Rechtsgrundlagen im Einstellungstest: Mögliche Fragen zu Recht und Gesetz

Aktualisiert am 22. Mai 2024 von Ömer Bekar

Aktualisiert am 22. Mai 2024 von Ömer Bekar

Rechtsgrundlagen im Einstellungstest Recht und Gesetz

Recht und Gesetz kann ein Thema im Einstellungstest sein.

Als Polizist:in treten Sie für die freiheitlich-demokratische Grundordnung ein und vertreten Recht und Gesetz. Die Rechtsgrundlagen müssen deshalb sitzen. Natürlich erwartet die Polizei nicht, dass Sie als Bewerber:in die einschlägigen Vorschriften schon kennen. Aber Interesse an Gesetzen und ein Gespür für Recht und Ordnung sollte vorhanden sein. Um zu überprüfen, wie es damit bei Ihnen aussieht, können im Einstellungstest Fragen aus diesem Wissensgebiet vorkommen.

Der Kernauftrag der Polizei besteht darin, Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung abzuwehren. Bei der Erfüllung dieses Auftrags vertreten Sie dem Bürger gegenüber Recht und Gesetz. Gleichzeitig wenden Sie selbst aber auch Gesetze und Vorschriften an. Schließlich können Sie nicht beliebig entscheiden, wann Sie welche Maßnahme durchführen. Stattdessen muss Ihr Handeln auf rechtlichen Grundlagen beruhen.

Voraussetzung dafür ist aber selbstverständlich, dass Sie die einschlägigen Gesetze, Vorschriften und Verordnungen überhaupt kennen und ordnungsgemäß anwenden können. Weil das Themenfeld Recht und Gesetz für die Polizeiarbeit eine maßgebliche Bedeutung hat, kann es durchaus sein, dass Sie schon im Einstellungstest mit ein paar juristischen Fragen konfrontiert werden.

Die drei großen Bereiche der Polizeiarbeit

Das Tätigkeitsspektrum der Polizei ist sehr breit gefächert und schließt eine Vielzahl von abwechslungsreichen Aufgaben ein. Insgesamt lässt sich die Polizeiarbeit aber in drei große Bereiche einteilen, nämlich in die Gefahrenabwehr und den Einsatz, in die Bekämpfung von Verkehrsunfällen und in die Kriminalitätskontrolle.

Die Gefahrenabwehr und der Einsatz

Der Streifendienst ist der größte Arbeitsbereich der Polizei. Polizist:innen im Streifendienst sind mit Funkstreifenwagen, Motorrädern, Fahrrädern und zu Fuß unterwegs. Sie sind rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr im Einsatz und begegnen dabei den unterschiedlichsten Sachverhalten. Wenn Sie Ihren Dienst bei der Polizei angetreten haben, werden Sie unter anderem:

  • Streitigkeiten schlichten
  • Personen aus Notlagen befreien
  • Personen- und Fahrzeugkontrollen durchführen
  • Personen durchsuchen und festnehmen
  • Gegenstände sicherstellen oder beschlagnahmen
  • nach Tätern fahnden
  • Unfälle aufnehmen
  • Beweise und Spuren sichern
  • Zeugen vernehmen
  • Gebäude sichern

Kommen Sie zu einer Hundertschaft der Bereitschaftspolizei, werden Sie vor allem bei größeren Veranstaltungen wie Demonstrationen, Volksfesten oder Fußballspielen, aber auch bei Staatsbesuchen oder Atomtransporten im Einsatz sein. Später, wenn Sie bereits ein paar Jahre Berufserfahrung gesammelt haben, können Sie sich dann auch für Spezialaufgaben qualifizieren und zu einer Spezialeinheit wechseln oder eine besondere Funktion übernehmen.

Die Bekämpfung von Verkehrsunfällen

Ein anderer, sehr wichtiger Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit besteht darin, Verkehrsunfälle zu verhindern. Dazu setzt die Polizei einerseits auf die Verkehrserziehung. Dabei klärt sie über die Risiken im Straßenverkehr auf, schärft das Bewusstsein für die persönliche Verantwortung eines jeden Verkehrsteilnehmers und vermittelt richtiges Verhalten. Die Maßnahmen zur Verkehrserziehung richten sich in erster Linie an Kinder, Jugendliche und Senioren, aber auch an auffällig gewordene Verkehrsteilnehmer.

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Andererseits kümmert sich die Polizei um die Verkehrsüberwachung. Als Polizist:in werden Sie in diesem Tätigkeitsfeld unter anderem prüfen, ob:

  • die Verkehrsregeln beachtet werden, zum Beispiel wenn es um Tempolimits oder Sicherheitsabtsände geht
  • Fahrzeuge aus technischer Sicht verkehrstüchtig sind
  • Verkehrsteilnehmer Alkohol getrunken oder Drogen konsumiert haben und im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis sind
  • Berufskraftfahrer die Lenk- und Ruhezeiten einhalten

Die Kriminalitätskontrolle

In den Kriminalkommissariaten geht es darum, Straftaten zu verfolgen und aufzuklären. Sind Sie hier tätig, werden unter anderem diese Aufgaben in Ihren Zuständigkeitsbereich fallen:

  • Tatorte untersuchen
  • Beweise und Spuren sichern
  • Zusammenhänge ermitteln
  • Täter, Geschädigte und Zeugen verhören
  • Tatverdächtige festnehmen

Das Spektrum der kriminalpolizeilichen Arbeit umfasst Vergehen aller Art, angefangen bei Gewaltverbrechen über Eigentumsdelikte bis hin zu Cyberkriminalität und politisch motivierten Straftaten.

Warum erzählen wir Ihnen das so ausführlich?

Ganz einfach: Bei allen diesen Tätigkeiten beziehen Sie sich auf rechtliche Grundlagen. Denn bei der Entscheidung, ob sich jemand nicht ordnungsgemäß verhält oder die öffentliche Sicherheit gefährdet, geht es weniger um Ihre persönliche Meinung. Maßgeblich ist vielmehr, ob von einem Verstoß gegen geltendes Recht auszugehen ist.

Auf der anderen Seite greifen Sie ebenso in die Rechte des Bürgers ein, wenn Sie polizeiliche Maßnahmen durchführen. Deshalb müssen Sie auch hier immer im Hinterkopf haben, wie weit Ihre Befugnisse gehen.

Wie Sie sehen, werden Recht und Gesetz also Ihre ständigen Begleiter im Polizeialltag sein.

Fragen zu Recht und Gesetz im Einstellungstest der Polizei

Nachdem die Polizei einerseits Recht und Gesetz vertritt und andererseits ständig mit Rechtsgrundlagen umgeht, ist durchaus möglich, dass Ihnen im Einstellungstest ein paar Fragen aus diesem für die Polizei so wichtigen Themenfeld gestellt werden. Sie brauchen vor den Fragen aber keine Angst zu haben! Denn niemand verlangt, dass Sie ein umfangreiches juristisches Fachwissen mitbringen.

Das, was Sie bei Ihrer Tätigkeit zu Recht und Gesetz wissen müssen, lernen Sie im Rahmen Ihres Vorbereitungsdienstes. Selbst als erfahrene/r Polizist:in müssen Sie außerdem nicht alle Gesetze, Vorschriften, Verordnungen und möglichen Strafmaße auswendig können. Schließlich sind Sie im Polizeivollzugsdienst tätig – und kein Volljurist.

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Die Fragen beim Einstellungstest sind recht allgemein gehalten. Die Inhalte beziehen sich auf typische Situationen im polizeilichen und privaten Alltag. Aber die Fragen gehen nicht so sehr ins Detail, dass sie unlösbar wären. Es geht vielmehr um rechtliche Themen, die letztlich zum Allgemeinwissen gehören und mit denen Sie auch im normalen Leben zu tun haben.

Außerdem werden die Fragen in aller Regel als Auswahlfragen gestellt. Sie müssen die Antwort also nicht selbst formulieren, sondern wählen Ihre Lösung aus mehreren vorgegebenen Antwortmöglichkeiten aus.

Und noch mal: Machen Sie sich keine Sorgen! Mit einer soliden Allgemeinbildung werden Sie die Fragen beantworten können. Die Polizei weiß, dass Sie Ihre Ausbildung erst noch vor sich haben und viele Rechtsgrundlagen noch gar nicht kennen können. Die Fragen zielen deshalb auch eher auf etwas Anderes ab. Nämlich auf die Einschätzung, ob Sie ein Gespür für Recht und Ordnung haben.

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Ein paar Beispielfragen

Damit Sie einen Eindruck davon bekommen, wie die Fragen zu Rechtsgrundlagen im Einstellungstest aussehen können, zeigen wir Ihnen ein paar Beispiele!

Gegen welches Recht verstößt jemand, wenn er falsch parkt?

 

a) gegen öffentliches Recht

b) gegen Zivilrecht

c) gegen Strafrecht

d) gegen Verfassungsrecht


Lösung: a

Erklärung: Ein Falschparker verstößt gegen öffentliches Recht. Das öffentliche Recht regelt die Beziehung zwischen einem Bürger und dem Staat sowie anderen Trägern öffentlicher Gewalt.



Wann ist jemand Eigentümer einer Sache?

 

a) Wenn sich die Sache in seinem Einflussbereich befindet.

b) Wenn er jederzeit Zugriff auf die Sache hat.

c) Wenn ihm die Sache rechtlich gehört.

d) Wenn er die Sache gekauft hat.


Lösung: c

Erklärung: Eigentümer einer Sache ist, wer das rechtliche Herrschaftsverhältnis hat. Der Besitzer hingegen ist derjenige, der die Sache tatsächlich hat. Wenn Sie zum Beispiel das Auto Ihrer Mutter benutzen, sind Sie zwar in diesem Moment im Besitz des Fahrzeugs. Doch rechtlich ist Ihre Mutter die Eigentümerin.



Was ist keine Handlung im Sinne des Strafrechts?

 

a) eine automatisierte Verhaltensweise

b) eine im Affekt begangene Handlung

c) ein unbeabsichtigter Vorgang

d) eine Reflexbewegung


Lösung: d

Erklärung: Abläufe, an denen zwar der Körper beteiligt ist, an denen die geistigen Kräfte aber nicht mitwirken, sind keine Handlungen im strafrechtlichen Sinne. Dazu zählen auch Reflexe wie zum Beispiel das Zucken nach einem Stromstoß.



Bei einem Einbruch wird die Haustür gewaltsam aufgebrochen. Um welche Art von Delikt handelt es sich dabei?

 

a) Freiheitsdelikt

b) Vermögensdelikt

c) Gewaltdelikt

d) Verkehrsdelikt


Lösung: b

Erklärung: Wenn bei einem Einbruch eine Haustür aufgebrochen wird, handelt es sich um ein Vermögensdelikt. Vermögensdelikte sind Straftaten, die sich gegen das Vermögen oder Bestandteile des Vermögens anderer Personen richten.



Das deutsche Grundgesetz wurde am 23. Mai 1949 verkündet. Wer hat das Dokument unterschrieben?

 

a) Ludwig Erhard

b) Theodor Heuss

c) Konrad Adenauer

d) Gustav Radbruch


Lösung: c

Erklärung: Konrad Adenauer wurde zuerst zum Präsidenten des Parlamentarischen Rats und anschließend zum ersten Bundeskanzler der neu gegründeten Bundesrepublik gewählt. Er unterzeichnete das historische Dokument federführend.

Übrigens ist umstritten, ob der feierliche Tag nicht eigentlich der 24. Mai ist. Denn das Grundgesetz trat erst mit Ablauf des Verkündungstages in Kraft.



Wie viele Artikel hat das Grundgesetz (ohne Unterartikel)?

 

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a) 20

b) 146

c) 258

d) 434


Lösung: b

Erklärung: Das Grundgesetz hat 146 Artikel. Sie gliedern sich in 14 Abschnitte, denen jeweils eine Präambel vorausgeht. In den Artikeln 1 bis 19 sind die Grundrechte verbürgt.

Tipps für Ihre Vorbereitung und das Beantworten der Rechtsfragen im Einstellungstest

Das Wissensgebiet Recht und Gesetz ist kein eigenständiger Prüfungsbaustein im Einstellungstest. Stattdessen gehört das Thema zur Allgemeinbildung. Die Fragen tauchen deshalb zwischen verschiedenen anderen Aufgaben im Computertest auf. In aller Regel sind es auch nicht allzu viele Fragen, die sich speziell um die Rechtsgrundlagen drehen. Für die Vorbereitung auf diese Aufgaben geben wir Ihnen daher folgende Tipps mit auf den Weg:

  • Schauen Sie sich die wichtigsten Informationen rund um das Grundgesetz an. Denn Fragen zur Geschichte des Grundgesetzes, zu seinen Besonderheiten und zu den Inhalten der geläufigsten Artikel sind beim Einstellungstest sehr beliebt.
  • Halten Sie sich über das aktuelle Geschehen auf dem Laufenden. Wichtige Gerichtsverfahren, bedeutsame Grundsatzentscheidungen, größere Zwischenfälle in der jüngeren Vergangenheit und aktuelle Entwicklungen können den Stoff für rechtliche Fragen liefern. Das aktuelle Geschehen kann aber auch in anderen Bereichen des Einstellungstests abgefragt werden.
  • Machen Sie sich Gedanken über typische Situationen im Polizeialltag und überlegen Sie sich, welche Rechtsbereiche (z.B. Strafrecht, Verkehrsrecht usw.) hier zum Tragen kommen. In diesem Zusammenhang kann es auch hilfreich sein, wenn Sie sich ein paar Polizeisendungen im Fernsehen anschauen. Fernsehen ist zwar Fernsehen und nicht die Realität, als Infoquelle können die Sendungen aber durchaus nützlich sein.
  • Arbeiten Sie Übungstests durch. Durch Trainingsaufgaben bekommen Sie einen guten Eindruck davon, welche Fragen beim Test auf Sie zukommen. Außerdem lernen Sie den einen oder anderen Inhalt. Nebenbei trainieren Sie auch die Prüfungssituation.
  • Schauen Sie sich im Internet um. Dort finden Sie verschiedene Quizze rund um Jura, Grundgesetz und andere Rechtsfragen. Solche Spiele lockern das Lernen unterhaltsam auf.

Und für den Test gilt: Lesen Sie sowohl die Frage als auch die Antwortmöglichkeiten aufmerksam durch. Achten Sie dabei auf jedes Wort, denn oft steckt der Teufel im Detail. Aber trödeln Sie nicht herum, sondern arbeiten Sie die Fragen zügig ab. Sonst ist die Zeit schneller abgelaufen, als Ihnen lieb ist. Wenn Sie eine Antwort spontan nicht wissen, versuchen Sie, falsche Lösungen auszuschließen. Geht auch das nicht, raten Sie!

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