Der Auswahlverfahren der Polizei gilt als umfangreich und anspruchsvoll. Und auch die Durchfallquote ist recht hoch. Doch wie schwer ist der Einstellungstest wirklich?

Schon kleine Kinder spielen gerne Polizist und träumen davon, später einmal zur Polizei zu gehen. Auch in Umfragen zu den beliebtesten Berufen belegt der Polizeiberuf regelmäßig einen der Spitzenplätze. Kein Wunder also, dass die Polizei sehr viele Bewerbungen erhält. Je nach Bundesland und Laufbahn kommen im Durchschnitt zwischen fünf und zehn Bewerber auf einen Ausbildungsplatz, manchmal sind es sogar noch mehr. Auf der anderen Seite stellt der Polizeidienst hohe Anforderungen an die Beamten, und das persönlich, mental und körperlich. Bei der Auswahl der Bewerber geht die Polizei deshalb nach dem Prinzip der Bestenauslese vor. In einem umfangreichen Auswahlverfahren prüft sie, in welchen Bewerbern das Potenzial zum guten Polizisten steckt. Und die Bewerber, die beim Einstellungstest am besten abgeschnitten haben, bekommen eine Zusage. Das heißt andersherum aber auch, dass der Einstellungstest tatsächlich anspruchsvoll ist. Nur: Ist anspruchvoll gleichbedeutend mit schwer? Ist der Einstellungstest also wirklich so schwer, wie oft behauptet wird?

Der Einstellungstest umfasst mehrere Prüfungsbausteine

Vorweg sei gesagt, dass es den einen Einstellungstest der Polizei so gar nicht gibt. Das liegt daran, dass die Polizei in Deutschland Ländersache ist. Jedes Bundesland hat also seine eigene Landespolizei. Dazu kommt die Bundespolizei als eigenständige Behörde. Und weil jede Polizei selbst darüber bestimmt, wie sie ihre Bewerber prüft, unterscheiden sich die Einstellungstests voneinander. So liegt der Schwerpunkt bei einigen Auswahlverfahren eher auf der geistigen Leistungsfähigkeit und der Persönlichkeit, während bei anderen Einstellungstests die körperliche Fitness stärker im Vordergrund steht. Manche Einstellungstests finden an einem oder zwei Prüfungstagen statt, andere Auswahlverfahren erstrecken sich über drei oder vier Tage. Doch auch wenn es im Detail Unterschiede gibt, ist der grundlegende Ablauf überall gleich. So setzen sich die Einstellungstests aus mehreren Bausteinen zusammen. Zu diesen Prüfungsbausteinen gehören:

  • PC-Test: Der schriftliche Prüfungsteil wird meist computergestützt durchgeführt. Aus diesem Grund wird er auch as PC-Test bezeichnet. In einigen Auswahlverfahren ist stattdessen vom Leistungstest oder vom Intelligenztest die Rede. Der PC-Test prüft Ihr Wissen in verschiedenen Themenfeldern wie Deutsch, Mathe, Technik, Allgemein- und Fachwissen, logisches Denkvermögen, Merkfähigkeit und Konzentrationsvermögen. Teilweise findet vor dem PC-Test ein separater Deutschtest statt, der dann ein Diktat oder einen Aufsatz beinhaltet.
  • Sportprüfung: Bei der Sportprüfung müssen Sie verschiedene Disziplinen meistern. Neben einem Ausdauerlauf können beispielsweise Liegestütze, Klimmzüge, Bankdrücken oder ein Kasten-Bumerang-Test auf Sie warten. Generell stehen beim Sporttest vier Merkmale auf dem Prüfstand, nämlich Ihre Ausdauer, Ihre Kraft, Ihre Schnelligkeit und Ihre Geschicklichkeit. Nur in Nordrhein-Westfalen und in Sachsen-Anhalt müssen Sie keine Sportprüfung absolvieren. Hier müssen Sie Ihre sportliche Leistungsfähigkeit stattdessen durch das Deutsche Sportabzeichen nachweisen.
  • Einzelgespräch und Assessment Center: Das Einzelgespräch ist im Prinzip eine Art Vorstellungsgespräch. Anders als ein herkömmliches Vorstellungsgespräch wird das Einzelinterview aber meist strukturiert durchgeführt. Strukturiert heißt, dass allen Bewerbern genau die gleichen Fragen in derselben Reihenfolge gestellt werden. Die Bewertung der Antworten erfolgt ebenfalls nach einem einheitlichen Schema, üblich ist eine Noten- oder Punkteskala. In einigen Auswahlverfahren beinhaltet die mündliche Prüfung nicht nur ein Einzelgespräch, sondern zusätzlich auch Elemente des Assessment Centers. In diesem Fall müssen Sie eine Gruppenaufgabe lösen, ein Rollenspiel meistern oder einen kurzen Vortrag halten. Generell geht es bei der mündlichen Prüfung um Sie als Person, um Ihre Persönlichkeit und um Ihre Motivation.
  • Polizeiärztliche Untersuchung: Ein ausführlicher Medizin-Check soll in Erfahrung bringen, ob Sie die gesundheitliche Eignung für den Polizeiberuf mitbringen. Im Fachjargon wird davon gesprochen, dass die Polizeidiensttauglichkeit festgestellt wird.

Der Einstellungstest ist anspruchsvoll, aber machbar

Wie Sie an den Prüfungsbausteinen sehen, ist der Einstellungstest so konzipiert, dass sich die Polizei ein umfassendes Bild machen kann. Sie müssen geistig, körperlich und charakterlich unter Beweis stellen, dass Sie das Zeug zum Polizisten haben und alles mitbringen, was es für den Beruf braucht. Durch die verschiedenen Prüfungsteile ist der Einstellungstest anspruchsvoll, eben weil er Sie in verschiedenen Bereichen fordert. Außerdem sorgt die Prüfungssituation dafür, dass Sie angespannt sind und unter Stress stehen. Knapp bemessene Zeiten für das Bearbeiten von Aufgaben, Mindestanforderungen beim Sporttest und das Gespräch mit den Prüfern führen zu zusätzlichem Druck. Erschwerend kommt dann noch hinzu, dass Sie Ihre Leistungen nur bedingt kompensieren können. Denn der Einstellungstest folgt dem K.-o.-Prinzip. Für Sie heißt das, dass Sie jeden einzelnen Prüfungsbaustein bestehen müssen. Schaffen Sie einen Prüfungsbaustein nicht, gilt der gesamte Einstellungstest als nicht bestanden und Sie scheiden sofort aus dem weiteren Auswahlverfahren aus. An den folgenden Prüfungsteilen nehmen Sie also erst gar nicht mehr teil.

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Doch bloß weil der Einstellungstest anspruchsvoll ist, heißt das nicht, dass er nicht zu schaffen wäre. Der Einstellungstest der Polizei ist zweifelsohne alles andere als ein Kinderspiel, aber er ist auch nicht so schwer, dass ihn kaum jemand bestehen würde. Allerdings sollten Sie sich auf den Test vorbereiten. Wenn Sie komplett unvorbereitet in die Prüfungen gehen, werden Sie es in der Tat sehr schwer haben, erfolgreich zu sein. Die Vorbereitung auf den Test wiederum ist sehr gut möglich. Denn auf der Homepage Ihrer Polizei – und natürlich auch auf unserer Seite – können Sie sich über den genauen Ablauf des Einstellungstests informieren. So wissen Sie schon im Vorfeld, was auf Sie zukommt. Und wenn Ihnen etwas unklar ist, können Sie sich jederzeit an Ihren Einstellungsberater wenden. Der nächste Schritt wäre dann, dass Sie sich gezielt auf die einzelnen Prüfungsbausteine vorbereiten. Dafür können Sie mit Übungsfragen und Onlinetests für den PC-Test üben. Dadurch lernen Sie einerseits die gängigen Aufgabentypen kennen und gewöhnen sich andererseits an die Prüfungssituation. Sie können sich die typischen Fragen in Vorstellungsgesprächen anschauen, Ihre Selbstpräsentation zurechtlegen und sich überlegen, warum Sie unbedingt zur Polizei möchten und was Sie dafür mitbringen. Auch für den Sporttest können Sie gezielt trainieren. Machen Sie nicht den Fehler, den Sporttest auf die leichte Schulter zu nehmen, nur weil Sie ohnehin viel Sport treiben. Denn bei der Sportprüfung sind bestimmte Disziplinen gefragt, die so vermutlich eher nicht zu Ihrem üblichen Trainingsprogramm gehören. Generell gilt also: Je besser Sie sich auf den Einstellungstest vorbereiten, desto leichter wird er Ihnen fallen.

Am Ende entscheidet die Randlistenplatzierung

Eine gute und gründliche Vorbereitung ist aber noch aus einem anderen Grund wichtig und sinnvoll. Es reicht nämlich nicht, wenn Sie den Einstellungstest nur irgendwie, gerade so bestehen. Stattdessen sollte Ihr Ziel sein, möglichst gut abzuschneiden. Denn ob es am Ende mit einer Einstellung klappt, hängt von Ihrer Platzierung in der Rangliste ab. Dazu müssen Sie folgendes wissen: Aus den Leistungen, die Sie bei den einzelnen Prüfungsbausteinen erbracht haben, wird ein Endergebnis ermittelt. Dieses Ergebnis wird in eine Rangliste einsortiert. Auch die Endergebnisse aller anderen Bewerber, die den Einstellungstest erfolgreich gemeistert haben, werden in der Rangliste erfasst. Je besser Sie abgeschnitten haben, desto weiter oben stehen Sie in der Liste. Wenn es dann um die Einstellungen geht, wird die Rangliste von oben nach unten abgearbeitet. Stellt Ihre Polizei beispielsweise 50 Polizeianwärter ein, bekommen die Bewerber eine Zusage, die die ersten 50 Plätze in der Liste belegen. Die Bewerber, die weiter hinten in der Liste stehen, gehen leer aus, obwohl sie den Einstellungstest bestanden hatten. Springt der eine oder andere Bewerber noch ab, können Sie mit etwas Glück zwar in der Liste aufrücken und so doch noch einen Ausbildungsplatz ergattern. Darauf sollten Sie sich aber besser nicht verlassen. Versuchen Sie lieber, sich gleich möglichst weit oben zu platzieren.

Fazit

Es ist richtig, dass der Einstellungstest der Polizei anspruchsvoll ist. Und sicherlich ist er auch nicht ganz einfach zu meistern. Wobei es nur bedingt möglich ist, ein pauschales Urteil über den Schwierigkeitsgrad zu fällen. Denn was Ihnen leicht fällt, kann für einen anderen Bewerber schwierig sein, und was Ihnen Probleme bereitet, kann einem Mitbewerber gut liegen. Aber es ist ein Mythos, dass der Einstellungstest schrecklich schwer ist. Wenn Sie gut vorbereitet in die Prüfung gehen und sich nicht verrückt machen, gibt es keinen Grund, warum Sie durchfallen sollten. Schließlich beweisen jedes Jahr genug Bewerber, dass der Einstellungstest machbar ist.