Polizei Sporttest: Erfahrungsbericht einer Frau zur Sportprüfung

Aktualisiert am 24. April 2024 von Ömer Bekar

Aktualisiert am 24. April 2024 von Ömer Bekar

Polizei Sporttest Erfahrungsbericht Frau

Daniela berichtet, wie sie den Sporttest der Polizei erlebt hat.

Auch wenn sich die Auswahlverfahren der Polizeien etwas voneinander unterscheiden, ist der grundlegende Ablauf gleich. So beinhalten die Einstellungstests einen schriftlichen Teil, einen mündlichen Abschnitt und die polizeiärztliche Untersuchung. Dazu kommt der Sporttest. Auf diese Weise kann sich die Polizei ein umfassendes Bild von Ihrem Potenzial für den Polizeiberuf machen.

Fit für den Sporttest?

Damit Sie sich einen Eindruck davon verschaffen können, was Sie beim Sporttest der Polizei erwartet, haben wir einen Erfahrungsbericht für Sie. Er stammt von Daniela. Daniela ist 19 Jahre alt und hat bei der Polizei Bayern am Einstellungstest teilgenommen.

„Für den Einstellungstest bin ich in die Liegenschaft der Bereitschaftspolizei in Nürnberg gefahren. Ich hätte schon am Vorabend anreisen und vor Ort übernachten können. Einige Mitbewerber, die weiter weg wohnen, haben dieses Angebot der Polizei genutzt. Weil ich aber aus Nürnberg bin, habe ich darauf verzichtet.

Der Testtag begann frühmorgens mit dem Sprachtest. Direkt im Anschluss ging es mit dem Grundfähigkeitstest weiter. Beide Tests fanden am Computer statt und enthielten Fragen aus verschiedenen Bereichen. Nach einer Pause stand der Sporttest auf dem Programm.

Beim Sporttest waren wir eine Gruppe aus sechs Bewerbern. Nachdem wir in der Sporthalle angekommen waren, wurden wir von einem Prüfer begrüßt. Er erklärte uns kurz den Ablauf der Prüfung und dann ging es auch schon los.

Die erste Disziplin war das Springen über eine Kleinbank.

Dafür war eine gepolsterte Kleinbank aufgestellt, die 31 Zentimeter hoch und 34 Zentimeter breit war. Ich musste mich neben die Kleinbank stellen, mit beiden Beinen abspringen und auf der anderen Seite mit beiden Beinen auch wieder landen. Der Prüfer gab das Startsignal und zählte dann mit, wie oft ich die Bank übersprungen hatte. Nach 30 Sekunden war die Übung auch schon wieder vorbei.

Einmal musste ich einen Zwischensprung auf einer Seite machen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Solche Zwischensprünge waren erlaubt, kosten aber natürlich Zeit.

Ich habe in den 30 Sekunden 42 Sprünge geschafft. Damit hatte ich diese Aufgabe gemeistert. Trotzdem habe ich mich ein bisschen geärgert. Denn 42 Sprünge entsprechen der Note 3. Hätte ich den Zwischensprung nicht gebraucht, hätte ich wohl einen Sprung mehr geschafft. Und das wäre eine 2 gewesen.

30 Sekunden lang über eine Kleinbank hin und her zu springen, klingt nicht schwer. Aber die Übung ist viel anstrengender, als es aussieht. Ich hatte mich zum einen mit Seilspringen auf das Springen über die Kleinbank vorbereitet. Zum anderen hatte ich mit meiner kleinen Schwester jede Menge Gummitwist gespielt. Außerdem habe ich zwischendurch immer mal wieder einen Getränkekasten zum Sportgerät umfunktioniert.

Als nächste Übung war Bankdrücken an der Reihe.

Davor musste ich mich erst mal auf die Waage stellen. Denn das Gewicht der Hantel hängt vom Körpergewicht ab. Bei den Mädels betrug das Hantelgewicht 45 Prozent vom Körpergewicht, bei den Jungs waren es 60 Prozent. Dadurch waren die Bedingungen für alle gleich. Da ich rund 60 Kilogramm wiege, wurde die Hantelstange so bestückt, dass sie insgesamt 27 Kilogramm wog.

Ich musste mich also rücklings auf die Bank legen und die Hantelstange nach oben drücken. Der Prüfer zählte die Anzahl der Wiederholungen mit. Dabei war eine Ausführung vollständig, wenn ich die Hantel vom Oberkörper weg nach oben gedrückt hatte, bis die Arme durchgestreckt waren, und sie dann wieder zurück zum Oberkörper gesenkt hatte.

Ich habe beim Bankdrücken leider nur acht Wiederholungen geschafft. Die Übung hatte ich damit zwar bestanden, aber nur mit einer Schulnote 4. Andererseits wusste ich, dass mir das Bankdrücken nicht besonders liegen wird. Deshalb war ich froh, dass ich diese Disziplin hinter mir hatte.

Als dritte Disziplin stand der Pendellauf auf dem Programm.

Für den Pendellauf waren zwei Kleinbänke aufgebaut. Es waren die gleichen Kleinbänke wie schon bei der ersten Übung. Die Bänke standen zehn Meter auseinander und hinter jeder Bank lag ein Seil. In unserem Fall war es ein rotes Seil hinter der einen Bank und ein blaues Seil hinter der anderen Bank.

Der Prüfer gab mir ein gelbes Seil in die Hand und auf sein Startkommando ging es los. Ich musste zur ersten Kleinbank sprinten, über die Bank springen, mein gelbes Seil ablegen, das rote Seil aufheben, wieder über die Bank springen und zur anderen Bank rennen. Dort musste ich wieder über die Bank springen, das rote Seil gegen das blaue Seil austauschen und nach einem Sprung über die Bank zurück zur anderen Bank sprinten. Insgesamt ging es viermal hin und her.

Ich habe für den Pendellauf 27,7 Sekunden gebraucht. Damit hatte ich die Schulnote 1 geschafft! Ich hätte die Übung ein zweites Mal wiederholen können. In diesem Fall hätte der bessere Versuch gezählt. Aber da ich mich ohnehin nicht mehr hätte verbessern können, habe ich auf den zweiten Versuch verzichtet.

Die vierte Übung war der sogenannte Cooper-Test.

Für den Cooper-Test war in der Sporthalle eine 100 Meter lange Runde markiert. Als Gruppe stellten wir uns an der Startlinie auf. Der Prüfer gab dann das Startkommando und wir mussten zwölf Minuten lang Runden laufen. Das Tempo konnten wir natürlich selbst bestimmen und es war auch erlaubt, zwischendurch weiterzugehen, um durchzuschnaufen. Nur stehenbleiben oder sich hinsetzen, war tabu.

Gezählt wurden die Runden, die ich innerhalb der zwölf Minuten zurückgelegt hatte. Zwischendurch sagte der Prüfer immer wieder an, wie viel Zeit noch übrig war. Gewertet wurden aber nur die vollständig gelaufenen Runden. Ich habe 24 Runden geschafft und damit den Cooper-Test mit der Schulnote 2 beendet.

Leider war die Sportprüfung nach dem Cooper-Test für zwei Mitbewerber gelaufen. Ein Mädchen hatte die zwölf Minuten nicht durchgehalten und musste vorzeitig abbrechen. Ein Junge hatte sich zwar bis zum Schluss durchgebissen, aber nur 18 Runden geschafft. Da beide für den Cooper-Test die Note 6 bekommen haben, schieden sie aus dem Auswahlverfahren aus.

Früher gehörte auch Schwimmen zum Sporttest.

Das ist inzwischen aber nicht mehr so. Als Nachweis dafür, dass man schwimmen kann, braucht man jetzt schon bei der Bewerbung das Deutsche Schwimmabzeichen in Bronze. Es muss aber nicht das offizielle Abzeichen sein, eine Erklärung reicht aus. Da ich sowieso regelmäßig schwimmen gehe, hatte ich die Schwimmprüfung bei uns im Schwimmbad gemacht. Der dortige Bademeister hat sie abgenommen.

Alles in allem war der Sporttest schon anspruchsvoll. Durch die verschiedenen Übungen sind Ausdauer, Schnelligkeit, Kraft und Geschicklichkeit gleichermaßen gefragt. Andererseits ermöglichen die unterschiedlichen Disziplinen, kleinere Schwächen auszugleichen. Bei mir war das beim Bankdrücken so. Diese Disziplin liegt mir einfach nicht. Aber ich konnte die nicht ganz so gute Note durch den Pendellauf wieder wettmachen.

Mit einer ordentlichen Vorbereitung ist der Sporttest machbar! Nehmt Euch deshalb genug Zeit und trainiert. Aus meiner Erfahrung heraus kann ich Euch raten, den Sporttest unbedingt immer wieder am Stück durchzuspielen, wenn Ihr die einzelnen Disziplinen drauf habt. Denn es macht einen großen Unterschied, ob man die vier Disziplinen einzeln für sich oder direkt hintereinander absolviert. Gerade der Cooper-Test am Ende kostet noch einmal richtig viel Energie.

Die Note aus der Sportprüfung fließt übrigens nur indirekt in die Gesamtwertung ein.

Die Gesamtnote ermittelt die Polizei nämlich aus dem Sprachtest, dem Grundfähigkeitstest, der Gruppendiskussion und dem Bewerbungsgespräch. Nur wenn mehrere Bewerber die gleiche Gesamtnote erreicht haben, wirkt sich die Note aus dem Sporttest auf die Platzierung in der Rangliste aus. Trotzdem ist es natürlich ein gutes Gefühl, wenn man weiß, dass man den gefürchteten Sporttest geschafft und dabei auch noch ganz gut abgeschnitten hat.

Nach dem Sporttest konnten wir duschen und uns umziehen. Dann folgte noch eine Gruppendiskussion. Dazu wurde uns ein Wirtschaftsthema genannt, über das wir uns austauschen und zu einer gemeinsamen Lösung kommen sollten. Auch diese Aufgabe lief für mich gut. Damit war der erste Tag vorbei. Nächste Woche fahre ich noch einmal zur Bereitschaftspolizei. Dann geht das Auswahlverfahren mit dem Vorstellungsgespräch und der polizeiärztlichen Untersuchung weiter.“

Hier geht es weiter:
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