Natürlich können Sie auch unvorbereitet am Auswahlverfahren der Polizei teilnehmen. Doch die Chancen, dass Sie dann erfolgreich abschneiden, sind sehr gering. Dabei können Sie, gewusst wie, schon in wenigen Wochen fit für den Einstellungstest sein!

Ein bundesweit einheitliches Auswahlverfahren gibt es nicht. Das liegt daran, dass die Polizei Sache der Bundesländer ist. Jedes Bundesland hat also seine Landespolizei. Dazu kommt die Bundespolizei als eigenständige Behörde mit eigenem Aufgabengebiet. Und weil jede Polizei die Abläufe und die Inhalte ihres Auswahlverfahrens selbst festlegt, unterscheiden sich die Einstellungstests voneinander. Doch trotz der Unterschiede ist der grundlegende Aufbau gleich. So setzen sich alle Auswahlverfahren aus vier elementaren Prüfungsbausteinen zusammen, nämlich

  • einer schriftlichen Prüfung,
  • einem Sporttest,
  • mündlichen Prüfungsteilen und
  • einer polizeiärztlichen Untersuchung.

Diese vier Prüfungsbausteine sind verschieden ausgestaltet. Bevor Sie mit Ihrer Vorbereitung beginnen, sollten Sie sich deshalb zunächst einmal informieren, wie Ihr Einstellungstest ablaufen wird. Surfen Sie dazu zur Homepage Ihrer Polizei. Dort ist das Eignungsauswahlverfahren genau erklärt. Wenn Sie Fragen haben, können Sie sich außerdem jederzeit an Ihren Einstellungsberater wenden. Er gibt Ihnen Auskunft und hat sicher auch den einen oder anderen Tipp parat. Auf unserer Seite finden Sie natürlich ebenfalls jede Menge Infos und Tipps!

Warum ist die Vorbereitung überhaupt wichtig?

Vielleicht werden Sie sich fragen, warum Sie sich überhaupt auf den Einstellungstest vorbereiten sollten. Der schriftliche Test wird schon nicht so schwer sein, auf sportlicher Ebene sind Sie topfit und Vorstellungsgespräche haben Sie auch schon geführt. Natürlich zwingt Sie niemand dazu, sich vorzubereiten. Und selbstverständlich ist es nicht völlig ausgeschlossen, dass Sie den Test auch ohne gezielte Vorbereitung bestehen. Allerdings stehen die Chancen darauf nicht besonders gut. Denn die Auswahlverfahren der Polizeien sind anspruchsvoll. Die sehr hohen Durchfallquoten kommen schließlich nicht von ungefähr. Die Polizei erwartet natürlich keine übermenschlichen Leistungen. Aber sie möchte die Besten finden. Und aus diesem Grund müssen Sie Ihr Wissen und Können in vielen verschiedenen Bereichen unter Beweis stellen. Dazu kommt, dass es nicht reicht, wenn Sie den Test nur irgendwie bestehen. Damit es am Ende mit einer Einstellung klappt, müssen Sie eine gute Platzierung in der Rangliste schaffen. Denn die Stellenvergabe erfolgt in der Reihenfolge der Ranglistenplatzierungen. Wenn Sie am unteren Ende der Rangliste stehen, kann es also gut sein, dass Sie keine Zusage bekommen, obwohl Sie den Test bestanden hatten. Für Sie bedeutet das: Wenn Sie Polizist werden wollen, müssen Sie den Einstellungstest bestehen und dabei möglichst gut abschneiden. Und damit das klappt, führt an einer gezielten Vorbereitung kein Weg vorbei.

Aber: Sie müssen sich nicht verrückt machen!

Dass Sie sich gezielt und gründlich auf den Einstellungstest vorbereiten sollten, heißt aber nicht, dass Sie sich verrückt machen müssen. Es ist nicht notwendig, dass Sie Tag und Nacht für die Auswahlprüfung trainieren. Oder alle Onlinetests und sämtliche Literatur, die Sie irgendwo finden, genauestens durcharbeiten. Sie werden wesentlich mehr davon haben, wenn Sie die Sache mit Sinn und Verstand angehen. Wenn Sie gezielt üben, werden Sie in kurzer Zeit alles draufhaben, was Sie für ein erfolgreiches und gutes Abschneiden brauchen. Und wie Sie für die verschiedenen Testabschnitte trainieren können, lesen Sie in den folgenden Abschnitten.

Zwei grundsätzliche Punkte bei Ihrer Vorbereitung

Unabhängig von den einzelnen Prüfungsabschnitten sollten Sie zwei Dinge unbedingt in Ihre Vorbereitung einbauen:

  1. Beschäftigen Sie sich intensiv mit der Polizei. Informieren Sie sich über die Polizei als Behörde, über ihre Aufgaben und über ihre Strukturen. Recherchieren Sie über den Polizeiberuf, die Anforderungen, die Besonderheiten, die Vor- und die Nachteile. Machen Sie sich außerdem speziell über die Polizei, bei der Sie sich beworben haben, schlau und behalten Sie im Blick, was sich bei ihr Neues tut. Wissen über die Polizei und den Polizeiberuf werden Sie an vielen Stellen im Einstellungstest brauchen. Außerdem sollten Sie schlüssig erklären können, warum Sie eigentlich Polizist werden wollen.
  2. Verfolgen Sie das aktuelle Zeitgeschehen. Lesen Sie Zeitung und schauen Sie Nachrichten. Bleiben Sie über wichtige politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Ereignisse auf dem Laufenden. Bedeutsame Geschehnisse und aktuelle Entwicklungen werden sehr häufig auch im Einstellungstest zum Thema.

Die Vorbereitung auf den schriftlichen Prüfungsteil

Der schriftliche Prüfungsteil wird bei den meisten Polizeien computergestützt durchgeführt. Aus diesem Grund wird auch vom PC-Test gesprochen. Bei anderen Polizeien wiederum ist vom Leistungstest, vom Intelligenztest oder vom Grundfähigkeitstest die Rede. Und der erste Testabschnitt bei der schriftlichen Prüfung ist meist ein Deutschtest. Hier schreiben Sie üblicherweise ein Diktat, wobei es sich vielfach um ein Lückendiktat handelt. Lückendiktat heißt, dass Sie nicht den ganzen Text mitschreiben, sondern nur die leeren Felder ausfüllen müssen. Nach dem Deutschtest stehen Aufgaben und Fragen aus verschiedenen anderen Themenbereichen auf dem Programm. Inhaltliche Schwerpunkte sind dabei meist

  • sprachliche Kenntnisse und Fähigkeiten,
  • Allgemein- und Fachwissen,
  • Mathe,
  • logisches, abstraktes, räumliches und visuelles Denkvermögen sowie
  • Konzentrationsfähigkeit und Erinnerungsvermögen.

Für die Vorbereitung auf den schriftlichen Prüfungsteil sollten Sie ungefähr vier Wochen einplanen. Eine gute Strategie ist, wenn Sie zunächst einen kompletten Übungstest durcharbeiten. So können Sie herausfinden, welche Themenfelder und Aufgabentypen Ihnen gut liegen und in welchen Bereichen Sie Nachholbedarf haben. Anschließend können Sie die Themenfelder, die Ihnen Schwierigkeiten bereiten, gezielt üben.

Generell können Sie sich auf den schriftlichen Prüfungsteil mit Übungsaufgaben am besten vorbereiten. Denn so lernen Sie die verschiedenen Aufgabentypen beim Einstellungstest kennen und eignen sich an, wie Sie beim Lösen vorgehen müssen. Zusätzlich dazu können Sie Rätsel lösen und Quizspiele spielen. So lockern Sie die Vorbereitung auf unterhaltsame Art auf.

Das Training für den Sporttest

Ob Sie die sportliche Fitness für den Polizeidienst mitbringen, müssen Sie beim Sporttest unter Beweis stellen. Eine Ausnahme bilden die Polizeien in Nordrhein-Westfalen und in Sachsen-Anhalt. Hier gehört der Sporttest nicht zum Auswahlverfahren. Stattdessen müssen Sie das aktuelle Deutsche Sportabzeichen als Nachweis für Ihre sportliche Leistungsfähigkeit vorlegen. Bei der baden-württembergischen Polizei wiederum müssen Sie nur dann eine Sportprüfung ablegen, wenn Sie kein Sportabzeichen vorweisen können. Bei allen anderen Polizeien steht im Verlauf des Auswahlverfahrens eine Sportprüfung an. Diese ist aber recht unterschiedlich gestaltet, sowohl was den Umfang als auch was die Zusammenstellung der Disziplinen angeht. Insgesamt stehen beim Sporttest jedoch vier Merkmale im Fokus, nämlich

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  • Ihre Kondition,
  • Ihre Schnelligkeit,
  • Ihre Kraft und
  • Ihre Geschicklichkeit.

Die Vorbereitung auf den Sporttest wird vermutlich die meiste Zeit in Anspruch nehmen. Und sechs bis acht Wochen sollten Sie dafür auf jeden Fall einplanen. Das gilt übrigens auch dann, wenn Sie sportlich und fit sind. Denn die Sportprüfung beinhaltet oft Disziplinen, die nicht zu Ihrem normalen Trainingsprogramm gehören und deshalb Fertigkeiten fordern, die Ihnen vielleicht nicht ganz so gut liegen werden.

Die Grundlage für das gesamte Sportprogramm ist eine solide Kondition. Und um Ihre Ausdauer zu stärken, ist ein Lauftraining ideal. Dabei sollten Sie nach Möglichkeit dreimal pro Woche trainieren, jeweils mit zwei Tagen Pause dazwischen. Die Pausen sind wichtig, damit der Körper die Trainingsimpulse verarbeiten kann. Einen Trainingstag wiederum können Sie wie folgt gestalten:

  • Zuerst laufen Sie sich etwa zehn Minuten lang warm. Laufen Sie dabei locker und entspannt.
  • Nach dem Aufwärmen folgt ein Intervalltraining. Dazu sprinten Sie über 100 Meter, legen eine Gehpause von zwei Minuten ein, sprinten erneut über 100 Meter und machen wieder eine zweiminütige Erholungspause im Gehen. Diese Intervalle wiederholen Sie insgesamt fünfmal. Im weiteren Trainingsverlauf können Sie die Sprintdistanz dann auf 200 Meter steigern oder die Anzahl der Intervalle erhöhen.
  • Die nächste Disziplin ist ein Ausdauerlauf über 30 Minuten. Wenn Sie sportlich und fit sind, können Sie versuchen, Ihr Lauftempo im letzten Drittel des Laufs etwas anzuziehen.
  • Zum Schluss laufen Sie locker aus.

Ein regelmäßiges Lauftraining über sechs bis acht Wochen führt zu einer guten Kondition. Durch die Sprints trainieren Sie zudem Ihre Schnelligkeit. Als Ergänzung können Sie Klimmzüge, Liegestütze oder Hindernisläufe in Ihr Training einbauen. So tun Sie etwas für Ihre Kraft und Ihre Geschicklichkeit.

Übungen bei Ihrem Sporttest drankommen und trainieren Sie auch diese Disziplinen gezielt. Es bringt nichts, wenn Sie nur Klimmzüge üben, beim Sporttest aber Bankdrücken ansteht. Zwischendurch sollten Sie zudem die gesamte Sportprüfung absolvieren. Denn beim Einstellungstest müssen Sie die Übungen auch nacheinander, ohne Pausen dazwischen schaffen. Und noch ein Tipp: Versuchen Sie so zu trainieren, dass Ihre Trainingsleistungen etwa 20 Prozent besser sind als die geforderten Mindestleistungen beim Sporttest. Dadurch verschaffen Sie sich einen Leistungspuffer, falls es beim Einstellungstest nicht optimal laufen sollte.

Vergessen Sie den Ergometertest nicht!

Ein fester Bestandteil bei jedem Einstellungstest ist die polizeiärztliche Untersuchung. Durch einen umfassenden medizinischen Check möchte die Polizei sicherstellen, dass Sie jetzt und in Zukunft die notwendige Gesundheit für den Polizeidienst mitbringen. Auf die Untersuchung können und müssen Sie sich nicht großartig vorbereiten. Denn Ihre Gesundheit ist nun einmal so, wie sie ist.

Aber es gibt einen Test im Rahmen der polizeiärztlichen Untersuchung, für den Sie trainieren sollten: den Ergometertest. Beim Ergometertest sitzen Sie auf einem Fahrradergometer und müssen mehrere Minuten lang in die Pedale treten. In einem bestimmten Intervall wird die Belastung dabei gesteigert. Nun ist für viele Bewerber die Belastung aber nicht das Problem. Was stattdessen zum Stolperstein wird, ist ein zu hoher Puls. Damit Ihnen das nicht passiert, sollten Sie für den Ergometertest trainieren. Am besten kombinieren Sie dafür ein Ausdauertraining mit einem gezielten Belastungstraining:

  • Beim Ausdauertraining können Sie etwa 45 Minuten lang bei mäßiger Belastung und lockerem Tempo in die Pedale treten.
  • Beim Belastungstraining können Sie fünf Intervalle aus drei Minuten bei hoher Belastung und zwei Minuten Erholung bei geringer Belastung absolvieren.

Wenn Sie so ein- bis zweimal pro Woche trainieren, sollte Ihr Puls beim Einstellungstest unter den Grenzwerten bleiben. Und dieses Training kommt Ihnen natürlich nicht nur beim Ergometertest zugute, sondern trägt insgesamt zu einer soliden Kondition bei. Wenn Sie nicht auf einem Fahrradergometer trainieren können, dann gehen Sie stattdessen laufen und fahren Sie Fahrrad.

Die Vorbereitung auf die mündlichen Prüfungsteile

Die mündliche Prüfung beinhaltet immer ein Einzelgespräch. Das Einzelgespräch ersetzt das Vorstellungsgespräch und wird meist als strukturiertes oder teilstrukturiertes Interview durchgeführt. Strukturiert heißt, dass die Prüfer einen bestimmten Fragenkatalog vor sich haben, den sie Punkt für Punkt mit Ihnen durcharbeiten. Dabei werden allen Bewerbern dieselben Fragen gestellt und die Bewertung erfolgt nach einem festgelegten Schema. Dadurch ist es möglich, das Gespräch objektiv auszuwerten und die Ergebnisse miteinander zu vergleichen.

Je nach Polizei und Laufbahn kann die mündliche Prüfung dann noch weitere Tests beinhalten. Hierbei handelt es sich üblicherweise um eine Gruppenaufgabe oder Gruppendiskussion, die Sie zusammen mit Ihren Mitbewerbern bearbeiten. Oder Sie spielen ein Rollenspiel, bei dem ein Prüfer in die Rolle Ihres Gegenspielers schlüpft. Manchmal müssen Sie auch einen kurzen Vortrag halten.

Auf die mündliche Prüfung können Sie sich nur bedingt vorbereiten, denn Sie können nicht wissen, welche Fragen Ihnen gestellt werden und welche Themen drankommen. Das ist aber nicht weiter schlimm. Denn bei der mündlichen Prüfung geht es um Sie und Ihre Persönlichkeit. Bleiben Sie deshalb natürlich und verstellen Sie sich nicht. Natürlich sollten Sie sich über die Aufgaben informieren, die Sie erwarten. Und Sie sollten sich die gängigen Vorstellungsgesprächsfragen anschauen.

  • Warum wollen Sie Polizist werden?
  • Warum haben Sie sich ausgerechnet bei der Polizei … beworben?
  • Wie stellen Sie sich einen typischen Arbeitstag als Polizist vor?
  • Was sind Ihre Stärken, was Ihre Schwächen?
  • Erzählen Sie uns etwas über sich!

sind Fragen, auf die Sie eine Antwort parat haben sollten. Aber lernen Sie keine Antworten auswendig! Überlegen Sie sich nur, was Sie antworten werden, und formulieren Sie dann spontan. Alles andere wirkt unglaubwürdig. Ansonsten fahren Sie am besten, wenn Sie ehrlich antworten, immer höflich bleiben, aktiv mitmachen und sich so geben, wie Sie wirklich sind. Das gilt auch für die anderen Bestandteile der mündlichen Prüfung.

Der Zeitplan für Ihre Vorbereitung auf einen Blick

Wie viel Zeit Sie brauchen werden, um gut vorbereitet am Auswahlverfahren teilzunehmen, ist natürlich eine individuelle Sache. Wenn Sie beispielsweise schon seit jeher sehr sportlich sind, werden Sie schneller fit für den Sporttest sein, während Ihre Vorbereitung länger dauern wird, wenn Sie bisher kaum Sport getrieben haben. Daneben hängt die Vorbereitungszeit davon ab, wie viel Zeit Sie überhaupt investieren können. Schließlich werden Sie sich meist neben der Schule oder dem Job vorbereiten müssen und nicht jeden Tag Zeit und Lust haben, um für den Einstellungstest zu üben. Als kleine Orientierungshilfe kann Ihr Zeitplan aber ungefähr so aussehen:

8 Wochen vorher Start der Vorbereitung auf die Sportprüfung und den Ergometertest
4 Wochen vorher Start der Vorbereitung auf den schriftlichen Prüfungsteil
2 Wochen vorher Start der Vorbereitung auf den mündlichen Prüfungsteil
am Tag vorher Ausruhen und entspannen! Morgen ist der große Tag!

Passen Sie den Zeitplan jedoch unbedingt auf Ihre Bedürfnisse an!