Aktualisiert am von Ömer Bekar

Infos zu LKA Aufgaben

Die Aufgaben des LKA sind sehr breit gefächert.

Spuren am Tatort sichern und auswerten, in schwerwiegenden Delikten ermitteln, Kriminalstatistiken erstellen, in Spezialteams an der Strafverfolgung mitwirken, kriminologische Sachverhalte erforschen: Das LKA übernimmt eine Reihe von spannenden Aufgaben. Kein Wunder, dass viele von einer Karriere beim Landeskriminalamt träumen. Mit den Bildern, die gerne in Krimis im Fernsehen präsentiert werden, hat der Berufsalltag zwar wenig zu tun. Doch langweiliger ist er deshalb noch lange nicht. In diesem Beitrag schauen wir uns an, was die Mitarbeiter der obersten Polizeibehörde eines Bundeslandes wirklich machen.

Vor Ort ist die Polizei mit Dienststellen und Revieren vertreten. Sie unterstehen einem Präsidium. Die oberste Polizeibehörde eines Bundeslandes wiederum ist das Landeskriminalamt.

Aber was ist das LKA eigentlich genau? Für welche Aufgaben ist das LKA zuständig? Und wie ist ein Einstieg bei dieser Behörde möglich? Hier sind die Antworten!

Was ist das LKA?

Das Landeskriminalamt, kurz LKA, ist eine Einrichtung der Landespolizeien. Jedes der 16 Bundesländer hat sein eigenes LKA. Dabei ist das LKA in aller Regel eine Landesoberbehörde und in den meisten Bundesländern gleichzeitig die oberste Polizeibehörde.

Wie auch andere Polizeibehörden unterstehen die Landeskriminalämter dem jeweiligen Innenministerium. Eine Ausnahme bilden die LKAs in Berlin, Brandenburg und im Saarland. Während das LKA Berlin nämlich eine unselbstständige Außenstelle der Landespolizeibehörde „Polizeipräsident in Berlin“ ist, sind die Landeskriminalämter in Brandenburg und im Saarland unselbstständige Organisationsteile der Landespolizeipräsidien.

Vereinfacht erklärt, ist ein LKA das Bindeglied zwischen den polizeilichen Dienststellen seines Landes und dem Bundeskriminalamt (BKA). Es koordiniert und steuert die Polizeiarbeit in seinem Bundesland und greift mit Servicedienstleistungen dort unterstützend ein, wo die Polizeien vor Ort an ihre Grenzen stoßen.

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Außerdem arbeitet es eng mit dem BKA und mit anderen Landeskriminalämtern zusammen, um so den bundesweiten Austausch von Informationen sicherzustellen.

Für welche Aufgaben ist das LKA zuständig?

Als oberste Polizeibehörden haben die Landeskriminalämter einerseits die Fachaufsicht über die Direktionen und Dienststellen der Polizei in ihrem Bundesland. Andererseits unterstützen sie bei Ermittlungen und Tätigkeiten, die die Beamten vor Ort nicht leisten können. Insgesamt übernimmt das LKA Aufgaben, die sich grob in drei Bereiche einteilen lassen:

1. Aufgaben des LKA als Zentralstelle

Ein LKA ist die Zentralstelle der jeweiligen Landespolizei für alle Aufgaben, die mit der Bekämpfung von Kriminalität zusammenhängen. In dieser Funktion unterstützt es sowohl die kriminalpolizeiliche Arbeit als auch den polizeilichen Vollzugsdienst.

Im LKA laufen die Fäden also gewissermaßen zusammen. Zum Aufgabenspektrum gehört deshalb unter anderem, dass die Beamten und Mitarbeiter des LKA

  • Informationen über die Bekämpfung von Straftaten und die Strafverfolgung sammeln und auswerten.
  • polizeiliche Informationssysteme betreiben.
  • die alljährliche Polizeiliche Kriminalstatistik erstellen.
  • präventive Maßnahmen einleiten, unterstützen und teils auch selbst durchführen.
  • kriminaltechnische und erkennungsdienstliche Untersuchungen durchführen.
  • kriminalwissenschaftlich für die Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichte tätig werden und Gutachten erstellen.
  • den Austausch mit anderen Landespolizeien und Landeskriminalämtern, dem BKA, den Ministerien und ausländischen Behörden sicherstellen.
  • Fahndungen koordinieren.
  • Forschung in kriminologischen Fragen betreiben.
  • Öffentlichkeitsarbeit leisten und Anfragen der Presse bearbeiten.

2. Dienst- und Serviceleistungen

Text zu LKA AufgabenNeben der Organisation und administrativen Aufgaben übernimmt ein LKA auch Dienst- und Serviceleistungen, die die Polizei vor Ort bei deren Ermittlungen und Einsätzen unterstützen. Ausgestattet mit hochqualifizierten Mitarbeitern und modernster Technik, hält das LKA dazu verschiedene Spezialdienste bereit.

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So stellt das LKA zum Beispiel operative Einsatztechnik zur Verfügung und kümmert sich um operative Fallanalysen. Im kriminaltechnischen Institut (KTI) untersucht es Spuren, die am Tatort gesichert wurden, und wertet diese aus. Auch der Zeugenschutz kann in den Zuständigkeitsbereich des LKA fallen.

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Neben einem Kriminaldauerdienst, der rund um die Uhr besetzt ist, verfügen viele Landeskriminalämter außerdem über ein eigenes Mobiles Einsatzkommando. Und auch die Spezialeinsatzkommandos der Landespolizeien sind oft an das LKA angegliedert.

3. Eigene Ermittlungstätigkeiten

Bei Aufgaben im Bereich der Gefahrenabwehr und der Strafverfolgung unterstützt das LKA die regionalen Polizeidienststellen mit technischer Ausstattung, Fachwissen und Spezialkräften. In besonderen Fällen und bei bestimmten Delikten ermittelt das LKA aber auch selbst.

Welche Straftaten und Verbrechen in den Zuständigkeitsbereich des Landeskriminalamtes fallen, ergibt sich aus den landesrechtlichen Polizeiverordnungen. Meist übernimmt das LKA aber die Ermittlungen und die Strafverfolgung, wenn es um Dinge geht wie:

  • organisierte Kriminalität
  • politisch motivierte Delikte
  • großflächige Wirtschaftskriminalität und Kapitalverbrechen
  • Geld- und Urkundenfälschung im großen Stil
  • den unerlaubten Handel mit Rauschgift und Kriegswaffen
  • Straftaten gegen die Umwelt, bei denen radioaktive Stoffe oder ionisierende Strahlen im Spiel sind

Wer arbeitet beim LKA?

So vielseitig wie die Aufgaben des LKA sind, so vielfältig sind auch die Berufsbilder, die hier zusammenkommen. Polizisten machen einen Teil des Personals aus. Daneben arbeiten zum Beispiel Techniker, Ingenieure, Informatiker, Naturwissenschaftler, Psychologen, Juristen und Experten aus verschiedenen anderen Disziplinen beim Landeskriminalamt.

Die große Bandbreite ist notwendig, weil bei vielen Aufgaben unterschiedliche Kompetenzen gebraucht werden, um gute Ergebnisse zu erzielen. Wenn in den kriminaltechnischen Instituten zum Beispiel Fingerabdrücke oder Fußspuren untersucht werden, sind andere Spezialisten gefragt als beim Erstellen einer Statistik oder dem Koordinieren einer Fahndung.

Wie komme ich zum LKA?

Wenn Sie gerne als Polizist beim LKA arbeiten möchten, führt der Weg meist über die klassische Ausbildung bei der Kriminalpolizei. Die genauen Regelungen hängen zwar vom Bundesland ab. In aller Regel ist es aber so, dass Sie drei Jahre lang an der Fachhochschule studieren. Ihr Studium schließen Sie mit dem Bachelor ab und werden anschließend zum Kriminalkommissar ernannt.

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Der Einstieg in den gehobenen Dienst und das Bachelor-Studium an der Fachhochschule bedeuten aber gleichzeitig auch, dass Sie die Fachhochschulreife, Abitur oder einen gleichwertigen Abschluss brauchen.

Neben den anderen, formalen Voraussetzungen für Polizei-Anwärter müssen Sie außerdem unter Beweis stellen, dass Sie für den Polizeidienst tauglich sind. Dazu nehmen Sie an einem Einstellungstest teil. Nur wenn Sie den Eignungstest bestehen und dabei gut abschneiden, können Sie eingestellt werden.

Haben Sie die Ausbildung zum Kommissar erfolgreich gemeistert, brauchen Sie keine zusätzliche Ausbildung mehr, um beim LKA tätig zu werden. Stattdessen werden Sie in aller Regel zunächst in einer Dienststelle arbeiten und praktische Berufserfahrung sammeln.

Im Rahmen einer Weiterbildung kann außerdem ein Aufbaustudium anstehen, das Ihnen den Eintritt in den höheren Dienst ermöglicht. Und wenn dann eine Stelle beim LKA frei ist, können Sie zur obersten Polizeibehörde wechseln.

Andererseits arbeiten beim LKA nicht nur Polizeibeamte, sondern auch Mitarbeiter und Angestellte aus vielen anderen Disziplinen. Aus diesem Grund ist ein Quereinstieg ebenfalls möglich. Sie werden dann zwar nicht Polizist, können aber in Ihrem erlernten Beruf beim LKA tätig werden.

Schauen Sie deshalb ruhig auf der Webseite vom Landeskriminalamt Ihres Bundeslandes nach, welche Stellen zu besetzen sind. Vielleicht können Sie zuvor auch ein Praktikum machen, um so in die Tätigkeit und das Arbeitsumfeld hineinzuschnuppern.