Immer wenn Sie sich mit dem Einstellungstest der Polizei beschäftigen, werden Sie den Ratschlag lesen, dass Sie sich gut darauf vorbereiten sollten. Sie werden regelmäßig darauf hingewiesen, dass die Chancen auf ein erfolgreiches Bestehen und ein gutes Abschneiden ohne gezielte Vorbereitung verschwindend gering sind. Doch wie sieht eine optimale Vorbereitung aus?

Um aus den vielen Bewerbern die Besten herauszufiltern, führt die Polizei ein umfangreiches Auswahlverfahren durch. Strenggenommen ist es aber gar nicht die Polizei. Denn in Deutschland ist die Polizei Ländersache. Deshalb hat jedes Bundesland seine eigene Landespolizei. Zusätzlich dazu gibt es die Bundespolizei als eigenständige Behörde mit separatem Aufgabengebiet. Und weil jede Polizei ihr Auswahlverfahren selbst gestaltet, gibt es keinen bundesweit einheitlichen Einstellungstest. Stattdessen läuft der Einstellungstest bei jeder Polizei ein wenig anders ab. Die Unterschiede machen sich unter anderem in der Dauer der Auswahlverfahren und den thematischen Schwerpunkten bemerkbar. Allerdings sind die Unterschiede nicht ganz so gravierend. Das heißt: Die Einstellungstests sind zwar nicht identisch, insgesamt aber doch sehr ähnlich. Und die grundlegenden Prüfungsbausteine sind überall gleich. Was das für Ihre Vorbereitung bedeutet, erklären wir Ihnen in diesem Beitrag. Und jede Menge Tipps, wie Sie beim Üben am besten vorgehen, gibt’s natürlich obendrauf!

Bevor Sie mit der Vorbereitung beginnen

Die Einstellungstests der Polizeien setzen sich alle aus vier grundlegenden Prüfungsbausteinen zusammen. Bei diesen Bausteinen handelt es sich um

  • schriftliche Prüfungsteile,
  • den Sporttest,
  • mündliche Prüfungsteile und
  • die polizeiärztliche Untersuchung.

Die einzelnen Prüfungsteile sind aber unterschiedlich ausgestaltet. Bevor Sie Ihre Vorbereitung auf den Einstellungstest starten, sollten Sie deshalb die Internetseite Ihrer Polizei besuchen. Dort ist genau beschrieben, wie das Auswahlverfahren abläuft. Neben Infos gibt es zudem oft Videos und manchmal auch ein paar Übungsaufgaben. Damit wissen Sie schon einmal ziemlich gut, was auf Sie zukommt und was Sie üben sollten. Gleichzeitig riskieren Sie nicht, dass Sie sich auf Testbausteine vorbereiten, die gar nicht drankommen, während Sie andere, wichtige Testteile auslassen. Vor allem beim Sporttest könnte das äußerst ärgerlich sein!

Ein weiterer guter Tipp lautet: Stellen Sie sich einen Zeitplan auf. Grundsätzlich sollten Sie für die Vorbereitung auf den Einstellungstest mindestens drei Monate einplanen. So haben Sie genug Zeit, um alle Prüfungsteile in Ruhe und ohne Zeitdruck zu üben. Und Sie müssen keine Angst haben, dass Ihre Vorbereitung umsonst war, weil Sie gar nicht zum Auswahltest eingeladen werden. Wenn Sie die formalen Einstellungskriterien erfüllen und Ihre Bewerbung innerhalb der Bewerbungsfrist eingereicht haben, bekommen Sie auch eine Einladung.

Informieren Sie sich gründlich über Ihre Polizei!

Ein ganz grundsätzlicher Punkt bei Ihrer Vorbereitung sollte sein, dass Sie sich gründlich über die Polizei informieren. Machen Sie sich dabei zum einen allgemein über die Polizei als Behörde und zum anderen speziell über die Polizei, bei der Sie sich bewerben, schlau. Was zeichnet die Polizei aus? Wie ist die Polizei organisiert? Was sind ihre Aufgaben? Was sind die wichtigsten Eckpunkte in der Polizeigeschichte? Welche Laufbahnen gibt es? Wie heißt der Polizeipräsident? Welchem Ministerium untersteht die Polizei? Was sind die Vorteile und was die Nachteile vom Polizeiberuf? Welche Eigenschaften sollte ein Polizist haben? All das sind Fragen, auf die Sie eine Antwort haben sollten. Überlegen Sie sich außerdem, warum Sie Polizist werden möchten. Und warum Sie sich ausgerechnet bei dieser Landespolizei oder der Bundespolizei und nicht bei einer anderen Polizei beworben haben. Dieses Wissen werden Sie an vielen Stellen im Einstellungstest brauchen. Denn wie jeder andere Arbeitgeber möchte auch die Polizei herausfinden, ob Sie sich mit Ihrem künftigen Berufsalltag auseinandergesetzt haben und wissen, was auf Sie zukommt. Und sie möchte etwas über Ihre Motivation erfahren. Wissen rund um die Polizei kann deshalb bei der schriftlichen Prüfung, bei Rollenspielen und Gruppenaufgaben und natürlich auch beim Einzelgespräch zum Thema werden.

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Die Vorbereitung auf die schriftlichen Prüfungsteile

Die schriftlichen Prüfungsteile umfassen Fragen und Aufgaben aus verschiedenen Themenbereichen. Meist handelt es sich dabei um Themenfelder wie

  • Deutsch
  • Allgemeinwissen und Fachwissen
  • Mathe
  • logisches, abstraktes und räumliches Denkvermögen
  • technisches Verständnis
  • Konzentrationsvermögen und Merkfähigkeit

Bei den meisten Polizeien gliedern sich die schriftlichen Prüfungsteile in mehrere Abschnitte. Den Anfang dabei macht üblicherweise der Deutschtest und hier steht meist ein Diktat auf dem Programm. Das Diktat wiederum ist vielfach ein Lückendiktat. Sie müssen folglich nicht den ganzen Text mitschreiben, sondern nur die Lücken auffüllen. Auf den Deutschtest folgt ein allgemeiner Leistungstest. Der Leistungs- oder Intelligenztest kann einen Testabschnitt bilden oder noch einmal in zwei oder mehr einzelne Testabschnitte unterteilt sein. Während Sie für die schriftlichen Prüfungsteile beispielsweise bei der Hamburger Polizei noch ganz klassisch Prüfungsbögen aus Papier bekommen, werden die Tests bei den meisten anderen Polizeien computergestützt durchgeführt. Und die Fragen sind größtenteils Multiple-Choice-Aufgaben. Zu der Frage werden Ihnen also mehrere Antwortmöglichkeiten vorgeben und Sie müssen die richtige Antwort daraus auswählen.

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So bereiten Sie sich richtig vor

  • Lösen Sie Übungsaufgaben. In Büchern, im Internet und natürlich auf unserer Webseite finden Sie allerlei Übungsaufgaben und Online-Tests. Durch die Übungsaufgaben verschaffen Sie sich einen Überblick über die Inhalte, die beim Einstellungstest abgefragt werden. Außerdem lernen Sie die verschiedenen Aufgabentypen kennen. Vor allem im Bereich Logik wird Ihnen dieses Wissen sehr zugutekommen. Denn die Aufgabenarten basieren auf bestimmten Mustern. Und wenn Sie die Muster einmal durchschaut haben, wissen Sie, wie Sie vorgehen müssen. Dadurch können Sie die Aufgaben leichter und schneller lösen. Und durch das Lösen von Übungsaufgaben auf Zeit trainieren Sie nebenbei auch die Prüfungssituation.
  • Halten Sie sich über das aktuelle Zeitgeschehen auf dem Laufenden. Lesen Sie dazu die Zeitung und verfolgen Sie die Nachrichten. Wichtige Ereignisse aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft werden oft auch im Einstellungstest zum Thema.
  • Wiederholen Sie die wichtigsten Regeln zur Rechtschreibung und zur Zeichensetzung. Und lesen Sie. Je mehr Sie lesen, desto mehr prägen Sie sich ein, wie etwas geschrieben und grammatikalisch richtig formuliert wird.
  • Schauen Sie sich die Grundrechenarten an und üben Sie das Ein-mal-eins. Sie werden bei den Matheaufgaben viel Zeit sparen, wenn Sie die Rechnungen schnell im Kopf ausrechnen können.
  • Schauen Sie Quizsendungen und raten Sie mit. Lösen Sie Kreuzwort- und Bilderrätsel, bearbeiten Sie Fehlersuchbilder und spielen Sie Wort- und Buchstabenspiele. Auf diese Weise trainieren Sie Ihre Allgemeinbildung und lockern die Vorbereitung gleichzeitig unterhaltsam auf.
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Die Vorbereitung auf den Sporttest

In Nordrhein-Westfalen und in Sachsen-Anhalt findet keine Sportprüfung statt. Hier brauchen Sie das aktuelle Deutsche Sportabzeichen als Nachweis für Ihre sportliche Fitness. In Baden-Württemberg müssen Sie nur dann einen Sporttest absolvieren, wenn Sie das Sportabzeichen nicht haben. Bei allen anderen Polizeien ist der Sporttest ein fester Bestandteil des Auswahlverfahrens. Welche Disziplinen bei der Sportprüfung auf dem Programm stehen, ist unterschiedlich. Grundsätzlich geht es beim Sporttest aber um vier Kriterien, nämlich

  1. Ausdauer,
  2. Schnelligkeit,
  3. Geschicklichkeit und
  4. Kraft

Zu den typischen Übungen beim Sporttest gehören neben einem Ausdauerlauf beispielsweise der Kasten-Bumerang-Test, Klimmzüge, Bankdrücken oder ein Hindernis-Parcours.

So bereiten Sie sich richtig vor

  • Informieren Sie sich, welche Übungen Sie bei Ihrem Einstellungstest erwarten und welche Leistungen Sie dabei schaffen müssen. Diese Disziplinen sollten Sie gezielt trainieren. Das gilt auch dann, wenn Sie sehr sportlich sind. Denn beim Sporttest stehen oft Disziplinen auf dem Programm, die so nicht zu Ihrem üblichen Trainingsprogramm gehören. Wenn Sie beispielsweise viel laufen, wird Ihre Kondition zwar sehr gut sein. Doch Kraftdisziplinen und Geschicklichkeitsübungen können Sie schnell an Ihre Grenzen bringen.
  • Trainieren Sie die verschiedenen Disziplinen zunächst einzeln. Anschließend sollten Sie den gesamten Sporttest üben. Denn bei der Sportprüfung gibt es keine Pausen zwischen den einzelnen Disziplinen, sondern sie finden alle direkt nacheinander statt. Dadurch ist die Belastung noch einmal ganz anders.
  • Versuchen Sie eine regelmäßige Trainingsleistung zu erzielen, die etwa 20 Prozent höher ist als die geforderte Mindestleistung bei der Sportprüfung. Dadurch schaffen Sie sich einen Leistungspuffer, falls sie beim Test einen schlechten Tag erwischen oder sehr nervös sind. Außerdem werden Sie sich sicherer fühlen, wenn Sie wissen, dass Sie die Übungen im Training immer locker geschafft haben.

Die Vorbereitung auf die mündlichen Prüfungsteile

Die mündliche Prüfung beinhaltet immer ein Einzelgespräch. Dieses Einzelgespräch ersetzt das klassische Vorstellungsgespräch. Bei dem Gespräch möchte die Polizei Sie als Person kennenlernen, Ihre Persönlichkeit unter die Lupe nehmen und etwas über Ihre Motivation erfahren. Dabei wird das Einzelgespräch meist als strukturiertes oder teilstrukturiertes Interview geführt. Die Prüfer haben dafür einen Fragenkatalog vor sich, den sie Frage für Frage mit Ihnen durcharbeiten. Dadurch werden allen Bewerbern dieselben Fragen in identischer Reihenfolge gestellt. Für die Bewertung der Antworten gibt es ebenfalls ein festgelegtes Schema, meist handelt es sich dabei um eine Skala mit Punkten oder Noten. Die Ergebnisse des Einzelgesprächs fließen oft in Ihre Gesamtnote ein.

So bereiten Sie sich vor

Auf die mündliche Prüfung können Sie sich nur bedingt vorbereiten. Denn Sie können nicht wissen, welche Fragen Ihnen gestellt werden und welche Aufgaben Sie lösen müssen. Im Zuge der Vorbereitung sollten Sie deshalb

  • Ihre Selbstpräsentation vorbereiten. Was macht Sie als Mensch aus? Was sollten andere unbedingt über Sie wissen?
  • überlegen, warum Sie unbedingt Polizist werden möchten. Warum haben Sie sich beworben? Und warum ausgerechnet bei dieser Polizei? Woher kommt Ihr Berufswunsch?
  • Infos über die Polizei zusammentragen. Wie stellen Sie sich den Berufsalltag vor?
  • die typischen Fragen im Bewerbungsgespräch durchgehen. Was sind Ihre Stärken, was Ihre Schwächen? Was möchten Sie beruflich erreichen?
  • auf der Internetseite Ihrer Polizei nachsehen, ob weitere mündliche Prüfungsteile vorgesehen sind und wie sie ablaufen.

Viel mehr können Sie nicht machen. Aber das brauchen Sie auch nicht. Denn bei der mündlichen Prüfung zählt vor allem, dass Sie natürlich und authentisch bleiben. Lernen Sie keine Antworten auswendig, verstellen Sie sich nicht und versuchen Sie nicht, perfekt zu sein. Antworten Sie stattdessen spontan und geben Sie sich so, wie Sie wirklich sind. Damit fahren Sie am besten!

Die Vorbereitung auf die polizeiärztliche Untersuchung

Die polizeiärztliche Untersuchung, die zu jedem Auswahlverfahren dazugehört, soll sicherstellen, dass Sie jetzt und langfristig die notwendige Gesundheit für den Polizeiberuf mitbringen. Ob Sie Vorerkrankungen oder gesundheitliche Einschränkungen haben, wissen Sie selbst. Und Ihren Gesundheitszustand werden Sie nicht großartig beeinflussen können.

Es gibt allerdings einen Test innerhalb der Untersuchung, auf den Sie sich vorbereiten können und auch unbedingt sollten: den Ergometertest. Beim Ergometertest sitzen Sie auf einem Fahrrad-Ergometer und müssen Sie eine gewisse Zeit lang in die Pedale treten. Die Geschwindigkeit wird dabei stufenweise erhöht. Für die Einschätzung Ihrer Polizeidiensttauglichkeit ist die Belastungskurve, die Ihren Puls bei Belastung misst, sehr wichtig. Erstaunlicherweise scheitern viele Bewerber am Ergometertest, obwohl sie eigentlich körperlich fit und sportlich sind. Trainieren Sie deshalb gezielt auf dem Fahrrad-Ergometer. So können Sie Einfluss darauf nehmen, wie sich Ihr Puls bei Belastung verhält.