Bei der Polizei gibt es verschiedene Möglichkeiten, in welche Richtung Ihre Karriere gehen kann. So können Sie zum Beispiel Weiterbildungen machen, um in Ihrer Laufbahn stetig höhere Dienstgrade zu erreichen oder in die nächst höhere Laufbahn aufzusteigen. Daneben können Sie sich auf ein Fachgebiet spezialisieren. Eine weitere Möglichkeit ist der Dienst im Spezialeinsatzkommando, kurz SEK. Doch die Hürden dafür sind hoch und am Ende schaffen es nur die Besten in die Spezialeinheit.
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Als Polizist:in für Sicherheit, Recht und Ordnung zu sorgen, ist einer der Gründe, warum Sie sich bei der Polizei bewerben möchten. Doch eigentlich wollen Sie noch mehr als das. Sie interessieren sich für eine Ausbildung beim Spezialeinsatzkommando. Vielleicht sind Sie auch schon im Einsatz und wollen nun den nächsten Schritt in Ihrer Karriere machen.
Unabhängig von Ihrer Ausgangssituation sind Sie mit Ihrem Wunsch nicht alleine. Viele träumen davon, ihren Dienst als Polizist:in beim SEK zu versehen. Doch wie kommt man eigentlich zum SEK? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Ist eine direkte Bewerbung möglich? Das und mehr erfahren Sie jetzt!
Was ist das SEK?
Das SEK ist die wahrscheinlich bekannteste Spezialeinheit der Polizei. Dabei steht das Kürzel für Spezialeinsatzkommando und nicht, wie manchmal umgangssprachlich noch verwendet, für Sondereinsatzkommando. Der Begriff des Sondereinsatzkommandos wird im amtlichen Sprachgebrauch nicht mehr genutzt, weil er durch eine gleichnamige Einheit zur Zeit des Nationalsozialismus belastet ist.
Neben dem SEK gibt es bei der Polizei auch noch andere Sondereinheiten. Dazu gehören zum Beispiel das Mobile Einsatzkommando (MEK), die Technische Einsatzgruppe (TEG) oder die Verhandlungsgruppe (VG).
Gegründet wurde das erste SEK im Jahr 1974. Zwei Jahre davor hatte es bei den Olympischen Spielen in München einen terroristischen Anschlag gegeben, bei dem mehrere Menschen ums Leben kamen. Als Reaktion auf den Terrorakt erarbeiteten die Innenminister ein Konzept, um Spezialeinheiten von Bund und Ländern im Kampf gegen den Terrorismus aufzustellen. In diesem Rahmen entstand zunächst die Grenzschutzgruppe 9, kurz GSG9, als Spezialeinheit des Bundesgrenzschutzes.
Als der Bundesgrenzschutz umgewandelt wurde und daraus die Bundespolizei hervorging, wurde die GSG9 zur Spezialeinheit der Bundespolizei. Auf Landesebene kamen nach und nach weitere Spezialeinheiten wie eben das SEK dazu. Heute hat jedes Bundesland mindestens ein Spezialeinsatzkommando. Dabei ist das SEK Baden-Württemberg das Einzige, das zusätzlich dem Atlas-Verbund europäischer Spezialeinheiten angehört.
Was macht das SEK?
Dass das SEK Spezialeinsatzkommando heißt, kommt natürlich nicht von ungefähr. Es übernimmt tatsächlich Spezialeinsätze. So wird das SEK immer dann angefordert, wenn eine Bedrohungslage die Möglichkeiten des Streifendienstes übersteigt und eine besondere Ausbildung verlangtt. Typische Einsatzbereiche des SEK sind unter anderem Entführungen, Geiselnahmen, Banküberfälle und Erpressungen.
Daneben greift das SEK ein, wenn eine Person im psychischen Ausnahmezustand und ihr Verhalten dadurch unberechenbar ist. Für Observierungen, Festnahmen und Transporte von Schwerverbrechern ist das SEK ebenfalls zuständig. Auch präventive Aufgaben kann das SEK übernehmen, zum Beispiel in Form von Personen- und Zeugenschutz.
Wie kommt man zum SEK?
Den Anfang macht, wie so oft, eine Bewerbung. Allerdings richten Sie Ihre Bewerbung nicht direkt an die Spezialeinheit, sondern zunächst einmal an die Polizei. Denn ein direkter Einstieg beim SEK ist nicht möglich. Stattdessen absolvieren Sie eine reguläre Ausbildung im mittleren oder gehobenen Polizeivollzugsdienst.
Welche Voraussetzungen Sie für die Polizeiausbildung mitbringen müssen, hängt von den Regelungen Ihres Bundeslandes ab. Deshalb können sich die Einstellungskriterien etwas voneinander unterscheiden. Eine große Gemeinsamkeit ist aber, dass Sie ein Auswahlverfahren durchlaufen.
Der Einstellungstest ermittelt Ihre intellektuelle, charakterliche und körperliche Eignung für den Polizeiberuf. Dazu setzt sich der Test aus einer computergestützten Prüfung, einem mündlichen Teil, einem Sporttest und einer ärztlichen Untersuchung zusammen.
Den Eignungstest müssen Sie bestehen. Andernfalls ist eine Einstellung nicht möglich. Waren Sie erfolgreich, absolvieren Sie die Ausbildung und schließen den Vorbereitungsdienst als Polizeibeamter/-in ab. Doch mit der Ausbildung ist es noch nicht getan. Stattdessen sammeln Sie nun erst einmal Berufserfahrung.
Haben Sie die geforderte Berufspraxis gesammelt, können Sie sich intern beim SEK bewerben. Kommt Ihre Bewerbung in die nähere Auswahl, haben Sie erneut einen Einstellungstest vor sich. Dieses Auswahlverfahren ist speziell auf das SEK abgestimmt. Bestehen Sie den Test, können Sie mit Ihrer Spezialausbildung beginnen.
Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?
Zur abgeschlossenen Laufbahnausbildung und mehrjährigen Berufserfahrung kommen noch einige andere Anforderungen dazu, die die Polizei von künftigen Teammitgliedern des SEK erwartet. Zu den Bedingungen für eine Zulassung zum Auswahlverfahren gehören:
Alter
Die Altersgrenzen für eine Bewerbung variieren von Bundesland zu Bundesland. Meistens müssen Sie aber mindestens 23 Jahre und dürfen höchstens 34 Jahre alt sein.
Das Alter spielt auch später noch eine Rolle. Denn wenn Sie ein gewisses Alter erreicht haben, endet Ihr Dienst beim SEK. Üblicherweise ist das mit 45 Jahren der Fall.
Überdurchschnittliche körperliche Fitness und Kondition
Die Einsätze einer Spezialeinheit sind nicht zu unterschätzen. Sie verlangen dem Körper eine Menge ab. Lange Tage, schwere Ausrüstungen und voller Körpereinsatz bei schwierigen Verhältnissen gehören zum Alltag. Damit Sie diesen Anforderungen im Dienst gerecht werden können, brauchen Sie eine ausgezeichnete körperliche Verfassung. Sie müssen topfit und kerngesund sein.
Hohe psychische Belastbarkeit
Es wird mit großer Wahrscheinlichkeit vorkommen, dass Sie Dinge erleben, die Sie psychisch herausfordern. Gerade bei Fällen wie Geiselnahmen mit Todesfolge oder Entführungen sind Beteiligte unberechenbar und befinden sich selbst in einer psychischen Ausnahmesituation. Deshalb benötigen Sie mentale Stärke, um negative Ereignisse und Gefühle nicht zu sehr an sich heranzulassen.
Stressresistenz
Suchen Sie eine entspannte Arbeit mit wenig Stress und viel ruhiger Routine, sind Sie beim SEK definitiv falsch. Ihnen muss klar sein, dass Sie mit vielen anstrengenden und ständig wechselnden Ereignissen zu tun haben werden. Das erfordert schnelle Entscheidungen und überlegtes Handeln, auch unter Druck.
Soziale Kompetenzen und Teamgeist
Sie können sich gut in andere Menschen hineinversetzen und gehen rücksichtsvoll mit Ihren Mitmenschen um. Sie behandeln andere mit Respekt und Wertschätzung. Das ist für die Arbeit in Ihrem Team relevant und ebenso im direkten Kontakt mit Personen im Einsatz.
Das SEK braucht sowohl körperlich als auch charakterlich starke Persönlichkeiten, die noch dazu im Team sehr gut funktionieren. Zusammen sind Sie eine Einheit, die Menschenleben rettet und vor Gefahren bewahrt. Sie und Ihre Kollegen müssen sich im Einsatz blind aufeinander verlassen können. Impulsives oder draufgängerisches Imponiergehabe ist im SEK fehl am Platze.
Ausgeprägte Wahrnehmungsfähigkeit und gutes Urteilsvermögen
Sowohl in direkten Krisenbewältigungen als auch im Bereich Observierungen von verdächtigen Zielpersonen ist eine ausgezeichnete Wahrnehmungsfähigkeit von großer Bedeutung. Denn in solchen Szenarien kann schon die kleinste Bewegung oder Veränderung entscheidende Folgen haben.
Wichtig ist auch, dass Sie Sachlagen schnell überblicken und das Gefahrenpotenzial richtig beurteilen können. Die Fähigkeit, schnell, sicher und gleichzeitig besonnen Entscheidungen zu treffen, brauchen Sie zum Beispiel dann, wenn es darum geht, ein Gebäude zu stürmen. Das darf weder zu früh noch zu spät passieren.
Technisches Grundverständnis
Der korrekte und sichere Umgang mit modernen Schusswaffen erfordert ein gewisses Maß an technischem Verständnis. Auch in anderen Bereichen des Dienstes kann es zu Situationen kommen, in denen Sie in der Lage sein müssen, mit technischem Gerät umzugehen.
Wie läuft das Auswahlverfahren fürs SEK ab?
Polizist:innen des SEK greifen in ernsten, bedrohlichen oder gefährlichen Lagen ein. Sie müssen körperlich topfit, hellwach, hoch konzentriert und mental stark sein. Ein guter Überblick über die Sachlage und schnelle Entscheidungen sind genauso wichtig wie eine besonnene Vorgehensweise. Das SEK bildet ein Team, in dem sich jeder auf den anderen verlassen können muss. Alleingänge darf es nicht geben.
Ähnlich wie der Einstellungstest ganz am Anfang Ihrer Polizeikarriere umfasst auch der Eignungstest fürs SEK verschiedene Abschnitte. Dazu gehört eine schriftliche Prüfung, ein Persönlichkeitstest und eine ärztliche Untersuchung. Außerdem absolvieren Sie verschiedene Sporttests und eine mündliche Prüfung.
Nur wenn Sie alle Einzeltests bestehen, können Sie Teil der Spezialeinheit werden. Sie sollten aber wissen, dass die Anzahl der Teilnehmer am Auswahlverfahren deutlich größer ist als die Anzahl der freien Stellen. Das liegt einerseits daran, dass etliche Bewerber:innen am Auswahltest scheitern und dadurch ohnehin nur wenige Kandidat:innen übrig bleiben. Andererseits will die Polizei die Besten finden. Deshalb erhalten nur diejenigen eine Zusage, die mit Top-Leistungen überzeugt haben.
Wie gestaltet sich die Ausbildung fürs SEK?
Haben Sie das Auswahlverfahren erfolgreich hinter sich gebracht, beginnen Sie eine Sonderausbildung. Sie dauert in der Regel 20 Wochen und umfasst 320 Unterrichtsstunden. Während der Ausbildung werden Sie intensiv auf Ihre künftigen Aufgaben vorbereitet und eignen sich alles an, was Sie für die Einsätze brauchen.
Auch Einführungsphase genannt, beinhaltet die Spezialausbildung sowohl körperliches Training und praktische Abschnitte als auch theoretische Lehrgänge. Zu den Inhalten gehören unter anderem:
- Kriminologie, Rechtskunde und Politische Bildung
- Einsatzlehre
- Technik
- Erste Hilfe
- Waffentraining und Schießübungen
- Klettertraining und Eindringen in Objekte
- Kampfsport
- Fahrsicherheitstraining
Bei der Ausbildung geht es nicht nur darum, Ihnen Wissen und Können zu vermitteln. Vielmehr ist sie bewusst darauf angelegt, Sie an Ihre körperlichen und psychischen Grenzen zu bringen. Auf diese Weise sollen Sie lernen, sich selbst und Ihre Fähigkeiten besser einschätzen zu können, um für den Ernstfall vorbereitet zu sein.
Das bedeutet aber auch, dass die Ausbildung für Sie vorzeitig endet, wenn Sie den Anforderungen nicht gewachsen sind. Sind Sie hingegen erfolgreich, können Sie schon bald Ihren Dienst beim SEK antreten.
Wie kann ich mich vorbereiten?
Für die sportlichen Teile des Auswahlverfahrens sollten Sie frühzeitig mit einem gezielten Training beginnen. Am besten trainieren Sie gemeinsam mit einem Kollegen oder Freund. Das motiviert und Sie können sich gegenseitig Hilfestellung bieten. Wenn Sie sich im aktiven Dienst befinden, können Sie wahrscheinlich die Sport- und Trainingshallen Ihrer Polizeistelle mitbenutzen. Fragen Sie ruhig bei Ihrem Vorgesetzten nach.
Die Vorbereitung auf die Persönlichkeitstests und die mündlichen Prüfungen ist nicht so einfach. Denn hier können Sie im Vorfeld schlecht einschätzen, welche Fragen auf Sie zukommen werden. Sie können sich allerdings mit Kollegen aus dem SEK austauschen. Diese sind selbst einmal durch die Auswahlprozedur gegangen und können Ihnen nicht nur von ihren Erfahrungen berichten, sondern mit Sicherheit auch wertvolle Tipps geben.
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