Zum Auswahlverfahren der Polizei gehört auch ein Vorstellungsgespräch. Hier sind 10 Tipps, wie Sie Ihr Einzelgespräch erfolgreich meistern!

Das Auswahlverfahren der Polizei setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Je nach Bundesland und Behörde gibt es zwar kleinere Unterschiede. Doch der grundlegende Ablauf ist ähnlich. So macht ein Wissens- und Intelligenztest am Computer den Anfang. Danach folgt meist die Sportprüfung. In einigen Bundesländern oder bei bestimmten Laufbahnen geht es danach mit einem Assessment-Center weiter. Und vor der polizeiärztlichen Untersuchung als letzter Baustein findet ein Vorstellungsgespräch statt.

Das Vorstellungsgespräch wird meist als strukturiertes Einzelinterview durchgeführt. Strukturiertes Einzelinterview bedeutet, dass der Ablauf vorher schon feststeht. Die Prüfer haben einen Fragenkatalog vor sich, den sie Frage für Frage abarbeiten. Angst haben müssen Sie vor dem Vorstellungsgespräch aber nicht. Denn beim Vorstellungsgespräch geht es in erster Linie darum, Sie als Person kennenzulernen. Und wenn Sie ein paar grundlegende Dinge beachten, kann nicht viel schiefgehen. Die zehn wichtigsten Tipps für einen souveränen Auftritt beim Vorstellungsgespräch haben wir im Folgenden für Sie zusammengetragen!

Tipp 1: Bereiten Sie sich auf das Einzelgespräch vor!

Bei Ihrem Einzelgespräch werden Sie nervös, etwas aufgeregt und leicht angespannt sein. Das ist völlig normal und gehört dazu. Zumal Sie einen großen Teil des Auswahlverfahrens bereits erfolgreich hinter sich gebracht haben und jetzt nicht auf den letzten Metern noch scheitern wollen. Eine gute Vorbereitung auf das Gespräch wird Ihnen Sicherheit geben und Ihr Selbstvertrauen stärken. Dabei sollten Sie Ihre Vorbereitung in drei Punkte gliedern:

1.) Informieren Sie sich umfassend über die Polizei: Wenn Sie im Vorstellungsgespräch überzeugen wollen, müssen Sie schlüssig erklären können, warum Sie Polizist werden möchten. Das wiederum setzt voraus, dass Sie die typischen Aufgaben kennen, über die Organisationsstruktur informiert sind, eine Vorstellung vom Berufsalltag haben und wissen, welche Vor- und Nachteile der Polizeiberuf mit sich bringt.

2.) Bereiten Sie Ihre Selbstpräsentation vor: Zu Beginn des Gesprächs werden Sie die Prüfer dazu auffordern, sich vorzustellen und etwas über sich zu erzählen. Wichtig ist dann, dass Sie nicht einfach nur Ihren Lebenslauf runterbeten. Stattdessen sollten Sie sich die wichtigsten Stationen Ihres bisherigen Werdegangs heraussuchen und sie so darstellen, dass sich ein roter Faden ergibt. Versuchen Sie dabei, Qualifikationen, Erfahrungen oder Erlebnisse zu benennen, die in einem Bezug zum Polizeiberuf stehen oder Ihnen als Polizist zugutekommen werden. Länger als zwei, drei Minuten sollte Ihre Selbstpräsentation aber nicht dauern.

3.) Üben Sie die Gesprächssituation: Spielen Sie mit Ihren Eltern oder Ihren Freunden die Gesprächssituation nach. Lassen Sie sich dabei auch die typischen Fragen im Vorstellungsgespräch stellen. Zum einen üben Sie so den Ernstfall. Und zum anderen erhalten Sie ein Feedback, wie Ihr Auftreten wirkt und wie Ihre Antworten rüberkommen.

Tipp 2: Ziehen Sie sich ordentlich an!

In einigen Bundesländern findet das Vorstellungsgespräch direkt nach dem PC- und dem Sporttest statt. In anderen Bundesländern nehmen Sie am zweiten Prüfungstag am Vorstellungsgespräch teil. Und in wieder anderen Bundesländern werden Sie zu einem späteren Zeitpunkt zum Einzelinterview eingeladen. Je nachdem, wie der Ablauf in Ihrem Fall ist, sollten Sie sich um die Organisation kümmern. Stellen Sie sicher, dass Sie pünktlich und stressfrei vor Ort ankommen.

Zur Vorbereitung gehört natürlich auch die Frage nach dem richtigen Outfit. Denken Sie daran, angemessene Kleidung mitzunehmen. Dies gilt vor allem dann, wenn Sie einen langen Prüfungstag mit mehreren Bausteinen vor sich haben oder wenn Sie an einem mehrtägigen Auswahlverfahren teilnehmen. Doch welches Outfit ist angemessen? Im Polizeidienst werden Sie meist Uniform tragen. Deshalb können Sie sich an der üblichen Arbeitskleidung nur bedingt orientieren. Andererseits wird von einem Polizisten erwartet, dass er sauber und ordentlich erscheint. Fürs Vorstellungsgespräch sind Sie mit einem gepflegten und mäßig eleganten Outfit am besten beraten. So können Sie eine ordentliche Jeans (ohne Löcher!), ein helles Hemd oder eine dezente Bluse und einen Blazer anziehen. Dazu sollten Sie vernünftige Lederschuhe tragen. Dadurch wirkt Ihr Outfit elegant mit einer sportlich-modernen Note. Verzichten Sie aber auf jeden Fall auf Turnschuhe. Turnschuhe sind zwar sportlich, beim Vorstellungsgespräch jedoch nicht angebracht. Wenn Sie möchten, können Sie natürlich auch einen Anzug oder ein Kostüm anziehen. So förmlich muss es aber nicht sein. Mit einer ordentlichen Frisur und gepflegten Fingernägeln runden Sie Ihr Gesamtbild ab. Und was Schmuck, Make-up und Parfüm angeht, gilt die einfache Regel: Weniger ist mehr.

Tipp 3: Legen Sie gute Manieren an den Tag!

Gutes Benehmen ist ein sehr wichtiger Faktor, wenn es um die Einschätzung Ihrer Persönlichkeit und Ihre Eignung für den Polizeidienst geht. Bleiben Sie deshalb immer freundlich, höflich und gefasst. Begrüßen Sie die Prüfer mit einem Lächeln, hören Sie zu und fallen Sie Ihren Gesprächspartnern nicht ins Wort. Nehmen Sie eine aufrechte Haltung ein und halten Sie Blickkontakt zu den Prüfern. Beantworten Sie die Fragen bestimmt und selbstbewusst, aber immer höflich. Lassen Sie sich auch bei unangenehmen Fragen nicht dazu verleiten, pampig zu werden!

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Tipp 4: Sprechen Sie deutlich!

Sprechen Sie deutlich, langsam und in einer angenehmen Lautstärke. Wenn Sie zu schnell sprechen, wirken Sie hektisch und zerstreut. Nuscheln Sie monoton vor sich hin, erscheinen Sie unsicher. Außerdem ist es für alle Beteiligten unangenehm, wenn die Prüfer ständig nachfragen müssen, was Sie gesagt haben. Wenn Sie sich aufrecht hinsetzen, den Kopf gerade halten und nach vorne schauen, klingt Ihre Stimme automatisch kräftiger. Wenn Sie dann noch lächeln, erhält Ihre Stimme einen freundlichen, warmen Ton.

Tipp 5: Geben Sie individuelle Antworten!

Im Vorstellungsgespräch werden einige typische Standardfragen gestellt. Das ist gut für Sie, weil Sie sich darauf vorbereiten können. Geben Sie aber auf keinen Fall standardmäßige Musterantworten. Die Prüfer werden es sofort durchschauen, wenn Sie irgendwelche Antworten aus Bewerbungsratgebern auswendig gelernt haben. Legen Sie sich deshalb Antworten zurecht, die mit Ihnen als Person, mit Ihrem Werdegang und mit Ihrem Berufswunsch zu tun haben. Lernen Sie aber auch diese Antworten nicht auswendig. Sondern legen Sie sich Stichworte zurecht, die Sie im Gespräch dann spontan ausformulieren. Wenn Ihre Antworten wie aus der Pistole geschossen daherkommen, wirken Sie nicht authentisch. Folglich müssen Sie mit Nachfragen rechnen.

Tipp 6: Machen Sie sich Notizen!

Das Vorstellungsgespräch bei der Polizei dauert nicht allzu lange. Meist ist es nach einer guten halben Stunde beendet. Trotzdem können Sie sich ruhig Notizen machen. Wenn Sie sich wichtige Punkte notieren, vermitteln Sie Interesse und eine strukturierte Arbeitsweise. Gleichzeitig gerät so nichts in Vergessenheit, das Sie später vielleicht noch einmal ansprechen möchten. Für Ihre Notizen sollten Sie es aber ganz klassisch bei Notizblock und Stift belassen. Tippen Sie nicht auf Ihrem Smartphone mit! Das wirkt äußerst unhöflich. Außerdem hat Ihr Handy beim Vorstellungsgespräch ohnehin nichts verloren.

Tipp 7: Nehmen Sie ein angebotenes Getränk an!

Es kann gut sein, dass Sie gefragt werden, ob Sie etwas trinken möchten. Dieses Angebot können Sie guten Gewissens annehmen. Denn wenn Sie nervös sind und viel sprechen, kann es gut sein, dass Sie einen trockenen Mund bekommen. Etwas zu trinken, kann dann äußerst hilfreich sein. Am besten entscheiden Sie sich für stilles Mineralwasser, denn davon müssen Sie nicht aufstoßen. Das Glas sollten Sie seitlich neben sich stellen. Stellen Sie es nicht direkt vor sich hin, denn dadurch würde das Glas wie eine Barriere wirken. Und: Wenn das Gespräch beendet ist, müssen Sie das Getränk nicht hastig herunterkippen. Es macht nichts, wenn Sie einen Rest stehen lassen.

Tipp 8: Bleiben Sie ruhig!

Ein Vorstellungsgespräch ist eigentlich schon aufregend genug. Trotzdem kann es gut sein, dass Ihnen die eine oder andere unangenehme Frage gestellt wird. Die Idee dahinter ist, herauszufinden, wie gut Sie mit Druck und Stress umgehen können. Und das ist keineswegs abwegig. Als Polizist müssen Sie schließlich auch einen kühlen Kopf bewahren. Lassen Sie sich also nicht aus der Fassung bringen oder zu emotionalen Ausbrüchen verleiten. Bleiben Sie ruhig, atmen Sie tief durch und antworten Sie sachlich.

Tipp 9: Stellen Sie Fragen!

Spätestens gegen Ende des Gesprächs werden Sie gefragt werden, ob Sie noch Fragen haben. Diese Möglichkeit sollten Sie wahrnehmen. Es macht keinen guten Eindruck, wenn Sie gar nichts mehr wissen möchten. Stellen Sie keine eigenen Fragen, kann das als Schüchternheit oder mangelndes Interesse ausgelegt werden. Andererseits sollten Sie kluge Fragen stellen. Sie tun sich keinen Gefallen, wenn Sie etwas fragen, was bereits gesprochen wurde oder was Sie selbst beantworten könnten, wenn Sie sich informiert hätten. Fragen nach dem Einkommen und der Freizeitregelung sind ebenfalls keine gute Idee. Und fragen Sie nicht, wie Ihre Chancen auf eine Einstellung stehen. Die Prüfer müssen sich nach dem Gespräch erst einmal absprechen. Und wie Sie abgeschnitten haben, erfahren Sie, wenn die Rankinglisten fertig sind. Diesen Ablauf sollten Sie aber kennen.

Bei Ihren Fragen können Sie nach konkreten Aspekten des Berufs fragen. Oder Sie können ein Thema aufgreifen, über das auf der Homepage Ihrer Polizei berichtet wurde. Außerdem können Sie Ihre Notizen prüfen. Vielleicht gibt es hier ja einen Punkt, auf den Sie noch einmal zurückkommen möchten.

Tipp 10: Keine voreiligen Reaktionen!

Egal, wie das Gespräch gelaufen ist: Verabschieden Sie sich genauso freundlich, wie Sie die Prüfer begrüßt haben. Gehen Sie mit festem Schritt aus dem Raum, schließen Sie die Tür ganz normal hinter sich und atmen Sie durch. Je nachdem, wo Sie am Auswahlverfahren teilnehmen, gehen Sie nach dem Vorstellungsgespräch entweder nach Hause oder in den Wartebereich und von dort aus zur polizeiärztlichen Untersuchung. Aber denken Sie immer daran: Das Vorstellungsgespräch bzw. das Auswahlverfahren ist erst dann beendet, wenn Sie das Polizeigelände verlassen haben! Lassen Sie sich also nicht zu irgendwelchen Schimpftiraden oder Gefühlsausbrüchen hinreißen. Auch außerhalb einer konkreten Testsituation kann beobachtet werden, wie souverän Sie sind, wie gesittet Sie sich benehmen und wie gut Sie sich unter Kontrolle haben.

Der allerwichtigste Tipp zum Schluss

Der mit Abstand wichtigste Tipp für Ihr Vorstellungsgespräch aber lautet: Bleiben Sie authentisch! Verstellen Sie sich nicht und geben Sie nicht vor, jemand anders zu sein. Präsentieren Sie sich so, wie Sie wirklich sind. Die Polizei sucht keine Schauspieler, sondern Kollegen. Und beim Vorstellungsgespräch geht es darum, Sie als Person kennenzulernen und etwas über Ihre Persönlichkeit und Ihre Motivation zu erfahren. Natürlich kann ein wenig Diplomatie nicht schaden. Und selbstverständlich sollten Sie versuchen, Ihre Vorzüge in den Mittelpunkt zu stellen und aufzuzeigen, warum Sie das Zeug zum Polizisten haben. Aber für einen wirklich überzeugenden Auftritt gilt letztlich auch beim Vorstellungsgespräch: Ehrlich währt am längsten.