Polizei Niedersachsen Einstellungstest: Das kommt auf Sie zu

Aktualisiert am 28. Februar 2024 von Ömer Bekar

Aktualisiert am 28. Februar 2024 von Ömer Bekar

Einstellungstest Polizei Niedersachsen

Der Einstellungstest der Polizei Niedersachsen ist anspruchsvoll – mit einer guten Vorbereitung aber machbar!

Sie interessieren sich für den Polizeiberuf? Und nach Ihrem Studium möchten Sie gerne in einer Dienststelle in Niedersachsen tätig werden? Dann ist die Polizeiakademie Niedersachsen ein wichtiger Ansprechpartner für Sie. Denn sie ist nicht nur für das dreijährige Bachelor-Studium zuständig, sondern kümmert sich auch um das Bewerbungs- und Auswahlverfahren.

➔ Übungsaufgaben für den Polizei Eignungstest in Niedersachsen

Das Wichtigste zum Einstellungstest der Polizei Niedersachsen auf einen Blick

  • Der Einstellungstest der Polizei Niedersachsen verteilt sich auf zwei Prüfungstage.
  • Am ersten Testtag absolvieren Sie einen PC-Test und eine Sportprüfung. Dazu kommen Sie nach Hann. Münden.
  • Das Interview und die medizinische Untersuchung finden am zweiten Testtag in der Einstellungsbehörde statt, für die Sie sich beworben haben.
  • Nach jedem Testabschnitt erfahren Sie, ob Sie bestanden haben und die Prüfung für Sie weitergeht.

Wenn Sie sich bei der Polizei Niedersachsen bewerben, gilt Ihre Bewerbung für die Laufbahngruppe 2, 1. Einstiegsamt der Fachrichtung Polizei des Landes Niedersachsen. Klingt kompliziert, heißt aber nur, dass Sie sich um einen Studienplatz bei der Polizeiakademie bewerben. Denn Sie absolvieren keine Ausbildung im klassischen Sinne, sondern nehmen ein Studium auf, um dann als Polizeikommissar:in in den gehobenen Dienst einzusteigen.

Doch bevor Sie einen Studienplatz bekommen, müssen Sie den Eignungstest meistern. Er besteht aus mehreren Prüfungsbausteinen, zu denen beispielsweise ein schriftlicher Test am PC, eine Sportprüfung und ein Einzelinterview gehören. Eine Einladung zur Teilnahme am Auswahlverfahren wiederum setzt voraus, dass Sie einige formale Anforderungen erfüllen. Was das alles bedeutet und was beim Einstellungstest der Polizei Niedersachsen auf Sie zukommt, erklären wir Ihnen jetzt!

Die Einstellungsvoraussetzungen bei der niedersächsischen Polizei

Damit Sie in Niedersachsen Polizist:in werden können, müssen Sie einige formale Anforderungen erfüllen. Zu den allgemeinen Voraussetzungen für die Einstellung in den Polizeidienst gehören folgende:

  • Sie haben die deutsche Staatsbürgerschaft, die eines EU-Landes oder die eines Staates aus dem europäischen Wirtschaftsraum. Sind Sie Bürger eines Nicht-EU-Staates, verfügen Sie über eine gültige Niederlassungserlaubnis.
  • Sie haben Abitur, Fachhochschulreife oder einen gleichwertigen Bildungsabschluss, der zum Studium berechtigt.
  • Sie hatten mindestens sechs Jahre lang Englischunterricht. Alternativ können Sie Ihre Englischkenntnisse durch ein Zertifikat mit dem Level B 1 belegen.
  • Sie haben keine Vorstrafen.
  • Am Tag der Einstellung sind Sie höchstens 31 Jahre alt.
  • Sie haben eine gültige Fahrerlaubnis der Klasse B oder die Prüfbescheinigung für begleitetes Fahren.
  • Sie bringen das Deutsche Schwimmabzeichen mindestens in Bronze mit und sind auch ansonsten fit und sportlich.
  • Sie haben keine Erkrankungen, die Ihre Polizeidiensttauglichkeit einschränken.
  • Sie haben keine Piercings im sichtbaren Bereich. Tätowierungen, die sichtbar sind, überprüft die Polizei individuell.
Tipp: In Einzelfällen kann die Polizei Ausnahmen zulassen. Fragen Sie deshalb nach, wenn Sie nicht alle formalen Einstellungsvoraussetzungen erfüllen!

Haben Sie keinen Bildungsabschluss, der Sie zum Studium berechtigt, heißt das nicht zwangsläufig, dass Sie für den Polizeiberuf nicht infrage kommen. Nur stehen dann zusätzliche Formalitäten auf der Liste. Die einzelnen Voraussetzungen für die verschiedenen Bildungsabschlüsse können Sie auf der Karriereseite der Polizei Niedersachsen nachlesen.

Die Bewerbung bei der Polizei Niedersachsen

In Niedersachsen stellt die Polizei Anwärter für den Polizeivollzugsdienst regionalisiert ein. Das heißt: Ihre Bewerbung geht zwar an die Polizeiakademie. Die Polizeiakademie fungiert als zentrale Stelle und ist auch für den Einstellungstest zuständig.

Wenn Sie das Auswahlverfahren meistern und eine Zusage bekommen, werden Sie aber direkt für Ihren späteren Dienstort eingestellt. Aus diesem Grund müssen Sie sich schon bei der Bewerbung für eine Polizeidirektion entscheiden. Dabei haben Sie sechs Polizeidirektionen zur Auswahl:

  • Braunschweig
  • Göttingen
  • Hannover
  • Lüneburg
  • Oldenburg
  • Osnabrück

Nach dem Abschluss der Ausbildung und Ihrer Dienstzeit bei der Bereitschaftspolizei werden Sie in Ihrer ausgewählten Polizeibehörde tätig. Überlegen Sie also gut, wo in Niedersachsen Sie Polizist:in werden möchten.

Ihre Bewerbung können Sie bequem, einfach und papierlos über das Online-Bewerbungsportal erledigen. Die Alternative ist eine klassische Bewerbung auf dem Postweg. In diesem Fall brauchen Sie Bewerbungsunterlagen, die Sie ausdrucken und ausgefüllt an die Polizeiakademie schicken müssen. Die Formulare können Sie auf der Webseite der Polizei herunterladen.

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Die Einstellungen in Niedersachsen erfolgen alljährlich im April und im Oktober. Nach diesen beiden Einstellungsterminen richten sich auch die Bewerbungsfristen. Bis wann Ihre Bewerbung für einen Termin vorliegen muss, gibt die Polizei auf der Karriereseite und in den sozialen Medien bekannt.

Der Einstellungstest der Polizei Niedersachsen

Das Auswahlverfahren verteilt sich auf zwei Tage. Den Anfang machen ein Computertest und eine Sportprüfung in Hann. Münden. Am zweiten Testtag fahren Sie in Ihre Wunsch-Einstellungsbehörde und nehmen dort an der medizinischen Untersuchung und einem Interview teil.

Grafik Polizei Niedersachsen Einstellungstest

Der ganze Einstellungstest der Polizei Niedersachsen stützt sich auf das K.O.-Prinzip. Nach jedem Einzeltest erfahren Sie, ob Sie bestanden haben. Waren Sie erfolgreich, geht es mit dem nächsten Testteil weiter. Haben Ihre Leistungen hingegen nicht ausgereicht, ist der Einstellungstest für Sie beendet und Sie scheiden aus dem Auswahlverfahren aus.

Die Prüfung der Bewerbung

Im ersten Schritt des Auswahlverfahrens schaut sich die Polizei Ihre Bewerbung an. Bei der Überprüfung geht es darum, ob

  • Ihre Unterlagen vollständig sind und
  • Sie die Voraussetzungen erfüllen, um in den Polizeivollzugsdienst eingestellt zu werden.

Achten Sie deshalb darauf, dass Ihre Bewerbung komplett ist. Laden Sie bei einer Online-Bewerbung die geforderten Dokumente zeitnah hoch. Bei einer schriftlichen Bewerbung sollten Sie sich an der Checkliste auf der Karriereseite der Polizei orientieren.

Sollte sich herausstellen, dass Unterlagen oder ärztliche Befunde fehlen, informiert Sie die Polizei darüber, was Sie noch nachreichen müssen. Die weitere Bearbeitung Ihrer Bewerbung kann erst erfolgen, wenn die Dokumente vorliegen. Passt alles, bestätigt Ihnen die Polizei den Eingang Ihrer Bewerbung. Etwa zwei bis vier Wochen vor dem Termin bekommen Sie dann auch die Einladung zum Einstellungstest.

Der computergestützte Eignungstest

Für den ersten Testtag kommen Sie nach Hann. Münden. Hier finden zuerst der Computertest und im Anschluss daran die Sportprüfung statt. Der Tag beginnt um 8:00 Uhr und endet gegen 15:00 bis 16:00 Uhr.

Der computergestützte Eignungstest ist ein reiner Computertest. Sie bearbeiten also alle Aufgaben am PC und machen Ihre Eingaben mittels Maus und Tastatur. Mit einer Pause dazwischen, dauert der PC-Test ungefähr viereinhalb Stunden.

Nachdem Sie Ihren Platz eingenommen haben, weist Sie ein Moderator in den Testablauf ein. Seine Ausführungen können Sie auf dem Bildschirm nachverfolgen. Bei dem Test erwarten Sie verschiedene Fragen und Übungen aus unterschiedlichen Aufgabengruppen. Insgesamt lassen sich die Aufgaben aber in zwei große Bereiche einteilen. So geht es zum einen um logisches Denken, Konzentration und Merkfähigkeit. Zum anderen werden Ihre Sprachkenntnisse und Ihr Ausdrucksvermögen überprüft.

Aufgaben aus dem Bereich Denken und Merken

Dieser Aufgabenbereich überprüft, ob Sie logisch denken, Schlussfolgerungen ziehen und Problemlösungen entwickeln können. Außerdem steht Ihre Merkfähigkeit auf dem Prüfstand. Üblicherweise erwarten Sie dabei folgende Aufgabentypen:

Die Postkorbaufgabe

Bei dieser Übung spielen Sie eine Situation nach. Diese besteht beispielsweise darin, dass Sie Urlaub hatten und jetzt, wieder zurück am Arbeitsplatz, jede Menge Briefe, Mitteilungen, Anfragen und Notizen in Ihrem Postfach vorfinden. Die Inhalte der Nachrichten beziehen sich auf einen bestimmten Zeitraum.

Ihre Aufgabe ist, den Postkorb zu sortieren, die Inhalte der Nachrichten zu erfassen und Zusammenhänge herzustellen. Anschließend müssen Sie Wichtiges von Unwichtigem trennen, die Vorgänge nach Dringlichkeit ordnen und die entsprechenden Maßnahmen einleiten. Dabei müssen Sie aber immer auch darauf achten, ob sich Termine überschneiden.

Flussdiagramme

Hier wird Ihnen ein Ereignis beschrieben, das so auch im Polizeialltag möglich wäre. Ein Flussdiagramm zeigt Ihnen dann verschiedene Varianten auf, wie das Ereignis ablaufen könnte. Allerdings sind die Abläufe unvollständig. An bestimmten Stellen im Flussdiagramm sind stattdessen Zahlen eingetragen.

Sie müssen entscheiden, welcher Vorgang die Zahl im Flussdiagramm richtig ersetzt. Dafür haben Sie für jede Zahl fünf Antworten zur Auswahl. Daraus müssen Sie die Antwortmöglichkeit auswählen, die Ihrer Meinung nach in die Lücke gehört.

Merkfähigkeit

Um zu überprüfen, wie gut Sie sich Inhalte einprägen und merken können, werden Sie beim Einstellungstest mit zwei verschiedenen Aufgabenvarianten konfrontiert. Die erste Version ist die Beschreibung von einem Tatort. Diesen Text müssen Sie sich aufmerksam durchlesen und einprägen. Achten Sie dabei nicht nur auf die offensichtlichen Sachverhalte, sondern auch auf kleine Details. Nach einer gewissen Zeit werden Ihnen Fragen zu dem Text gestellt. Die Antworten müssen Sie selbst formulieren.

Die zweite Version sind Personenbeschreibungen. Dazu werden Ihnen Fotos von Personen eingeblendet. Unter jedem Foto steht, wie die jeweilige Person mit Vor- und Nachnamen heißt. Innerhalb der vorgegebenen Zeit müssen Sie sich die Gesichter samt Namen merken. Anschließend sehen Sie die Fotos noch einmal, aber in anderer Reihenfolge. Und Sie müssen angeben, wie die Person auf dem jeweiligen Foto heißt.

Die Polizei möchte auch Ihr Langzeitgedächtnis testen. Aus diesem Grund werden die beiden Merkaufgaben zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt.

Zahlenreihen

Bei dieser Übung sehen Sie verschiedene Zahlenreihen. Jede Zahlenreihe ist nach einem bestimmten Schema aufgebaut. Sie müssen das Muster erkennen und die Zahlenreihe richtig fortsetzen.

Ein Beispiel

Zahlenreihe: 1 2 4 7 11 16 22 ?


Lösung: 29

Erklärung: Bei jeder Zahl wird eine Zahl dazugezählt, die um 1 größer ist als ihr Vorgänger, also + 1, + 2 ,+ 3 usw.

Bilderreihen

Hier sehen Sie Symbole, die in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen. Aus den Lösungsvorschlägen müssen Sie dann das Symbol auswählen, das die Gleichung logisch richtig ersetzt.

Ein Beispiel


Lösung: b

Erklärung: Beim ersten Bilderpaar kippt das Quadrat nach links. Gleichzeitig verfärbt sich der kleine Würfel im Quadrat grau. Damit das Verhältnis zwischen den Bilderpaaren gleich bleibt, muss auch das erste Dreieck vom zweiten Bilderpaar nach links kippen und der Kreis muss grau werden. Damit kommt nur Lösung b in Frage.

Symbole zuordnen

Bei diesen Aufgaben werden Ihnen Bildergruppen präsentiert. Jede Bildergruppe besteht aus sechs Symbolen. Zusätzlich werden vier einzelne Bilder angezeigt. Sie müssen nun entscheiden, in welche Gruppe die Einzelbilder gehören. Schauen Sie sich dazu die Bildergruppen genau an. Die Symbole einer Gruppe haben immer eine oder mehrere Gemeinsamkeiten.

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Ein Beispiel


Lösung: 

Erklärung: In der Bildergruppe A ist das Dreieck unter dem Quadrat angeordnet. In Bildergruppe B befinden sich das Dreieck und das Quadrat auf gleicher Höhe und in Bildergruppe C ist das Dreieck immer oberhalb des Quadrats.

Aufgaben aus dem Bereich Deutsch

Im zweiten Teil des schriftlichen Einstellungstests geht es um die deutsche Sprache. Geprüft werden Ihre Grammatikkenntnisse, Ihr Sprachverständnis und Ihr Ausdrucksvermögen. Mit folgenden Aufgaben sollten Sie rechnen:

Wörter bilden

Bei dieser Übung werden Ihnen fünf Buchstaben vorgegeben. Ihre Aufgabe ist, die Buchstaben so zu sortieren, dass ein sinnvolles Wort entsteht. Bei dem Wort soll es sich um ein Substantiv (Hauptwort) in der Einzahl handeln.

Ein Beispiel

Buchstaben: B E L M U
Lösung: Blume

Wortbedeutung

Bei dieser Aufgabe geht es darum, Wörter zu erkennen, die die gleiche Bedeutung haben oder das Gleiche beschreiben. Dafür wird Ihnen ein Schlüsselwort genannt. Zu diesem Schlüsselwort bekommen Sie fünf Wörter als Vorschläge. Sie müssen das Wort auswählen, das dem Schlüsselwort von der Bedeutung her am nächsten kommt.

Ein Beispiel

Birke

a) Fahrzeug    b) Behälter    c) Schrank    d) Baum    e) Telefon


Lösung: d

Erklärung: Eine Birke ist ein Baum.

Lückentexte

Bei den Lückentexten müssen Sie sich durch insgesamt drei Texte arbeiten, die Lücken enthalten. Ihre Aufgabe ist, die Lücken sinnvoll auszufüllen.

Ein Beispiel

Ihr Kollege fragt Sie nach _____ Uhrzeit.

Lösung: In die Lücke gehört das Wort der.

Fehler korrigieren

Um Ihre Rechtsschreib- und Grammatikkenntnisse zu überprüfen, wird Ihnen ein Zeitungsartikel eingeblendet. In diesen Text sind sowohl Rechtschreib- als auch Grammatikfehler eingebaut. Ihre Aufgabe ist, die Fehler zu finden und zu korrigieren.

Wörter schreiben
Ähnlich wie bei einem Diktat werden Ihnen bei dieser Übung einzelne Wörter vorgelesen. Sie müssen diese Wörter aufschreiben.

Zusammenfassung schreiben

Für diese Übung bekommen Sie einen Text. Innerhalb der vorgegebenen Zeit müssen Sie sich diesen Text aufmerksam durchlesen und sich die entscheidenden Informationen einprägen. Anschließend müssen Sie den Text aus dem Gedächtnis heraus als Bericht zusammenfassen.

Auf den Einstellungstest am PC können und sollten Sie sich gezielt vorbereiten. Machen Sie sich mit den verschiedenen Aufgabentypen vertraut und arbeiten Sie Musteraufgaben durch. Vor allem Aufgaben zum logischen Denken sollten Sie trainieren.

Beim Üben geht es aber nicht darum, irgendwelche Inhalte auswendig zu lernen. Das Ziel ist vielmehr, dass Sie die Systematik hinter den Aufgabenvarianten erkennen und anwenden können. Auf unserer Seite finden Sie Musteraufgaben und Tests zu allen Themenbereichen. Im Handel gibt es außerdem entsprechende Literatur für Ihre Vorbereitung. Und auch auf der Internetseite der Polizei Niedersachsen stehen ein Übungstest und ein PDF mit Hinweisen für Sie bereit.

Die Sportprüfung

Waren Sie beim Computertest erfolgreich, geht es mit der Sportprüfung weiter. Der Sporttest soll feststellen, ob Sie für die besonderen Belastungen im Polizeiberuf körperlich fit genug sind. Dazu setzt sich die Prüfung aus sechs Modulen zusammen.

Kasten-Bumerang-Test

Für den Kasten-Bumerang-Test ist ein Feld aufgebaut. Es hat eine Turnmatte an einer Seite, je ein Kastenelement an den drei anderen Seiten und ein Hindernis in der Mitte.

Sie stellen sich vor der Turnmatte auf. Nach dem Startkommando machen Sie eine Rolle vorwärts über die Turnmatte. Dann laufen Sie von rechts um das Hindernis herum, springen über den Kasten auf der linken Seite und krabbeln durch den Kasten durch zurück aufs Feld. Diesen Ablauf wiederholen Sie mit den beiden anderen Kästen, wobei Sie jedes Mal das Hindernis in der Mitte umlaufen.

Die Übung endet, sobald Sie wieder bei der Turnmatte angekommen sind. Als Bewerberin müssen Sie den Kasten-Bumerang-Test innerhalb von 20 Sekunden schaffen, als Bewerber haben Sie 17 Sekunden Zeit.

Farmers Walk

Bei dieser Übung nehmen Sie nach dem Startkommando je eine Kugelhantel in jede Hand und transportieren diese über eine Distanz von insgesamt 60 Metern. Dabei laufen Sie geradeaus zum einem Hütchen in 15 Metern Entfernung, umrunden das Hütchen, laufen zur Startlinie zurück und wiederholen das Ganze noch einmal.

Die Hanteln haben bei Bewerberinnen ein Gewicht von 16 Kilo und bei Bewerbern von 24 Kilo. Eine Zeitvorgabe gibt es nicht. Entscheidend ist, dass Sie die Gewichte über die Entfernung transportieren, ohne sie abzusetzen.

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Personenrettung

Für die dritte Übung ist eine etwa 70 Kilo schwere Rettungspuppe mit dem Rücken zur Transportstrecke positioniert. Nach dem Startkommando nehmen Sie den Dummy in den Rettungsgriff und transportieren ihn über insgesamt 15 Meter. Auf halber Strecke steht ein Hütchen, das Sie umrunden. Die Übung endet, sobald Sie die Rettungspuppe wieder an der Startlinie abgesetzt haben.

Um zu bestehen, dürfen Sie maximal zwei Minuten brauchen. Es ist erlaubt, die Puppe zwischendurch abzusetzen.

Jump & Reach

An einer Wand ist auf einer Höhe von 2,1 Metern eine Linie markiert. Sie springen gerade hoch und müssen mit Ihrer Hand die Wand auf oder über der Markierungslinie berühren.

Waffenhandhabung

Sie bekommen eine nicht schussfähige Waffe und sollen einmal den Abzug betätigen. Diese Übung überprüft, ob Sie eine Waffe im ordnungsgemäßen Griff halten können und Ihr Finger lang genug ist, um abzudrücken.

3.000-Meter-Lauf

Als letzte Disziplin steht ein 3.000-Meter-Lauf an. Dazu laufen Sie 7,5 Runden über 400 Meter. Der Lauf findet ganzjährig draußen auf der Aschenbahn statt.

Als Bewerberin müssen Sie die Strecke in 20,5 Minuten schaffen, als Bewerber in 17,5 Minuten.

Bonuspunkte

Schaffen Sie den Kasten-Bumerang-Test als Mann in unter 14 Sekunden und als Frau in unter 16,5 Sekunden, können Sie sich einen Bonuspunkt sichern. Gleiches gilt, wenn Sie den 3.000-Meter-Lauf als Frau in unter 16,5 Minuten und als Mann in weniger als 13,5 Minuten schaffen.

Ein weiterer Bonuspunkt wird Ihnen gutgeschrieben, wenn Sie über das Deutsche Sportabzeichen in Silber oder das DJJV-Sportabzeichen des Deutschen Ju-Jutsu-Verbandes verfügen. Die Prüfungen für beide Abzeichen dürfen aber nicht länger als zwölf Monate zurückliegen.

Selbst wenn Sie sportlich aktiv und fit sind, sollten Sie gezielt für den Sporttest trainieren. Simulieren Sie dabei immer wieder den gesamten Test mit allen Übungen hintereinander. Denn im Auswahlverfahren gibt es auch keine längeren Erholungspausen dazwischen. Versuchen Sie außerdem, regelmäßig über den Mindestanforderungen zu bleiben. Dadurch schaffen Sie sich einen Puffer, falls Sie beim Testtag nicht Ihre volle Leistung abrufen können. Videos zu den einzelnen Übungen finden Sie auf der Karriereseite der Polizei.

Das strukturierte Interview

Haben Sie den PC-Test und die Sportprüfung erfolgreich gemeistert, werden Sie wenige Wochen später zum zweiten Testtag eingeladen. Er findet bei der Polizeidirektion statt, die Sie in Ihrer Bewerbung als Wunschbehörde angegeben haben. Dabei stehen an diesem Tag das Einzelgespräch und die ärztliche Untersuchung an.

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Das Auswahlgespräch dauert zwischen 45 und 60 Minuten und wird als strukturiertes Interview durchgeführt. Die Prüfungskommission hat sich dafür im Vorfeld einen Fragenkatalog erstellt, den sie während des Gesprächs mit Ihnen durchgeht.

Durch diesen vorher festgelegten Ablauf kann das Gespräch etwas steifer wirken als ein normales Vorstellungsgespräch. Lassen Sie dadurch nicht verunsichern! Das ist normal und hat nichts mit Ihnen zu tun, sondern ist der Form des Interviews geschuldet.

Der Ablauf des Auswahlgesprächs

Das Gespräch beginnt damit, dass Sie sich in einer Selbstpräsentation kurz vorstellen. Danach werden Ihnen die Prüfer ein paar Fragen zu Ihrem Lebenslauf stellen und nachhaken, warum Sie Polizist:in werden möchten.

Als Nächstes folgen biografische Fragen. Diese Fragen beziehen sich auf Erlebnisse und Erfahrungen, die Sie im Verlauf Ihres Lebens gemacht haben. Eine solche Frage lautet dann beispielsweise: „Welche Erfahrungen haben Sie mit Aufgaben gemacht, die Sie in einer Gruppe bearbeiten mussten? Nennen Sie uns ein Beispiel. Wie sind Sie vorgegangen, um unterschiedliche Meinungen unter einen Hut zu bringen?“

Bei diesen Fragen ist sehr wichtig, dass Sie ein konkretes Beispiel nennen, das Sie wirklich erlebt haben. Und beschreiben Sie möglichst genau, wie Sie sich damals verhalten haben.

Die Polizei interessiert sich nicht für allgemeine Verhaltensweisen, sondern für das Verhalten, das für Sie typisch ist und Sie ausmacht. Deshalb brauchen Sie auch nicht zu überlegen, was wohl ein besonders gutes Beispiel wäre. Belassen Sie es bei dem Beispiel, das Ihnen zur Fragestellung spontan einfällt.

Im letzten Abschnitt des Auswahlgesprächs werden Ihnen situative Fragen gestellt. Sie beginnen üblicherweise mit: „Stellen Sie sich vor, Sie sind Polizist und es ereignet sich folgende Situation.“ Danach wird Ihnen eine typische Situation aus dem Polizeialltag geschildert. Sie müssen sich daraufhin in die Situation versetzen und erklären, wie Sie vorgehen würden. Versuchen Sie dabei, ausführlich und Schritt für Schritt zu beschreiben, was Sie warum wie machen würden.

Ist es bis hierhin richtig gut gelaufen, bekommen Sie jetzt schon eine Einstellungszusage. Allerdings steht diese noch unter dem Vorbehalt, dass bei der ärztlichen Untersuchung alles in Ordnung ist.

Die ärztliche Untersuchung

Die ärztliche Untersuchung ist der letzte Baustein vom Einstellungstest der Polizei Niedersachsen. Sie dauert etwa vier bis fünf Stunden und soll Ihre Polizeidiensttauglichkeit feststellen. Es geht also darum, ob Sie jetzt und langfristig die notwendige Gesundheit für den Polizeiberuf mitbringen.

Für die Untersuchung hat Ihnen die Polizei vorab per E-Mail einen Hausarztbogen und eine Selbstauskunft zugeschickt. Diese und ggf. weitere Unterlagen müssen Sie bei der Untersuchung vorlegen.

Der Check durch den Polizeiarzt umfasst dann verschiedene Einzeluntersuchungen. Dazu gehören:

  • Belastungs- und Ruhe-EKG
  • Bluttest
  • Drogentest
  • Lungenfunktionstest
  • Seh- und Hörtest

Außerdem schaut sich der Polizeiarzt Ihre Zähne, Ihre Wirbelsäule und Ihre Gelenke an. Gemessen und gewogen werden Sie ebenfalls. Vor allem für das Belastungs-EKG müssen Sie fit sein. Trainieren Sie deshalb Ihre Ausdauer!

Haben Sie alle Schritte des Auswahlverfahrens erfolgreich durchlaufen, haben Sie den Einstellungstest der Polizei Niedersachsen bestanden. Wenn Ihre Testergebnisse sehr gut waren, haben Sie Ihre Zusage möglicherweise schon bekommen. Ansonsten werden Sie in die Rangliste für Ihre Wunschbehörde eingeordnet.

Wenn das Auswahlverfahren für Ihren Einstellungstermin abgeschlossen ist, steht die endgültige Rangliste fest. Und wenn Ihre Platzierung für eine Einstellung ausreicht, dürfen Sie sich schon bald über Ihre Ernennung zum Polizeikommissar-Anwärter freuen und in Ihre Ausbildung starten!

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