Gruppendiskussion Tipps fürs Assessment Center der Polizei

Aktualisiert am 19. August 2022 von Ömer Bekar

Tipps für die Gruppendiskussion

Wenn Sie ein paar Tipps beachten, können Sie bei der Gruppendiskussion wertvolle Punkte sammeln.

Die verschiedenen Tests und Übungen im Auswahlverfahren der Polizei zielen auf unterschiedliche Bereiche ab. So geht es in den schriftlichen Prüfungen um Ihr Wissen und Ihre kognitive Leistungsfähigkeit. Der Sporttest und die ärztliche Untersuchung überprüfen Ihre körperliche Fitness und Ihre gesundheitlichen Voraussetzungen. Im mündlichen Abschnitt wiederum liegt der Fokus auf Ihrer Persönlichkeit, Ihrem Sozialverhalten und Ihren kommunikativen Fähigkeiten. Und neben dem obligatorischen Einzelgespräch ist eine beliebte Übung dabei die Gruppendiskussion.

Je nachdem, in welchem Bundesland und in welcher Laufbahn Sie eine Karriere als Polizistin bzw. Polizist anstreben, unterscheiden sich die Eignungsauswahlverfahren etwas voneinander.

In Nordrhein-Westfalen und im gehobenen Dienst der Bundespolizei ist ein mündliches Assessment-Center ein fester Baustein. In anderen Bundesländern sind oft nur eine oder zwei Übungen aus dem Assessment-Center (AC) vorgesehen. Bei der Polizei in Bayern zum Beispiel sind das ein strukturiertes Interview und eine Gruppendiskussion.

Generell soll die Aufnahmeprüfung ermitteln und bewerten, ob Sie für den Polizeidienst geeignet sind. Dabei kommt es nicht nur auf Ihre intellektuellen Fähigkeiten, Ihre körperliche Leistungsfähigkeit und Ihre psychologische Eignung, sondern eben auch auf Ihre Persönlichkeit und Ihren Charakter an.

Wie treten Sie als Mensch auf? Verhalten Sie sich fair und kollegial? Sind Sie kontaktfreudig? Können Sie sich zügig auf eine neue Situation einstellen? Wie positionieren Sie sich in einer Gruppe? Solche Dinge sind im Dienstalltag wichtig.

Zu den Elementen in einem AC können Gruppenaufgaben, Rollenspiele und ein kurzer Vortrag gehören. Außerdem arbeiten Auswahlverfahren gerne mit Diskussionsrunden. Wir haben in diesem Beitrag Infos und Tipps rund um die Gruppendiskussion im AC der Polizei für Sie zusammengestellt!

Gruppendiskussion im Assessment-Center der Polizei: Was ist das genau?

Die Gruppendiskussion hat ihre Wurzeln in der empirischen Sozialforschung. Dort ist die Gruppendiskussion ein Verfahren, durch das unterschiedliche Aussagen zu einem Thema und der Austausch innerhalb einer Gruppe erfasst werden können. Kurt Lewin, ein deutscher Sozialpsychologe, beschäftigte sich bereits in den 1930er-Jahren mit Gruppendiskussionen. Er nutzte die Methode, um das Verhalten von Teilnehmern im Rahmen von Untersuchungen zu beeinflussen.

Im Assessment-Center ähnelt die Gruppendiskussion einem Interview mit mehreren Beteiligten. Denn der Austausch innerhalb der Gruppe lehnt sich an eine Befragung an. Gleichzeitig bewerten die Prüfer, wie sich die einzelnen Bewerber während der Diskussion verhalten.

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Der Ablauf einer Gruppendiskussion

Bei der Gruppendiskussion als Übung im AC bilden Sie mit drei bis acht Mitbewerbern eine Gruppe. Bevor die Diskussionsrunde beginnt, nennen Ihnen die Prüfer das Thema. Sie erläutern den Sachverhalt, um den es geht, und geben vor, zu welchem Ziel die Diskussion führen soll.

Außerdem weisen die Prüfer Ihnen eine Rolle zu. Diese Rolle kann entweder darin bestehen, dass Sie einen bestimmten Standpunkt vertreten sollen. Oder Sie sollen eine Meinung entwickeln, indem Sie entsprechende Argumente finden.

Ist die Aufgabe klar, haben Sie etwas Zeit, um sich auf die Diskussion vorzubereiten. Sie können sich Gedanken zu dem Thema machen und Argumente überlegen.

Nach Ablauf der Vorbereitungszeit setzen Sie sich mit Ihren Mitstreitern an einen Tisch und diskutieren den Sachverhalt. Der übliche Zeitrahmen für eine Gruppendiskussion bewegt sich zwischen 15 und 45 Minuten.

Während Sie mit Ihren Mitstreitern diskutieren, verfolgen mehrere Prüfer das Geschehen. Meist hat ein Prüfer einen bis zwei Teilnehmer im Blick. So ist sichergestellt, dass alle Bewerber mit der gleichen Aufmerksamkeit beobachtet werden.

Themen für die Gruppendiskussion

Die Bandbreite an möglichen Themen für die Gruppendiskussion ist sehr groß. Von allgemeinen Fragen über gesellschaftliche Problematiken bis hin zu politischen Inhalten oder Sachverhalten aus dem aktuellen Zeitgeschehen ist so ziemlich alles möglich. Denkbar ist aber auch, dass das Diskussionsthema eine Fragestellung streift, die mit der Polizei zu tun hat. Inhalte von der Diskussionsrunde können zum Beispiel sein:

  • Sollten die Anforderungen an Bewerber um Ausbildungsplätze gesenkt oder erhöht werden?
  • Wie können Behörden mehr Diversity (Vielfalt mit Blick auf Geschlecht, Herkunft, Religion, Alter, sexuelle Orientierung usw.) erreichen?
  • Welche gesellschaftlichen Entwicklungen sind in den kommenden Jahren zu erwarten und wie sollte darauf reagiert werden?
  • Sollte es an deutschen Schulen Uniformen für die Schüler geben?
  • Wie wichtig ist eine geschlechtergerechte Sprache wirklich?

Mögliche Formen der Gruppendiskussion

Durch die Gruppendiskussion möchte sich die Polizei einen Eindruck von Ihrem Verhalten in einer Ausnahmesituation verschaffen. Wie reagieren Sie, wenn Sie angespannt sind und die Zeit drängt? Gelingt es Ihnen, einen Sachverhalt schnell zu erfassen, weiterzudenken und Ihre Überlegungen dazu zu vermitteln? Schwierige Situationen, die ein schnelles und zugleich besonnenes Handeln erfordern, sind im Polizeiberuf schließlich Alltag.

Die Gruppendiskussion als solche kann unterschiedlich durchgeführt werden. Eine Möglichkeit ist, dass Sie mit den anderen Gruppenmitgliedern frei und ohne besondere Vorgaben über das Thema diskutieren sollen. Häufiger teilen die Prüfer eine Gruppe aber in zwei Lager auf. Während die eine Hälfte für den Sachverhalt argumentiert, führt die andere Hälfte die Contra-Argumente ins Feld.

Auch die Zielsetzung kann variieren:

  • Eine kooperative Diskussion zielt darauf ab, dass Sie gemeinsam in der Gruppe eine Lösung finden, sich auf einen Kompromiss einigen oder eine Strategie ausarbeiten.
  • Bei einer konfliktorientierten Diskussion ist das Ziel, dass sich ein Lager oder ein einzelner Bewerber mit seinem Standpunkt durchsetzt und den Rest der Gruppe davon überzeugt, sich dieser Lösung anzuschließen.

Da bei der Polizei Teamarbeit eine wesentliche Rolle spielt, sind die meisten Gruppendiskussionen im AC kooperativ angelegt.

Tipps für eine erfolgreiche Teilnahme an der Gruppendiskussion

Viele Bewerber haben eine falsche Vorstellung davon, wie Sie bei der Gruppendiskussion im Assessment-Center die meisten Pluspunkte sammeln. Es geht nicht darum, ständig vorzupreschen, die Ellenbogen auszufahren und sich die meiste Redezeit zu sichern.

Vielmehr zählt, dass Sie sachlich bleiben, sich fair verhalten und überzeugend argumentieren. Sie sollten selbstbewusst zu Ihrem Standpunkt stehen, aber genauso die Meinungen der anderen Teilnehmer akzeptieren und darauf eingehen.

Ein guter Auftritt zeichnet sich dadurch aus, dass Sie ein aktives Gespräch mit Ihren Mitstreitern führen. Ihr Ziel sollte sein, Lösungen und Kompromisse zu finden, die für alle tragbar sind, ohne dass Sie dabei Ihren eigenen Standpunkt aufgeben. Dazu kann auch gehören, einem anderen Bewerber recht zu geben, wenn er einfach die besseren Argumente hat.

Die Prüfer achten außerdem darauf, welche Rolle Sie in der Gruppe einnehmen. Bringen Sie neue Ideen ein? Gehen Sie auf andere Teilnehmer zu? Binden Sie Mitstreiter, die sich zurückhalten, in das Gespräch ein? Sind Sie selbstbewusst und vertreten Ihren Standpunkt? Oder lassen Sie sich schnell den Wind aus den Segeln nehmen und knicken ein?

Für die Bewertung ist oft weniger ausschlaggebend, welche konkreten Inhalte Ihre Argumente haben. Stattdessen ist die Art, wie Sie diskutieren und mit anderen umgehen, entscheidend.

Es zählt, ob Sie eine gute Mischung aus aktivem Zuhören, Empathie und Durchsetzungsvermögen finden. Genauso ist wichtig, dass Sie ruhig bleiben und sich nicht zu schnippischen Kommentaren verleiten lassen, sondern höflich sind und Ihren Mitstreitern mit Respekt begegnen.

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Die wichtigsten Tipps für die Gruppendiskussion auf einen Blick

Dass Sie etwas angespannt und nervös sind, ist normal. Immerhin hängt von Ihrem Abschneiden beim Potenzialtest ab, ob ein Ausbildungs- oder Studienplatz im Staatsdienst in greifbare Nähe rückt. Und es ist sicher ungewohnt, dass Sie von Prüfern beobachtet werden, während Sie sich mit anderen Bewerbern unterhalten.

Aber letztlich ist alles halb so wild. Denken Sie gar nicht so sehr an die Kompetenzen und Eigenschaften, die von einem Polizeibeamten erwartet werden. Sondern besinnen Sie sich auf Ihre guten Manieren und die Aspekte, die eine gepflegte und professionelle Konversation ausmachen. Das heißt:

  • Verhalten Sie sich höflich und respektvoll.
  • Beteiligen Sie sich aktiv an der Diskussion.
  • Hören Sie Ihren Mitstreitern zu, fallen Sie ihnen nicht ins Wort und greifen Sie deren Argumente auf.
  • Vertreten Sie selbstbewusst Ihren Standpunkt und lassen Sie sich durch kritische Anmerkungen nicht aus dem Konzept bringen.
  • Argumentieren Sie ruhig und sachlich.
  • Zeigen Sie Kompromissbereitschaft.
  • Verkneifen Sie sich schnippische Bemerkungen und bissige Kommentare.
  • Kommen Sie auf den Punkt und geben Sie den anderen Bewerbern genauso die Chance, etwas zu sagen.
  • Drängen Sie sich nicht ständig in den Vordergrund und provozieren Sie keine Konflikte.
  • Sprechen Sie Mitbewerber an, wenn Sie merken, dass diese nicht ins Gespräch hineinfinden.
  • Greifen Sie ein, wenn Ihnen auffällt, dass die Gruppe zu weit vom eigentlichen Thema oder der Zielsetzung abschweift.
  • Sitzen bequem, aber aufrecht, achten Sie auf eine offene Körpersprache und schauen Sie in die Runde.
  • Spielen Sie nicht den Pausenclown. Auch wenn eine Gruppendiskussion locker wirken kann, ist es eine Prüfung, die bewertet wird.

Und das Wichtigste ist: Bleiben Sie authentisch. Geben Sie sich so, wie Sie sind. Die Polizei sucht keine Schauspieler, sondern künftige Kollegen!

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