Aktualisiert am 18. Juni 2020 von Ömer Bekar

Beim Einstellungstest der Polizei brauchen Sie Ihre volle Konzentration. Doch wie können Sie es schaffen, sich trotz der Anspannung und der Nervosität auf die Aufgaben zu konzentrieren und Ihre Konzentration aufrechtzuerhalten?

Es ist völlig normal, wenn Sie beim Einstellungstest nervös und angespannt sind. Schließlich ist eine Prüfungssituation nie angenehm. Und als zusätzlicher Stressfaktor kommt dazu, dass Sie den Einstellungstest möglichst gut meistern müssen, wenn Sie sich die Chance auf einen der begehrten Ausbildungs- oder Studienplätze bei der Polizei sichern wollen. Gerade in dieser Situation, in der Sie Ihre volle Aufmerksamkeit brauchen, ist es aber oft besonders schwer, sich zu konzentrieren. Doch es gibt gute Übungen und Tricks, die Ihnen weiterhelfen können. In diesem Beitrag haben wir zusammengetragen, wie Sie mögliche Konzentrationsschwierigkeiten beim Einstellungstest überwinden können.

Was bedeutet Konzentration überhaupt?

Das Wort Konzentration leitet sich vom lateinischen concentra ab und bedeutet übersetzt soviel wie Gruppierung zum Mittelpunkt. Die allgemeine Definition für den Begriff lautet ungefähr so:

Konzentration ist das bewusste und willentliche Fokussieren der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Tätigkeit, auf das Lösen der vorliegenden Aufgabe oder auf das Erreichen eines kurzfristig erreichbaren Ziels.

Klingt furchtbar kompliziert, ist aber eigentlich ganz einfach: Wenn Sie sich konzentrieren, lenken Sie eine gewisse Zeit lang Ihre gesamte Aufmerksamkeit auf eine einzige Tätigkeit. Diese eine Sache steht im Vordergrund. Und während Sie sich mit dieser einen Sache beschäftigen, versuchen Sie, alles andere auszublenden. Sie ziehen also gewissermaßen Ihre Aufmerksamkeit zusammen und versammeln Sie um die Tätigkeit oder Aufgabe, die aktuell angesagt ist.

Warum fällt es schwer, sich zu konzentrieren?

Die Aufmerksamkeit zu bündeln und auf eine Sache zu richten, ist aber gar nicht so einfach, wie es scheint. Denn das menschliche Gehirn hält ständig Ausschau nach neuen Sinnesreizen. Außerdem lässt es sich schnell und gerne ablenken, und das vor allem dann, wenn die Ablenkung weniger anstrengend oder angenehmer zu sein scheint. Gerade in einer Stresssituation wie beim Einstellungstest ist es also von vorneherein schon schwieriger, sich richtig zu konzentrieren. Hinzu kommt, dass ein hohes Konzentrationsvermögen ohnehin nur eine bestimmte Zeit lang aufrechterhalten werden kann. So können sich die meisten Menschen nur etwa 90 Minuten lang voll konzentrieren. Danach sind die grauen Zellen ausgepowert und brauchen eine Erholungspause.

Gibt es eine wirksame Übung, die bei Konzentrationsschwierigkeiten hilft?

Die Grundlage für gute Leistungen beim Einstellungstest schaffen Sie durch eine gründliche Vorbereitung. Wenn Sie im Vorfeld die typischen Fragen durcharbeiten, sich mit den gängigsten Aufgabentypen beschäftigen und fleißig für den Sporttest trainieren, wissen Sie, was beim Einstellungstest auf Sie zukommt. Im Idealfall bereiten Sie sich dabei unter Prüfungsbedingungen vor, also indem Sie sich Zeitlimits setzen und Ihre Ergebnisse erst am Ende kontrollieren und auswerten. Durch eine solche Vorbereitung werden Sie viel ruhiger und sicherer in die Prüfung gehen.

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Nun ist eine gründliche und gezielte Vorbereitung aber nur die Grundlage. Denn letztlich kommt es darauf an, dass Sie beim Einstellungstest Ihr Wissen und Können auch wirklich abrufen können. Selbst wenn Sie nervös, aufgeregt und angespannt sind, müssen Sie in der Lage sein, sich zu konzentrieren. Die einzelnen Tests im Rahmen des Auswahlverfahrens bleiben zwar in aller Regel unter der kritischen Marke von 90 Minuten. Und nach jedem Einzeltest haben Sie etwas Zeit, um durchzuatmen und sich neu zu sammeln. Je länger der Prüfungstag dauert, desto schwieriger wird es aber, die Aufmerksamkeit wieder zu bündeln und sich auf den nächsten Testabschnitt zu konzentrieren. Gut ist deshalb, wenn Sie im Vorfeld auch trainiert haben, sich zu konzentrieren.

Nun stellt sich aber die Frage, ob es Übungen gibt, die die Konzentrationsfähigkeit nachhaltig steigern. Ja, solche Übungen gibt es. Wenn Sie im Internet nach Konzentrationsübungen suchen, werden Sie sogar unzählige Tipps und Vorschläge finden. Rückwärts buchstabieren, Buchstaben vertauschen, Fehler in Bildern suchen, das Kinderspiel „Ich packe meinen Koffer“, Wege in Labyrinthen aufspüren und selbst Meditation sind ein paar Beispiele für Übungen, die das Konzentrationsvermögen allmählich verbessern sollen. Und natürlich können Ihnen solche Übungen beim Einstellungstest zugutekommen.

Es gibt aber eine sehr viel einfachere und zugleich überaus effektive Übung, die Ihnen dabei helfen wird, sich punktegenau auf das Wesentliche zu fokussieren. Und das Beste ist, dass Sie die Konzentrationsübung überall und jederzeit ausführen können. Die Übung geht so:

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Wählen Sie einen beliebigen Sinneseindruck aus und konzentrieren Sie sich etwa fünf Minuten lang nur auf diesen einen Sinneseindruck.

Bei dem Sinneseindruck kann es sich um ein Geräusch, einen Geruch oder etwas, das Sie gerade sehen, handeln. Versuchen Sie, Ihre Aufmerksamkeit so zu bündeln, dass Sie nur diesen einen Sinneseindruck wahrnehmen und alle anderen Geräusche, Gerüche, Bewegungen, Geschehnisse und Gedanken ausblenden. Am Anfang wird Ihnen das vermutlich recht schwerfallen. Um sich selbst zu helfen, können Sie deshalb ruhig zu Tricks greifen, indem Sie beispielsweise die Augen schließen oder sich die Ohren zuhalten. Doch wenn Sie die Übung ein paar Mal gemacht haben, werden Sie feststellen, wie sich Ihr Konzentrationsvermögen mehr und mehr verbessert.

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Und was ist bei Konzentrationsschwierigkeiten beim Test selbst?

Ähnlich wie die Ausdauer, die Kraft oder die Schnelligkeit beim Sport lässt sich auch ein gutes Konzentrationsvermögen aufbauen und kontinuierlich steigern. Beim Einstellungstest ist die Situation aber trotzdem noch einmal anders. Denn zum einen ist der Einstellungstest nicht irgendein Test. Stattdessen sitzen Sie in einer Prüfung, bei der es um Ihre berufliche Zukunft geht. Zum anderen ist das Auswahlverfahren der Polizei anspruchsvoll und umfangreich. Auch wenn Sie nur einen Prüfungstag meistern müssen und die anderen Testtage erst später folgen, ist so ein Prüfungstag lang und ganz schön anstrengend. Deshalb ist es nicht verwunderlich, wenn Sie müde werden und Ihre Konzentration allmählich nachlässt. Damit Sie Ihr Konzentrationsvermögen möglichst lange aufrechterhalten und vorübergehende Konzentrationsschwierigkeiten überwinden können, haben wir vier SOS-Tipps für Sie:

1.) Trinken Sie!

Wenn Sie zu wenig trinken, wirkt sich das nachteilig auf Ihre Konzentrationsfähigkeit aus. Außerdem kann ein Flüssigkeitsmangel Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit verursachen. Wichtig ist deshalb, dass Sie regelmäßig etwas trinken. Am besten eignen sich stilles Mineralwasser oder Fruchtschorlen. Vergessen Sie also nicht, sich ein Getränk zum Einstellungstest mitzunehmen. In aller Regel dürfen Sie Ihr Trinken beim PC-Test an Ihrem Arbeitsplatz haben. Auch beim Sporttest können Sie Ihr Trinken mit in die Turnhalle oder auf die Bahn nehmen.

Üblicherweise gibt es am Prüfungstag eine längere Mittagspause. Diese Zeit können Sie nutzen, um gemeinsam mit Ihren Mitstreitern in der Kantine Mittag zu essen oder sich auf dem Gelände einen mitgebrachten Imbiss schmecken zu lassen. Achten Sie aber darauf, dass Sie etwas eher Leichtes essen. Entscheiden Sie sich für eine schwere und fettige Speise, wird Ihnen Ihr Körper wenig Energie für die Konzentrations- und Denkleistung zur Verfügung stellen können. Stattdessen wird er die Energie für die Verdauung brauchen.

2.) Kauen Sie Kaugummi!

Durch das Kauen eines Kaugummis können Sie Ihre Konzentrationsleistung kurzzeitig verbessern. Denn die Kau- und Schluckbewegung lockert die angespannte Muskulatur im Bereich des Gesichts und des Halses. Die Wirkung hält zwar nur etwa 15 bis 20 Minuten lang an. Wenn das Konzentrationsvermögen nachlässt oder sich wegen der Nervosität erst gar nicht einstellen will, kann die Kurzzeitwirkung aber bereits ausreichen.

Traubenzucker und andere Süßigkeiten können ebenfalls für einen Energiekick sorgen und die Konzentrationsfähigkeit pushen. Auch hier gilt aber, dass die Wirkung recht schnell wieder nachlässt, weil der Körper den Zucker zügig in Energie umwandelt und verbraucht.

3.) Strecken Sie sich!

Konzentrationsschwierigkeiten treten oft auf, wenn Sie buchstäblich angespannt sind. Wenn Sie dann auch noch verkrampft an Ihrem Arbeitsplatz sitzen und über die richtigen Lösungen nachdenken, verspannt sich Ihre Nacken-, Rücken- und Lendenmuskulatur noch mehr. Schnelle Abhilfe kann dann ein kurzes Streck- und Dehnprogramm schaffen. Nun können Sie während des Tests natürlich nicht aufstehen und ein paar Turnübungen machen. Das brauchen Sie aber auch gar nicht. Denn Sie können sich auch im Sitzen strecken und dehnen, ohne dabei Ihre Mitbewerber zu stören. Effektive Übungen sind beispielsweise:

  • Führen Sie Ihren rechten Arm über Ihre rechte Schulter hinweg auf den Rücken. Ihren linken Arm drehen Sie an der linken Körperseite entlang auf den Rücken. Versuchen Sie nun Ihre Hände so zusammenzuführen, dass sich Ihre Finger auf Ihrem Rücken berühren. Halten Sie die Spannung kurz und wiederholen Sie die Übung dann andersherum.
  • Strecken Sie beide Arme nach oben, führen Sie Ihre Hände über dem Kopf zusammen, verschränken Sie die Finger und halten Sie die Spannung ein paar Sekunden lang. Schütteln Sie anschließend Ihre Arme aus.
  • Legen Sie Ihre Handflächen in Brusthöhe aneinander, pressen Sie sie möglichst fest aufeinander und halten Sie den Druck kurz. Wiederholen Sie die Übung vier-, fünfmal.
  • Nehmen Sie Ihre Hände am Hinterkopf zusammen, verschränken Sie Ihre Finger und drücken Sie die Handflächen gegen den Hinterkopf. Ziehen Sie nun ein paar Mal abwechselnd den rechten und den linken Ellenbogen nach unten. Folgen Sie den Bewegungen auch mit Ihrem Kopf und Ihrem Oberkörper.
  • Kreisen Sie mit Ihrem Kopf erst im und dann gegen den Uhrzeigersinn.
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4.) Machen Sie eine Mini-Pause!

Auch wenn die Zeit beim Einstellungstest sehr knapp bemessen ist: Manchmal hilft nur eine kurze Pause, um die Aufmerksamkeit wieder zu bündeln. Wenn Sie merken, dass Sie nicht weiterkommen oder sich nicht mehr konzentrieren können, legen Sie einen Mini-Stopp ein. Schauen Sie kurz aus dem Fenster oder lassen Sie Ihren Blick durch den Raum schweifen. Schalten Sie einen Moment lang ab und atmen Sie tief durch. Wechseln Sie dann zur nächsten Aufgabe und machen Sie sich frisch konzentriert ans Werk. Das kurze Durchschnaufen und die Abwechslung werden Ihnen dabei helfen, sich neu zu konzentrieren. Wenn Sie später noch Zeit haben, können Sie zu der Aufgabe, die Sie abgebrochen hatten, zurückkehren. Aber es bringt nichts, wenn Sie sich an einer Frage verbeißen. Denn dadurch werden Sie nur noch nervöser und stecken irgendwann komplett fest.