Gruppenaufgabe im Assessment-Center der Polizei

Aktualisiert am 24. Oktober 2022 von Ömer Bekar

Infos zu Gruppenaufgabe im Assessment-Center der Polizei

Die Gruppenaufgabe im Assessment-Center der Polizei kann unterschiedliche Formen haben.

Um sich ein umfassendes Bild machen und Ihre Eignung für den Polizeiberuf bewerten zu können, setzt die Polizei ein mehrstufiges Auswahlverfahren ein. Die einzelnen Abschnitte prüfen Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen. Wissenstests stehen dabei genauso auf dem Programm wie Sport oder eine ärztliche Untersuchung. Außerdem kommen Elemente aus dem Assessment-Center vor, die auf Ihre sozialen Kompetenzen abzielen.

Die Polizeiarbeit ist immer Teamarbeit. Alleine kann ein einzelner Polizist wenig ausrichten. Stattdessen arbeitet er mit seinen Kollegen, anderen Behörden und auch Bürgern zusammen. Ein souveränes Auftreten, kommunikative Fähigkeiten, Kontaktfreude und Durchsetzungsvermögen sind deshalb Beispiele für Eigenschaften, die ein Polizeibeamter ebenso mitbringen sollte wie fachliches Wissen oder körperliche Fitness.

Um sich einen Eindruck von Ihren sozialen Kompetenzen zu verschaffen, schließt das Eignungsauswahlverfahren der Polizei im mündlichen Abschnitt ein Einzelgespräch ein. Zusätzlich dazu nehmen Sie mitunter an Übungen aus dem Assessmentcenter teil. Und eine dieser Übungen im Assessment-Center der Polizei kann eine Gruppenaufgabe sein.

Worum geht es im Assessment-Center?

In Deutschland ist die Polizei Sache der Bundesländer. Strenggenommen gibt es also gar nicht die Polizei, sondern vielmehr 16 Länderpolizeien. Dazu kommt die Bundespolizei als eigenständige Behörde mit ihrem eigenen Aufgabenbereich. Diese Struktur führt dazu, dass auch das Personalauswahlverfahren nicht einheitlich ist.

Je nach Bundesland, Laufbahn und Behörde laufen die Einstellungstests etwas unterschiedlich ab. Trotzdem sind die Verfahren miteinander vergleichbar. Denn sie verfolgen alle das gleiche Ziel: Die Polizei möchte ermitteln, ob Sie die fachliche, die körperliche und die psychologische Eignung für den Polizeidienst mitbringen. Und um bewerten zu können, ob Sie das Potenzial für eine Karriere als Polizistin bzw. Polizist haben, werden bestimmte Bausteine eingesetzt.

Schriftliche Tests überprüfen Ihr Wissen und Ihre kognitive Leistungsfähigkeit. Die Sportprüfung beschäftigt sich mit Ihrer körperlichen Fitness, während die ärztliche Untersuchung Ihre Diensttauglichkeit aus medizinischer Sicht bewertet. Außerdem ist ein Vorstellungsgespräch obligatorisch, bei dem das persönliche Kennenlernen im Vordergrund steht.

Das Assessment-Center zielt auf Ihre sozialen und persönlichen Kompetenzen ab. Es geht vorrangig um Ihre sogenannten Soft Skills, also um Ihre individuellen Stärken, aber auch Schwächen.

Wie treten Sie auf? Sind Sie selbstbewusst, souverän, durchsetzungsstark und kompromissbereit? Wie kommunizieren Sie und wie gehen Sie mit anderen um? Übernehmen Sie die Führung oder halten Sie sich dezent im Hintergrund? Was tun Sie, wenn Schwierigkeiten auftreten? Um solche Fragen zu klären, kann der Potenzialtest verschiedene Übungen einsetzen. Dazu zählt auch die Gruppenaufgabe im Assessment-Center der Polizei.

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Wie kann die Gruppenaufgabe im Assessment-Center der Polizei aussehen?

Wie umfangreich das Assessment-Center (AC) ist, hängt davon ab, wo und für welche Laufbahn Sie am Einstellungstest teilnehmen. In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel absolvieren alle Bewerber ein Assessment-Center, bei der Bundespolizei nur die Kandidaten für den gehobenen Dienst. Hier stehen dann auch mehrere Übungen auf dem Programm. In anderen Bundesländern wiederum beinhaltet der Eignungstest nur ein oder zwei Elemente aus dem AC.

Grundsätzlich kann ein AC sowohl Einzel- als auch Gruppenauswahlverfahren einschließen. Ein typisches Beispiel für ein Einzelauswahlverfahren ist das strukturierte Interview, das bei der Polizei das klassische Vorstellungsgespräch ersetzt. Eine typische Übung für eine Bewerbergruppe hingegen ist die Gruppenaufgabe. Dabei kann die Gruppenaufgabe im Assessment-Center der Polizei unterschiedlich gestaltet sein:

Diskussionsrunde

Eine sehr häufig eingesetzte Form der Gruppenaufgabe im Assessment-Center ist die Diskussionsrunde. Die Prüfer geben Ihnen und Ihren Mitstreitern dafür ein Thema vor. Dieses Thema kann eine Fragestellung im Zusammenhang mit der Polizei aufgreifen, etwas aus dem aktuellen Zeitgeschehen behandeln oder ein allgemeiner Sachverhalt aus dem alltäglichen Leben sein.

Manchmal können Sie sich frei und ohne weitere Vorgaben mit Ihren Mitbewerbern austauschen. Denkbar ist aber auch, dass jeder Teilnehmer eine Rolle zugewiesen bekommt, die den Standpunkt beschreibt, den er vertreten soll.

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Was das Ergebnis der Gruppendiskussion angeht, gibt es ebenfalls mehrere Möglichkeiten. So kann es sein, dass das Ende offen ist. Oder die Vorgabe lautet, dass Sie in der Gruppe eine gemeinsame Lösung erarbeiten und sich darauf einigen sollen. Eine weitere Variante ist, dass sich ein Standpunkt durchsetzen und die Gruppe argumentativ von dieser Lösung überzeugen soll.

Fallstudie

Die sogenannte Fallstudie geht im Prinzip in eine ähnliche Richtung wie die Diskussionsrunde. Allerdings geht es dabei nicht um ein Thema, das zur Diskussion gestellt wird. Stattdessen nennen Ihnen die Prüfer einen konkreten Fall. Der Fall kann eine Situation aus dem Polizeialltag beschreiben.

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Denkbar ist aber genauso eine alltägliche Fragestellung. Eine beliebte Gruppenaufgabe im Assessment-Center der Polizei sieht zum Beispiel vor, dass Sie eine Gruppe aus fünf Leuten sind und gemeinsam eine Veranstaltung besuchen wollen. Allerdings gibt es für diese Veranstaltung nur noch vier Eintrittskarten.

Die Aufgabe besteht darin, dass Sie in der Gruppe eine Vorgehensweise erarbeiten, um die Situation aufzulösen, die Ausgangsfrage zu beantworten oder das Problem zu klären. Wichtig dabei ist, dass die Gruppe als Team agiert und zu einem Ergebnis kommt, mit dem alle einverstanden sind.

Rollenspiel

Findet ein Rollenspiel als Gruppenaufgabe im Assessment-Center der Polizei statt, bilden Sie oft zusammen mit einem anderen Bewerber ein Team und einer der Prüfer ist der Gegenspieler. Inhaltlich geht es meist um eine Szene, die sich in ähnlicher Form jederzeit im Dienstalltag ereignen könnte. Sie und Ihr Mitstreiter schlüpfen dabei in die Rolle von Polizeibeamten, während der Prüfer einen Bürger mimt.

Auch beim Rollenspiel geht es darum, die Situation aufzulösen und gemeinsam Entscheidungen zu treffen. Insgesamt wird das Rollenspiel aber häufiger als Einzelaufgabe durchgeführt, bei der Sie mit den Prüfern interagieren. Eine Abwandlung ist, dass Ihnen die Prüfer im Vorstellungsgespräch situative Fragen stellen.

Worauf kommt es bei der Gruppenaufgabe im Assessment-Center der Polizei an?

Bei der Polizei geht es nicht nur darum, dass jeder Beamte seine Arbeit macht. Vielmehr zählt, dass die Kollegen an einem Strang ziehen und die Zusammenarbeit im Team funktioniert. Gerade bei Einsätzen müssen sich Polizistinnen und Polizisten blind aufeinander verlassen können, souverän auftreten, eine Einheit bilden und Hand in Hand agieren.

Eine Gruppenaufgabe im Assessment-Center ermöglicht der Polizei, typische Szenen zu simulieren und mehrere Bewerber direkt miteinander zu vergleichen.

Dabei spielt weniger eine Rolle, wie leistungsfähig Sie sind. Im Vordergrund steht vielmehr, wie gut es Ihnen gelingt, sich in die Gruppe zu integrieren, sich aktiv einzubringen und zur Lösung beizutragen. Im Zusammenspiel mit anderen Bewerbern kann die Polizei beurteilen, wie Sie auftreten, wie Sie mit anderen umgehen, wie Sie sich verhalten und wie Sie kommunizieren.

So schneiden Sie gut ab

Um einen guten Eindruck zu hinterlassen und Pluspunkte zu sammeln, sollten Sie ein selbstbewusstes Auftreten mit guten Manieren und einem fairen Verhalten verknüpfen. Das heißt konkret:

  • Geben Sie sich kommunikativ und beteiligen Sie sich aktiv an den Gesprächen.
  • Hören Sie Ihren Mitstreitern aufmerksam zu und fallen Sie niemandem ins Wort.
  • Bleiben Sie offen für Anregungen und gehen Sie auf die Argumente Ihrer Mitbewerber ein.
  • Vertreten Sie selbstbewusst Ihren Standpunkt, aber beharren Sie nicht auf Ihrer Meinung, sondern zeigen Sie sich kompromissbereit.
  • Argumentieren Sie ruhig und sachlich. Schnippische Kommentare oder bissige Bemerkungen sind alles andere als professionell!
  • Bringen Sie sich ein, aber drängen Sie sich nicht ständig in den Vordergrund.
  • Lassen Sie das Konkurrenzdenken außen vor. Bei Gruppenaufgaben geht es nicht darum Ihre Mitbewerber auszustechen, sondern gemeinsam als Team zusammenzuarbeiten.
  • Zeigen Sie Führungsqualitäten, indem Sie stillere Mitbewerber ansprechen und so gezielt einbinden.
  • Spielen Sie nicht den Pausenclown. Die Gesprächsatmosphäre mag zwar locker sein, aber auch die Gruppenaufgabe im Assessment-Center ist eine Prüfung, die bewertet wird und in die Endnote einfließt.
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Das Wichtigste aber ist, dass Sie authentisch bleiben.

Vielleicht werden Sie anspannt und nervös sein oder sich in der Gruppensituation eher unwohl fühlen. Schließlich kennen Sie Ihre Mitbewerber nicht und die Aufnahmeprüfung entscheidet darüber, ob es mit Ihrem Berufswunsch klappt. Trotzdem sollten Sie sich nicht verrückt machen. Als Polizistin oder Polizist müssen Sie genauso verschiedenste Situationen meistern und mit unbekannten Leuten zurechtkommen.

Verstellen Sie sich also nicht, sondern bleiben Sie, wer und wie Sie sind. Mit dieser Strategie fahren Sie definitiv am besten.

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