Aktualisiert am von Ömer Bekar

Der Einstellungstest der Polizei gilt als sehr anspruchsvoll. Andererseits laufen die Auswahlverfahren in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich ab. Insofern ist es verständlich, wenn Sie sich fragen, wo der Einstellungstest am leichtesten ist.

Bevor Sie in Ihre berufliche Zukunft bei der Polizei starten können, müssen Sie erst einmal eine große Hürde meistern: den Eignungstest. Nur wenn Sie das Auswahlverfahren erfolgreich bestehen, werden Sie in die Rangliste aufgenommen. Die Platzierung in der Rangliste hängt davon ab, wie gut die Leistungen waren, die Sie beim Einstellungstest erbracht haben. Und je besser Ihre Ranglistenplatzierung ist, desto besser sind Ihre Chancen auf eine Zusage. Denn bei der Vergabe der freien Stellen arbeitet die Polizei die Rangliste von oben nach unten ab. Im Klartext heißt das also, dass Sie den Einstellungstest bestehen und gut abschneiden müssen.

Nun gilt das Auswahlverfahren aber als umfangreich und anspruchsvoll. Und die sehr hohen Durchfallquoten sprechen eine deutliche Sprache. Die Polizei stellt zwar keine Anforderungen, die Ihnen übermenschliche Leistungen abverlangen. Aber sie möchte nun einmal die Kandidaten herausfiltern, die dem anspruchsvollen Berufsalltag als Polizist gewachsen und mit voller Überzeugung bei der Sache sind. Andererseits kann es natürlich gut sein, dass Sie zwar unbedingt zur Polizei möchten, aber Bedenken haben, ob Sie den Einstellungstest schaffen. Und spätestens wenn es um die Bewerbung geht, werden Sie sich vielleicht fragen, wo die Chancen auf ein erfolgreiches und gutes Abschneiden beim Einstellungstest am größten sind. Doch lässt sich überhaupt sagen, wo der Einstellungstest am leichtesten ist?

Der grundlegende Ablauf ist überall gleich.

Von der Bundespolizei und dem Bundeskriminalamt abgesehen, ist die Polizei in Deutschland Sache der Bundesländer. Daher hat jedes Bundesland seine eigene Landespolizei, für die die landesrechtlichen Regelungen maßgeblich sind. Gleichzeitig hat jede Polizei ihr eigenes Auswahlverfahren entwickelt, das die Bewerber durchlaufen. Doch das Grundschema ist überall gleich. Und es gibt vier Prüfungsbausteine, aus denen sich jedes Auswahlverfahren zusammensetzt:

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1.) Die schriftliche Prüfung: Bei der schriftlichen Prüfung steht Ihre intellektuelle Leistungsfähigkeit im Vordergrund. Neben einem Deutschtest müssen Sie hier Fragen aus verschiedenen anderen Themenbereichen wie Allgemeinwissen, Mathe oder logisches und visuelles Denkvermögen beantworten. Dabei findet die schriftliche Prüfung bei den meisten Polizeien computergestützt statt. Deshalb wird auch vom PC-Test gesprochen.

2.) Der Sporttest: Bei der Sportprüfung wird Ihre sportliche Fitness und körperliche Leistungsfähigkeit geprüft. Dazu müssen Sie meist mehrere Disziplinen erfolgreich meistern. Ausnahmen bilden Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt. Hier müssen Sie Ihre sportliche Leistungsfähigkeit durch das Deutsche Sportabzeichen nachweisen. In Baden-Württemberg legen Sie nur dann eine Sportprüfung beim Einstellungstest ab, wenn Sie das Deutsche Sportabzeichen nicht haben.

3.) Die mündliche Prüfung: Bei der mündlichen Prüfung geht es um Ihre Persönlichkeit, Ihre Motivation und Ihre sozialen Kompetenzen. Ein fester Bestandteil der mündlichen Prüfung ist das Einzelinterview. Es gehört zu jedem Auswahlverfahren dazu. Bei einigen Polizeien finden als weitere mündliche Prüfungsteile dann noch eine Gruppenaufgabe, ein Rollenspiel oder ein Kurzvortrag statt.

4. Die polizeiärztliche Untersuchung: Eine umfassende medizinische Untersuchung soll feststellen, ob Sie jetzt und auf lange Sicht gesehen die notwendige Gesundheit für den Polizeidienst mitbringen.

Es gibt durchaus Unterschiede.

Doch auch wenn die Grundbausteine bei den Auswahlverfahren gleich sind, gibt es einige Unterschiede. So sind die einzelnen Prüfungsbausteine unterschiedlich ausgestaltet, und das sowohl was den Umfang als auch was die inhaltlichen Schwerpunkte angeht. So liegt etwa beim PC-Test bei einigen Polizeien der Fokus auf der deutschen Sprache und der Allgemeinbildung, während bei anderen Polizeien Mathe und Technik mehr Gewicht haben. Bei wieder anderen Polizeien bilden das Konzentrationsvermögen und die Logik die thematischen Schwerpunkte. Und generell konzentrieren sich einige Auswahlverfahren eher auf die intellektuellen Fähigkeiten, während andere Auswahlverfahren eher die körperliche und sportliche Leistungsfähigkeit in den Vordergrund rücken.

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Neben den Inhalten gibt es auch bei den organisatorischen Abläufen Unterschiede. So dauern die Tests je nach Polizei und Laufbahn zwischen einem und vier Tagen. Und die Prüfungstage finden mal direkt hintereinander und mal mit zeitlichem Abstand dazwischen statt.

Leichter oder schwerer – das lässt sich so nicht sagen.

Eine pauschale und allgemeingültige Antwort dazu, wo der Einstellungstest besonders schwer und wo er eher leicht ist, ist aber nicht möglich. Denn zum einen sind alle Auswahlverfahren anspruchsvoll. Und zum anderen wird vermutlich jeder Bewerber zu seiner eigenen Einschätzung kommen. Das heißt: Es kann gut sein, dass Sie das Diktat und die Aufgaben beim PC-Test recht leicht fanden, während ein Mitbewerber damit so seine Schwierigkeiten hatte. Genauso ist möglich, dass Sie den Sporttest problemlos schaffen, ein Mitstreiter aber daran scheitert. Vielleicht sind Sie ein offener und kommunikativer Mensch, der bei der Gruppenaufgabe oder beim Rollenspiel sehr schnell seine Position findet und beim Einzelgespräch locker punkten kann. Doch möglicherweise sind Sie eher zurückhaltend und brauchen einen Moment, bis Sie warmwerden. In diesem Fall werden Sie die mündliche Prüfung als schwerer empfinden.

Ob Sie am Ende für sich persönlich feststellen werden, dass der Einstellungstest leicht, mittel oder schwer war, kann Ihnen niemand voraussagen. Doch mit einer guten Vorbereitung werden Sie keine bösen Überraschungen erleben. Außerdem können Sie sich sicher sein, dass kein Einstellungstest unlösbar ist. Schließlich gibt es bei jedem Auswahlverfahren genug Bewerber, die mit sehr guten Leistungen glänzen. Und es gibt keinen Grund, warum Sie nicht auch zu den Top-Kandidaten gehören können.

Die richtige Einstellung zählt!

Natürlich können Sie sich darüber informieren, wo besonders viele freie Stellen zu besetzen sind. Je mehr Ausbildungs- oder Studienplätze eine Polizei zu vergeben hat, desto größer sind die Chancen, dass Sie einen dieser begehrten Plätze ergattern. Und wenn Sie sich vorstellen können, künftig in diesem Bundesland zu leben, spricht nichts gegen eine Bewerbung. Ihre Bewerbung aber alleine davon abhängig zu machen, wo Sie den leichtesten Einstellungstest vermuten, dürfte hingegen keine gute Strategie sein. Denn Sie können davon ausgehen, dass Sie die Prüfer beim Einzelgespräch nicht nur fragen werden, warum Sie Polizist werden wollen. Sondern sie werden Sie auch fragen, warum Sie sich ausgerechnet in diesem Bundesland, möglicherweise weit weg von Ihrem Wohnort, Ihrer Familie und Ihrem Freundeskreis, beworben haben. Was wollen Sie dann antworten? Können Sie ein überzeugendes Argument liefern, das auch kritischen Rückfragen standhält? Oder wollen Sie zugeben, dass Sie sich hier beworben haben, weil Sie von einem leichteren Einstellungstest ausgegangen sind als in Ihrem Bundesland? Eine solche Antwort würde Sie ziemlich schlecht aussehen lassen. Denn es zeugt nicht von Selbstbewusstsein, wenn Sie an Ihrem eigenen Können zweifeln. Selbstvertrauen und ein sicheres, souveränes Auftreten brauchen Sie als Polizist aber unbedingt. Zudem könnten die Prüfer Ihre Motivation und generell Ihre Eignung in Frage stellen. Im Dienst müssen Sie sich schließlich auch allen Herausforderungen stellen und können sich nicht nur die einfachsten und angenehmsten Aufgaben aussuchen.

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Vergeuden Sie also besser keine Zeit damit, zu überlegen, wo der Einstellungstest vielleicht etwas einfacher sein könnte. Überlegen Sie stattdessen, wo Sie künftig leben und arbeiten möchten. Und wenn Sie wirklich Polizist werden wollen, dann müssen Sie beim Auswahlverfahren Ihre bestmöglichen Leistungen abrufen – egal, wo der Einstellungstest stattfindet.