Schweizer Polizei: So läuft der Einstellungstest

Aktualisiert am 28. Juli 2022 von Ömer Bekar

Auswahlverfahren Schweizer Polizei

Der Einstellungstest für die Schweizer Polizei fällt je nach Kanton etwas unterschiedlich aus.

Sie gehen Hinweisen auf eine Straftat nach oder sichern Beweise, schlichten Streitigkeiten, nehmen Anzeigen auf oder protokollieren Verkehrsunfälle: Als Polizistin oder Polizist sind Sie zur Stelle, wenn es darauf ankommt. Zusammen mit Ihren Kollegen sorgen Sie tagtäglich für Sicherheit, Ordnung, Schutz und Ruhe. Dabei ist kein Tag wie der andere. Genau das macht den Polizeiberuf spannend und vielfältig, aber auch herausfordernd. Ob Sie das Zeug für den Polizeidienst haben, müssen Sie in einem mehrstufigen Auswahlverfahren unter Beweis stellen.

Während es in Deutschland Bundesländer gibt, gliedert sich die Schweiz in Kantone. Diese haben jeweils ihre eigene Kantonspolizei. Damit ist es ähnlich wie mit den Länderpolizeien in Deutschland.

Wenn Sie das Team der Schweizer Polizei ergänzen möchten, absolvieren Sie eine Aufnahmeprüfung. Je nach Kanton gibt es im Eignungsauswahlverfahren zwar Unterschiede. Doch unterm Strich sind die Tests miteinander vergleichbar. Denn das Ziel ist immer, Ihre Eignung für den Polizeiberuf festzustellen.

Die formalen Anforderungen für die Polizei in der Schweiz

Als Polizeibeamter begegnen Sie im Dienst immer wieder Situationen und Schicksalen, die nicht einfach sind. Mal müssen Sie ruhig bleiben und sehr besonnen agieren, mal wird Ihre Geduld auf eine harte Probe gestellt und mal sehen Sie Bilder, die nicht mehr so schnell aus dem Kopf gehen.

Die Schweizer Polizei erwartet deshalb persönliche Reife, mentale Stärke, Eigenverantwortung und gute Manieren von Ihnen. Außerdem müssen Sie körperlich und seelisch belastbar sein, auch in hitzigen Situationen die Nerven behalten und eine große Portion Teamgeist mitbringen. Die körperliche Fitness muss ebenfalls stimmen. Daneben legt die Schweizer Polizei Wert auf ein ordentliches und gepflegtes Erscheinungsbild.

Für eine Karriere im Staatsdienst müssen aber auch ein paar formale Kriterien erfüllt sein. Diese Anforderungen variieren je nach Kanton ein wenig. Grundsätzlich gelten aber folgende Voraussetzungen:

Wichtig sind außerdem sehr gute Deutschkenntnisse, sowohl schriftlich als auch mündlich. In einigen Kantonen erwartet die Schweizer Polizei zusätzlich dazu Fremdsprachenkenntnisse in Französisch oder Italienisch.

Die genauen Anforderungen können Sie auf den Webseiten der Kantonspolizeien nachlesen. Dort finden Sie auch die Bewerbungsformulare und viele weitere Informationen rund um die Bewerbung, die Ausbildung und den Polizeiberuf. Über das Portal der Schweizer Polizei können Sie alle Kantone bequem und übersichtlich aufrufen.

Der Einstellungstest der Schweizer Polizei

Bewerben Sie sich bei der Schweizer Polizei, durchlaufen Sie ein umfangreiches Auswahlverfahren. Verschiedene Tests sollen Ihre persönliche, fachliche, körperliche und psychische Eignung für die Tätigkeit als Polizistin oder Polizist ermitteln.

Weil jede Kantonspolizei ihr eigenes Personalauswahlverfahren einsetzt, unterscheiden sich die Abläufe voneinander. So absolvieren Sie zum Beispiel in den Kantonen Bern und Zürich den kompletten Einstellungstest bei der Polizei. Im Unterschied dazu legen Sie in St. Gallen den schriftlichen Eignungstest und die Sportprüfung schon im Vorfeld ab und reichen das Zertifikat über den bestandenen Test zusammen mit Ihrer Bewerbung ein.

Trotz der Unterschiede sind die Auswahlverfahren aber miteinander vergleichbar. Denn die Prüfungen setzen sich aus den gleichen Bausteinen zusammen:

Der schriftliche Eignungstest

Ein Element vom Potenzialtest der Schweizer Polizei ist die schriftliche Aufnahmeprüfung. Sie bildet den theoretischen Abschnitt und findet in aller Regel computergestützt statt. Der Eignungstest prüft Ihr Wissen und Ihre intellektuellen Fähigkeiten. Dabei behandeln die Aufgaben und Übungen vor allem folgende Bereiche:

  • Deutsch mit Rechtschreibung, Grammatik, Wortschatz, Ausdrucksvermögen und Sprachverständnis
  • Numerische Intelligenz mit klassischen Matheaufgaben, aber zum Beispiel auch Zahlenreihen und Matrizen
  • Logisches, abstraktes und visuelles Denken; beispielsweise Schlussfolgerungen, Würfelaufgaben oder Zuordnen von Figuren
  • Merkfähigkeit; zum Beispiel Zahlen, Wörter, Textinformationen oder Formen einprägen und wiedergeben
  • Allgemeinwissen, vor allem zu Staatskunde, Geografie, Geschichte und Zeitgeschehen, Wirtschaft, den Naturwissenschaften, Kunst, Kultur und Gesellschaft

Der Schwierigkeitsgrad bewegt sich ungefähr auf dem Niveau der Abschlussprüfung bei der Berufsausbildung. Die Fragen werden nahezu ausschließlich als Auswahlfragen gestellt. Auswahlfragen werden auch als Multiple-Choice-Fragen bezeichnet und nennen zu jeder Frage mehrere Antwortmöglichkeiten. Aus diesen Lösungsvorschlägen wählen Sie die richtige Antwort aus.

Übrigens: Den Intelligenz-Struktur-Test, der in der Schweiz verwendet wird, setzen in ähnlicher Form auch die Bundespolizei und die Polizei Bremen ein.

Die Sportprüfung und die medizinische Untersuchung

Ihre körperliche Eignung für den Polizeiberuf stellen Sie zum einen durch einen Sporttest unter Beweis. Er besteht aus einem 12-Minuten-Lauf, bei dem Sie als Frau mindestens 2.400 Meter und als Mann mindestens 2.600 Meter zurücklegen müssen. Je nach Kantonspolizei können dann noch weitere Disziplinen dazukommen, so zum Beispiel ein Hindernis-Parcours.

Zum anderen findet eine medizinische Untersuchung statt. In verschiedenen Einzeluntersuchungen wird überprüft, ob Ihr Gesundheitszustand und Ihre körperliche Leistungsfähigkeit für eine Ausbildung bei der Schweizer Polizei ausreichen.

Das Assessment-Center

Natürlich möchte die Schweizer Polizei Sie auch als Mensch kennenlernen. Im Assessmentcenter geht es um Ihre persönliche Eignung und Ihre charakterlichen Eigenschaften. Die Prüfer beobachten und bewerten, wie Sie auftreten, wie Sie sich im Umgang mit anderen verhalten und wie Sie in unterschiedlichen Situationen reagieren.

Der mündliche Abschnitt verbindet Einzel- und Gruppenauswahlverfahren miteinander. So nehmen Sie an einer Gruppenaufgabe teil. Dazu bilden Sie mit anderen Mitbewerbern ein Team und lösen gemeinsam eine Aufgabe. Daneben enthält das Assessment-Center eine praktische Übung. Das kann zum Beispiel ein Rollenspiel oder auch die Postkorbübung sein.

Außerdem steht das Vorstellungsgespräch auf dem Programm. Im Einzelinterview möchten die Prüfer mehr über Ihren Werdegang und Ihre beruflichen Ziele erfahren. Sie interessieren sich für Ihre Stärken und Schwächen, Ihre Interessen und Ihre Motivation für den Polizeiberuf.

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Die Ausbildung bei der Schweizer Polizei

Sie müssen jeden einzelnen Abschnitt vom Auswahlverfahren erfolgreich bestehen. Scheitern Sie an einer Prüfung, ist der Test beendet und eine Einstellung nicht möglich. Wiederholen können Sie die Aufnahmeprüfung meist erst nach einer Wartezeit von einem Jahr. Eine Ausnahme gilt zum Teil für die Sportprüfung. Beim Sporttest können Sie in einigen Kantonen schon nach einem halben Jahr einen neuen Anlauf wagen.

Haben Sie das Auswahlseminar erfolgreich durchlaufen, führt die Schweizer Polizei noch eine Überprüfung Ihrer Person durch. Dazu müssen Sie einen aktuellen Auszug aus dem Strafregister (Führungszeugnis) vorlegen. Er darf keine Eintragungen enthalten. Außerdem holt die Polizei Auskünfte bei Arbeitgebern, Behörden, Vereinen und ähnlichen Stellen über Sie ein.

Ist mit Ihrem Leumund alles in Ordnung, erhalten Sie Ihren Ausbildungsvertrag. Die Ausbildung bei der Schweizer Polizei dauert zwei Jahre. Im ersten Jahr besuchen Sie eine Polizeischule. Das zweite Jahr steht im Zeichen der praktischen Ausbildung. Sie arbeiten bereits im regulären Dienst mit und lernen von den erfahrenen Kollegen.

Die Grundausbildung schließen Sie mit der eidgenössischen Berufsprüfung ab und können frisch vereidigt Ihren Dienst als Polizistin oder Polizist versehen. In den folgenden Jahren sammeln Sie Berufserfahrung in den verschiedenen Bereichen der Polizeiarbeit.

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Danach können Sie Ihre Laufbahn in einem Spezialdienst fortsetzen. So können Sie nach einer Weiterbildung zum Beispiel zur Kriminalpolizei wechseln, die Sicherheitspolizei unterstützen, Hundeführer werden oder sich für eine Spezialeinheit bewerben.

Hi, mein Name ist Ömer Bekar. Mit meinem Unternehmen in Bremen bieten wir seit 2006 Vorbereitungskurse für Einstellungstests an und erstellen auch für Behörden & Unternehmen digitale Eignungstests und Bewerbungsauswahlverfahren. Mit dieser Webseite möchte ich Transparenz schaffen und die Hemmschwelle durchbrechen, die viele davon abhält, ein Polizist zu werden. Wenn Du es willst, dann schaffst Du das auch. Wie kann ich Dir helfen? Gibt es ein spezielles Thema, worüber ich schreiben sollte? Lass es mich wissen und schreibe mir an [email protected]

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