Infos zu Bewerbung Zoll Mittlerer Dienst

Mittlerer Dienst beim Zoll bedeutet, dass Sie eine Bewerbung für eine Ausbildung einreichen. Für den höheren Dienst müssten Sie studieren.

Sie möchten gerne eine Ausbildung im mittleren Dienst beim Zoll absolvieren? Ähnlich wie die Polizei wählt auch der Zoll seine künftigen Kollegen durch ein Auswahlverfahren aus, das einen Einstellungstest beinhaltet. Allerdings ist der Eignungstest nicht ganz so umfangreich wie bei der Polizei. Einen Sporttest oder eine ärztliche Untersuchung gibt es zum Beispiel nicht. Doch bevor es soweit ist, dass Sie am Einstellungstest teilnehmen können, müssen Sie sich erst einmal bewerben. Und die wichtigsten Fragen zur Bewerbung beim Zoll im mittleren Dienst beantworten wir in diesem Beitrag.

Ob an Häfen, Bahnhöfen, Flughäfen und Grenzübergängen, auf Autobahnen, in Unternehmen oder in den Zollämtern: Bundesweit sind rund 39.000 Zöllnerinnen und Zöllner im Einsatz. An 700 Standorten übernehmen sie vielfältige Aufgaben.

Dazu gehören zum Beispiel Grenzkontrollen, die Überwachung des Warenverkehrs oder die Bekämpfung von Schwarzarbeit und Geldwäsche. Zollbeamten beschlagnahmen gefälschte Waren, kümmern sich um den Umwelt- und Artenschutz und überprüfen, ob Arbeitgeber ihren Mitarbeitern den gesetzlichen Mindestlohn zahlen. Aber der Zoll erhebt auch Abgaben, verwaltet Steuern wie die Kfz-Steuer und führt Vollstreckungsmaßnahmen durch.

Möchten Sie Teil des Teams werden, können Sie eine Ausbildung beim Zoll absolvieren. Doch bevor es losgehen kann, müssen Sie sich natürlich erst einmal bewerben. Und was Sie zur Bewerbung im mittleren Zolldienst wissen sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?

Wie bei der Polizei verbindet auch eine Tätigkeit beim Zoll im Prinzip zwei Berufe miteinander. Denn zum einen werden Sie Zöllnerin oder Zöllner. Und zum anderen schlagen Sie eine Laufbahn als Beamtin oder Beamter ein.

Deshalb müssen Sie nicht nur die Voraussetzungen mitbringen, die Sie für den Beruf beim Zoll brauchen. Stattdessen müssen Sie auch die Anforderungen erfüllen, die die Beamtenlaufbahn im mittleren Dienst erfordert.

Für Ihre Bewerbung heißt das, dass zunächst einmal die formalen Voraussetzungen stimmen sollten. Und dazu gehört folgendes:

  • deutsche Staatsbürgerschaft oder Zugehörigkeit zu einem Mitgliedsstaat der EU oder des EWR
  • mittlerer Bildungsabschluss oder Hauptschulabschluss und eine erfolgreich abgeschlossene, mindestens zweijährige Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf
  • Bereitschaft, jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung einzustehen
  • keine Vorstrafen
  • Deutsches Sportabzeichen mindestens in Bronze und nicht älter als zwölf Monate
  • Teamgeist und Lernbereitschaft
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Bringen Sie diese grundsätzlichen Voraussetzungen mit, steht einer Bewerbung nichts im Wege. Allerdings ist die Bewerbung nur der erste Schritt. Denn das Auswahlverfahren beim Zoll beinhaltet einen Einstellungstest. Und nur wenn Sie den Eignungstest bestehen, können Sie eingestellt werden. Dazu später mehr.

Wann kann ich mich beim Zoll bewerben?

Anwärter für den mittleren Zolldienst stellt der Zoll immer zum 1. August eines Jahres ein. Ihre Bewerbung muss spätestens Mitte September des Vorjahres vorliegen. Das genaue Datum, wann die Bewerbungsfrist endet, gibt der Zoll auf seiner Internetseite bekannt.

Grundsätzlich gilt aber: Sie müssen sich bis Mitte September bewerben, damit Sie im August des Folgejahres mit der Ausbildung beginnen können.

Bewerbung Zoll mittlerer Dienst: Was brauche ich dafür?

Um sich zu bewerben, müssen Sie eine vollständige Mappe zusammenstellen. Sie muss folgende Unterlagen enthalten:

  • vollständig ausgefüllter Bewerbungsbogen
  • Bewerbungsschreiben
  • Lebenslauf in tabellarischer Form
  • Schulabschluss- und Prüfungszeugnis; wenn Sie noch keinen Schulabschluss haben, bewerben Sie sich mit den beiden letzten Schulzeugnissen
  • Nachweis über das Deutsche Sportabzeichen mindestens in Bronze; diesen Nachweis können Sie spätestens bis zum 15. Juni des Jahres, in dem Sie eingestellt werden, nachreichen

Je nachdem, was auf Sie zutrifft, ergänzen Sie Ihre Bewerbung dann noch um diese Dokumente:

  • Einverständniserklärung Ihrer Eltern, wenn Sie noch nicht volljährig sind
  • Praktikums- und Arbeitszeugnisse
  • Nachweise von bisherigen Ausbildungen
  • Schwerbehindertenausweis oder Bescheid über die Gleichstellung
  • Eingliederungsschein und Dienstzeugnisse der Bundeswehr

Das Anschreiben

Das Bewerbungsschreiben gestalten Sie so, wie es bei einer klassischen Bewerbung üblich ist. Dabei geht es im Anschreiben grundsätzlich darum, dass Sie Ihre Motivation vermitteln und sich als geeigneter Kandidat präsentieren. Sie sollten also beantworten,

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Behalten Sie im Hinterkopf, dass Sie den Zoll davon überzeugen möchten, Sie persönlich kennenzulernen und zum Einstellungstest einzuladen. Kopieren Sie deshalb nicht einfach irgendein Musterschreiben und reihen Sie keine Standard-Floskeln aneinander. Formulieren Sie stattdessen fünf, sechs aussagekräftige Sätze, die Ihren Berufswunsch individuell auf den Punkt bringen.

Der Lebenslauf

Während das Anschreiben aufzeigt, warum Sie sich bewerben, beschreibt der Lebenslauf, was Sie bisher gemacht haben. Da der Zoll einen tabellarischen Lebenslauf haben möchte, teilen Sie Ihren Werdegang in mehrere Rubriken auf. Anschließend beschreiben Sie die einzelnen Stationen mit aussagekräftigen Stichworten. Zu den Angaben, die Ihr Lebenslauf beinhalten sollte, gehören dabei

  • Ihre Kontaktdaten,
  • Ihr schulischer Werdegang und ggf. Ihre Berufsausbildung,
  • Ihre praktische Berufserfahrung mit Praktika, Neben- und Ferienjobs sowie Arbeitsstellen,
  • vorhandene Kenntnisse in Fremdsprachen,
  • Ihre Hobbys und Interessen sowie
  • besondere Kenntnisse und sonstige Fähigkeiten.

Auch Ihr Bewerbungsfoto bringen Sie im Lebenslauf unter. Achten Sie darauf, dass Ihr Lebenslauf übersichtlich gegliedert ist und nicht mehr als zwei Seiten umfasst.

Die weiteren Unterlagen

Haben Sie das Anschreiben und den Lebenslauf fertig, laden Sie sich noch den Bewerbungsbogen herunter und füllen ihn aus. Außerdem suchen Sie die Zeugnisse und sonstigen Nachweis zusammen.

Für Ihre Bewerbung genügen einfache Kopien. Schaffen Sie es in die zweite Runde und werden zum Eignungsauswahlverfahren eingeladen, brauchen Sie zum Teil beglaubigte Kopien oder Abschriften. Bei welchen Zeugnissen das der Fall ist, teilt Ihnen der Zoll dann aber mit.

Wohin schicke ich meine Bewerbung für den mittleren Zolldienst?

Um Ihre Bewerbung einzureichen, gibt es zwei Möglichkeiten. So können Sie die Mappe entweder auf dem Postweg verschicken. Oder Sie erstellen eine digitale Mappe im PDF-Format und übermitteln diese als Anhang per E-Mail.

Dabei richten Sie Ihre Bewerbung an das Hauptzollamt, bei dem Sie gerne arbeiten möchten. Die Kontaktdaten der Hauptzollämter finden Sie online auf der Seite des Zolls.

Bei welchem Hauptzollamt Sie sich bewerben, können Sie selbst entscheiden. Sie müssen sich also keine Dienststelle in Ihrem Bundesland aussuchen. Außerdem können Sie im Bewerbungsbogen weitere Standorte angeben, falls es mit einer Ausbildung an Ihrem Wunschort nicht klappen sollte.

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Wie geht es nach der Bewerbung weiter?

Nachdem Sie sich beworben haben, müssen Sie ein bisschen Geduld haben. Denn erst, wenn die Bewerbungsfrist abgelaufen ist, startet der Zoll das eigentliche Einstellungsverfahren.

Dabei schaut sich der Zoll zunächst Ihre Unterlagen näher an. Ist alles komplett? Erfüllen Sie die formalen Anforderungen? Welchen Eindruck macht die Bewerbung insgesamt?

Scheinen Sie ein geeigneter Kandidat zu sein, bekommen Sie eine Einladung zum Einstellungstest. Dabei werden die Einladungen meist gegen Herbst verschickt. So bleibt genug Zeit, um das Auswahlverfahren bis zum Einstellungstermin im August abzuschließen.

Der Eignungstest gliedert sich in zwei Teile. Zuerst absolvieren Sie einen schriftlichen Test. Danach folgt eine mündliche Prüfung.

Beim schriftlichen Einstellungstest bearbeiten Sie Fragen aus den Bereichen Mathe, Deutsch und Allgemeinwissen. Zusätzlich dazu steht eine Arbeitsprobe auf dem Programm. Insgesamt dauert die schriftliche Prüfung dreieinhalb bis vier Stunden.

Haben Sie bei den schriftlichen Tests genug Punkte gesammelt, geht es mit dem mündlichen Teil weiter. Hier absolvieren Sie ein Assessment-Center, das eine Gruppendiskussion und ein Rollenspiel beinhaltet. Außerdem führen Sie ein Vorstellungsgespräch mit den Prüfern. Denn natürlich möchte der Zoll Sie auch persönlich kennenlernen.

Die Ausbildung

Hat bei der Bewerbung und dem Einstellungstest alles geklappt, können Sie schon bald Ihre Ausbildung im mittleren Dienst beim Zoll antreten. Dabei ist die Ausbildung dual aufgebaut. Sie dauert zwei Jahre und in dieser Zeit durchlaufen Sie alle Bereiche und Aufgabenfelder des Zolls.

Den theoretischen Teil absolvieren Sie im Ausbildungszentrum in Leipzig, Münster, Plessow, Rostock oder Sigmaringen. Hier lernen Sie zusammen mit anderen Anwärtern. Für die praktische Ausbildung ist das Hauptzollamt zuständig, das Sie eingestellt hat. Das ist auch der Grund, warum Sie bei Ihrer Bewerbung angeben müssen, wo beim Zoll Sie gerne arbeiten wollen.

Haben Sie die Ausbildung erfolgreich hinter sich gebracht und die Laufbahnprüfung bestanden, übernimmt Sie der Zoll in aller Regel. Ihren Job haben Sie damit also schon einmal sicher. Und wenn Sie dann auch noch die dreijährige Probezeit überstanden haben, werden Sie zur Beamtin oder zum Beamten auf Lebenszeit ernannt.