Polizei Rot Grün SchwächeSie denken über eine Bewerbung bei der Polizei nach oder haben vielleicht schon eine abgeschickt und sind sich nicht sicher, was in der ärztlichen Untersuchung – insbesondere beim Sehtest – auf Sie zukommt? Sie haben eine Brille oder tragen gelegentlich Kontaktlinsen und sind verunsichert, inwieweit das im Dienst zu einem Problem wird? Vielleicht fällt es Ihnen auch schwer, Farben voneinander zu unterscheiden, und Sie sorgen sich nun, dass Sie unter einer Farbenblindheit oder sogar einer Rot-Grün-Schwäche leiden, die für die Polizei hinderlich ist.

Sie sind mit Ihren Bedenken und Überlegungen nicht allein. Viele Bewerber fragen sich, was passiert, wenn eine Rot-Grün-Schwäche bei Ihnen nachgewiesen wird. Auf diese Frage gibt es Antworten und Sie werden lesen, inwieweit diese Antworten auf Sie persönlich zutreffen oder nicht.

Erfahren Sie in diesem Beitrag, was eine Rot-Grün-Sehschwäche eigentlich ist und wie sie in einem Test diagnostiziert werden kann. Bekommen Sie außerdem einen Überblick über die Anforderungen bei der Polizei und am Ende ein paar Tipps, die Ihnen helfen können, schon jetzt etwas zu tun. Lesen Sie weiter und überzeugen Sie sich selbst!

Was ist eine Rot-Grün-Schwäche?

Es gibt die unterschiedlichsten Erkrankungen oder Beeinträchtigungen des Auges. Manche Menschen können nicht so gut in die Weite sehen, andere haben auf kurze Entfernungen Probleme und wieder andere sind so stark in ihrer Sehfähigkeit eingeschränkt, dass man sie fast als blind bezeichnen könnte.

Bei einer Rot-Grün-Sehschwäche leiden die betroffenen Personen an einer Form von Farbenblindheit, die insbesondere die Farben Rot und Grün betrifft. Gehören Sie zu diesen Menschen dazu, dann haben Sie wahrscheinlich entweder eine Tendenz zu Rotblindheit oder zu Grünblindheit.

Ist die rote Farbe Ihr Problem, dann können Sie die verschiedenen roten Farbtöne nicht mehr deutlich von ihrer Umgebung unterscheiden. Das Rot wirkt dann mehr wie ein lediglich grauer Ton, der der Umgebung ähnlich ist und mit dieser verschmilzt. Bei der Grünblindheit ist es ähnlich: Auch hier werden die Farbtöne nicht als grün, sondern eher als gräulich wahrgenommen und deshalb nicht mehr so leicht von anderen Tönen unterschieden. Vielleicht haben Sie auch das Problem, rote und grüne Farben voneinander zu unterscheiden.

Die Blindheit für grüne Farbtöne kommt häufiger vor als die für rote. Außerdem sind insgesamt viel öfter Männer von dieser Krankheit betroffen als Frauen. Weltweit haben rund 9 Prozent der männlichen Personen eine Rot-Grün-Schwäche und nur 0,8 Prozent der weiblichen. Das liegt darin begründet, dass die Fähigkeit, Töne im roten und grünen Farbspektrum scharf voneinander unterscheiden zu können, bei der Vererbung durch das weibliche X-Chromosom weitergegeben wird. Dieses Chromosom regelt das Geschlecht und ist bei den Frauen doppelt vorhanden.

Im Alltag haben Sie möglicherweise gar kein Problem damit und oft ist es auch so, dass Betroffene gar nicht wissen, dass Sie unter dieser Sehschwäche leiden. Es gibt sogar Augenärzte, die erst mit der Behandlung ihrer Patienten auf ihre eigene Rot-Grün-Sehschwäche aufmerksam wurden.

Schwierigkeiten treten bei Betroffenen beispielsweise bei Texthervorhebungen auf, die in Rot gehalten sind und eigentlich hervorstechen sollen. Diese werden dann schnell überlesen, weil sie sie wie die Schrift drumherum wahrnehmen. Aber auch das Autofahren bei Nacht kann zu einer gefährlichen Angelegenheit werden. Wenn Sie rote Ampeln zum Beispiel nicht mehr wahrnehmen oder auch die Bremslichter der Autos vor Ihnen, dann können Sie schnell in Unfälle geraten oder aber von der Polizei zu Bußgeldern angehalten werden.

Wenn Sie sich bei der Polizei bewerben möchten, dann hat diese Augenschwäche ebenso eine Bedeutung. Das gilt genauso für andere Berufe wie für Zugführer, Piloten, Bus- oder Taxifahrer. Sie alle sind in Ihrem Job im Verkehr unterwegs und gerade dort ist eine ausgeprägte Farbenblindheit nicht förderlich und kann zu äußerst gefährlichen Situationen führen. Wann diese Schwäche im Polizeidienst und bei Ihrer Bewerbung eine Rolle spielt, erfahren Sie, wenn Sie weiterlesen.

Polizei Rot-Grün-Schwäche – Das müssen Sie wissen

Als Bewerber für den Polizeidienst haben Sie einige Stationen zu durchlaufen. Nachdem Sie Ihre Bewerbung inklusive Ihres Lebenslaufs, Ihrer Zeugnisse und etwaiger weiterer Nachweise eingereicht haben und diese bei den Personalverantwortlichen positiv aufgenommen wurde, kommen Sie in ein Auswahlverfahren.

Sie werden zu einem Einstellungstest eingeladen, bei dem Sie zunächst einen Computertest bestehen müssen. Bei diesem geht es zum Beispiel um Ihre sprachlichen und mathematischen Kenntnisse, Ihre Gedächtnisleistung, Ihr logisches Denk- und Ihr räumliches Vorstellungsvermögen.

Nach erfolgreichem Absolvieren dürfen Sie an einer Sportprüfung teilnehmen, wo man Sie auf Ihre körperliche Fitness und Ausdauer testet. Daran schließt ein Gruppengespräch an, das Sie zusammen mit verantwortlichen Führungspersonen sowie anderen Bewerbern abhalten. Erst wenn alle diese Schritte von Ihnen gemeistert wurden, kommt es am Ende zu einer ärztlichen Untersuchung.

Hier werden Sie auf Herz und Nieren geprüft. Schließlich ist es von großer Wichtigkeit, dass Sie in Ihrem späteren Beruf als Polizeibeamter fit sind und nicht bei dem kleinsten Gedränge die Puste verlieren oder bei einer Verfolgungsjagd nicht die körperliche Kraft aufbringen können, wenn Sie Straftäter stellen sollen.

Deshalb schaut der Arzt zum Beispiel, ob Sie Skelettfehlbildungen haben oder ob es Anzeichen für frühere Sportverletzungen gibt, und erkundigt sich außerdem bei Ihnen über frühere Erkrankungen. Ganz wichtig ist auch das Hör- und das Sehvermögen – beides wird ebenfalls getestet.

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Bei der Untersuchung geht es nicht nur darum, Ihren aktuellen Gesundheitszustand zu erfassen, sondern auch darum, zu schauen, wie die Prognose für die Zukunft aussieht.

Anforderungen bei der Polizei

Als angehender Polizist müssen Sie für den Dienst körperlich und geistig fit sein. Sie arbeiten meist in Schichten und haben ungeregelte Tagesabläufe. Dadurch sind Sie oft auch am Abend oder in der Dämmerung unterwegs und müssen eine gute Nachtsicht sowie Farbsehvermögen und räumliches Sehvermögen vorweisen können. Sie sind Beobachter in vielen Fällen und auch im Straßenverkehr braucht man Ihre Sehfähigkeit uneingeschränkt. Mit Handicap haben Sie einfach einen Nachteil, der die Arbeit für Sie nicht leichter macht.

Das heißt nicht, dass Sie als Brillenträger gar keine Chance haben, bei der Polizei aufgenommen zu werden; aber es gibt Richtwerte, die vorschreiben, inwieweit Sie von Normalwerten abweichen dürfen. Bis zum vollendeten zwanzigsten Lebensjahr muss Ihre Sehfähigkeit ohne Brille bei mindestens 50 Prozent liegen. Sind Sie älter, dann müssen Sie ein Minimum von 30 Prozent erfüllen. Tragen Sie zusätzlich eine Sehhilfe, sollte das Glas Ihre Sehleistung auf einem Auge auf 100 Prozent und auf dem anderen Auge auf mindestens 80 Prozent korrigieren können.

Die Gläserstärken dürfen +2,5 Dioptrien nicht überschreiten. Bei Minuswerten gibt es dagegen keine Dioptrien-Begrenzung. Ebenso ist es nicht zulässig, wenn Sie schielen oder Einschränkungen Ihrer Sehschärfe bei Dämmerung oder im räumlichen Sehen vorweisen. Auch Erkrankungen Ihres Augapfels, Augenmuskels, Ihrer Lider, der Tränenorgane, der Hornhaut oder des Innenauges sowie eine zu starke Hornhautverkrümmung können ein Ausschlusskriterium sein. Der Augendruck darf zudem nicht über 20 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) liegen und eine Rot-Grün-Schwäche darf einen Normbereich nicht überschreiten.

Kontaktlinsen dürfen weder beim Sehtest noch bei der späteren Arbeit getragen werden. Für diesen Test müssen Sie sie mindestens 24 Stunden vorher herausnehmen, um die Testergebnisse nicht zu verfälschen. Außerdem sollten Sie es unterlassen, beim Sehtest Augen-Make-up zu tragen.

Sehtest bei der Polizei – Darauf können Sie sich einstellen

Der Sehtest für den Polizeiberuf ist weitaus umfangreicher als in anderen Bereichen. Ihre Augen werden auf Kurz- und Weitsichtigkeit und Farbsehen geprüft. Ebenso wird geschaut, inwieweit Sie in der Lage sind, räumlich zu sehen, und wie empfindlich Ihre Augen zum Beispiel auf Blindheit reagieren. Grundlage für diesen Test ist eine Polizeidienstvorschrift, die in jedem Bundesland gleich geregelt ist und kurz auch PDV 300 genannt wird. Diese enthält bestimmte Kriterien, die eine Person erfüllen muss, um für den Polizeidienst als tauglich befunden zu werden.

Leiden Sie unter einer Rot-Grün-Sehschwäche oder haben Sie die Vermutung, dann wird man diese in Tests herausfinden – wie zum Beispiel mit den Ishihara-Tafeln. Es handelt sich dabei um Bildtafeln, die viele rote und grüne Punkte in unterschiedlicher Intensität und Helligkeit zeigen. Normalsehende können in diesen Bildern Umrisse von beispielsweise Zahlen, Buchstaben oder anderen Gebilden sehen, die sich von dem Hintergrund einer der Farben abheben. Haben Sie allerdings eine Rot-Grün-Schwäche, wird Ihnen das weniger leicht fallen.

Ein anderer Test, der gemacht werden kann, ist der sogenannte Farnsworth-Test, bei dem Sie Farbknöpfe nach einem vorgegebenen Muster in eine bestimmte Reihe bringen müssen. Anschließend wird geschaut, ob Sie dieses Muster richtig erkannt haben.

Die genaueste Methode, um eine Rot-Grün-Schwäche zu diagnostizieren, ist mit einem Anomaloskop. Dies ist ein Optikinstrument, mit dem man die Farbunterscheidung und damit auch eine Rot-Grün-Sehschwäche nachweisen kann. Liegt Ihr Wert außerhalb der Normvorschrift von 0,7 und 2,0 (mit dem Anomaloskop gemessen), dann ist es leider nicht ausreichend, um den Sehtest beim Polizeiarzt zu bestehen.

Tipps: Das können Sie jetzt tun

Diese ganzen Tests, Normvorschriften und Daten können jetzt ganz schön verwirren. Aber haben Sie keine Angst. Sie können sich schon jetzt bei einem Augenarzt beraten und untersuchen lassen, bevor Sie dieses ganze Verfahren durchlaufen und am Ende feststellen, dass Sie wegen einer Sehschwäche leider nicht für den Dienst zugelassen werden können.

Es gibt ein Formblatt der Polizei, das Sie sich herunterladen können, um damit zu Ihrem Arzt zu gehen. Dort werden Sie noch einmal über alle wichtigen Schritte aufgeklärt und Sie bekommen schon nach Ihrer Untersuchung eine Einschätzung, ob Sie tauglich für den Job sind. Das erspart Ihnen womöglich einen großen Aufwand.

Auch wenn es für Sie nicht leicht ist, sollten Sie an Ihre Zukunft denken. Es ist doch besser, in einem Beruf zu arbeiten, der Ihnen auch körperlich liegt, als schon von Beginn an mit Schwierigkeiten kämpfen zu müssen. So ist es gut, vorab zu erkennen, ob Sie für diesen Job geeignet sind oder nicht.

Da die Krankheit leider vererbt wird, gibt es keine Maßnahmen oder Trainingsmethoden, um sie vorzubeugen oder rückgängig zu machen. Was Sie dennoch schon jetzt tun können, ist, dass Sie sich vorbereiten und positiv bleiben. Nur weil Sie vielleicht manche Farben nicht so gut unterscheiden können, heißt das noch lange nicht, dass Sie auch unter einer (nennenswerten) Rot-Grün-Schwäche leiden.

In diesem Beitrag haben Sie erfahren, was bei der Polizei und einer Rot-Grün-Schwäche wichtig zu wissen ist. Sie kennen die Symptome und haben gelernt, wie eine solche Sehschwäche diagnostiziert wird und in welchem Normbereich Sie sich über Ihre Einstellung bei der Polizei gar keine Gedanken machen müssen. Seien Sie vorausschauend und handeln Sie noch heute, indem Sie sich schon jetzt bei einem Arzt Ihres Vertrauens vorstellen und auf diese Erkrankung testen lassen. Haben Sie davor keine Angst und bleiben Sie positiv und entspannt. Nur Mut!