Beim Vorstellungsgespräch geht es darum, Sie kennenzulernen und Ihre persönliche Eignung zu überprüfen. Dazu werden Ihnen verschiedene Fragen gestellt und die meisten dieser Fragen sind Standardfragen. Doch worauf es beim Vorstellungsgespräch wirklich ankommt, verraten wir Ihnen hier.

Neben dem PC-Test, der Sportprüfung und der polizeiärztlichen Untersuchung gehört auch ein Einzelinterview zum Auswahlverfahren der Polizei. Um den Einstellungstest zu bestehen, müssen Sie das Vorstellungsgespräch erfolgreich meistern. Denn auch das Einzelgespräch fließt in die Entscheidung, ob Sie für den Polizeiberuf geeignet sind und ins Team passen, mit ein. Doch was heißt das für Sie? Wie können Sie beim Vorstellungsgespräch punkten? Und wie werden Ihre Antworten überhaupt bewertet? Das und mehr erfahren Sie in diesem Beitrag.

Die Auswertung des Vorstellungsgesprächs

Das Vorstellungsgespräch ist ein Baustein im Auswahlverfahren der Polizei. Und genauso wie bei den anderen Prüfungsbausteinen fließt auch das Ergebnis des Vorstellungsgesprächs in Ihre Gesamtnote ein. Nun fragen Sie sich vielleicht, wie das gehen soll. Klar, beim PC-Test ergibt sich Ihr Ergebnis daraus, wie viele Fragen Sie richtig beantwortet haben. Und beim Sporttest gibt es Leistungstabellen. Aber beim Vorstellungsgespräch? Damit die Polizei Ihre Antworten objektiv bewerten und benoten kann, wird das Vorstellungsgespräch meist als sogenanntes strukturiertes Einzelinterview oder standardisiertes Einzelgespräch durchgeführt. Bei dieser Variante des Vorstellungsgesprächs arbeitet die Polizei mit einem Interviewleitfaden. Der Interviewleitfaden ist nichts anderes als eine Liste mit Fragen. Beim Vorstellungsgespräch werden Ihnen diese Fragen nacheinander gestellt. Sowohl die Fragen als auch die Reihenfolge, in der sie gestellt werden, steht also von Anfang an fest. Und der Interviewleitfaden kommt bei allen Bewerbern zum Einsatz. Sie und alle Ihre Mitbewerber müssen somit dieselben Fragen in genau der gleichen Reihenfolge beantworten. Die Prüfer haben neben dem Leitfaden noch ein Bewertungsformular vor sich. Auf diesem Formular machen sie sich Notizen und bewerten Ihre Antworten, meist anhand von einer Punkte- oder Notenskala. Durch das strukturierte Einzelinterview hat die Polizei also die Möglichkeit, Sie im Rahmen eines persönlichen Gesprächs kennenzulernen und gleichzeitig eine methodisch zuverlässige, objektive und vergleichbare Beurteilung zu erstellen.

Beim Vorstellungsgespräch geht es letztlich nur um 3 Fragen.

Unabhängig davon, ob ein Vorstellungsgespräch als strukturiertes Einzelinterview oder als freies Einzelgespräch geführt wird, bleibt das Ziel aber immer gleich. Das Vorstellungsgespräch soll nämlich dazu dienen, einen Bewerber persönlich kennenzulernen und herauszufinden, ob er die persönliche Eignung für den Job mitbringt. Ihnen werden dazu viele verschiedene Fragen gestellt. Beim Großteil dieser Fragen handelt es sich um Standardfragen, die sich auf Sie als Person, auf ihren bisherigen Werdegang, auf Ihre Interessen, auf Ihre Eigenschaften oder auf Ihre Charakterzüge beziehen. Doch auch wenn Sie nach vielen verschiedenen Dingen gefragt werden, soll das Vorstellungsgespräch letztlich nur drei zentrale Fragen beantworten, nämlich:

1.) Wer sind Sie?

2. ) Warum wollen Sie zur Polizei?

3.) Sind Sie für den Polizeidienst geeignet? Bringen Sie alles mit, was Sie für diesen Beruf brauchen?

Und Ihre Aufgabe besteht darin, diese drei Fragen möglichst überzeugend zu beantworten.

5 Tipps, wie Sie Ihr Vorstellungsgespräch erfolgreich meistern

Nun werden Sie sich vermutlich fragen, wie Sie beim Vorstellungsgespräch am besten vermitteln können, dass Polizist Ihr Wunsch- und Traumberuf ist. Und dass Sie das Zeug zum guten Polizisten haben. Ein Patentrezept gibt es leider nicht. Genauso wie es keine richtigen oder besten Antworten gibt. Denn eine allgemeine, mustergültige Standardantwort kann niemals Ihre Individualität und das, was Sie ganz persönlich auszeichnet, zum Ausdruck bringen. Trotzdem können wir Ihnen folgende fünf Tipps an die Hand geben:

Tipp 1: Bereiten Sie sich auf das Gespräch vor!

Bereiten Sie sich gut auf das Vorstellungsgespräch vor. Dazu sollten Sie sich zum einen die typischen Standardfragen in Bewerbungsgesprächen anschauen und sich überlegen, wie Sie diese Fragen schlüssig beantworten können. Zum anderen sollten Sie sich umfassend über die Polizei informieren. Sie werden nur dann überzeugend erklären können, warum Sie Polizist werden möchten, wenn Sie wissen, was diesen Beruf ausmacht. Schauen Sie sich also die Internetseite Ihrer Polizei gut an. Dort finden Sie Informationen zu den Aufgaben, zu den Organisationsstrukturen, zur Ausbildung und zu aktuellen Themen. Recherchieren Sie, wie ein typischer Arbeitstag abläuft und welche Herausforderungen der Polizeidienst mit sich bringt. Und überlegen Sie sich, welche Vorteile und welche Nachteile der Beruf hat. Solche Fragen werden Ihnen mit Sicherheit gestellt werden. Und Sie sollten sie ohne langes Nachdenken beantworten können.

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Tipp 2: Bringen Sie Ihre Fähigkeiten auf den Punkt!

Da Sie Ihre Ausbildung erst noch vor sich haben, können Sie nicht mit Berufserfahrung punkten. Trotzdem können Sie aufzeigen, dass Sie Fähigkeiten, Kenntnisse und Eigenschaften mitbringen, die Ihnen im Polizeidienst zugutekommen werden. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass Sie wissen, welche Kompetenzen überhaupt gefragt sind. Um Ihnen die Vorbereitung ein wenig zu erleichtern, haben wir am Ende dieses Beitrags einige wichtige Merkmale aufgelistet. Natürlich werden nicht alle diese Merkmale zu Ihren Stärken gehören. Aber das ist auch gar nicht notwendig. Und es wäre sogar unglaubwürdig, wenn Sie beim Vorstellungsgespräch alles aufzählen würden. Suchen Sie sich deshalb ein paar Eigenschaften aus der Liste aus und überlegen Sie sich dazu konkrete Beispiele. Wenn Sie sich dann beim Einzelgespräch im Rahmen der Selbstpräsentation vorstellen, nach Ihren Stärken gefragt werden oder wichtige Eigenschaften von einem Polizisten nennen sollen, können Sie die Eigenschaften einfließen lassen. Aber stellen Sie nicht nur Behauptungen auf, sondern belegen Sie die Merkmale mit Beispielen.

Tipp 3: Verhalten Sie sich professionell!

Es ist völlig normal, wenn Sie vor und bei Ihrem Einzelgespräch nervös und angespannt sind. Trotzdem sollten Sie sich um einen sicheren und souveränen Auftritt bemühen. Als Polizist treffen Sie auch regelmäßig auf fremde Menschen und müssen Ihnen selbstbewusst entgegentreten. Versuchen Sie also, sich zu verhalten, wie Sie sich im Berufsalltag auch gegenüber Ihren Vorgesetzten, Ihren Kollegen und Bürgern benehmen würden. Das bedeutet: Nehmen Sie eine aufrechte Körperhaltung ein, bleiben Sie freundlich, suchen Sie den Augenkontakt und hören Sie aufmerksam zu. Wenn Sie sprechen, dann sprechen Sie deutlich, in einem verständlichen Tempo und in einer angenehmen Lautstärke.

Tipp 4: Zeigen Sie Begeisterung!

Machen Sie kein Geheimnis daraus, dass Sie unbedingt Polizist werden wollen. Wenn Sie gefragt werden, warum Sie zur Polizei möchten oder worin Sie die Vor- und Nachteile des Berufs sehen, dürfen Sie ruhig Ihre persönliche Sichtweise schildern. Achten Sie nur darauf, dass Ihre Argumentation für die Prüfer nachvollziehbar bleibt. Und machen Sie deutlich, dass Sie Realist sind, also nicht nur die Pluspunkte sehen, sondern Ihnen natürlich auch die Schattenseiten durchaus klar sind.

Tipp 5: Bleiben Sie authentisch!

Versuchen Sie nicht, sich zu verstellen. Die Prüfer sind gut geschult und werden es sofort durchschauen, wenn Sie vorgeben, jemand anders zu sein. Bleiben Sie natürlich und ehrlich. Damit fahren Sie am besten. Schließlich bewerben Sie sich nicht als Schauspieler, sondern möchten bald der neue Kollege auf der Wache sein. Aber ehrlich zu sein, heißt natürlich nicht, dass Sie alles ausplaudern und zu tief ins Persönliche gehen sollen. Und ein natürliches, authentisches Verhalten bedeutet nicht, dass Sie sich so benehmen sollen, wie wenn Sie mit Ihren Freunden um die Häuser ziehen. Mit einem authentischen Auftreten ist lediglich gemeint, dass Sie Ihre wahre Persönlichkeit nicht vor der Tür stehen lassen sollen. Zu einem authentischen Auftritt gehört übrigens auch, dass Sie sich selbst realistisch einschätzen können. Spielen Sie Ihre Schwächen nicht herunter. Denn dass Sie keine Schwächen haben, wird Ihnen ohnehin niemand abnehmen. Punkten können Sie vielmehr dadurch, dass Sie Ihre Schwächen kennen und bereit sind, daran zu arbeiten.

Diese Merkmale zeichnen einen Polizisten aus – eine Liste

Wie in Tipp 2 versprochen, haben wir eine Liste mit wichtigen Eigenschaften und Fähigkeiten für den Polizeiberuf für Sie zusammengestellt. Gehen Sie die Liste durch und prüfen Sie, welche Merkmale davon auf Sie zutreffen. Überlegen Sie sich aber auch, welche Beispiele Sie nennen können, um diese Eigenschaften zu belegen. Bei den Beispielen kann es sich um Leistungen in der Schule, Erfahrungen aus einem Nebenjob, Erlebnisse in Ihrer Freizeit oder Kenntnisse durch ein Hobby handeln. Wenn Sie die Eigenschaften überzeugend präsentieren können, bringen Sie damit zum Ausdruck, dass Sie wissen, was einen guten Polizisten ausmacht – und dass Sie das Zeug dazu haben.

  • Einsatz- und Leistungsbereitschaft (unterschiedliche Einsatzorte, Schichtdienst)
  • Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein (Vorschriften kennen und umsetzen, Ordnung und Sicherheit gewährleisten)
  • psychische Stabilität und mentale Stärke (in Stresssituation Ruhe bewahren, mit Notfallszenarien fertig werden, ständige Gefährdung aushalten)
  • Kommunikationsfähigkeit und Kontaktfreude (Auskunft erteilen, helfen und beraten)
  • Teamgeist (Polizeiarbeit erfolgt immer im und als Team!)
  • Verschwiegenheit (Daten und Infos vertraulich behandeln)
  • Selbstbewusstsein, Selbstsicherheit und Selbstkontrolle (souveränes und bestimmtes, aber höfliches und respektvolles Auftreten, nicht provozieren lassen)
  • Sorgfalt und Umsicht (Berichte exakt anfertigen, auf Einzelheiten achten, vorausschauend denken, Arbeitsmittel wie Schusswaffe gewissenhaft handhaben)
  • Entscheidungsfähigkeit und Konfliktfähigkeit (schnelle Entscheidungen in Gefahrensituationen, Schlichten bei Streitigkeiten, Umgang mit emotionalen Ausbrüchen)
  • Zielstrebigkeit und Durchhaltevermögen (Anweisungen konsequent umsetzen, teils langwierige Ermittlungen mit ungewissem Ausgang)

Einige Merkmale wie beispielsweise Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Lernbereitschaft oder Flexibilität sollten selbstverständlich sein. Da sie ohnehin vorausgesetzt werden, bringen sie nicht unbedingt Pluspunkte ein.