Spurensicherung Ausbildung: Der Weg zur Kriminaltechnik

Aktualisiert am 23. Juni 2022 von Ömer Bekar

Infos zur Spurensicherung Ausbildung

Die Spurensicherung ist weniger eine Ausbildung im klassischen Sinne, sondern eher eine Weiterbildung.

„Wir brauchen die Spusi!“ Diesen Satz haben Sie bestimmt in Krimis und Polizeiserien schon einmal gehört. Und tatsächlich sind Kriminaltechniker gefragt, wenn es darum geht, Spuren an einem Tatort zu sichern. Doch das ist nur ein Aspekt. Denn die gesicherten Spuren müssen im Labor ausgewertet, in Gutachten zusammengefasst und für spätere Abgleiche in Datenbanken gespeichert werden. Aber welche Ausbildung haben die Leute, die bei der Spurensicherung arbeiten, eigentlich absolviert? Wir klären auf!

Wenn ein Tatort untersucht und dort Spuren gesichert werden müssen, sind Kriminaltechniker im Einsatz. Sie tragen vor Ort Sachbeweise zusammen und werten diese im Labor aus. Ihre Erkenntnisse bilden die Basis für Gutachten. Außerdem erfassen sie die Daten in Datenbanken, um später Abgleiche vornehmen zu können.

Allerdings ist die Spurensicherung keine berufliche Tätigkeit, die Sie durch eine klassische Ausbildung erlernen. Stattdessen handelt es sich eher um einen Bereich, in dem verschiedene Berufe und unterschiedliche Disziplinen nach einer entsprechenden Weiterbildung oder Spezialisierung zusammenkommen.

Was macht die Spurensicherung?

Die Spurensicherung ist der Aufgabenbereich von Kriminaltechnikern. Der Kriminaltechniker wiederum bezeichnet kein einheitliches Berufsbild, sondern bündelt als Oberbegriff mehrere Fachbereiche mit verschiedenen Tätigkeitsschwerpunkten.

Im Fachbereich Ballistik zum Beispiel geht es darum, die Flugbahnen von Schüssen zu berechnen, während die Serologie sichergestellte DNA bestimmt. Kriminaltechniker mit anderen Schwerpunkten analysieren Abdrücke von Händen oder Schuhsohlen, ordnen Lackspuren Fahrzeugen zu, werten Tonaufnahmen aus oder untersuchen Dokumente und Unterschriften.

Wird die Spurensicherung zu einem Tatort gerufen, findet zuerst eine kurze Besprechung statt. Dabei wird festgelegt, in welcher Reihenfolge der Einsatzort untersucht wird. Denn manchmal ist es unumgänglich, Veränderungen vorzunehmen. Außerdem gibt es die sogenannte Spurenkonferenz, die die Methoden für die Untersuchung definiert.

Bevor sich die Mitarbeiter der Spurensicherung dann an die Arbeit machen, legen Sie Schutzkleidung an. So ist sichergestellt, dass sie selbst keine Spuren verursachen. Zur Untersuchung gehört, den Tatort zu vermessen. Daneben sichert die Spurensicherung Beweismittel wie Blutspuren und Fasern, erstellt Abdrücke und nimmt Proben. Auch Fotos und Videos helfen, Beweis zu dokumentieren.

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Anschließend werden die sichergestellten Daten im Labor ausgewertet. Das erfolgt mithilfe von Analysengeräten wie beispielsweise speziellen Mikroskopen oder besonderer Software bei computergestützten Testverfahren.

Nach der Analyse werden die Ergebnisse in einem Gutachten zusammengefasst. Außerdem pflegt die Spurensicherung die Daten in Datenbanken ein. Dadurch ist es möglich, neue Spuren mit bereits vorhandenen Daten abzugleichen.

Die Spurensicherung setzt naturwissenschaftliche Verfahren ein, um Details einer Straftat aufzuspüren und zu erkennen. Damit unterstützt sie nicht nur die Ermittlungen der Kriminalpolizei, sondern kann auch dazu beitragen, dass ein Gericht anhand eindeutiger Spuren über eine Verurteilung oder einen Freispruch entscheiden kann.

Wo sind die Mitarbeiter der Spurensicherung beschäftigt?

Die Leute von der Spurensicherung sind zum einen direkt an den Tatorten im Einsatz. Zum anderen verbringen sie viel Zeit im Labor und im Büro.

Beschäftigt sind Mitarbeiter der Spurensicherung beim kriminaltechnischen Institut des Bundeskriminalamts und bei den Landeskriminalämtern. An einem Landeskriminalamt (LKA) sind aber meist nicht alle Fachgebiete vertreten. Bei Bedarf fordert ein LKA die entsprechenden Experten deshalb über das Bundeskriminalamt (BKA) an. Dienstreisen quer durch das gesamte Bundesgebiet sind daher Teil des Berufs.

Freie Stellen bei der Spurensicherung schreibt das BKA auf seiner Webseite aus. Teilweise werden Stellenangebote auch in öffentlichen Jobbörsen veröffentlicht.

Das Einkommen berechnet sich üblicherweise nach dem Tarif für den öffentlichen Dienst. Damit verdienen Mitarbeiter bei der Spurensicherung ungefähr so viel wie Beamte im mittleren Dienst.

Welche Ausbildung erfordert ein Job bei der Spurensicherung?

Der Kriminaltechniker ist kein klassischer Ausbildungsberuf. Wenn Sie bei der Spurensicherung arbeiten möchten, werden Sie zuerst in einem anderen Beruf tätig.

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Ein Weg kann über den Polizeidienst führen. Je nach Laufbahn absolvieren Sie dafür eine Ausbildung oder ein Studium. Anschließend sammeln Sie eine gewisse Zeit lang praktische Berufserfahrung im Polizeivollzugsdienst. Natürlich können Sie als Polizistin oder Polizist auch bei der Kriminalpolizei oder in einer Spezialeinheit tätig werden. Im Verlauf Ihrer weiteren Karriere können Sie dann intern zur Spurensicherung wechseln.

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Eine andere Möglichkeit ist ein Quereinstieg. Dafür brauchen Sie eine Ausbildung und Berufspraxis als zum Beispiel Chemielaborant, IT-Experte oder Elektroniker. Auch ein Studium in Fächern wie Chemie, Biologie, Physik, Informatik, Rechtsmedizin oder Kriminalistik kann die Basis für einen Einstieg bei der Spurensicherung schaffen.

Insgesamt sind im Bereich der Kriminaltechnik beim BKA rund 60 unterschiedliche Berufsbilder vertreten. Darunter sind Polizisten, Wissenschaftler, Techniker und Ingenieure aus verschiedensten Fachgebieten. Die Spurensicherung bietet somit eine Vielzahl an Zugangsmöglichkeiten.

Stetige Weiterbildungen nach der Ausbildung bei der Spurensicherung

Fangen Sie bei der Spurensicherung an, durchlaufen Sie eine interne Ausbildung bei der Polizei. Unter Berücksichtigung Ihres bisherigen Werdegangs und des Fachgebiets besteht die kriminaltechnische Ausbildung aus verschiedenen Lehrgängen und Praxisanteilen. Die Prüfungen absolvieren Sie beim BKA.

Die Dauer und die Inhalte der Ausbildung für die Spurensicherung variieren. Sind Sie Techniker, dauert es im Durchschnitt ein Jahr, bis Sie als Sachverständiger zugelassen sind und Gutachten erstellen dürfen. Starten Sie als Wissenschaftler bei der Spurensicherung, sollten Sie mit einer rund dreijährigen Ausbildung rechnen.

Als Polizistin oder Polizist ergibt sich oft schon während der Dienstzeit die Möglichkeit, an Weiterbildungen im Bereich der Kriminaltechnik teilzunehmen. Planen Sie dann einen internen Wechsel zur Spurensicherung, stehen die Chancen gut. Und die Ausbildung bei der Spurensicherung kann an Ihrer Berufserfahrung und dem bereits vorhandenen Fachwissen anknüpfen.

Die kriminalistische Ausbildung ist aber letztlich nur der Anfang. Für die Arbeit am Tatort, im Labor und im Büro ist breitgefächertes Wissen in verschiedenen Bereichen notwendig. Außerdem gibt es regelmäßig neue Untersuchungsmethoden und verbesserte Testverfahren. Fortlaufende Weiterbildungen stellen sicher, dass Sie auf dem aktuellen Stand bleiben. Auch Workshops, Tagungen und Seminare im In- und Ausland gehören dazu.

Welche Kompetenzen sind bei der Spurensicherung gefragt?

Bei der Spurensicherung können Sie sich keine Fehler erlauben. Spuren am Tatort sind einmalig und lassen sich nicht wieder herstellen, wenn sie einmal zerstört sind. Eine sehr sorgfältige Arbeitsweise und ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein sind daher absolute Pflicht. Außerdem sollten Sie Spaß an analytischen Tätigkeiten haben und sich für ein wissenschaftliches Umfeld begeistern.

Wichtig sind auch ein sicherer Umgang mit der deutschen Sprache und ein gutes schriftliches Ausdrucksvermögen. Sie sind notwendig, damit Sie aussagekräftige Gutachten erstellen und die Kripo, die Staatsanwaltschaft und Gerichte verständlich über Ihre Erkenntnisse informieren können. Je nach Fachgebiet brauchen Sie zudem solide Englischkenntnisse.

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Längere Dienstreisen zu Tatorten lassen sich manchmal nicht vermeiden. Und Sie müssen bereit sein, kaum geregelte Arbeitszeiten in Kauf zu nehmen. Die Spurensicherung ist nun einmal dann gefragt, wenn sich eine Straftat ereignet hat. Das wiederum passiert eben nicht nur während der üblichen Bürozeiten, sondern auch nachts, an Wochenenden oder an Feiertagen.

Eine langfristig hohe Qualität der Spurensicherung macht es notwendig, dass Sie Ihr Fachwissen aktuell halten, vertiefen und regelmäßig an Weiterbildungen teilnehmen. Sie müssen also lernwillig sein und bleiben. Und nicht zuletzt brauchen Sie körperliche Belastbarkeit und mentale Stärke. Denn Sie werden immer wieder an Tatorte kommen, an denen Sie erschütternde Bilder sehen.

Gibt es einen Einstellungstest?

Um Polizistin oder Polizist zu werden, müssen Sie das Eignungsauswahlverfahren erfolgreich durchlaufen. Der Einstellungstest setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Dazu zählen eine schriftliche Prüfung, ein Sporttest, eine ärztliche Untersuchung, ein Vorstellungsgespräch und teilweise ein Assessment-Center. Durch den Test ermittelt die Polizei Ihre persönliche Eignung und körperliche Tauglichkeit für den Polizeidienst.

Auch wenn Sie Ihren beruflichen Weg über einen anderen Beruf oder ein Studium beginnen, nehmen Sie mitunter an einem Auswahlverfahren teil. Viele Arbeitgeber und einige Universitäten setzen Tests ein, um die richtigen Kandidaten zu finden.

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