Aktualisiert am 18. Juni 2020 von Ömer Bekar

Einstellungstest Polizei für FrauenWas früher eine kleine Sensation war, ist heute längst Alltag: Frauen bei der Polizei. Doch wie stehen eigentlich die Chancen für Bewerberinnen? Und: Gibt es Unterschiede beim Einstellungstest?

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In Deutschland sind Frauen erst seit den 1980er-Jahren im uniformierten Polizeidienst tätig.
  • Inzwischen liegt der Frauenanteil bei der Polizei bei knapp 20 Prozent.
  • Bewerberinnen durchlaufen grundsätzlich das gleiche Auswahlverfahren wie männliche Bewerber. Nur im Detail gibt es kleine Unterschiede.

Inzwischen ist es längst ein alltägliches Bild, dass Polizistinnen und Polizisten gemeinsam auf Streife gehen. Doch das war nicht immer so. Lange Zeit war der Polizeiberuf ein echter Männerberuf. Erst recht spät wurde die Polizeiarbeit in allen Bereichen auch für Frauen geöffnet. Und heute gibt es viele Mädchen und junge Frauen, die sich sehr für den Beruf interessieren. Aber haben Frauen bei der Polizei überhaupt eine Chance? Oder werden sie gar bevorzugt eingestellt? Und wie sieht es mit dem Auswahlverfahren aus? Werden beim Einstellungstest Unterschiede gemacht? Diese Fragen beantwortet dieser Beitrag.

Einstellungstest Polizei für Frauen: Seit wann sind Frauen im Polizeidienst tätig?

Lange Zeit war die Polizei eine echte Männerdomäne. Es war völlig selbstverständlich, dass der Polizist, der für Recht, Ordnung und Sicherheit sorgte, ein großgewachsener, kräftiger Mann war. Und es sollte viel Zeit vergehen, bis sich dieses klassische Bild vom Polizisten ändern würde. Denn erst in den 1980er-Jahren wurde der uniformierte Polizeidienst auch für Frauen zugänglich. Bei der Polizei als solches arbeiten Frauen zwar schon seit den 1920er-Jahren. Damals waren sie aber nur bei der Kriminalpolizei tätig und selbst hier nur in bestimmten Bereichen. So wurden die ersten Polizistinnen bei der Sitte eingesetzt oder kümmerten sich um jugendliche Straftäter. Später übernahmen Frauen auch Aufgaben im Innendienst. Bei diesen Tätigkeiten trugen sie jedoch zivil. Bis Frauen ihren Dienst in Polizeiuniform verrichten und auf Streife gehen konnten, dauerte es noch ein paar Jahrzehnte. Wie lange konkret, ist in den Bundesländern verschieden. Denn in Deutschland ist die Polizei Ländersache. Deshalb erfolgte die Öffnung des Polizeiberufs für Frauen nicht bundeseinheitlich. Stattdessen machte Hamburg den Anfang. In Hamburg wurde die Schutzpolizei für Frauen 1979 zugänglich. Nach und nach zogen die übrigen Bundesländer nach. Das Schlusslicht ist Bayern, wo Frauen seit 1990 bei der Schutzpolizei zugelassen sind.

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Wie stehen die Chancen für Bewerberinnen bei der Polizei?

Die Aufgaben der Polizei lassen sich in drei große Felder einteilen:

1.) die Abwehr und Beseitigung von Gefahren

2.) die Wiederherstellung und Aufrechterhaltung der Sicherheit

3.) die Bekämpfung von Kriminalität und die Verfolgung von Straftaten

Bei der Erfüllung dieser Aufgaben wird die Polizei mit den verschiedensten Situationen konfrontiert und trifft auf die unterschiedlichsten Menschen aus allen Teilen der Bevölkerung. Im Einsatz müssen sich Polizisten ständig auf neue Sachlagen einstellen und schnell die richtigen Entscheidungen treffen. Flexibilität, Verantwortungsbewusststein, aber auch Empathie und Durchsetzungsvermögen sind dabei unverzichtbar. Die Polizei versteht sich als bürgernahe Institution, die mit Rat und Tat zur Seite steht, die Sicherheitsbedürfnisse der Bürger im Blick hat und deren Anliegen ernst nimmt. Die vielfältigen und abwechslungsreichen Aufgaben, die die Polizeiarbeit täglich mit sich bringt, machen den Polizeiberuf einerseits überaus interessant. Andererseits machen sie die Arbeit als Polizist auch anspruchsvoll, anstrengend und bisweilen sehr belastend. Die Polizei braucht deshalb starke Persönlichkeiten, die der Polizeiarbeit körperlich und mental gewachsen sind. Doch ob diese starke Persönlichkeit von einer Frau oder einem Mann gestellt wird, spielt letztlich keine Rolle. Was zählt, sind die Eignung und die Leistung. Heutzutage sind Polizistinnen längt keine Exotinnen mehr. Frauen bei der Polizei sind zur Selbstverständlichkeit geworden. Und der Polizeiberuf hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Beruf für Frauen und Männer entwickelt.

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Einstellungstest Polizei für Frauen: Gleiche Chancen für alle

Die Polizei setzt in ihrem Auswahlverfahren auf ein denkbar einfaches, aber durchaus effektives Prinzip: Alle Bewerber haben die gleichen Chancen. Welches Geschlecht ein Bewerber hat, welche Noten in seinem Schulzeugnis stehen oder welchen beruflichen Werdegang sein Lebenslauf offenbart, ist für die Einstellung nicht entscheidend. Es gibt zwar ein paar formale Einstellungskriterien, zu denen beispielsweise das Alter, die Körpergröße und das Gewicht oder der Schulabschluss gehören. Aber wenn die grundlegenden Einstellungsvoraussetzungen erfüllt sind, wird der Bewerber zum Einstellungstest eingeladen. Und hier kann der Bewerber zeigen, was in ihm steckt und ob er das Zug zum Polizisten hat. Dabei fangen alle Bewerber bei Null an. Kein Bewerber geht mit Bonuspunkten ins Rennen. Stattdessen müssen sich alle Bewerber gleichermaßen beweisen. Und die Bewerber, die beim Einstellungstest am besten abschneiden, können ihre Laufbahn bei der Polizei beginnen.

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Die Polizei stellt beide Geschlechter gleich

Genau wie die männlichen Bewerber werden auch die weiblichen Bewerberinnen nach ihrer Eignung, ihrer Befähigung und ihren Leistungen bewertet. Dies gilt nicht nur für das Auswahlverfahren, sondern für die gesamte berufliche Karriere. Polizistinnen stehen alle Funktionen und alle Ämter bei der Polizei offen. Knapp 48.000 Frauen arbeiten mittlerweile im Polizeidienst. Der Anteil der weiblichen Polizeibeamtinnen liegt damit bei über 18 Prozent. Und um den Anteil kontinuierlich zu erhöhen, wird nicht nur an der beruflichen Gleichstellung gearbeitet. In einigen Bundesländern gibt es zusätzlich Förderpläne, die zum Ziel haben, den Frauenanteil vor allem in den Polizeibereichen zu erhöhen, in denen Frauen bisher noch in der Minderzahl sind. Aber das heißt nicht, dass Bewerbungen von Frauen deshalb bevorzugt behandelt werden. Oder dass es Frauen beim Einstellungstest leichter haben. Es bedeutet lediglich, dass Frauen exakt die gleichen Chancen bei der Polizei haben wie Männer.

Gibt es beim Auswahlverfahren Unterschiede?

Die tägliche Polizeiarbeit unterscheidet nicht danach, wer gerade im Dienst ist. Polizistinnen und Polizisten können sich weder die Einsätze noch die Aufgaben aussuchen. Sie müssen sich den Herausforderungen gleichermaßen stellen, die Aufgaben bewältigen und die gleichen Leistungen erbringen. Ein Straftäter beispielsweise wird sich schließlich nicht allein deshalb überwältigen und widerstandsfrei festnehmen lassen, nur weil er eine Polizistin vor sich hat. Und ein Autofahrer wird bei einer Verkehrskontrolle nicht verständnisvoller reagieren, wenn sie von einer Polizeibeamtin durchgeführt wird. Ebenso wird es Jugendlichen völlig egal sein, ob eine Polizistin oder ein Polizist die Party auflöst, nachdem sich die Nachbarn über den Lärm beschwert haben. Die Anforderungen sind also gleich und so ist es auch nur logisch, dass es beim Auswahlverfahren grundsätzlich ebenfalls keine Unterschiede gibt. Insbesondere was den computergestützten Wissens- und Intelligenztest, das Vorstellungsgespräch und die polizeiärztliche Untersuchung angeht, müssen alle Bewerber exakt identischen Anforderungen gerecht werden.

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Zwei verschiedene Tabellen beim Sporttest

Unterschiedliche Anforderungen werden lediglich beim Sporttest gestellt. Hier gibt es zwei verschiedene Tabellen, die die Minimalwerte für das Bestehen des Sporttests und die Noten für die jeweiligen Leistungen festlegen. Und auf den ersten Blick scheinen Bewerberinnen hier einen Vorteil zu haben. Denn sie müssen in der vorgegebenen Zeit kürzere Strecken oder weniger Wiederholungen schaffen als ihre männlichen Mitbewerber. Bei genauerem Hinsehen wird aber schnell klar, dass der augenscheinliche Vorteil gar keiner ist. Denn Frauen bringen andere körperliche Voraussetzungen mit als Männer. Und diese Tatsache wird beim Sporttest berücksichtigt. Der Sporttest stellt an weibliche Bewerberinnen deshalb genau die gleichen Anforderungen wie an ihre männlichen Kollegen, nur eben unter Berücksichtigung der körperlichen Unterschiede.