Heuschnupfen Polizei Bewerbung: So stehen die Chancen

Aktualisiert am 23. Mai 2022 von Ömer Bekar

Polizei Bewerbung trotz Heuschnupfen

Heuschnupfen kann, muss aber kein Ausschlusskriterium für die Bewerbung bei der Polizei sein.

In der warmen Jahreshälfte erwacht die Natur zu neuem Leben. Doch so schön es aussieht, wenn alles grünt und blüht, beginnt für einige Menschen auch eine schwierige Zeit. Die Pollen lösen bei ihnen nämlich Heuschnupfen aus. Aber welche Folgen hat diese Allergie eigentlich auf den Polizeiberuf? Macht es überhaupt Sinn, eine Bewerbung bei der Polizei einzureichen, wenn Sie unter Heuschnupfen leiden?

Nach dem langen, kalten und trüben Winter lässt der Frühling viele Menschen aufatmen. Die ersten warmen Sonnenstrahlen erwecken nicht nur die Natur zu Leben, sondern zaubern auch den Menschen ein Lächeln ins Gesicht und schenken ihnen neue Energie. Aber für etliche andere Menschen bedeutet der Beginn der warmen Jahreszeit zunächst einmal nur eines: Sie werden von Heuschnupfen geplagt.

Heuschnupfen zählt zu den häufigsten Formen der Allergien, Auslöser sind Blütenpollen. Für den Polizeidienst kann so eine Allergie zum echten Problem werden. Wir erklären, was Sie zum Thema Heuschnupfen und Bewerbung bei der Polizei wissen sollten.

Wie äußert sich Heuschnupfen?

Wenn Bäume, Sträucher, Gräser, Getreide und andere Pflanzen blühen, fliegt ein feiner Blütenstaub durch die Luft und die kleinen Pollen treffen auf die Schleimhäute. Vor allem die Nase und die Augen sind davon betroffen. Viele Menschen bemerken davon gar nichts. Hat jemand aber ein übersensibles Immunsystem, versucht der Körper der vermeintlichen Gefahr durch die eigentlich harmlosen Pollen zu begegnen, indem er mit Heuschnupfen reagiert.

Typische Symptome von Heuschnupfen sind ständiges Niesen, eine verstopfte oder laufende Nase und Augen, die jucken, brennen oder tränen. Manchmal kommen auch ein Kratzen im Hals oder Husten dazu. Wandert die Allergie in die Bronchien, kann sich aus dem anfänglichen Husten sogar ein allergisches Asthma entwickeln. Fachleute sprechen dann von einem Etagenwechsel.

Welche Medikamente und Therapien helfen bei Heuschnupfen?

Zunächst einmal muss ein Arzt abklären, ob tatsächlich ein Heuschnupfen Auslöser für die Symptome ist. Denn auch eine Allergie gegen Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmelpilze kann allergischen Schnupfen hervorrufen. Ein wichtiges Indiz ist jedoch, dass Heuschnupfen auf die Zeit begrenzt ist, in der Pflanzen blühen. Die Heuschnupfen-Saison reicht demnach von April bis August.

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Für eine genaue Diagnose kann der Arzt verschiedene Tests durchführen. Auf diese Weise kann er nicht nur den Heuschnupfen als solchen feststellen, sondern auch eingrenzen, welche Pollen die Allergie auslösen. Mit einer gesicherten Diagnose ist dann eine gezielte Behandlung möglich.

In vielen Fällen wird Heuschnupfen mit einer sogenannten Immuntherapie behandelt. Sie wird auch Hyposensibilisierung oder spezifische Immuntherapie, kurz SIT, genannt. Dabei wird das Immunsystem nach und nach an die Pollen gewöhnt, die die Allergie hervorrufen. Das erfolgt mittels Präparaten, die aus Extrakten der jeweiligen Pollen-Art in hoch dosierter Form bestehen. Die Medikamente können flüssige Lösungen oder Tabletten sein, die unter der Zunge wirken. Spritzen kann der Arzt ebenfalls verabreichen.

Betroffene brauchen allerdings Geduld. Denn bis eine SIT erfolgreich abgeschlossen ist, können bis zu drei Jahre vergehen. In dieser Zeit müssen die entsprechenden Medikamente regelmäßig genommen werden.

Um die Symptome des Heuschnupfens zu lindern, können weitere Arzneimittel zum Einsatz kommen. Meist gehören sie in die Gruppe der Antihistaminika, sind also Medikamente gegen Allergien. Erhältlich dabei sind unter anderem Augentropfen, Tabletten, Cremes, Gele, Nasensprays und Injektionslösungen.

Was bedeutet Heuschnupfen mit Blick auf die Bewerbung bei der Polizei?

Polizistinnen und Polizisten brauchen nicht nur Fachwissen, eine starke Persönlichkeit und körperliche Fitness. Weil der Polizeiberuf auch hohe körperliche Anforderungen stellt, ist eine stabile Gesundheit ebenso wichtig. Zum Auswahlverfahren gehört deshalb eine ärztliche Untersuchung dazu. Dabei wird festgestellt, ob Sie aus medizinischer Sicht jetzt und langfristig für den Polizeidienst tauglich sind.

Haben Sie Vorerkrankungen, hatten Sie einen Unfall oder eine Operation oder sind Sie aktuell wegen eines Krankheitsbildes in Behandlung, müssen Sie die dazugehörigen Arztberichte schon zusammen mit den anderen Bewerbungsunterlagen einreichen. So kann der ärztliche Dienst einschätzen, ob eine Einladung zum Einstellungstest überhaupt Sinn macht.

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Die Grundlage für die gesundheitlichen Anforderungen bildet die Polizeidienstvorschrift PDV 300. Demnach muss sich zum Beispiel Ihr BMI in einem gewissen Rahmen bewegen, Ihr Herz-Kreislauf-System muss leistungsfähig sein und Sie dürfen keine funktionalen Behinderungen haben, die Ihre Bewegungsfähigkeit einschränken. Außerdem brauchen Sie gute Augen, gesunde Zähne und ein intaktes Hormonsystem.

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Einen Überblick über die Voraussetzungen und Anforderungen können Sie sich beispielsweise durch das Infoblatt der Bundespolizei verschaffen.

Und was ist nun, wenn Sie an Heuschnupfen leiden? Heuschnupfen zählt zu den Allergien und ist damit grundsätzlich ein Ausschlussgrund. Konkret liegt nämlich dann eine Polizeidienstuntauglichkeit vor, wenn folgendes besteht oder zutrifft:

  • Asthma
  • ganzjährige oder starke Allergie, die eine Dauermedikation erfordert
  • Hausstaubmilben-Allergie mit Symptomen
  • Hyposensibilisierung, die aktuell durchgeführt wird bzw. noch nicht abgeschlossen ist

Sind Sie also von Heuschnupfen betroffen und läuft die SIT noch, müssen Sie dauerhaft Medikamente gegen die Heuschnupfen-Symptome einnehmen oder hat die Allergie bronchiales Asthma hervorgerufen, können Sie nicht als Polizeibeamter in den Staatsdienst berufen werden.

Wieso ist Heuschnupfen problematisch?

Als Polizistin oder Polizist im Vollzugsdienst sind Sie viel draußen unterwegs. Und gerade im Außendienst kann der Heuschnupfen die polizeiliche Arbeit stark behindern. Läuft Ihre Nase, müssen Sie dauernd niesen, jucken und tränen Ihre Augen und bekommen Sie nur schlecht Luft, ist Ihre Leistungsfähigkeit bei einem Einsatz deutlich eingeschränkt.

Während der Pollenzeit könnten Sie Ihren Dienst somit nur begrenzt verrichten. Doch die Pollen-Saison dauert von April bis August an und je nachdem, worauf Sie allergisch sind, könnten Sie entsprechend lange nicht richtig arbeiten. Deshalb kann ausgeprägter Heuschnupfen ein echtes Problem sein.

Aber: Der Einzelfall entscheidet.

Trotzdem muss Heuschnupfen nicht von vorneherein ein Ausschlussgrund für eine erfolgreiche Bewerbung bei der Polizei sein. Denn letztlich wird jeder Einzelfall für sich betrachtet und geprüft.

Asthma und starke Allergien sind absolute Ausschlusskriterien. Hier gibt es wenig Spielraum, weil die Vorschriften eindeutig sind. Anders sieht es aber bei relativen Ausschlussgründen aus.

Ein relatives Kriterium ist gegeben, wenn Sie zum Beispiel nur leichte allergische Reaktionen zeigen und keine Dauermedikation brauchen, Ihr Immunsystem lediglich etwas sensibler reagiert oder Sie trotz milder Symptome nicht beeinträchtigt sind. Bei relativen Kriterien hat der Polizeiarzt einen gewissen Ermessensspielraum. Er wird Ihren Gesundheitszustand deshalb individuell beurteilen und je nach Status entscheiden, ob Sie aus medizinischer Sicht für den Polizeidienst in Betracht kommen oder ob nicht.

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Muss ich Heuschnupfen in der Bewerbung bei der Polizei überhaupt angeben?

Vor allem, wenn Ihr Heuschnupfen nicht besonders stark ausgeprägt ist, könnten Sie mit dem Gedanken spielen, die Allergie in der Bewerbung für die Polizei einfach nicht zu erwähnen. Doch das ist keine gute Idee.

Waren Sie deswegen schon einmal in ärztlicher Behandlung, ist es für den ärztlichen Dienst leicht, den Verlauf anhand der Krankenakte nachzuvollziehen. Aber selbst wenn Ihr Heuschnupfen zunächst unentdeckt bleibt und erst irgendwann später einmal ans Licht kommt, wirft die Unehrlichkeit ein denkbar schlechtes Licht auf Sie.

Besser ist deshalb, wenn Sie von Anfang an mit offenen Karten spielen. Zumal Sie sich selbst keinen Gefallen damit tun, wenn Sie Ihre gesundheitliche Eignung für den Polizeidienst falsch einschätzen.

Außerdem sollten Sie bedenken, dass Ärzte nicht immer einer Meinung sind. Es ist gut möglich, dass Ihr Hausarzt die Auswirkungen und Einschränkungen durch den Heuschnupfen stärker einschätzt als der Polizeiarzt. Letztlich hat aber ohnehin der Polizeiarzt das letzte Wort. Ein Gutachten Ihres Hausarztes oder eines Allergologen nutzt Ihnen nichts, wenn der Polizeiarzt die Sache anders bewertet. Denn er hat nicht den Alltag im Blick, sondern den Polizeidienst.

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Weisen Sie in Ihrer Bewerbung auf den Heuschnupfen hin, werden die Allergietests im Zuge des Auswahlverfahrens der Polizei eben etwas gründlicher ausfallen. Hat der Polizeiarzt keine Bedenken, bestätigt er Ihre Tauglichkeit für den Polizeidienst und alles geht ganz normal seinen Weg.
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