Im Einstellungstest der Polizei kann ein besonderer Aufgabentyp auftauchen: das Flussdiagramm. Was es damit auf sich hat und wie Sie die Aufgaben erfolgreich meistern, erklären wir Ihnen hier!

Logische Zusammenhänge erkennen, Vorgänge durchschauen, Abläufe nachvollziehen, Sachverhalte einordnen und Folgen abschätzen: Das sind typische Handlungen im Polizeialltag. Und eine Möglichkeit, wie Prozesse übersichtlich dargestellt und gleichzeitig ihre Fähigkeiten, die Prozesse nachzuvollziehen, geprüft werden können, sind Flussdiagramme. Bei Aufgaben zu Flussdiagrammen müssen Sie also unter Beweis stellen, dass Sie Abläufe erkennen und in Gedanken durchspielen können. Doch was heißt das genau? Wie funktionieren Flussdiagramme? Und welche Aufgaben dazu erwarten Sie beim Einstellungstest? Das und mehr erfahren Sie im Folgenden!

Flussdiagramm Beispiele und Übungen

Flussdiagramm Beispiele und Übungen

Was ist ein Flussdiagramm oder Programmablaufplan?

Ein Flussdiagramm ist ein Schaubild, das einen bestimmten Vorgang schematisch darstellt. Dabei gibt es bei diesem Vorgang mehrere Fragestellungen oder Auswahlmöglichkeiten. Folglich führen die verschiedenen Schritte auch zu unterschiedlichen Ergebnissen. Die einzelnen Schritte innerhalb des Vorgangs sind deshalb in Feldern dargestellt. Und die Felder sind mit Pfeilen miteinander verbunden. Üblicherweise lassen sich die Felder dabei in verschiedene Gruppen einteilen, nämlich

  • in den Ausgangs- und den Endpunkt des Vorgangs,
  • in Handlungen, Aufforderungen oder Folgen,
  • in Fragen und
  • in die Antworten “Ja” oder “Nein”.

Komplexere Flussdiagramme können außerdem auch Bedingungen enthalten.

Ein Beispiel für ein Programmablaufplan

Rein anhand von Beschreibungen ist es nicht ganz einfach, sich etwas unter einem Flussdiagramm vorzustellen. Zur Veranschaulichung hier deshalb ein einfaches Flussdiagramm als Beispiel:

Erklärung: Das Flussdiagramm zeigt, wie das Porto für eine Briefsendung bestimmt wird. Dabei besteht der erste Schritt darin, die Sendung zu wiegen. Sendungen bis 50 Gramm werden als Standardbriefe frankiert, Sendungen bis 100 Gramm als Kompaktbriefe. In beiden Fällen kann aber noch ausgewählt werden, ob die Briefe versichert verschickt werden sollen. Sendungen bis 500 Gramm werden als Großbriefe frankiert. Sendungen, die schwerer sind als 500 Gramm, werden an die Paketstation weitergeleitet.

Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass die einzelnen Angaben im Flussdiagramm in Feldern mit unterschiedlichen Formen stehen. In unserem Beispiel sind das Rechtecke bei Handlungen, Ovale bei Fragen und Kreise bei Antworten. Das ist ein ganz typisches Merkmal von Flussdiagrammen. Denn um die Abläufe noch übersichtlicher darzustellen, werden die einzelnen Prozessschritte in Gruppen eingeteilt und den Gruppen wiederum werden bestimmte Symbole zugeordnet.

Wie tauchen Aufgaben rund um Flussdiagramme im Polizei Einstellungstest auf?

Im Einstellungstest sind Flussdiagramme in das Themenfeld Logisches und abstraktes Denkvermögen integriert. Denn schließlich gilt es bei einem Flussdiagramm, Abläufe zu erkennen und nachzuvollziehen. Dabei müssen Sie logisch denken und gleichzeitig in der Lage sein, die Darstellung zu durchschauen. Ihre Informationen erhalten Sie nicht aus klaren Aussagen, sondern eben durch das Schaubild, das einen abstrakten Vorgang darstellt.

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Die Aufgaben selbst bestehen aus zwei Teilen:

1.) Einleitung: Das Kernstück der Einleitung ist natürlich das Flussdiagramm. Den Anfang macht aber oft ein erklärender Infotext. In diesem Infotext erfahren Sie wichtige Angaben zu dem Vorgang, den das Flussdiagramm darstellt. Dabei können die Angaben als Fließtext, als Aufzählung oder als Tabelle gestaltet sein. Manchmal finden sich in der Einleitung auch keine zusätzlichen Angaben, die sich auf den dargestellten Prozess beziehen. Stattdessen finden Sie hier eine Erklärung, welche Symbole in dem Flussdiagramm vorkommen und welche Bedeutung diese Symbole haben (z.B. Rechtecke für Fragen, Kreise für Antworten usw.). Es gibt aber auch Aufgaben, die ganz ohne weitere Erklärungen und Informationen daherkommen. Hier besteht die Einleitung dann tatsächlich nur aus dem Flussdiagramm.

2.) Fragen: Die eigentliche Aufgabe besteht aus mehreren Fragen zum abgebildeten Flussdiagramm. Typisch dabei ist, dass bestimmte Felder im Flussdiagramm nicht beschriftet sind. Sie müssen dann den Text auswählen, der in das jeweilige Feld gehört. Daneben werden Fragen gestellt, die sich auf den Vorgang beziehen. Dabei müssen Sie beantworten, zu welchem Ergebnis es führt, wenn bestimmte Bedingungen gelten. Die Frage lautet dann beispielsweise: ”Was ist, wenn die Fragen zweimal hintereinander mit “Nein” beantwortet werden?” Die Fragen als solches werden in aller Regel als Multiple-Choice-Aufgaben gestellt. Das heißt: Ihnen werden mehrere Antwortmöglichkeiten vorgeschlagen und Sie müssen die richtige Lösung daraus auswählen.

Was ist bei der Bearbeitung der Aufgaben wichtig?

Bevor Sie die Fragen beantworten, sollten Sie sich das Flussdiagramm genau anschauen. Lesen Sie sich außerdem die Informationen im Einleitungstext genau durch. Behalten Sie immer im Hinterkopf, dass der Einleitungstext und das Flussdiagramm denselben Vorgang darstellen. Für Sie heißt das: Sie müssen Ihre Antworten so auswählen, dass der Sachverhalt oder der Vorgang sowohl mit dem Einleitungstext als auch mit dem Flussdiagramm übereinstimmt. Ihre Antworten dürfen also nicht zu Lösungen führen, die laut Einleitungstext oder Flussdiagramm so gar nicht vorgesehen sind.

Wenn Sie angeben sollen, welcher Text in ein leeres Feld innerhalb des Flussdiagramms gehört, dann schauen Sie sich die anderen Felder an. Gehen von dem Feld Pfeile aus, die zu “Ja” und “Nein” führen? Dann muss es sich bei dem Feld um eine Frage oder eine Auswahlmöglichkeit handeln. Prüfen Sie als nächstes, welche Auswahlmöglichkeiten aus dem Einleitungstext nicht im Flussdiagramm auftauchen. Eine dieser Auswahlmöglichkeiten passt in das leere Feld. Zerlegen Sie dazu die Vorgänge auch in ihre Einzelschritte. Welcher Sachverhalt geht dem leeren Feld voraus? Zu welcher Lösung führt das Feld im weiteren Verlauf?

Schauen Sie sich außerdem immer die verschiedenen Formen der Felder an. Selbst wenn im Einleitungstext nicht steht, welche Form wofür verwendet wurde, werden Sie das herausfinden. Was steht beispielsweise in Rechtecken, was in Ovalen und was in Kreisen? Anhand der Form eines Feldes können Sie ermitteln, ob es sich um eine Handlung, eine Frage, eine Bedingung oder eine Antwort handeln muss.

Wie kann ich Flussdiagramme üben?

Flussdiagramme sind nicht sehr kompliziert. Denn sie sind absolut logisch aufgebaut und stellen einen Vorgang als vereinfachtes Schema dar. Und wenn Sie einmal verstanden haben, wie Flussdiagramme aufgebaut sind, werden Sie die Aufgaben problemlos meistern können. Am besten bereiten Sie sich auf diesen Aufgabentyp vor, indem Sie Übungsaufgaben lösen. Denn durch Übungsaufgaben setzen Sie sich mit Flussdiagrammen auseinander und lernen diese Form der Darstellung kennen. Außerdem bekommen Sie einen Eindruck davon, welche Fragen zu Flussdiagrammen in welcher Form gestellt werden. So wissen Sie, was im Einstellungstest auf Sie zukommen kann.

Sollte es Ihnen schwerfallen, nachzuvollziehen, wie Flussdiagramme aufgebaut sind, dann können Sie üben, indem Sie eigene Flussdiagramme erstellen. Denken Sie sich dazu einen Vorgang aus und versuchen Sie, diesen Vorgang als Flussdiagramm abzubilden. Beschränken Sie sich dabei auf die Handlungen, die Fragen und die Antworten. Überlegen Sie also wie folgt: Eine Frage wird gestellt, z.B. ob ein Brief weniger als 50 Gramm wiegt. Was ist, wenn diese Frage mit “Ja” beantwortet wird? Und welcher Schritt muss folgen, wenn diese Frage mit “Nein” beantwortet wird. Nach diesem Prinzip ist jedes Flussdiagramm aufgebaut.