Aktualisiert am 18. Juni 2020 von Ömer Bekar

In Mecklenburg-Vorpommern sind Klimmzüge eine Übung beim Sporttest. In Rheinland-Pfalz und im Saarland hingegen müssen Sie den Klimmzughang meistern. Welche Anforderungen dabei gestellt werden, erfahren Sie hier!

Durch die Sportprüfung im Rahmen des Einstellungstests möchte die Polizei herausfinden, ob Sie die sportliche Leistungsfähigkeit und körperliche Fitness mitbringen, die Sie für den Polizeiberuf brauchen. Und dabei geht es vor allem um vier Faktoren, nämlich Ihre Kraft, Ihre Ausdauer, Ihre Schnelligkeit und Ihre Geschicklichkeit.

Welche Disziplinen Sie beim Sporttest erwarten, ist von Polizei zu Polizei verschieden. Denn es gibt kein einheitliches Muster. Stattdessen stellt jede Polizei ihre Sportprüfung und das gesamte Auswahlverfahren selbst zusammen. Eine Übung, die dabei auftauchen kann, sind Klimmzüge. Schließlich sind Klimmzüge eine gute Möglichkeit, um Ihre Kraft und Ihre Kondition gleichzeitig zu testen. Aber in welchen Bundesländern kommen Klimmzüge dran? Wie müssen Sie diese ausführen? Und welche Mindestleistungen werden gestellt? Diese und weitere Fragen beantworten wir Ihnen in diesem Beitrag!

Klimmzüge beim Sporttest der Polizei

Die Disziplin Klimmzüge ist ein Bestandteil der Sportprüfung in Mecklenburg-Vorpommern und bis vor kurzem in Brandenburg. Allerdings mussten bei der brandenburgischen Polizei nur die männlichen Bewerber Klimmzüge ausführen. Die Bewerberinnen machten stattdessen Liegestützen. Und bei der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern sind Klimmzüge im Schräg-Liegehang gefragt.

Wie wird ein Klimmzug aus dem Streckhang richtig ausgeführt?

Klimmzüge aus dem Streckhang sind die klassischen Klimmzüge. Beim Sporttest ist dazu eine Reckstange in Sprunghöhe an einer Sprossenwand befestigt. Sprunghöhe heißt, dass die Reckstange so weit oben hängt, dass Sie den Boden nicht berühren, wenn Sie an der Stange hängen. Um die Reckstange zu erreichen, müssen Sie also ein wenig nach oben hüpfen oder sich mit einer Sprosse der Kletterwand behelfen.

Um sich an der Reckstange festzuhalten, können Sie zwischen zwei Griffen wählen. Beim Ristgriff umfassen Sie die Reckstange von vorne. Wenn Sie die Stange halten, schauen Sie also auf Ihre Handrücken. Beim Kammgriff umfassen Sie die Reckstange von hinten. Hier sehen Sie dann Ihre Finger.

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Ihre Startposition ist der Streckhang. Beim Streckhang halten Sie sich an der Stange. Ihre Beine hängen dabei gerade nach unten und Ihre Arme sind durchgestreckt. Für den Klimmzug ziehen Sie sich nun nach oben, bis Ihre Arme angewinkelt sind und Ihr Kinn über der Reckstange ist. Dass Sie Ihr Kinn über die Reckstange bringen, ist übrigens sehr wichtig. Denn nur dann zählt der Klimmzug. Anschließend senken Sie ihren Körper wieder ab, bis Sie erneut im Streckhang sind. Ein weiteres wichtiges Kriterium für einen korrekt ausgeführten Klimmzug ist, dass Sie Ihre Beine möglichst still halten. Sie dürfen mit den Beinen nämlich keinen Schwung holen. Stattdessen müssen Sie sich mithilfe Ihrer Arm-, Brust- und Rückenmuskulatur nach oben ziehen.

Wie geht ein Klimmzug im Schräg-Liegehang?

Eine Abwandlung und gleichzeitig etwas leichtere Variante ist der Klimmzug im Schräg-Liegehang. Beim Sporttest absolvieren Sie diese Übung am Stufenbarren. Im Unterschied zum klassischen Klimmzug hängen Sie hier nicht an einer Stange, ohne dass Ihre Füße Bodenkontakt haben. Stattdessen ist die Stange etwa schulterhoch eingestellt. Sie umfassen mit Ihren Händen die Stange, entweder im Rist- oder im Kammgriff. Ihre Füße strecken Sie soweit nach vorne, bis Ihre ausgestreckten Arme und Ihr Körper einen rechten Winkel bilden. Ihre Fersen berühren dabei den Boden. Für einen Klimmzug beugen Sie die Arme und ziehen Ihren Oberkörper dadurch an die Stange heran. Danach senken Sie den Oberkörper wieder ab, indem Sie Ihre Arme durchstrecken. Der Klimmzug im Schrägliegehang ist deshalb einfacher, weil Sie nicht ihren ganzen Körper, sondern nur den Oberkörper nach oben ziehen müssen. Wichtig ist aber, dass Sie die Körperspannung die ganze Zeit über halten.

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Wie viele Klimmzüge muss ich schaffen?

Die klassische Version des Klimmzugs stand bis vor kurzem beim Sporttest in Brandenburg auf dem Programm. Allerdings betraf Sie das nur, wenn Sie männlich sind. Um die Übung zu bestehen, mussten Sie drei Klimmzüge hintereinander ausführen. Sind Sie weiblich, bestand Ihre Übung aus zehn Liegestützen. Inzwischen wurde der Sporttest geändert und jetzt haben Sie verschiedene Übungen zur Auswahl.

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Beim Sporttest der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern werden Klimmzüge im Schräg-Liegehang ausgeführt. Die Übung dauert 20 Sekunden und in diesen 20 Sekunden müssen Sie so viele Klimmzüge ausführen wie möglich. Je nach Anzahl der Wiederholungen bekommen Sie dann zwischen 1 und 15 Punkten. Dabei müssen Sie für einen Punkt

  • als Bewerber 11 Klimmzüge und
  • als Bewerberin 4 Klimmzüge
  • schaffen. Für jeden weiteren Klimmzug gibt es einen Punkt mehr. Die Höchstpunktzahl von 15 erhalten Sie demnach
  • als Bewerber bei 25 Klimmzügen und
  • als Bewerberin bei 18 Klimmzügen.

Der Klimmzughang beim Sporttest der Polizei

Bei den Sporttests der Polizei Rheinland-Pfalz und der saarländischen Polizei steht eine Disziplin auf dem Programm, die mit dem klassischen Klimmzug verwandt ist. Diese Übung nennt sich Klimmzughang.

Wie wird der Klimmzughang ausgeführt?

Beim Klimmzughang führen Sie im Prinzip einen Klimmzug aus und verharren dann möglichst lange in dieser Position. Die Übung läuft also so ab: Sie fassen die Reckstange mit Ihrem Händen. Dabei können Sie zwischen dem Rist- und dem Kammgriff wählen. Der Abstand Ihrer Hände ist etwa schulterbreit. Dann ziehen Sie sich an der Reckstange nach oben, bis Ihre Arme gebeugt sind und Ihre Kinnspitze die Oberseite der Stange berührt. Wichtig ist aber, dass Sie mit Ihrem Kinn die Stange wirklich nur berühren. Sie dürfen Ihr Kinn nicht auf der Stange ablegen. Sobald Sie diese Position erreicht haben, wird Ihre Zeit gemessen. Und zwar solange, bis Sie Ihre Kinnspitze von der Stange wegziehen.

Wie lange muss ich die Position halten?

Beim Klimmzughang geht es darum, die Klimmzugposition so lange wie möglich zu halten. Bei der rheinland-pfälzischen Polizei werden 6 Sekunden für Bewerberinnen und 30 Sekunden für Bewerber als Mindestleistung gefordert. Schaffen Sie es, 6 bzw. 30 Sekunden oder länger im Klimmzughang zu verharren, haben Sie die Übung also bestanden.

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Im Saarland wird der Klimmzughang, wie die anderen Übungen auch, mit 0 bis 4 Punkten bewertet. Dabei gelten folgende Anforderungen:

Trainieren Sie Klimmzüge!

Klimmzüge sind ein sehr gutes Training für Ihre Kraft und Ihre Kondition. Deshalb sollten Sie diese Übung ruhig auch dann in Ihr Sportprogramm aufnehmen, wenn Sie bei Ihrem Einstellungstest keine Klimmzüge ausführen müssen. Denn zusammen mit einem Lauftraining und Liegestützen bauen Sie eine Grundmuskulatur auf, die Ihnen bei Übungen aller Art zugutekommen wird. Andersherum fällt es vielen Leuten ohne gezieltes Klimmzug-Training schwer, wenigstens ein paar ordentliche Klimmzüge hinzubekommen oder wenige Sekunden lang im Klimmzughang zu verharren, selbst wenn sie eigentlich sportlich und fit sind.

Klimmzüge können Sie gut im Fitnessstudio trainieren. Hier können Sie sich von einem Trainer auch zeigen lassen, wie die Klimmzüge richtig ausgeführt werden. Ansonsten bieten sich viele Gelegenheiten, um kurze Trainingseinheiten zwischendurch einzubauen. Ein Türrahmen, eine offene Treppe, ein Klettergerüst auf dem Spielplatz oder eine Teppichstange beispielsweise können kurzerhand zum Trainingsgerät zweckentfremdet werden. Halten Sie sich wiederum an der Kante vom Esstisch fest und strecken Ihre Beine unter den Tisch aus, können Sie Klimmzüge im Schräg-Liegehang simulieren.

Eine gute Vorübung für Klimmzüge sind außerdem Liegestützen, auch wenn bei Liegestützen andere Muskeln beansprucht werden als bei Klimmzügen. Stellen Sie Ihre Arme dafür sehr breit auf, also nicht wie sonst etwa schulterbreit, sondern deutlich weiter auseinander. Gehen Sie dann mit angespanntem Körper runter, halten Sie diese Position und drücken Sie sich dann mit den Armen wieder nach oben. So trainieren Sie Ihre Muskulatur und es wird Ihnen später leichter fallen, sich auch bei den Klimmzügen nach oben zu ziehen.