Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch der Polizei

Aktualisiert am 21. Oktober 2022 von Ömer Bekar

Polizei Vorstellungsgespräch Stärken und Schwächen

Im Vorstellungsgespräch der Polizei sollten Sie Ihre persönlichen Stärken und Schwächen benennen können.

Die Frage nach den persönlichen Stärken und Schwächen ist ein echter Klassiker. Es dürfte kaum ein Bewerbungsgespräch geben, in dem sie nicht gestellt wird. Auch die Polizei wird sich im Auswahlgespräch nach Ihren Vorzügen und Schwachstellen erkundigen. Eine spontane Antwort ist aber oft gar nicht so einfach. Deshalb sollten Sie sich im Vorfeld überlegen, was Sie antworten werden.

Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen. Sie gehören zur Persönlichkeit dazu und machen menschlich. Trotzdem sind sie ein heikles Thema. Denn mit den eigenen Vorzügen zu prahlen, kann einen falschen Eindruck erwecken und auf den Gesprächspartner überheblich und unsympathisch wirken. Und persönliche Schwachpunkte gesteht sich kaum jemand gerne ein und möchte sie noch weniger Fremden auf die Nase binden.

Um die Frage werden Sie aber letztlich nicht herumkommen. Denn in einem Bewerbungsgespräch gehört sie zum Standard. Wir erklären, worum es bei der Frage nach Stärken und Schwächen geht, worauf Sie achten sollten und wie Sie im Vorstellungsgespräch der Polizei souverän antworten können.

Was sind persönliche Stärken?

Persönliche Stärken sind Kompetenzen, Eigenschaften, Merkmale oder Charakterzüge, die Sie als Mensch ausmachen und Ihre Persönlichkeit kennzeichnen. Es handelt sich um positive Fähigkeiten, die Ihnen im Berufs- und im Privatleben gleichermaßen zugutekommen. Ihre Stärken beziehen sich also nicht nur auf einen ganz bestimmten Beruf, sondern charakterisieren Sie im Allgemeinen.

Im Zusammenhang mit Bewerbungen wird an dieser Stelle auch von den Soft Skills gesprochen. Zu den persönlichen Stärken können zum Beispiel gehören:

  • Entscheidungsfreudigkeit
  • Teamgeist
  • Empathie
  • Belastbarkeit
  • Lösungsorientierung
  • Kritikfähigkeit
  • Kontaktfreude
  • Organisationstalent
  • Eigeninitiative
  • Durchhaltevermögen

Berufliche Qualifikationen und Kenntnisse, die Sie sich angeeignet haben, zählen hingegen nicht zu den persönlichen Stärken. Wenn Sie beispielsweise mehrere Sprachkurse belegt haben, sind die Sprachkenntnisse als solche keine persönliche Stärke. Die Stärke wäre in diesem Fall vielmehr Ihre Lernbereitschaft oder Ihre Eigeninitiative.

Stärken im Vorstellungsgespräch

Im Einzelgespräch zählt, dass Sie Ihre Stärken glaubwürdig vermitteln. Formulieren Sie selbstbewusst, ohne dabei arrogant zu wirken.

Wichtig ist außerdem, dass Sie nicht einfach nur irgendwelche Behauptungen aufstellen. Nennen Sie stattdessen konkrete Beispiele, die belegen, wann und wie Sie Ihre Stärken einbringen konnten. Optimal ist, wenn Ihre Stärken auch für den Polizeiberuf relevant sind. Überlegen Sie sich deshalb, welche Ihrer positiven Eigenschaften Sie als Polizistin bzw. Polizist weiterbringen wird.

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Sehen Sie eine Stärke in Ihrer offenen und kommunikativen Art, können Sie zum Beispiel so antworten:

„Mir fällt es leicht, auf andere Menschen zuzugehen. In einem Gespräch kann ich mich gut in mein Gegenüber hineinversetzen und so die Basis für einen konstruktiven Austausch schaffen. In der Schule kam mir das in meiner Funktion als Klassensprecher oft zugute.“

Was sind persönliche Schwächen?

Persönliche Schwächen bezeichnen Eigenschaften, die für das Erreichen Ihrer Ziele eher hinderlich sind. Daneben zählen Kenntnisse und Fähigkeiten dazu, die noch recht überschaubar sind, an denen Sie aber arbeiten können. Beispiele für persönliche Schwächen können sein:

  • Sprunghaftigkeit
  • wenig Selbstvertrauen
  • Dickköpfigkeit
  • Schüchternheit
  • mangelnde Spontanität
  • nicht Nein sagen können
  • kaum Fremdsprachenkenntnisse
  • wenig handwerkliches Geschick oder technisches Verständnis
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Wie die Stärken beziehen sich auch die Schwächen nicht nur auf eine bestimmte Berufstätigkeit, sondern gelten ebenso für Sie als Privatperson.

Schwächen im Vorstellungsgespräch

Durch Ihre Schwächen sollten Sie aufzeigen, dass Sie Ihre Fähigkeiten und Charakterzüge realistisch einschätzen und selbstkritisch reflektieren können. Gleichzeitig sollten Sie verdeutlichen, dass Sie bereit sind, an Ihren Schwachpunkten zu arbeiten.

Auch bei den Schwächen ist wichtig, dass Sie Souveränität ausstrahlen. Verfallen Sie nicht in Rechtfertigungen, Entschuldigungen oder Vorwürfe an Dritte. Benennen Sie stattdessen sachlich, worin Sie nicht so stark sind und versuchen Sie, die Schwächen zu entkräften, indem Sie auf Ihr Entwicklungspotenzial hinweisen.

Sie sollten aber auch im Hinterkopf haben, was mit Blick auf den Polizeidienst relevant ist. So wäre es nicht besonders günstig, wenn Sie als Polizeibeamtin bzw. Polizeibeamter zum Beispiel sehr schüchtern sind und lieber alleine arbeiten als im Team.

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„Wenn mir etwas wichtig ist und ich sicherstellen will, dass mich mein Gesprächspartner richtig versteht, neige ich manchmal dazu, zu weit auszuholen. Aber ich arbeite daran, besser auf den Punkt zu kommen.“

6 Tipps zu Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch

Viele Bewerber tun sich schwer mit der Frage nach den Stärken und Schwächen. Aber diese Frage ist nun einmal ein Klassiker und im Einzelgespräch mit der Polizei werden Sie sie beantworten müssen. Damit Ihnen das souverän gelingt und Sie mit Ihren Antworten punkten können, geben wir Ihnen sechs Tipps mit auf den Weg:

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1. Verzichten Sie auf leere Floskeln.

Natürlich können Sie sich an Bewertungsratgebern orientieren und sich von den dort genannten Vorschlägen inspirieren lassen. Aber übernehmen Sie keine allgemeingültigen Floskeln. Die Prüfer kennen die Standardantworten sehr genau und haben sie schon unzählige Male gehört.

Im Vorstellungsgespräch möchte die Polizei Sie kennenlernen. Machen Sie sich also Gedanken darüber, was Sie persönlich ausmacht und Ihren Charakter kennzeichnet.

2. Entkräften Sie Ihre Schwächen.

Stellen Sie Ihre Schwachpunkte nicht als unüberwindbare Hindernisse dar. Versuchen Sie vielmehr, Ihre Schwächen zu relativieren und einen positiven Ausblick zu geben.

Bauen Sie dazu in Ihre Formulierung Hinweise wie „manchmal“, „teilweise“ oder „in bestimmten Situationen“ ein. Vermitteln Sie außerdem, dass Ihnen Ihre Schwächen bewusst sind und Sie für sich einen Weg gefunden haben, damit umzugehen oder daran zu arbeiten. Und vermeiden Sie Schwächen, die einer Laufbahn bei der Polizei im Weg stehen würden.

3. Belegen Sie Ihre Stärken.

Bloße Behauptungen und leere Versprechen bringen Sie nicht weiter. Wenn Sie Ihre Stärken glaubwürdig und nachvollziehbar vermitteln wollen, brauchen Sie konkrete Beispiele. Überlegen Sie sich deshalb Situationen oder Erfahrungen, bei denen Sie Ihre Stärken tatsächlich einsetzen konnten.

4. Vermeiden Sie Selbstverständlichkeiten.

Dinge wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Pflichtbewusstsein oder Verschwiegenheit und Loyalität sind keine Stärken. Vielmehr handelt es sich um Merkmale, die die Polizei als selbstverständlich voraussetzt. Versuchen Sie also nicht, solche Eigenschaften als Stärken zu verkaufen.

5. Antworten Sie ruhig und sachlich.

Jeder Mensch hat seine individuellen Stärken und seine persönlichen Schwächen. Für die Prüfer zählt nicht nur, was Sie antworten. Genauso interessiert sie, wie Sie reagieren, wenn Sie auf Ihre Vorzüge und Schwachstellen angesprochen werden.

Wichtig ist deshalb, dass Sie ruhig bleiben und besonnen antworten. Zeigen Sie Ihr Selbstbewusstsein, ohne zu übertreiben. Verdeutlichen Sie durch schlüssige Antworten, dass Sie Ihre Fähigkeiten realistisch einschätzen können, aber genauso wissen, wo Sie an Ihre Grenzen stoßen.

Und: Verzichten Sie auf Späßchen. So manche Antwort, die witzig sein sollte, wurde zum Eigentor. Denken Sie daran, dass es bei dem Gespräch um eine Karriere als Beamtin bzw. Beamter im Staatsdienst geht. Begegnen Sie den Fragen also mit der notwendigen, professionellen Ernsthaftigkeit.

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6. Kommen Sie auf den Punkt.

Es ist nicht notwendig, eine lange Liste mit Stärken und Schwächen aufzuzählen. Fokussieren Sie sich auf die Eigenschaften, die Ihren Charakter kennzeichnen, Ihre Persönlichkeit ausmachen und einen Bezug zur Tätigkeit als Polizistin bzw. Polizist haben.

Wie fragt die Polizei im Vorstellungsgespräch nach Stärken und Schwächen?

Das Auswahlverfahren soll feststellen und beurteilen, ob Sie für den Polizeidienst geeignet sind. Damit ein umfassendes Bild entsteht, setzt sich der Einstellungstest aus verschiedenen Bausteinen zusammen.

Schriftliche Prüfungen testen Ihre fachlichen Kompetenzen und intellektuellen Fähigkeiten, der Sporttest überprüft Ihre Fitness und Ihre körperliche Leistungsfähigkeit. Bei der ärztlichen Untersuchung geht es um Ihre gesundheitliche Eignung, Aufgaben aus dem Assessment-Center zielen auf soziale Kompetenzen ab.

Das Vorstellungsgespräch, das in den meisten Fällen als strukturiertes Interview durchgeführt wird, kümmert sich um Ihre Persönlichkeit. Das Ziel ist, Sie näher kennenzulernen, um einschätzen zu können, ob Sie charakterlich zum Beruf und ins Team der Polizei passen. Ihre Stärken und Schwächen sind ein wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang.

Dabei können die Prüfer ganz direkt fragen und Sie bitten, ihnen Ihre größten Stärken und Schwächen zu nennen. Oft werden die Fragen aber indirekt formuliert. Zum Beispiel so:

  • Mit welchen Adjektiven würden Ihre Freunde Sie beschreiben?
  • Was war bisher Ihr größer Erfolg?
  • Welche Eigenschaft schätzt Ihr Umfeld besonders an Ihnen?
  • Welchen Situationen gehen Sie lieber aus dem Weg?
  • Gibt es einen Fehler, den Sie gerne rückgängig machen würden?
  • Welche Eigenschaft stört Sie an sich selbst am meisten?

Auch bei diesen Fragen geht es darum, ob Sie sich realistisch einschätzen können, Ihre Stärken kennen und sich Ihrer Schwächen bewusst sind. Versuchen Sie also, im Interview zu durchschauen, welche Absicht hinter einer Frage steckt.

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