Aktualisiert am von Ömer Bekar

Sobald Sie zum Team der Polizei gehören, haben Sie die Möglichkeit, einer Polizeigewerkschaft beizutreten. Und über eine solche Mitgliedschaft sollten Sie zumindest einmal nachdenken. Denn es gibt einige gute Gründe, die dafür sprechen.

Sie haben den Einstellungstest bestanden und den Ausbildungsvertrag unterschrieben. Damit beginnt für Sie ein neuer Lebensabschnitt und schon bald können Sie Ihre berufliche Karriere bei der Polizei starten. Natürlich wird sich damit vieles ändern und Sie müssen allerlei Dinge erledigen. So müssen Sie beispielsweise Ihre Sachen zusammenpacken, den Umzug an Ihren Ausbildungsort organisieren und sich vielleicht auch noch um ein paar Formalitäten kümmern. Und als wäre das alles nicht schon genug, kommen auch noch die Gewerkschaften auf Sie zu und möchten Sie davon überzeugen, Mitglied zu werden. Da ist es nur allzu verständlich, wenn Sie sich fragen, wozu Sie überhaupt eine Gewerkschaft brauchen. Zumal es genug Kritiker gibt, die den Gewerkschaften vorwerfen, als große, starre Organisationen nur Ihre eigenen Interessen zu sehen und Veränderungen zu blockieren. Doch bei genauerem Hinsehen wird schnell klar, dass die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft durchaus wichtige Vorteile für Sie haben kann. Welche das sind? Hier sind acht Gründe, warum sich der Eintritt in eine Polizeigewerkschaft für Sie lohnen kann.

Grund 1: Als Gewerkschaftsmitglied profitieren Sie von einem umfassenden Rechtsschutz.

Arbeits- oder dienstrechtliche Streitigkeiten kommen öfter vor als Sie vielleicht denken. Und ein Rechtsschutzverfahren kann schnell sehr teuer werden. Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Einsatz und geraten mit einem Beteiligten aneinander. Obwohl Sie alles richtig gemacht und sich aus rechtlicher Sicht einwandfrei verhalten haben, zeigt Sie der Beteiligte wegen Freiheitsberaubung oder Körperverletzung an. Die Folge davon ist, dass Sie sich in einem Disziplinarverfahren vor Ihrem Dienstherrn erklären und sich zudem vor dem Staatsanwalt verantworten müssen. Aber auch in anderen Situationen können Sie Rechtsschutz brauchen, etwa wenn Sie Ansprüche gegenüber einer Versorgungsbehörde geltend machen möchten. Oder wenn Sie auf dem Weg zur Dienststelle einen Unfall haben und unklar ist, wer die Kosten trägt. Oder wenn Ihre Vergütung falsch berechnet wurde. Als Mitglied einer Polizeigewerkschaft können Sie den gewerkschaftlichen Rechtschutz in Anspruch nehmen. Er greift bei

Durch den Mitgliedsbeitrag ist der Rechtsschutz abgedeckt. Und wenn Sie Unterstützung brauchen, bekommen Sie eine individuelle Rechtsberatung. Außerdem übernimmt die Gewerkschaft die Anwalts- und die Gerichtskosten.

Grund 2: Als Mitglied sind Sie in vielen Bereichen abgesichert.

Ein umfassender Rechtsschutz ist nicht alles, was Ihnen die Gewerkschaft bietet. Stattdessen beinhaltet der Mitgliedsbeitrag eine Reihe von weiteren Leistungen. Eine Diensthaftpflichtversicherung, eine Regressversicherung, eine Unfallversicherung oder eine Sterbegeldhilfe als finanzielle Unterstützung für die Hinterbliebenen sind ein paar Beispiele dafür.

Neben maßgeschneiderten Angeboten von gewerkschaftseigenen Unternehmen können Sie als Mitglied außerdem von Sondertarifen bei Partnern aus der Wirtschaft profitieren. Rabatte beim Einkaufen, günstige Reisen oder attraktive Konditionen bei einer Kreditkarte sind Vorteile, die Sie bekommen können, wenn Sie Ihren Mitgliedsausweis vorlegen.

Grund 3: Die Polizeigewerkschaft macht sich für die Entwicklung des Polizeiberufs stark.

Als Polizist leisten Sie eine sehr wichtige und verantwortungsvolle Arbeit. Und in den vergangenen Jahrzehnten hat die Polizei schon viele Veränderungen auf ihrem Weg zu einem modernen Arbeitgeber vorgenommen. Doch noch sind längst nicht alle Ziele erreicht. Im Kern möchten die Gewerkschaften zusammen mit der Polizei erreichen, dass mehr Stellen geschaffen werden. Denn durch mehr Personal sinken der Stress, der Leistungsdruck, die Anzahl der Überstunden und damit auch die gesundheitlichen Belastungen. Zudem sollen die Chancengleichheit und die Gleichberechtigung bei der Polizei noch besser werden. Deshalb setzen sich die Polizeigewerkschaften unter anderem für durchlässigere Laufbahnwege und noch bessere Aufstiegschancen ein.

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Grund 4: Die Polizeigewerkschaft setzt sich für eine leistungsgerechte Bezahlung ein.

Terrorakte, Randale, organisierte Kriminalität, ein immer größeres Verkehrsaufkommen, ein globaler Geld- und Warenverkehr, Cyberkriminalität oder eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich: Die Gesellschaft steht vor neuen Herausforderungen. Und die veränderten Gefahrenlagen bringen auch für die Polizei neue Aufgaben mit sich. Die Polizeigewerkschaften setzen sich dafür ein, dass die anspruchsvolle Arbeit der Polizei angemessen bezahlt wird. Außerdem machen sie sich dafür stark, dass Sie und Ihre Kollegen die Ausstattung bekommen, die Sie für eine sichere Ausübung Ihrer so wichtigen Arbeit brauchen.

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Grund 5: Die Polizeigewerkschaft berät und schult Ihren Personalrat.

Der Personalrat vertritt Ihre Interessen in Personal- und Sozialfragen. Ähnlich wie der Betriebsrat in einem Unternehmen bestimmt der Personalrat beispielsweise mit, wenn es um Einstellungen und Beförderungen, Versetzungen oder das Aufstellen von Dienstplänen geht. Und für Sie ist der Personalrat ein wichtiger Ansprechpartner. Die Polizeigewerkschaften beraten und schulen Personalräte, damit Sie vor Ort einen guten und engagierten Job machen können.

Grund 6: Die Polizeigewerkschaft vertritt die Polizei in der Öffentlichkeit.

Die Polizeigewerkschaften zeigen Präsenz in den Medien. Sie sprechen Problemthemen an, klären auf und setzen sich für die Interessen der Polizei ein. Anders als mitunter die Polizei selbst können die Gewerkschaften ganz offen auf Punkte hinweisen, bei denen Gesprächsbedarf besteht. Die Polizeigewerkschaften werden so zum aktiven und engagierten Sprachrohr von Polizisten. Das erklärte Ziel dabei ist, um mehr Unterstützung für die Anliegen und Aufgaben der Polizei durch die Gesellschaft und die Politik und um mehr Verständnis von den Bürgern zu werben.

Grund 7: Als Gewerkschaftsmitglied bleiben Sie auf dem Laufenden.

Die Polizeiarbeit ergibt sich aus der Summe von vielen engagierten Einzelleistungen, die Sie und Ihre Kollegen jeden Tag erbringen. Und auch die Arbeit der Polizeigewerkschaften ist eine Teamleistung. Frei nach dem Motto: Einer für alle, alle für einen. Je mehr Mitglieder sich zu einer starken Interessensgemeinschaft zusammenschließen, desto besser sind die Chancen, dass Einfluss ausgeübt und die Interessen durchgesetzt werden können. Doch als Mitglied einer Polizeigewerkschaft müssen Sie nicht nur auf Ergebnisse warten. Sondern Sie können sich aktiv einbringen und mitmachen.

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Damit Sie auf dem Laufenden bleiben, finden regelmäßig Seminare und Schulungen statt. Dabei verbringen Sie ein paar Tage mit Kollegen aus ganz Deutschland. Sie arbeiten an einem Thema, tauschen sich aus und verbringen eine spannende Zeit zusammen. Neue, junge Kollegen sind bei den Seminaren übrigens genauso anzutreffen wie alte, erfahrene Hasen. Und als Mitglied der Polizeigewerkschaft kostet Sie die Teilnahme nichts. Die Reisekosten werden erstattet und für die Unterkunft, die Verpflegung und das Schulungsmaterial kommt die Polizeigewerkschaft auf. Für Azubis und Polizisten in den ersten Dienstjahren gibt es meist spezielle Programme. Hier geht es dann um Themen, die insbesondere junge Polizisten bewegen. Und statt Schulungen finden auch mal Reisen oder Partys statt.

Zusätzlich zum persönlichen Austausch gibt es eine Mitgliederzeitschrift. Sie informiert regelmäßig über polizeiliche Themen, sicherheitspolitische Fragen und Neuigkeiten aus Ihrem Landes- oder Fachverband. Auch die Zeitschrift ist für Sie als Mitglied selbstverständlich kostenfrei.

Grund 8: Als Mitglied haben Sie immer einen kompetenten Ansprechpartner.

Die Polizeigewerkschaft versteht sich als Organisation von Kollegen für Kollegen. Deshalb wird sehr viel Wert auf den persönlichen Kontakt vor Ort gelegt. Für Sie als Mitglied bedeutet das, dass Sie jederzeit einen Ansprechpartner haben, an den Sie sich vertrauensvoll wenden können. Denn in nahezu jeder Dienststelle gibt es Gewerkschaftsmitglieder, die Ihnen bei Fragen weiterhelfen.

Sie sehen, es gibt einige gute Gründe, warum Sie über eine Mitgliedschaft ruhig einmal nachdenken sollten. Und was den Beitrag angeht, brauchen Sie keine Angst zu haben: Er fällt, je nach Besoldungsgruppe, mit Beiträgen zwischen durchschnittlich etwa 5 und 50 Euro monatlich sehr überschaubar aus. Und als Azubi ist der Beitrag oft noch niedriger. Nähere Infos und auch die Antragsformulare finden Sie auf den Internetseiten der Gewerkschaften.