den Sporttest machen nur Bewerber, die das deutsche Sportabzeichen in Silber nicht haben.

Der schriftliche Einstellungstest

Ist Ihr Prüfungstag gekommen, werden Sie und Ihre Mitbewerber von einem Prüfer begrüßt. Außerdem wird Ihnen erklärt, wie der Tag ablaufen wird. Danach geht es auch schon los.

Den Anfang macht ein Sprachverständnistest. Dabei werden Ihnen 30 Fragen gestellt, die sich mit der deutschen Sprache beschäftigen. Bei den Fragen handelt es sich um sogenannte Multiple-Choice-Aufgaben. Sie sehen auf Ihrem Computerbildschirm zu jeder Frage drei Antwortmöglichkeiten und müssen die richtige Lösung markieren. Für das Beantworten der 30 Fragen haben Sie 15 Minuten.

Nach einer kurzen Pause geht es mit dem Rechtschreibtest weiter. Der Rechtschreibtest besteht aus einem Lückendiktat. Dafür setzen Sie Kopfhörer auf. Über die Kopfhörer hören Sie einen Text, den Sie gleichzeitig mit Lücken auch auf Ihrem Bildschirm sehen. Mithilfe der Tastatur müssen Sie die fehlenden Wörter ergänzen. Insgesamt sind es ungefähr 60 Lücken, die Sie auffüllen müssen. Und die Bearbeitungszeit beträgt eine halbe Stunde.

Nach einer weiteren kurzen Pause ist der Intelligenztest an der Reihe. Hier werden Ihnen verschiedene Aufgaben aus Bereichen wie Sprache, Mathe, logisches Denken und abstraktes Denkvermögen gestellt. Auch dieser Test erfolgt am PC und dauert etwa 90 Minuten.

Haben Sie die drei Tests erfolgreich hinter sich gebracht, ist der schriftliche Test geschafft. Wie es danach weitergeht, hängt davon ab, ob Sie bei Ihrer Bewerbung das Deutsche Sportabzeichen vorlegt haben.

Der Sporttest

Haben Sie das Deutsche Sportabzeichen mindestens in Silber, geht es für Sie nach der Mittagspause mit dem Auswahlgespräch weiter. Bis dahin können Sie sich ausruhen. Andernfalls machen Sie sich auf den Weg in Richtung Sporthalle. Um Ihre sportliche Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen, ist nun für Sie nämlich der 3.000-Meter-Lauf an der Reihe. Darum kümmern wir uns gleich noch ausführlich.

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Das Auswahlgespräch als mündliche Prüfung

Am Nachmittag geht es dann für alle Bewerber mit dem Auswahlgespräch weiter. Das Auswahlgespräch bildet den mündlichen Teil des Einstellungstests und wird als strukturiertes, multimodales Interview durchgeführt. Dabei stellen Sie sich zuerst kurz vor. Anschließend beantworten Sie in paar freie Fragen, die sich auf Ihren bisherigen Werdegang, Ihre Motivation und Ihre Eigenschaften beziehen. Es sind also die typischen Fragen aus einem Vorstellungsgespräch.

Danach folgen Fragen aus einem vorbereiteten Katalog. Diese Fragen werden allen Bewerbern in der gleichen Form und in der gleichen Reihenfolge gestellt. Die Kriterien, wie Ihre Antworten bewertet werden, sind ebenfalls festgelegt. Dadurch kann die Polizei das Gespräch objektiv auswerten und das Ergebnis in die Endnote einfließen lassen.

Das Abschlussgespräch

Mit dem Auswahlgespräch haben Sie den letzten Baustein vom Eignungstest hinter sich. Bevor Sie nach Hause gehen, findet aber erst noch ein Abschlussgespräch statt. Bei diesem Abschlussgespräch erfahren Sie, wie Sie beim Test abgeschnitten haben. Außerdem informiert Sie die Polizei darüber, wie es nun weitergeht. Waren Sie richtig gut, bekommen Sie möglicherweise jetzt schon eine Einstellungszusage. Ansonsten werden Sie in die Rangliste aufgenommen und müssen abwarten, ob Ihre Platzierung für eine Einstellung ausreicht.

Eine Zeit später folgt dann noch die polizeiärztliche Untersuchung. Sie soll feststellen und bestätigen, dass Sie aus medizinischer Sicht für den Polizeidienst geeignet sind. Haben Sie auch diese Hürde genommen, steht Ihrer Einstellung nichts mehr im Wege!

Alle Daten und Fakten rund um die Bewerbung und das Auswahlverfahren können Sie übrigens in einem PDF der Polizei Baden-Württemberg nachlesen, das Sie online finden. Und auf der Internetseite der Polizei & Youtube gibt es auch ein Erklärvideo zum Einstellungstest.

Der Nachweis Ihrer sportlichen Leistungsfähigkeit

Nun aber zum Sporttest! Um aufzuzeigen, dass Sie die körperliche Fitness und die sportliche Leistungsfähigkeit für den Polizeiberuf mitbringen, gibt es in Baden-Württemberg zwei Möglichkeiten. So können Sie entweder das Deutsche Sportabzeichen vorlegen. Oder Sie nehmen beim Polizei Einstellungstest an einem 3.000-Meter-Lauf teil.

Variante 1: Die Vorlage vom Deutschen Sportabzeichen

Eigentlich gehört zu den Voraussetzungen für eine Bewerbung bei der Polizei in Baden-Württemberg, dass Sie das Deutsche Sportabzeichen mindestens in der Leistungsstufe Silber haben. Fügen Sie den Nachweis Ihren Bewerbungsunterlagen hinzu, haben Sie Ihre sportliche Leistungsfähigkeit belegt. Für Sie ergibt sich daraus der Vorteil, dass Sie beim Eignungstest keine zusätzliche Sportprüfung mehr machen müssen. Stattdessen haben Sie dann zwischen dem schriftlichen Einstellungstest und dem Einzelgespräch etwas Pause. Diese Pause können Sie nutzen, um durchzuatmen und um sich schon einmal auf das Interview vorzubereiten.

Die Bedingungen für das Sportabzeichen

Damit die Polizei BW Ihr Sportabzeichen als Nachweis anerkennen kann, müssen folgende Anforderungen erfüllt sein:

  • Ihr Sportabzeichen ist in der Leistungsstufe Silber oder besser.
  • Sie haben in allen vier Kategorien mindestens Silber erreicht. Dazu gleich mehr.
  • Die Prüfung haben Sie in dem Jahr abgelegt, in dem Sie sich bewerben. Hierbei zählt das Datum, das auf Ihrer Urkunde und der Einzelprüfkarte steht und die Abnahme der Sportprüfung bestätigt.

Für Ihre Bewerbungsunterlagen brauchen Sie die Urkunde, entweder im Original oder als beglaubigte Kopie. Ist auf der Urkunde nicht aufgeführt, welche Einzelleistungen Sie erbracht haben, müssen Sie zusätzlich dazu auch die Einzelprüfkarte einreichen. Die Einzelprüfkarte legen Sie ebenfalls entweder im Original oder als beglaubigte Kopie bei. Außerdem können Sie sich mit der Einzelprüfkarte bewerben, wenn Sie die Urkunde noch nicht bekommen haben. In diesem Fall müssen Sie die Urkunde nachreichen.

Die Leistungen beim Sportabzeichen

Um das Deutsche Sportabzeichen zu bekommen, müssen Sie Prüfungen in vier verschiedenen Kategorien ablegen. Diese Kategorien sind Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination. Und Sie müssen in jeder Disziplin mindestens die Stufe Silber erreichen. Es reicht also nicht, wenn Sie nur im Gesamtergebnis zu Silber kommen.

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Außerdem schreibt die Polizei Baden-Württemberg die Disziplinen in den Kategorien Ausdauer und Schnelligkeit vor. So müssen Sie die Prüfung im Bereich Schnelligkeit mit einem Lauf über 100 Meter ablegen. Im Bereich Ausdauer ist ein 3.000-Meter-Lauf vorgeschrieben, wenn Sie volljährig sind. Sind Sie unter 18 Jahre alt, müssen Sie einen 800-Meter-Lauf absolvieren. Andere Disziplinen werden in diesen beiden Kategorien nicht anerkannt. Im Unterschied dazu können Sie die Disziplin in den Bereichen Kraft und Koordination frei auswählen.

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Mit Blick auf Ihre Bewerbung bei der Polizei in Baden-Württemberg gilt also für das Sportabzeichen:

 AusdauerKraftSchnelligkeitKoordination
Disziplin3.000-Meter-Lauf für Bewerber über 18 Jahren
800-Meter-Lauf für Bewerber unter 18 Jahren
Übung frei wählbar100-Meter-LaufÜbung frei wählbar
Leistung gemäß Ihrer Altersstufemindestens Silbermindestens Silbermindestens Silbermindestens Silber

Weitere Infos rund ums Deutsche Sportabzeichen finden Sie online auf der gleichnamigen, offiziellen Seite. Dort sind auch die Leistungskataloge mit den Anforderungen für die verschiedenen Disziplinen hinterlegt.

Variante 2: Der 3.000-Meter-Lauf als Sportleistungstest

Haben Sie das Deutsche Sportabzeichen in Silber nicht, ist Ihr Sportabzeichen nicht mehr aktuell oder können Sie das Sportabzeichen aus anderen Gründen bei Ihrer Bewerbung nicht vorlegen, müssen Sie im Auswahlverfahren einen Sporttest machen. Dabei besteht der sportliche Leistungstest der Polizei Baden-Württemberg aus einem Dauerlauf über 3.000 Meter.

Achtung: Sie müssen schon auf dem Bewerbungsbogen ankreuzen, dass Sie beim Einstellungstest am 3.000-Meter-Lauf teilnehmen werden. Das ist wichtig, damit die Polizei weiß, dass Ihre Bewerbungsunterlagen vollständig sind. Haben Sie angekreuzt, dass Sie die Sportprüfung machen werden, haben Sie sich im Prinzip verbindlich dafür angemeldet. Das Sportabzeichen können Sie deshalb nachträglich dann auch nicht mehr abgeben.

Die Anforderungen beim 3.000-Meter-Lauf

Für ein erfolgreiches Abschneiden beim Sporttest müssen Sie die Leistungen erbringen, die in Ihrer Altersstufe beim 3.000-Meter-Lauf für das Deutsche Sportabzeichen in der Stufe Silber festgelegt sind. Demnach müssen Sie den Ausdauerlauf in höchstens folgender Zeit schaffen:

 18 - 19 Jahre20 - 24 Jahre25 - 29 Jahre30 - 34 Jahre
Frauen20:00 min 19:50 min19:50 min20:10 min
Männer15:20 min14:50 min15:10 min16:10 min

Sind Sie noch nicht volljährig, nehmen Sie ebenfalls am 3.000-Meter-Lauf teil. Damit Sie den Sporttest bestehen, müssen Sie die Leistungen erbringen, die in der Alterstufe für 18- und 19-Jährige gelten.

Achtung, wichtig! Beim Eignungstest müssen Sie die Sportprüfung bestehen. Scheitern Sie am 3.000-Meter-Lauf, sind Sie nicht nur beim Sporttest, sondern beim gesamten Einstellungstest durchgefallen. Wie gut Sie vorher beim schriftlichen Test abgeschnitten haben, spielt dann keine Rolle mehr. Schaffen Sie den Sporttest nicht, scheiden Sie aus dem laufenden Auswahlverfahren aus. Sie können dann erst wieder für den nächsten Einstellungstermin mit einer neuen Bewerbung einen zweiten Anlauf starten.

Vermeiden Sie diese Fehler bei Ihrer Vorbereitung auf den Sporttest!

Wenn Sie im Rahmen des Einstellungstests am 3.000-Meter-Lauf teilnehmen, werden Sie sich sicherlich auf den Sportleistungstest vorbereiten. Denn einfach so, ohne vorgehendes Training, werden Sie sich vermutlich nicht an den Dauerlauf heranwagen. Zumal Sie ja wissen, dass Sie die Sportprüfung bestehen müssen, um in die nächste Runde zu kommen und sich die Chance auf einen der begehrten Ausbildungsplätze bei der Polizei zu bewahren. Und eine Strecke von 3.000 Metern, die Sie ohne Unterbrechung in der vorgegebenen Zeit zurücklegen müssen, ist schon ein Wort.

Nun wissen wir aber auch, dass viele Bewerber immer wieder die gleichen Fehler machen, wenn Sie für den Dauerlauf trainieren. Damit Ihnen das nicht passiert, haben wir die größten Fehler für Sie zusammengestellt – und sagen Ihnen, wie es richtig geht.

1. Fehler: Sie wollen zu viel auf einmal.

Natürlich werden Sie Ihre Leistung nur dann steigern können, wenn Sie regelmäßig trainieren. Aber es macht keinen Sinn, wenn Sie es übertreiben. Ihre Muskeln und Ihre Gelenke müssen sich genauso an die Belastung gewöhnen wie Ihr Herz-Kreislauf-System. Im Hauruck-Verfahren werden Sie nicht zum guten Läufer. Durch eine sprunghaft gesteigerte oder übermäßige Belastung riskieren Sie nur unnötige Verletzungen.

Fangen Sie deshalb früh genug mit Ihrer Vorbereitung an und steigern Sie Ihren Trainingsumfang schrittweise. Mindestens sechs Wochen sollten Sie sich nehmen. Ratsam ist außerdem, zwischendurch auf Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen auszuweichen. Solche Trainingseinheiten schonen den Bewegungsapparat, steigern die Ausdauer aber genauso effektiv wie das Lauftraining.

2. Fehler: Sie laufen immer Ihre gewohnte Strecke.

Viele Läufer haben Ihre Lieblingsstrecke, die sie regelmäßig laufen. Grundsätzlich ist auch nichts dagegen einzuwenden, wenn Sie sich eine bestimmte Runde aussuchen. Trotzdem sollten Sie zwischendurch woanders laufen. Und dafür gibt es zwei Gründe. Der erste Grund ist, dass Sie dazu neigen werden, Ihre Ergebnisse sehr genau zu kontrollieren. Stellen Sie dann aber fest, dass Sie Ihre Strecke immer noch nicht schneller schaffen, kann sich schnell Frust breitmachen. Der zweite Grund ist, dass sich Ihr Körper schon nach recht kurzer an die spezifischen Anforderungen auf Ihrer Stammstrecke gewöhnt hat. Dadurch wird es schwieriger, die Leistungen konstant zu steigern. Besser ist deshalb, wenn Sie immer mal wieder abwechseln.

Und: Statt auf asphaltierten Straßen zu laufen, sollten Sie lieber einen weicheren Untergrund wählen. Neben dem örtlichen Sportplatz sind beispielsweise Waldwege und Wiesen gut geeignet. Sind Sie gut trainiert und tragen Sie vernünftige Laufschuhe, wird der Aufprall beim Laufen auf dem harten Straßenbelag zwar größtenteils abgefedert. Trotzdem ist die Belastung für die Muskulatur und die Gelenke nicht zu unterschätzen. Auf einem weicheren Untergrund ist der Aufprall sehr viel gedämpfter. Und nebenbei trainieren Sie Ihren Halteapparat, weil Sie beim Laufen den eher unebenen Untergrund ausgleichen müssen.

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3. Fehler: Sie trainieren stets nach dem gleichen Schema.

Damit Sie Ihr Leistungsniveau stetig steigern können, müssen Sie Ihren Körper unterschiedlichen Belastungen aussetzen. Wenn Sie immer die gleiche Distanz im gleichen Tempo laufen, erreichen Sie zwar, dass Sie die Strecke in einer bestimmten Zeit schaffen. Haben Sie dieses Ziel erreicht, wird sich Ihre Leistungsfähigkeit aber nicht weiter erhöhen.

Gestalten Sie Ihr Training deshalb abwechslungsreicher. Laufen Sie beispielsweise mal eine längere Strecke langsamer oder mal eine kürzere Strecke deutlich schneller. Oder ergänzen Sie Ihren Ausdauerlauf um ein Intervalltraining aus Sprints und zügigem Gehen. Sie können aber ruhig auch Trainingseinheiten in ganz anderen Disziplinen einlegen. So fordern Sie Ihren Körper und das Training wird nicht langweilig.

4. Fehler: Sie machen zu wenig Pausen.

Beim Training passiert folgendes: Die Belastung löst in Ihrem Körper einen Reiz aus, der ihn dazu veranlasst, das vorhandene Leistungsniveau anzuheben. Der Körper sorgt dadurch gewissermaßen für den Fall vor, dass er der Belastung erneut ausgesetzt wird. Damit er die Belastung dann bewältigen kann, macht er sich selbst leistungsfähiger. Dieser Vorgang nennt sich Superkompensation. Für Sie ist das genau der Trainingseffekt, den Sie erzielen wollen.

Damit der Körper seine Leistungsfähigkeit steigern kann, braucht er aber Zeit. Er muss sich regenerieren und die Belastungsreize verarbeiten können. Deshalb ist wichtig, dass Sie regelmäßig Pausen einlegen. Trainieren Sie an drei oder vier Tagen pro Woche und machen Sie dazwischen mindestens einen Tag Pause. Gönnen Sie sich und Ihrem Körper keine Pausen, erreichen Sie nämlich das Gegenteil: Ihr Körper ist irgendwann überfordert und schraubt das Leistungsniveau deutlich herunter.

5. Fehler: Sie wärmen sich nicht auf.

Vergessen Sie nicht, sich aufzuwärmen! Viele Läufer machen den Fehler, dass Sie einfach loslaufen. Ihre Muskeln müssen aber erst einmal auf Betriebstemperatur kommen. Beginnen Sie deshalb immer mit einem Aufwärmprogramm. Etwa 15 Minuten sollten Sie dafür einplanen. Anschließend machen Sie am besten noch ein paar leichte Dehnübungen und erst danach starten Sie das eigentliche Lauftraining. Ist Ihre Einheit abgeschlossen, laufen Sie locker aus.

6. Fehler: Sie vergessen die anderen Muskelpartien.

Beim Laufen wird ungefähr ein Siebtel der gesamten Skelettmuskulatur beansprucht. Das heißt einerseits, dass keineswegs nur die Beine am Laufen beteiligt sind. Andererseits bleiben viele Muskelpartien außen vor. Deshalb sollten Sie es nicht nur bei einem reinen Lauftraining belassen. Sondern trainieren Sie Ihren gesamten Körper und arbeiten Sie neben Ihrer Ausdauer auch an Ihrer Schnelligkeit, Ihrer Kraft und Ihrer Geschicklichkeit. Während der Ausbildung und später als Polizist werden Sie eine gute körperliche Verfassung ohnehin brauchen.

7. Fehler: Ihre Laufschuhe haben die besten Tage schon hinter sich.

Kann sein, dass Sie Turnschuhe haben, die Sie schon seit vielen Jahren treu begleiten und Ihre Lieblings-Laufschuhe sind. Aber: Alte, ausgelatschte Schuhe haben im Training nichts zu suchen. Das Herzstück von jedem Laufschuh ist seine Dämpfung. Doch die Dämpfung wird im Laufe der Zeit hart, porös und verliert ihre Wirkung. Sie tun sich also nichts Gutes, wenn Sie mit solchen Schuhen trainieren.

Nehmen Sie den Einstellungstest lieber zum Anlass, um sich neue, hochwertige Laufschuhe zu gönnen. Optimal wäre sogar, wenn Sie zwei Paar Schuhe hätten, die Sie wechseln können. Denn die Dämpfung in Laufschuhen braucht eine gewisse Zeit, bis sie wieder ihre ursprüngliche Form angenommen hat und volle Wirkung zeigen kann.

8. Fehler: Sie verordnen sich selbst eiserne Disziplin.

Rückt der Einstellungstest immer näher, werden Sie vermutlich auch Ihr Training noch einmal intensivieren. Schließlich möchten Sie beim Sporttest ja in Topform sein. Und selbstverständlich ist es wichtig, dass Sie regelmäßig trainieren. Allerdings wird Ihnen falscher Ehrgeiz an dieser Stelle mehr schaden als nützen.

Wenn Sie krank sind, Schmerzen haben oder Ihnen einfach die Zeit für eine vernünftige Trainingseinheit fehlt, dann lassen Sie das Training im Zweifel lieber einmal ausfallen. Sonst riskieren Sie nur, dass Sie Ihren Körper überlasten oder sich eine Verletzung zuziehen. Und es wäre schade, wenn Sie sich dadurch die Chance auf eine Ausbildung bei der Polizei selbst verbauen. Denn nicht nur, dass Sie womöglich angeschlagen an der Sportprüfung teilnehmen oder den Termin gar verschieben müssten. Schlimmstenfalls ist Ihre Verletzung so gravierend, dass nach der ärztlichen Untersuchung das Aus kommt.