Aktualisiert am 18. Juni 2020 von Ömer Bekar

Anzug oder Jeans? Mit Krawatte oder doch besser ohne? Die Entscheidung, welches Outfit es werden soll, ist gar nicht so einfach. Hier sind Tipps für die richtige Kleidung beim Vorstellungsgespräch!

Der PC-Test ist geschafft und die Sportprüfung bestanden. Als nächster Baustein im Auswahlverfahren der Polizei steht das Vorstellungsgespräch auf dem Programm. Und für Sie stellt sich damit die Frage nach der richtigen Kleidung. Schließlich wollen Sie einen guten Eindruck machen – und dieser wird auch von Ihrem Erscheinungsbild bestimmt. Doch welche Kleidung ist beim Einzelgespräch angemessen? Muss es unbedingt ein Anzug sein? Und worauf gilt es sonst noch zu achten? In diesem Beitrag haben wir Infos und Tipps für Ihr Outfit beim Einzelinterview zusammengestellt.

Die Wahl des Outfits für das Vorstellungsgespräch

Natürlich spielt das Outfit nicht die allerwichtigste Rolle. Durch das Auswahlverfahren möchte die Polizei herausfinden, ob Sie die Eignung für den Polizeiberuf mitbringen. Selbst wenn Sie noch so gut und gepflegt aussehen, wird das nicht weiterhelfen, wenn Sie einen Prüfungsbaustein nicht bestehen. Trotzdem sollten Sie die Wirkung von Kleidung nicht unterschätzen. Das Outfit hat einen großen Einfluss darauf, wie Sie sich selbst fühlen und wie Sie von anderen wahrgenommen werden. Dazu gibt es ein einfaches, aber sehr anschauliches Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie tragen Ihre Dienstuniform. In Ihrer Polizeiuniform werden Sie sich anders fühlen und auch anders auftreten als in Jeans und T-Shirt. Andere Personen werden Sie ebenfalls anders wahrnehmen. An der alten Weisheit “Kleider machen Leute” ist also durchaus etwas dran. Doch was heißt das für Ihre Kleiderwahl beim Vorstellungsgespräch?

Normalerweise heißt es in Bewerbungsratgebern immer, dass Sie die Kleidung wählen sollen, die für die Branche und die angestrebte Position üblich ist. Dazu können Sie sich daran orientieren, was Ihre künftigen Kollegen tragen oder was Sie im Berufsalltag anziehen würden. Bei der Polizei funktioniert dieser Ratschlag so leider nicht, denn im Dienst tragen Sie ja meist Uniform. Aber auch die Uniform gibt Ihnen Anhaltspunkte: Durch seine Uniform wirkt ein Polizist seriös. Sein Erscheinungsbild ist ordentlich und gepflegt. Durch die Hose, das Hemd und den Pullover oder die Jacke ist die Uniform praktisch und sportlich-elegant zugleich. Sie setzt ein klares Statement und wirkt trotzdem nicht so steif wie der edle Anzug, den ein Bank- oder Versicherungskaufmann trägt. Wenn Sie Ihr Outfit fürs Vorstellungsgespräch zusammenstellen, können Sie sich daran orientieren. Das heißt: Wählen Sie ein Outfit, das seriös, edel und gepflegt, aber nicht zu konservativ ist. Eine legere, sportlich-moderne Note ist absolut in Ordnung. Experten sprechen in diesem Zusammenhang auch von gehobener Freizeitkleidung. Konkret können Sie folgendes anziehen:

Natürlich können Sie als Bewerber auch zum Anzug mit Krawatte und als Bewerberin zum Hosenanzug, Kostüm oder Etuikleid mit Jacke greifen. Damit können Sie nichts falsch machen, auch wenn ein so förmliches Outfit nicht notwendig ist. Und wenn Sie bei der Auswahl der einzelnen Kleidungsstücke unsicher sind, dann halten Sie sich an folgende Regel: Im Zweifel lieber schicker als zu leger. Ziehen Sie also beispielsweise ein schlichtes Hemd einem sportiven Polo-Shirt vor. Und belassen Sie es insgesamt bei dezenten, gedeckten Farben, am besten mit einem dunklen Unterteil und einem hellen Oberteil.

4 Regeln für Ihre Kleidung beim Vorstellungsgespräch

Ein gepflegtes Erscheinungsbild ergibt sich nicht nur aus den Kleidungsstücken, die Sie zusammengestellt haben. Vielmehr muss das Gesamtbild stimmen. Halten Sie sich deshalb an folgende vier Grundregeln:

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Regel Nr. 1: Sie müssen sich in Ihrem Outfit wohlfühlen!

Das schönste Outfit bringt nichts, wenn Sie sich darin nicht wohlfühlen. Tragen Sie Kleidung, die Sie sonst so nie anziehen würden oder in der Sie sich unwohl fühlen, strahlen Sie das auch nach außen aus. Probieren Sie deshalb Ihr Outfit zu Hause einmal komplett an und tragen Sie es eine Weile. So sehen Sie das Gesamtbild und gewöhnen sich an die Kleidung. Außerdem können Sie testen, wie gut Ihr Outfit Ihre Bewegungen mitmacht. Stellen Sie fest, dass die Kleidung nicht richtig sitzt, unbequem ist oder Sie sich verkleidet vorkommen, nehmen Sie etwas anderes. Sie sollten nicht nur gut und gepflegt aussehen, sondern Ihr Outfit auch mit einer gewissen Selbstverständlichkeit tragen.

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Regel Nr. 2: Ihre Kleidung muss sauber und gebügelt sein!

Egal für welches Outfit Sie sich letztlich entscheiden, gilt: Ihr Kleidung muss sauber und ordentlich sein. Das wird von Ihnen als Bewerber und als angehender Polizist einfach erwartet. Flecken, Löcher, fehlende Knöpfe oder unschöne Knitterfalten sind ebenso tabu wie schmutzige Schuhe!

Je nachdem, wo Sie Ihren Einstellungstest absolvieren, findet das Einzelgespräch zu unterschiedlichen Zeitpunkten statt. Bei einigen Polizeien wird das Einzelinterview am ersten Prüfungstag, nach dem PC- und dem Sporttest durchgeführt. Bei anderen Auswahlverfahren beginnt der zweite Prüfungstag mit dem Vorstellungsgespräch. Und wieder andere Polizeien laden Sie einige Zeit nach dem PC-Test und der Sportprüfung zum Einzelinterview ein. Wenn Sie direkt zum Vorstellungsgespräch anreisen, können Sie Ihre Kleidung schon zu Hause anziehen. Vor allem bei einem längeren Anfahrtsweg ist es aber mitunter besser, wenn Sie knitter- und fleckanfällige Kleidungsstücke wie das Hemd oder die Bluse in einer Tasche mitnehmen und sich erst vor Ort umziehen. Umfasst Ihr Prüfungstag mehrere Stationen, haben Sie dazwischen auf jeden Fall die Gelegenheit, sich umzuziehen und frisch zu machen.

Und noch ein Tipp: Nehmen Sie sich sicherheitshalber ein Ersatzoutfit mit. Falls Sie sich bekleckern oder etwas schiefgeht, können Sie reagieren. Gleichzeitig wissen Sie, dass Sie auf jeden Fall ordentlich gekleidet am Einzelgespräch teilnehmen können, ohne in Erklärungsnot zu geraten oder einen ungepflegten Eindruck zu machen. Das wirkt schon einmal sehr beruhigend!

Regel Nr. 3: Verzichten Sie auf ein zu auffälliges Outfit!

Beim Vorstellungsgespräch und generell im Auswahlverfahren steht nicht Ihr Aussehen, sondern Ihre Eignung für den Polizeidienst im Mittelpunkt. Belassen Sie es deshalb bei einem eher dezenten Outfit. Auffällige Kleidung und zu viel Styling ziehen zwar die Blicke auf sich. In der Berufswelt gelten solche Outfits aber als unangemessen und werden oft mit mangelnder Kompetenz in Verbindung gebracht. Zudem könnte der Eindruck entstehen, dass Sie mit Ihrem Aussehen von anderen Aspekten ablenken wollen.

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Für Bewerberinnen gilt deshalb: Verzichten Sie auf einen Minirock und einen tiefen Ausschnitt. Nackte Haut hat in einem Vorstellungsgespräch nichts zu suchen. Auch zu enge oder sexy Kleidung ist nicht angebracht. Wenn Sie einen Rock tragen, dann sollte er etwa knielang sein und auch im Sitzen knapp oberhalb der Knie enden. Außerdem sollten Sie zum Rock oder Kleid immer eine Strumpfhose tragen, auch im Sommer. Und lassen Sie die High Heels im Schrank. Legen Sie nur ein sehr dezentes Make-up auf und gehen Sie sehr sparsam mit Parfum um. Wenn Sie Schmuck tragen, dann wählen Sie sehr wenige, dafür aber hochwertige und insgesamt dezente Schmuckstücke.

Bewerber sollten auf bunte Hemden verzichten. Schrille Krawatten mit ausgefallenen Mustern sind ebenfalls tabu. Wenn Sie einen Gürtel tragen, dann achten Sie darauf, dass er zu Ihren Schuhen passt. Und was den Schmuck angeht, so sollten Sie es bei einer Armbanduhr belassen.

Zudem gilt generell, dass Sie geschlossene Schuhe tragen sollten. Sandalen und Flipflops sind nicht angemessen. Auch Turnschuhe oder modische Sneaker sind keine gute Idee, denn sie sind einfach zu sportlich. Insgesamt sollten Sie zudem nichts anziehen, was zu sehr an Freizeitspaß oder Strandurlaub erinnert. Und: Nehmen Sie Ihre Piercings raus!

Regel Nr. 4: Vergessen Sie Ihre Haare und Ihre Fingernägel nicht!

Damit Ihr Erscheinungsbild rundum stimmt, sollten Sie auch den Rest nicht vergessen. Als Bewerber sind eine ordentliche Rasur und eine gepflegte Frisur mit frisch gewaschenen Haaren Pflicht. Als Bewerberin können Sie Ihre Haare zum Zopf zusammenbinden oder offen lassen. Sie sollten Ihre Haare aber auf jeden Fall aus dem Gesicht kämmen und darauf achten, dass Sie Ihre Haare nicht ständig wegstecken müssen. Dauernd an den Haaren herumzuspielen, zeugt von Unsicherheit und Nervosität.

Stellen Sie außerdem sicher, dass Ihre Hände sauber und Ihre Fingernägel gepflegt sind. Als Bewerberin sollten Sie auf lange Fingernägel mit auffälligem Nageldesign verzichten. Im Dienst wären solche Nägel schließlich auch äußerst unpraktisch.