Einstellungstest Polizei: Der Matrizentest

Aktualisiert am 27. April 2024 von Ömer Bekar

Aktualisiert am 27. April 2024 von Ömer Bekar

Polizei Einstellungstest Matrizentest

Aufgaben mit Matrizen kommen im Einstellungstest häufig vor.

Wenn Sie am Einstellungstest der Polizei teilnehmen, werden Sie mit ziemlicher Sicherheit auf Matrizen stoßen. Denn diese Aufgabenart ist ein echter Klassiker, wenn es um logisches Denken geht. Dabei können die Matrizen als Felder mit Figuren auftauchen. Doch auch Zahlen- und Buchstabenmatrizen sind möglich. Wir erklären, was es mit dem Matrizentest auf sich hat und wie Sie ihn erfolgreich meistern!

Einstellungstest Polizei: Matrizentest

Zusammenhänge erkennen, Muster durchschauen und logische Schlussfolgerungen ziehen: Diese Fähigkeiten brauchen Sie in fast jedem Beruf. Kein Wunder also, dass Logikaufgaben zu den typischen Bestandteilen eines Einstellungstests gehören.

Das ist auch im Auswahlverfahren der Polizei nicht anders. Dabei kommen die Aufgaben rund um das logische Denken in vielen unterschiedlichen Varianten vor. Eine sehr oft eingesetzte Form befasst sich mit Matrizen.

Anders als zum Beispiel der Deutsch- oder der Sporttest ist der Matrizentest zwar kein eigenständiger Prüfungsteil. Vielmehr sind die Aufgaben in den Computertest integriert und je nach Testverfahren kann ihre Anzahl sehr unterschiedlich sein. Aber auch wenn Sie vielleicht nur wenige Matrizen bearbeiten müssen, sollten Sie auf diesen Aufgabentyp vorbereitet sein.

Was ist der Matrizentest?

Wie der Name bereits andeutet, geht es beim Matrizentest um Matrizen. Konkret handelt es sich um die sogenannten Progressiven Matrizen. Das Testverfahren wurde in den 1930er-Jahren vom britischen Psychologen John C. Raven entwickelt. Aus diesem Grund wird manchmal auch von Ravens Matrizentest gesprochen.

Der Progressive Matrizentest wurde vor allem im Zweiten Weltkrieg bekannt und erfolgreich. Damals mussten die Wehrpflichtigen der britischen Armee den Test nämlich absolvieren. Einer der größten Pluspunkte dabei war, dass der Test ermöglichte, die Intelligenz jedes Testteilnehmers zuverlässig zu überprüfen. Selbst dann, wenn der Testteilnehmer weder lesen noch schreiben konnte.

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Das liegt daran, dass der Test in die Gruppe der sprachfreien Intelligenztests gehört. Es wird weder Allgemein- noch Fachwissen abgefragt. Auch Ihre schriftliche oder mündliche Ausdrucksfähigkeit wird nicht geprüft. Stattdessen geht es um Ihre kognitiven Fähigkeiten.

Das Ziel ist, herauszufinden, wie gut Sie Aufgaben lösen können, für die es kein einheitliches, verbindliches Lösungsmuster gibt. Stattdessen ist Ihre Fähigkeit, Muster zu durchschauen und diese Erkenntnisse umzusetzen, gefragt.

Dazu besteht der Matrizentest aus mehreren Aufgaben, bei denen Sie jeweils Muster aus Figuren oder Symbolen sehen. Das jeweilige Muster folgt einer ganz bestimmten Regel. Ihre Aufgabe besteht darin, das Schema hinter dem Muster zu erkennen, nachzuvollziehen und gedanklich fortzusetzen. Anschließend wählen Sie das fehlende Element aus den vorgegebenen Antwortmöglichkeiten aus.

Die Muster selbst sind häufig in einer Matrix aus 3 x 3 oder 4 x 4 Feldern angeordnet. Daher hat der Test auch seinen Namen. Denn in der Mathematik heißt eine Anordnung, bei der die Objekte in einer Art Rechteck oder Tabelle stehen, Matrix. Der Plural (Mehrzahl) von Matrix sind Matrizen.

Beim Einstellungstest müssen die Aufgaben aber nicht unbedingt echte Matrizen bereithalten. Stattdessen können es auch nur Reihen aus Figuren oder Symbolen sein.

In welcher Form tauchen die Aufgaben mit beim Einstellungstest auf?

Abgeleitet von der Mathematik, ist eine Matrix eine rechteckige Anordnung von Objekten. Und beim Einstellungstest sieht eine solche Aufgabe so aus: Sie sehen eine Anordnung aus mehreren Feldern. Meist sind es neun Felder in drei Reihen und drei Spalten. Acht dieser Felder zeigen eine Figur, das neunte Feld ist leer. Sie müssen nun aus den vorgeschlagenen Lösungsmöglichkeiten die Figur auswählen, die in das neunte Feld gehört.

Zu theoretisch? Hier ein Beispiel:

Lösung: b)

Erklärung: Schauen Sie sich die waagerechten Reihen an! Die erste Figur einer Reihe enthält nur ein Element. Bei der zweiten Figur wiederholt sich das Element der ersten Figur und ein neues Element kommt dazu. Die dritte Figur wiederholt die zweite Figur. Dazu kommt wieder ein neues Element, das genauso aussieht wie das Element der ersten Figur.

Figurenreihen als Abwandlung der Matrizenaufgaben

Beim Einstellungstest tauchen nicht nur Fragen wie die Beispielaufgabe auf. Statt solcher Matrizen können die Aufgaben auch aus Figurenreihen bestehen. Die Aufgabenstellung bleibt dabei gleich. Sie müssen aus den vorgegebenen Antwortmöglichkeiten also die Figur auswählen, die die abgebildete Figurenreihe logisch richtig fortsetzt oder vervollständigt. Der Unterschied zu den Matrizen besteht nur darin, dass die Figuren nicht in einem Feld angeordnet sind, sondern in einer Reihe nebeneinander stehen.

Auch dazu ein Beispiel:

Lösung: d

Erklärung: Jede Figur besteht aus drei Linien als Grundgerüst. Dazu kommen fünf kleine Elemente in Form von Kästchen und Kreisen. Dabei fällt bei jeder Figur ein Kästchen weg und dafür kommt ein Kreis dazu. Während es bei der ersten Figur vier Kästchen und ein Kreis sind, sind es bei der zweiten Figur drei Kästchen und zwei Kreise. Setzen Sie dieses Schema fort, müssen bei der fünften Figur die Kreise alle Kästchen ersetzt haben.

Zahlen- und Buchstabenmatrizen

Neben den klassischen Feldern mit Figuren und Figurenreihen gibt es noch eine dritte Variante, in der die Aufgaben gestaltet sein können: als Zahlenmatrizen. Bei Zahlenmatrizen müssen Sie wieder ein Feld analysieren und das fehlende Objekt ermitteln. Dieses Mal handelt es sich bei den Objekten im Feld aber um Zahlen.

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Wie bei den Figurenfeldern gibt es auch bei den Zahlenfeldern eine bestimmte Regel, die über den Aufbau bestimmt. Häufig sehen Sie bei den Zahlenfeldern einen oder zwei Pfeile. Diese Pfeile zeigen Ihnen an, ob Sie sich die Reihen, die Spalten oder die Reihen und die Spalten anschauen müssen, um hinter das Aufbauschema zu kommen.

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Auch hierzu ein Beispiel:

Lösung: 71

Erklärung: Der Pfeil weist darauf hin, dass Sie sich nur die waagerechten Reihen anschauen müssen, und zwar in Pfeilrichtung, also von links nach rechts. Dabei basieren die Reihen auf folgendem Schema: Zur ersten Zahl werden 10 addiert. Zur zweiten Zahl kommen 20 dazu. Und zur dritten Zahl werden 30 dazugerechnet. Demnach muss ins leere Feld die 71 eingetragen werden, denn 41 + 30 = 71.

Möglich ist aber auch, dass die Pfeile fehlen. In diesem Fall müssen Sie selbst herausfinden, was für den Aufbau der jeweiligen Zahlenmatrix entscheidend ist.

Eine Abwandlung der Zahlenmatrizen wiederum sind Buchstabenfelder. Sie basieren auf dem gleichen Prinzip wie die Figuren- und Zahlenmatrizen, nur dass es sich bei den Objekten um Buchstaben handelt.

Auch dazu ein Beispiel:

Grafik 2 Matrizentest Polizei

Lösung: Q

Erklärung: Der Pfeil zeigt an, dass die Spalten von unten nach oben maßgeblich sind. Dabei sind die Spalten nach dem Prinzip aufgebaut, dass im Alphabet immer zwei Buchstaben übersprungen werden. Das heißt: Die erste Spalte beginnt mit einem B. Lassen Sie im Alphabet die beiden folgenden Buchstaben C und D aus, kommen Sie zum E. Noch einmal zwei übersprungene Buchstaben weiter folgt das H. Wenden Sie dieses Schema bei jeder Spalte an, kommen Sie auf Q als Lösung.

Wie kann ich die Matrizenaufgaben beim Polizei Einstellungstest lösen?

Egal, ob die Aufgabe aus einem Figurenfeld, einer Symbolreihe oder einer Zahlen- oder Buchstabenmatrix besteht: Die Vorgehensweise beim Lösen bleibt letztlich immer gleich. Ihr erster Schritt muss darin bestehen, sich die Elemente genau anzuschauen. Denn nur so können Sie herausfinden, welche Regel dem Aufbau zugrunde liegt.

Haben Sie das Schema durchschaut, können Sie die Regel in Gedanken fortsetzen. Dadurch kommen Sie zu der Lösung, wie die fehlende Figur aussehen muss. Zum Schluss müssen Sie nur noch die Antwortmöglichkeit auswählen, die Ihrer ermittelten Lösung entspricht.

Doch wie erkennen Sie, auf welchem Schema eine Matrix basiert? Analysieren Sie die Matrix, indem Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Gibt es eine Gemeinsamkeit, die alle Figuren miteinander verbindet? Diese Gemeinsamkeit kann beispielsweise darin bestehen, dass jede Figur eine bestimmte Anzahl an Elementen enthält. Oder dass nur ein gewisses Element in jeder Figur vorhanden ist. Möglich ist auch, dass sich die Position von einem Element der Figur nicht verändert.
  • Wie verändern sich die Figuren? Kommt vielleicht bei jeder Figur ein bestimmtes Element dazu oder fällt andersherum ein Element weg? Wird die Figur eventuell gedreht oder verschiebt sie sich in einer anderen Form?
  • Können Sie weder eine Gemeinsamkeit finden noch die Veränderungen nachvollziehen, schauen Sie sich nur die waagerechten Reihen an. Erkennen Sie hier ein Schema, das sich in jeder Reihe wiederholt? Falls nicht, dann betrachten Sie die senkrechten Spalten. Gibt es hier eine Regel, die sich in den anderen Spalten wiederfindet? Manche Matrizen sind so aufgebaut, dass eine Figur entsteht, wenn Sie die beiden anderen Figuren der Reihe oder Spalte übereinanderlegen.
  • Eine Figurenreihe bearbeiten Sie genauso. Achten Sie also darauf, was die Figuren gemeinsam haben und wie sie sich verändern.
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Zahlen- und Buchstabenmatrizen lösen

Bei Zahlenmatrizen bleibt die Vorgehensweise im Prinzip gleich. Schauen Sie sich hier an, wie sich die Zahlen verändern. Werden sie größer oder kleiner? Sind sie gerade, ungerade oder gemischt? Sind die Abstände zwischen den Zahlen nicht sehr groß, wird vermutlich addiert oder subtrahiert. Größere Abstände wiederum deuten darauf hin, dass multipliziert oder dividiert wird.

Und: Achten Sie auf die Pfeile. Sind Pfeile vorhanden, ist nur die angezeigte Pfeilrichtung maßgeblich. Lassen Sie sich also nicht verwirren oder ablenken. Wenn beispielsweise ein waagerechter Pfeil über der Matrix angezeigt ist, können Sie die senkrechten Spalten bei der Analyse außen vor lassen.

Auch Aufgaben mit Buchstabenmatrizen lösen Sie auf die gleiche Art. Schreiben Sie sich dazu das Alphabet am besten auf einen Zettel auf. Wenn Sie das Alphabet vor sich haben, können Sie leichter nachvollziehen, nach welchem Schema die Buchstaben in der Matrix angeordnet sind.

Tipp: Versuchen Sie, das Lösungsmuster einer Matrix in Gedanken fortzusetzen und danach eine der Antwortmöglichkeiten auszuwählen. Wenn Sie andersherum vorgehen, also versuchen, das Aufbauschema anhand der Antwortmöglichkeiten herauszufinden, wird es schwieriger. Denn oft sind die Lösungsvorschläge so gestaltet, dass sie auf den ersten Blick alle passen könnten.

Wie kann ich mich auf den Matrizentest im Einstellungstest der Polizei vorbereiten?

Die beste und effektivste Vorbereitung auf den Matrizentest besteht darin, Übungsaufgaben zu lösen. Denn auch wenn Sie wissen, worum es bei den Aufgaben geht, wird Ihnen das nicht weiterhelfen, wenn Sie das Schema hinter einer Matrix nicht erkennen. Andersherum werden Sie den Aufbau umso schneller durchschauen, je mehr Übungsaufgaben Sie gelöst haben. Dies liegt ganz einfach daran, dass sich die visuelle Auffassungsgabe und das abstrakt-logische Denkvermögen gut trainieren lassen und sich recht schnell nachhaltig verbessern.

Wenn Sie bisher mit Matrizenaufgaben keine Erfahrung haben, werden Sie anfangs vielleicht Probleme haben, die Regel hinter einer Matrix überhaupt zu erkennen. Oder Sie werden länger brauchen, bis Sie das Schema durchschaut haben. Schon nach wenigen Übungsaufgaben werden Sie aber feststellen, dass Ihnen das Lösen deutlich leichter und schneller von der Hand geht.

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Übungsaufgaben durchzuarbeiten, ist aber auch deshalb ratsam, weil Sie sich so an die Prüfungssituation gewöhnen. Behalten Sie im Hinterkopf, dass Sie für das Lösen einer Aufgabe nicht viel mehr Zeit haben werden als eine Minute. Umso besser ist es deshalb, wenn Sie beim Einstellungstest nicht lange grübeln müssen, sondern die Aufgaben zügig durchgehen können.
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