Wie viele Polizisten arbeiten eigentlich in Deutschland? Wie ist die Verteilung? Und wie groß ist das Vertrauen in die Polizei? Hier sind die Zahlen dazu!

Immer mehr Großveranstaltungen, eine steigende Streit- und Gewaltbereitschaft, gesellschaftliche Differenzen, eine erhöhte Terrorgefahr: Es vergeht kaum ein Tag, an dem der Wunsch nach mehr Polizei nicht geäußert wird. Dabei ist es nicht nur die Bevölkerung, die sich mehr Polizisten wünscht. Auch die Bundesländer und der Bund sind sich zumindest in dem Punkt weitestgehend einig, dass die Anzahl der Einsatzkräfte erhöht werden muss. Wie viele neue Stellen es werden sollen und wie schnell die Polizei personell aufgestockt werden soll und kann, muss jedoch noch ausdiskutiert werden. Nur: Wie viele Polizisten sind eigentlich im Einsatz? Und wie sieht es in den einzelnen Bundesländern aus? Diesen Fragen gehen wir im Folgenden nach.

Die Anzahl der Polizisten in Deutschland

In Deutschland ist die Polizei Sache der Bundesländer. Jedes Bundesland hat somit seine eigene Landespolizei und bestimmt die Rahmenbedingungen selbst. Dazu kommen die Bundespolizei und das Bundeskriminalamt, die eigenständige Behörden sind und ihre eigenen Aufgabenbereiche haben. Zentrale Statistiken gibt es deshalb nicht. Stattdessen arbeitet jede Polizei mit ihren eigenen Zahlen. Doch das heißt das natürlich nicht, dass es nicht möglich wäre, herauszufinden, wie viele Polizeibeamte für Sicherheit und Ordnung sorgen. Hier sind die Zahlen (Stand 2016):

Die Polizeidichte

Wie viele Polizisten den Bundesländern und den Polizeibehörden zur Verfügung stehen, ist die eine Seite. Die andere Seite ist die Polizeidichte. Sie bemisst sich nach der Anzahl der Polizisten pro 100.000 Einwohner. Damit bringt die Polizeidichte zum Ausdruck, wie stark die Polizei personell aufgestellt ist. Dabei zeigen sich bei der Polizeidichte aber große Unterschiede (Stand 2016):

Auf den ersten Blick mag es verwundern, dass die Polizeidichte ausgerechnet in den drei Stadtstaaten am höchsten ist. Schließlich gehören Berlin, Hamburg und Bremen zu den kleinen Bundesländern. Für die hohe Polizeidichte gibt es aber eine simple Erklärung: Zu den Einwohnern kommen jedes Jahr Millionen von Besuchern dazu und es finden regelmäßig Großveranstaltungen statt. Zudem ist die Kriminalitätsrate in Großstädten generell höher als in ländlichen Regionen. Aus diesem Grund ist der Personalbedarf in den Stadtstaaten höher.

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Insgesamt zeichnen sich bei der personellen Ausstattung der Polizei drei Gruppen ab. Die erste Gruppe bilden die Stadtstaaten mit einer vergleichsweise hohen Polizeidichte. Danach kommen die neuen Bundesländer und als Schlusslicht folgen die westdeutschen Bundesländer. Lediglich Bayern bildet eine Ausnahme. Allerdings bezieht Bayern, ebenso wie Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und die Bundespolizei, nicht nur die Vollzugsbeamten, sondern auch die Verwaltungsmitarbeiter in seine Zahlen ein. Selbst wenn die Verwaltungsmitarbeiter abgezogen werden, ist das Verhältnis zwischen Polizisten und Einwohnern in Bayern und Brandenburg aber noch immer besser als in vielen anderen Bundesländern. Im Unterschied dazu würde Nordrhein-Westfalen, das immerhin das Bundesland mit den meisten Einwohnern ist, auf dem letzten Platz landen. In keinem anderen Bundesland kommen, nach Abzug der Verwaltungsmitarbeiter, so wenig Polizeivollzugsbeamten auf 100.000 Einwohner wie hier. Inzwischen hat Nordrhein-Westfalen diese Problematik aber erkannt und steuert gegen. So wurden in Nordrhein-Westfalen, ebenso wie in sechs weiteren Bundesländern, in den vergangenen fünf Jahren neue Stellen geschaffen. Konkret lag das Plus an Einstellungen bei 1,5 Prozent. Einsamer Spitzenreiter bei der Aufstockung der Einsatzkräfte ist jedoch Bayern. Hier wurde die Personaldecke um satte acht Prozent verstärkt. In neun Bundesländern hingegen sind Stellen gestrichen worden. Den größten Stellenabbau gab es dabei in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) schätzt, dass in Deutschland seit 1997 mindestens 16.000 Stellen im Polizeidienst wegrationalisiert wurden. Und nun gilt es, diese Lücken wieder zu schließen.

Das Vertrauen in die Polizei

Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts “Infratest Dimap” zufolge gaben 26 Prozent der Befragten an, dass sie Bedenken haben, wenn es um die Sicherheit vor Terroranschlägen geht. 39 Prozent erklärten, dass der Schutz aus ihrer Sicht nicht ausreicht. Und 43 Prozent der Befragten räumten ein, dass die derzeitige Situation und die Vorkommnisse in jüngerer Vergangenheit ihr Verhalten beeinflussen. So würden sie stärker auf Personen und Gegenstände achten, die verdächtig wirken, großen Menschenansammlungen eher aus dem Weg gehen und abends bestimmte Straßen und Plätze meiden. Vor allem die weiblichen Befragten gaben zu, sich eher unsicher zu fühlen, während die männlichen Befragten weniger oder keine Bedenken äußerten. Doch auch wenn sich über 70 Prozent aller Befragten sicher fühlen, wünschten sich viele eine stärkere Präsenz der Polizei. Mit der Arbeit der Polizei als solches sind die meisten aber zufrieden. Eine Umfrage, die im Frühjahr 2016 durchgeführt und im Herbst 2016 noch einmal wiederholt wurde, brachte folgende Ergebnisse:

Und eine Forsa-Untersuchung im Auftrag des Magazins „Stern“ Anfang 2017 bestätigte das große Vertrauen der Bundesbürger in die Polizei. Satte 88 Prozent gaben an, dass sie der Polizei vertrauen. Damit landete die Polizei vor dem eigenen Arbeitgeber, Ärzten, dem Bundesverfassungsgericht und der Politik auf Platz 1.