Infos zu Sygollismus im Einstellungstest der Polizei

Der Syllogismus wird im Einstellungstest der Polizei gerne eingesetzt.

Beim Eignungstest der Polizei müssen Sie verschiedene Herausforderungen meistern, um Ihre Eignung für den Polizeiberuf unter Beweis zu stellen. Dazu gehören zum Beispiel ein Sporttest, die ärztliche Untersuchung, das Vorstellungsgespräch und manchmal ein Assessment-Center. Außerdem steht ein schriftlicher Test auf dem Programm. Bei diesem Test wiederum tauchen einige Aufgaben aus dem Bereich Logik auf. Darunter sind meist auch die sogenannten Syllogismen. Was ein Syllogismus ist und was Sie zu diesen Aufgaben im Einstellungstest der Polizei wissen sollten, erklären wir Ihnen in diesem Beitrag.

Syllogismen zählen zu den Aufgabentypen, die in Eignungsauswahlverfahren generell gerne eingesetzt werden. Und auch die Polizei arbeitet in ihrem Einstellungstest oft damit.

Inhaltlich geht es bei den Aufgaben um Schlussfolgerungen und damit um das logische Denken. Doch meist sind die Aussagen ziemlich absurd. Dadurch wird es noch ein bisschen schwieriger, die logisch richtige Schlussfolgerung zu ziehen.

Aber keine Sorge: Wir erklären Ihnen das Prinzip hinter den Syllogismen – damit Sie auf diesen Teil vom Logiktest gut vorbereitet sind.

Was ist ein Syllogismus?

Der Name Syllogismus kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet übersetzt soviel wie “das Zusammenrechnen” oder “logischer Schluss”. Syllogismen sind bestimmte Typen von logischen Schlussfolgerungen. Sie bildeten die Grundlage der antiken Logik nach Aristoteles, die im 4. Jahrhundert vor Christus entstanden ist. Bis ins 19. Jahrhundert hinein baute die klassische Logik auf Syllogismen auf. Dieser Ansatz wurde dann später dadurch abgelöst, dass die Logik in die Mathematik integriert wurde.

Die klassische Logik beschäftigte sich vor allem mit der Frage, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Syllogismen gültig sind. In Auswahlverfahren zielen Syllogismen auf das logische Denkvermögen ab. Die Übungen, die sich um den Syllogismus drehen, sollen also zeigen, ob Sie logisch denken und anhand von vorgegebenen Aussagen die richtigen Schlussfolgerungen ziehen können.

Im Polizei Einstellungstest gehören Syllogismen zum Logiktest. Die Aufgaben ähneln ganz normalen Schlussfolgerungen und die Vorgehensweise beim Lösen ist vergleichbar. Allerdings gibt es zwei Unterschiede.

Der erste Unterschied ist, dass Aufgaben, bei denen Sie Rückschlüsse ziehen sollen, oft drei, vier oder noch mehr Sachverhalte nennen. Hier müssen Sie dann die entscheidenden Aussagen erkennen und daraus entsprechend schlussfolgern. Syllogismen hingegen sind immer nur aus drei Teilen aufgebaut.

Der zweite Unterschied ist, dass ein Syllogismus im Einstellungstest der Polizei meist ziemlich absurde Aussagen beinhaltet, die wenig mit der Realität zu haben. Deshalb werden die Übungen umgangssprachlich manchmal auch absurde Schlussfolgerungen genannt.

Wie sind Syllogismen aufgebaut?

Syllogismen sind immer nach dem gleichen Schema aufgebaut. So gibt es zwei Voraussetzungen und eine Schlussfolgerung. Die beiden Aussagen, die die Voraussetzungen bilden, sind die sogenannten Prämissen. Sie gliedern sich in einen Obersatz und einen Untersatz. Die Schlussfolgerung nennt sich Konklusion.

Der Obersatz, also die erste Voraussetzung oder Prämisse, besteht in aller Regel aus einer allgemeinen Aussage. Der Untersatz enthält ebenfalls eine Aussage. Allerdings stellt sie eine etwas spezifischere Behauptung auf. Die beiden Aussagen führen dann zu der jeweiligen Schlussfolgerung, der Konklusion.

Die einzelnen Aussagen, die den Syllogismus bilden, sind ebenfalls nach einem bestimmten Muster aufgebaut. So ist das Wort, dem die Aussage eine bestimmte Eigenschaft zuordnet oder abspricht, das Subjekt. Die Eigenschaft, die dem Subjekt zugeordnet oder abgesprochen wird, ist das Prädikat. (Lassen Sie sich hier nicht von den Begriffen verwirren, die Sie aus der Grammatik kennen!)

Dann gibt es in einem Syllogismus noch den Ober-, den Mittel- und den Unterbegriff. Der Oberbegriff beschreibt die Hauptbedingung, während der Unterbegriff die Nebenbedingung benennt. Entscheidend ist aber der Mittelbegriff. Denn er verbindet die beiden Aussagen miteinander und lässt dadurch die logische Schlussfolgerung zu.

Zugegeben, das klingt jetzt ein bisschen verwirrend. Damit es klarer wird, zeigen wir Ihnen die verschiedenen Begrifflichkeiten an einem Beispiel:
Grafik zum Syllogismus im Einstellungstest der Polizei

Die Regeln für Syllogismen

Für Syllogismen gelten gewisse Regeln. Sie müssen eingehalten werden, weil aus dem Syllogismus sonst keine logische Schlussfolgerung gezogen werden kann. Wenn Sie diese Regeln im Hinterkopf behalten, kommen Sie der richtigen Lösung schon einen großen Schritt näher.

So gibt es zum einen qualitative Regeln. Sie besagen, dass ein Syllogismus mindestens eine positive Aussage enthalten muss. Ist keine positive Aussage vorhanden, ist es nicht möglich, einen sinnvollen Schluss zu ziehen.

Außerdem ist es so: Sind beide Voraussetzungen (also der Obersatz und der Untersatz) positiv, muss auch die Schlussfolgerung eine positive Aussage enthalten. Besteht hingegen eine der beiden Voraussetzungen aus einer negativen Aussage, ist die Schlussfolgerung ebenfalls negativ.

Zum anderen unterliegen Syllogismen quantitativen Regeln. Demnach gilt, dass eine der beiden Voraussetzungen eine allgemeine Aussage sein muss. Enthalten beide Aussagen Einschränkungen mit Wörtern wie einige, manche oder viele, ist es unmöglich, eine allgemeingültige Schlussfolgerung zu ziehen. Dagegen muss die Schlussfolgerung eine Einschränkung haben, wenn entweder der Obersatz oder der Untersatz auch eine Einschränkung enthält.

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Ein Beispiel: Die beiden Voraussetzungen „Einige Autofahrer trinken Saft“ und „Einige Leute sind Autofahrer“ lassen keine allgemeingültige, logisch richtige Schlussfolgerung zu. Lautet die erste Voraussetzung aber „Alle Autofahrer trinken Saft“, ergibt sich daraus die Folgerung „Einige Leute trinken Saft“.

Die zusätzliche Schwierigkeit bei den Aufgaben im Testverfahren

Wie vorhin schon einmal kurz erwähnt, werden bei Fragen zum Syllogismus im Einstellungstest der Polizei oft absurde Aussagen aufgestellt. Sie können zwar zu einem sinnvollen Schluss führen, haben inhaltlich mit der Realität aber nichts zu tun.

Auf diese Weise soll besser überprüft werden können, ob Sie logisch richtige Schlussfolgerungen ziehen können. Denn Sie können sich bei der Lösung nicht an der Wahrheit orientieren. Stattdessen müssen Sie sich rein auf die Aussagen konzentrieren und die Aussagelogik untersuchen.

Für Sie bedeutet das: Wenn die Auflagen lösen, blenden Sie die reale Wahrheit aus. Kümmern Sie sich nicht darum, ob die Inhalte der Wirklichkeit entsprechen. Und lassen Sie sich von abstrusen Behauptungen nicht verwirren. Konzentrieren Sie sich nur darauf, was die jeweilige Behauptung inhaltlich aussagt. Anschließend prüfen Sie, ob sich die gezogene Schlussfolgerung rein logisch aus den Aussagen ergibt.

Wie taucht der Syllogismus im Einstellungstest der Polizei auf?

In den Tests der Polizei können die Aufgaben zu Syllogismen in zwei verschiedenen Varianten auftauchen. Die eine Form ist, dass Ihnen sowohl die beiden Voraussetzungen als auch die Schlussfolgerung genannt werden. Sie müssen dann entscheiden, ob die Schlussfolgerung stimmt oder nicht.

Die andere Version ist, dass in der Aufgabenstellung nur die beiden Voraussetzungen vorgegeben werden. In den Antwortmöglichkeiten finden Sie verschiedene Schlussfolgerungen. Sie müssen daraufhin aus den genannten Vorschlägen die richtige Schlussfolgerung auswählen.

Wie das konkret aussieht, zeigen wir Ihnen an zwei Beispielen.


1. Übung

Alle Häuser haben Fenster. Flaschen sind Häuser. Folglich haben alle Flaschen Fenster.

a) stimmt          b) stimmt nicht

Bei dieser Aufgabe ist Antwort a richtig, die Schlussfolgerung stimmt. Denn die beiden Aussagen werden durch die Fenster als Mittelbegriff miteinander verknüpft. Weil Häuser immer Fenster haben und alle Flaschen Häuser sind, muss für die Flaschen das gelten, was auch für die Häuser gilt. Deshalb haben Flaschen Fenster.

Um die Lösung zu überprüfen, können Sie eine Gegenprobe machen. Dazu fassen Sie die Schlussfolgerung und den Untersatz in einem Satz zusammen. In diesem Beispiel würde der Satz lauten: Alle Flaschen haben Fenster, weil sie Häuser sind. Wenn Sie diese Aussage mit der Aussage der ersten Voraussetzung abgleichen, sehen Sie, dass die Schlussfolgerung richtig ist.


2. Übung

Alle Tassen sind Zelte. Einige Tassen sind Autos. Welche Schlussfolgerung lässt sich daraus ziehen?

a) Kein Zelt ist ein Auto.
b) Einige Zelte sind Autos.
c) Alle Zelte sind Autos.
d) Keine der genannten Schlussfolgerungen stimmt.

Die richtige Lösung lautet b, einige Zelte sind Autos. Denn wenn alle Tassen Zelte sind, es aber auch einige Tassen gibt, die Autos sind, dann müssen einige der Autos zugleich Zelte sein. Dass Tassen Zelte sind, ist nämlich die Hauptbedingung, die für alle Tassen gilt. Auch hier können Sie die Lösung wieder mit der Gegenprobe überprüfen: Einige Zelte sind Autos, weil sie Tassen sind.


Trugschlüsse bei Syllogismen

Wenn Sie den schriftlichen Test machen, ist sehr wichtig, dass Sie sich die jeweilige Aufgabe sehr genau anschauen. Denn im Einstellungstest der Polizei wird immer mal wieder ein Syllogismus eingestreut, der zu einem Trugschluss verleitet. Auf den ersten Blick scheint die Schlussfolgerung richtig zu sein. Tatsächlich lassen die beiden Voraussetzungen diesen Rückschluss aber gar nicht zu. Dazu ein Beispiel:


Alle Mäuse haben zwei Beine. Peter hat zwei Beine. Also ist Peter eine Maus.

a) stimmt          b) stimmt nicht

Die Schlussfolgerung, dass Peter eine Maus ist, ist falsch. Es ist zwar richtig, dass Peter, wie auch alle Mäuse, zwei Beine hat. Die Eigenschaft, zwei Beine zu haben, ist in diesem Syllogismus aber das Prädikat. Es ist also die Eigenschaft, die sowohl den Mäusen als auch Peter zugesprochen wird. Es fehlt aber ein eindeutiger Mittelbegriff, der die beiden Subjekte (die Mäuse und Peter) miteinander verknüpft. Deshalb ist es nicht möglich, bei diesem Syllogismus eine logische Schlussfolgerung zu ziehen.


Fazit zum Syllogismus im Einstellungstest der Polizei

Eigentlich sind Syllogismen schnell erklärt. So gibt es immer zwei Voraussetzungen, aus denen sich eine Schlussfolgerung ergibt. Ihre Aufgabe ist, zu ermitteln, ob bzw. welche Schlussfolgerung stimmt.

Um etwas Verwirrung zu stiften, sind die Aussagen in den Übungen aber oft ziemlich weit von der Realität entfernt. Wichtig ist deshalb, dass Sie sich nur auf die sprachlogischen Aussagen konzentrieren und beurteilen, ob die Schlussfolgerung formal richtig ist.

Behalten Sie außerdem die Regeln im Hinterkopf, die wir Ihnen oben genannt haben. Und: Berücksichtigen Sie den grundlegenden Aufbau, nach dem die erste Voraussetzung (Obersatz) allgemein und die zweite Voraussetzung (Untersatz) spezifischer ist. In den Aufgaben kann diese Reihenfolge vertauscht sein.

Wenn Sie sich noch nie mit (absurden) Schlussfolgerungen beschäftigt haben, können die Aufgaben zum echten Stolperstein werden. Mit einer guten Vorbereitung und etwas Übung werden Sie Syllogismen aber schnell durchschauen. Wir haben für Sie Testpakete vorbereitet, mit denen Sie gezielt für den Logiktest üben können.

Und als kleine Einstimmung haben wir jetzt noch fünf kleine Beispielaufgaben für Sie. Können Sie diese lösen?!


1. Alle Fische haben Läuse. Läuse sind bunt. Also haben alle Fische bunte Läuse.

a) stimmt          b) stimmt nicht


2. Einige Bäume trinken Milch. Milch kann bellen. Deshalb können einige Bäume bellen.

a) stimmt          b) stimmt nicht


3. Manche Menschen sind Linkshänder. Einige Linkshänder sind müde. Daraus folgt: Einige Menschen sind müde.

a) stimmt          b) stimmt nicht


4. Einige Köche sind Lehrer. Alle Lehrer sind Maler. Folglich sind einige Köche Maler.

a) stimmt          b) stimmt nicht


5. Alle Steine sind Gabeln. Gabeln können lesen. Welche Schlussfolgerung lässt sich daraus ziehen?

a) Wer lesen kann, ist ein Stein.
b) Alle Gabeln sind Steine.
c) Alle Steine können lesen.
d) Keine Schlussfolgerung stimmt.


Lösungen: 1a, 2b, 3b, 4a, 5c