Polizei Hessen Einstellungstest: Das erwartet Sie im EAV!

Aktualisiert am 26. März 2024 von Ömer Bekar

Aktualisiert am 26. März 2024 von Ömer Bekar

Polizei Hessen Einstellungstest EAV

Der Einstellungstest der Polizei Hessen verteilt sich auf zwei Tage.

Auf Ihrem Weg in den hessischen Polizeivollzugsdienst wartet eine erste, etwas größere Hürde auf Sie: das Eignungsauswahlverfahren, kurz EAV. In anderthalb Tagen durchlaufen Sie dabei verschiedene Stationen. Angefangen mit einem Intelligenz- und Konzentrationstest am Computer über die Sportprüfung bis hin zur polizeiärztlichen Untersuchung, testet Sie die Polizei Hessen beim Einstellungstest in vielen verschiedenen Bereichen.

➔ Eignungstestfragen für den Polizei Eignungstest in Hessen

Das Wichtigste zum Einstellungstest der Polizei Hessen auf einen Blick

  • Ihre Bewerbung bei der hessischen Polizei können Sie das ganze Jahr über einreichen.
  • Der Einstellungstest findet bei der Polizeiakademie Hessen in Wiesbaden statt und dauert anderthalb Tage.
  • Der erste Prüfungstag beinhaltet einen Computertest, die Sportprüfung, eine Gruppenaufgabe und ein Einzelinterview.
  • Der Computertest gliedert sich in mehrere Teile, bei denen es um Intelligenz, Konzentration, Rechtschreibung und Persönlichkeitsmerkmale geht.
  • Am zweiten Prüfungstag findet die polizeiärztliche Untersuchung statt.

Bei der hessischen Polizei steigen Sie in den gehobenen Polizeivollzugsdienst ein. Doch bevor es so weit ist, müssen Sie erst einmal den Eignungstest meistern. Er findet bei der Polizeiakademie in Wiesbaden statt und umfasst mehrere Elemente. Dazu zählen ein Computertest und eine Sportprüfung, aber auch eine Gruppenaufgabe und ein Einzelgespräch. Den Abschluss bildet schließlich die polizeiärztliche Untersuchung.

Offiziell heißt das Auswahlverfahren bei der Polizei Hessen übrigens Eignungsauswahlverfahren oder kurz EAV. Durch die Prüfung möchte die Polizei in Erfahrung bringen, ob Sie für den Polizeivollzugsdienst geeignet und tauglich sind. Was das heißt und was beim Einstellungstest der Polizei Hessen konkret auf Sie zukommt, erfahren Sie jetzt!

Die Einstellungsvoraussetzungen bei der Polizei in Hessen

Damit Sie in den gehobenen Polizeivollzugsdienst in Hessen eingestellt werden können, müssen Sie bestimmte formale Anforderungen erfüllen. Andernfalls kann Ihre Bewerbung nicht berücksichtigt werden. Dabei sind die formalen Einstellungsvoraussetzungen folgende:

  • Sie haben Abitur, die Fachhochschulreife, eine Meisterprüfung oder einen gleichwertigen Bildungsabschluss. Außerdem können Sie sich bewerben, wenn Sie den Realschulabschluss und eine dreijährige Berufsausbildung (abgeschlossen mindestens mit der Note 2,5) haben.
  • Sie sind mindestens 155 cm und höchstens 205 cm groß.
  • Am Tag der Einstellung sind Sie höchstens 36 Jahre alt.
  • Sie können am Tag Ihrer Einstellung einen gültigen Führerschein der Klasse B für Fahrzeuge mit Schaltgetriebe vorweisen.
  • Sie sind polizeidiensttauglich.
  • Sie haben keine Vorstrafen und leben in geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen.
  • Sie sind bereit, jederzeit für die freiheitlich demokratische Grundordnung einzutreten.

Die deutsche Staatsbürgerschaft müssen Sie nicht haben. Für Bewerber, die Staatsbürger eines EU-Mitgliedslandes sind, gelten die gleichen Einstellungsvoraussetzungen wie für deutsche Bewerber. Wenn Sie EU-Bürger sind und keinen festen Wohnsitz in Deutschland haben, müssen Sie aber zusammen mit Ihrer Bewerbung ein aktuelles polizeiliches Führungszeugnis Ihres Heimatlandes einreichen.

Haben Sie die Staatsbürgerschaft eines Nicht-EU-Landes, müssen Sie zusätzlich

  • eine gültige Niederlassungserlaubnis haben,
  • mindestens fünf Jahre lang in Deutschland gelebt haben und
  • sich mündlich in Ihrer Muttersprache verständigen können.

Als Ergänzung zum EAV nehmen Sie in diesem Fall noch an einem Sprachtest in Ihrer Muttersprache teil.

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Was ist mit Tätowierungen?

Haben Sie Tattoos, prüft die Polizei, ob die Motive mit dem Polizeivollzugsdienst vereinbar sind. Die Tätowierungen dürfen keine Motive zeigen, die gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung verstoßen oder sexuelle, diskriminierende und Gewalt verherrlichende Inhalte haben. Ansonsten gilt, dass Ihre Tätowierungen nicht zu sehen sein dürfen, wenn Sie im Dienst sind.

Tattoos, die sichtbar sind, wenn Sie ein Kurzarmhemd tragen, müssen Sie durch entsprechende langärmelige Kleidungsstücke der Uniform oder andere geeignete Maßnahmen abdecken. Diese Vorgabe gilt während Ihrer gesamten Dienstzeit. Lediglich bei sehr kleinen Tätowierungen kann die Polizei im Einzelfall eine Ausnahme machen.

Die Bewerbung bei der hessischen Polizei

Bei der Polizei in Hessen können Sie sich das ganze Jahr über bewerben. Bestimmte Bewerbungsfristen, die Sie einhalten müssen, gibt es nicht. Stattdessen können Sie Ihre Bewerbung ganzjährig einreichen.

Die Unterlagen für eine klassische Bewerbung auf dem Postweg sind auf der Karriereseite der hessischen Polizei zum Download hinterlegt. Sie können sich aber auch per Kontaktformular an die Polizei wenden und sich die Unterlagen zuschicken lassen. Eine weitere Möglichkeit ist, dass Sie sich direkt online bewerben.

Übrigens: Eine Bewerbung bei der hessischen Polizei ist bereits ab der Qualifikationsphase Q1 möglich. Besuchen Sie ein achtjähriges Gymnasium wäre das ab der 11. Klasse, bei einem Gymnasium über neun Jahre ab der 12. Klasse.

Ist Ihre Bewerbung eingegangen, schickt Ihnen die Polizei per E-Mail eine Bestätigung zu. Anschließend bearbeitet sie Ihre Bewerbung und überprüft Ihre Unterlagen. Ist die Bearbeitung abgeschlossen und erfüllen Sie die formalen Einstellungskriterien, sodass einer Teilnahme am EAV nichts entgegensteht, bekommen Sie einen Zwischenbescheid.

Die Einladung zum Einstellungstest

Die Polizei in Hessen stellt an zwei Terminen pro Jahr ein. Der erste Einstellungstermin ist im Februar, der zweite Einstellungstermin im September. An diesen beiden Terminen orientiert sich auch, wenn die Auswahlprüfungen stattfinden:

  • Die EAV für die Einstellung im Februar werden in aller Regel von August bis Dezember durchgeführt.
  • Für die Einstellung im September finden die EAV üblicherweise von Januar bis Ende Juni, Anfang Juli statt.

Die Einladungen zur Teilnahme am Einstellungstest verschickt die Polizei Hessen in der Reihenfolge, in der die Bewerbungen eingegangen sind. Ihren Termin erfahren Sie meist vier bis sechs Wochen vorher. Je nachdem, wie früh Sie sich beworben haben, kann es also gut sein, dass zwischen dem Erhalt des Zwischenbescheids und der Einladung einige Zeit vergeht.

Der Einstellungstest der Polizei Hessen

Für den Einstellungstest kommen Sie in die Hauptstadt des Bundeslandes. Denn die Prüfung findet in der Polizeiakademie Hessen in Wiesbaden statt. Sie wird an zwei aufeinanderfolgenden Wochentagen durchgeführt und umfasst fünf Bausteine:

Polizei Hessen Einstellungstest Grafik

Die ersten vier Stationen des Eignungstests durchlaufen Sie am ersten Prüfungstag. Am zweiten Testtag folgt dann die Untersuchung durch den Polizeiarzt.

Der Computertest

Das Eignungsauswahlverfahren beginnt mit einem Computertest. Bei dem PC-Test handelt es sich um ein computergestütztes, psychologisches Testverfahren. Der Computertest bildet den schriftlichen Teil des Eignungstests und dauert ungefähr zweieinhalb Stunden. Die Aufgaben, die Sie lösen müssen, gliedern sich in vier Bereiche:

  • Intelligenz: Beim Intelligenztest geht es in erster Linie um Ihr logisch-analytisches Denkvermögen. Hier müssen Sie zeigen, dass Sie logisch denken, Sachverhalte analysieren und Zusammenhänge herstellen können. Zahlen- und Bilderreihen, die Sie vervollständigen oder zuordnen müssen, sind typische Aufgaben in diesem Testabschnitt.
  • Konzentration: Der Konzentrationstest umfasst Übungen, durch die Ihr Konzentrationsvermögen, Ihre Wahrnehmung und Ihre Merkfähigkeit getestet werden. Sie müssen dazu beispielsweise Buchstaben- und Zahlenmatrizen bearbeiten oder sich verschiedene Inhalte einprägen und Fragen dazu beantworten.
  • Rechtschreibung: Um Ihre Rechtschreibkenntnisse zu überprüfen, wird Ihnen über Kopfhörer ein Text vorgelesen. Auf Ihrem Bildschirm wird Ihnen der dazugehörige Lückentext eingeblendet. Ihre Aufgabe ist, die fehlenden Wörter in die Lücken einzutragen.
  • Persönlichkeitsaspekte: In diesem Abschnitt geht es um Merkmale und Eigenschaften, die Ihren Charakter ausmachen. Dazu werden Ihnen verschiedene Aussagen genannt. Sie müssen dann einordnen, inwieweit Sie der jeweiligen Aussage zustimmen oder inwiefern eine Behauptung auf Sie zutrifft.

Ein paar Tipps

Zur Vorbereitung auf den PC-Test sollten Sie Übungsaufgaben lösen und Mustertests durcharbeiten. Auf unserer Seite finden Sie Fragen und Testmodule zu allen Themenfeldern. Die Polizei Hessen stellt Ihnen ebenfalls einen Übungstest bereit.

Je öfter Sie die verschiedenen Aufgabentypen üben, desto schneller durchschauen Sie das Schema dahinter. Dadurch wissen Sie beim Test, worauf es ankommt und wie Sie am besten vorgehen. Und für den Test selbst gelten folgende Tipps:

  • Lesen Sie sich die Aufgabenstellungen genau durch.
  • Fangen Sie erst dann mit einer Aufgabe an, wenn Sie verstanden haben, was zu tun ist.
  • Arbeiten Sie zügig, aber konzentriert. Es ist normal und beabsichtigt, dass Sie unter Zeitdruck stehen. Trotzdem bringt es nichts, wenn Sie hektisch werden!
  • Machen Sie sich nicht verrückt. Um den PC-Test zu bestehen, müssen Sie nicht alle Aufgaben fehlerfrei lösen.
  • Wenn Ihnen etwas unklar ist, fragen Sie beim Prüfer nach. Dafür ist er da!

Der Sporttest

Haben Sie den Computertest erfolgreich hinter sich gebracht, geht es mit dem Sporttest weiter. Hier erwarten Sie vier verschiedene Disziplinen, nämlich:

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  • Achterlauf
  • Bankdrücken
  • Fünfer-Sprunglauf
  • 500-Meter-Wendelauf

Je nachdem, wie groß Ihre Gruppe ist, kann es sein, dass Sie mit dem Bankdrücken beginnen und erst danach den Achterlauf machen. Wenn Sie sich auf den Sporttest vorbereiten, sollten Sie deshalb beide Reihenfolgen trainieren.

Achterlauf

Für den Achterlauf ist ein Feld mit drei Kästen und einem offenen Kastenelement aufgebaut. Das Kastenelement liegt quer und bildet den Mittelpunkt. Zwei Meter vor dem Kastenelement steht der mittlere Kasten. Rechts und links neben dem Kastenelement befinden sich die beiden äußeren Kästen. Sie stehen in einem Abstand von zehn Metern zueinander.

 

Ihre Aufgabe ist, die Hindernisse in Form einer Acht zu umlaufen. Und zwar so:

  • Sie starten neben einem äußeren Kasten und berühren ihn mit einer Hand.
  • Von dort aus laufen Sie zum mittleren Kasten und setzen sich kurz ab.
  • Dann tauchen Sie durch das offene Kastenelement durch, laufen um den äußeren Kasten herum, setzen sich wieder auf den mittleren Kasten, tauchen erneut durch das Kastenelement, umlaufen den äußeren Kasten und setzen sich auf dem mittleren Kasten ab.
  • Damit ist die erste Acht geschafft.

Die Acht laufen Sie insgesamt fünfmal. Gemessen wird Ihre Zeit. Je schneller Sie den Achterlauf schaffen, desto mehr Punkte bekommen Sie.

Bankdrücken

Beim Bankdrücken liegen Sie rücklings auf einer Hantelbank. Dann müssen Sie eine Langhantel nach oben stemmen. Bei Bewerberinnen wiegt die Hantel 20 Kilogramm, bei Bewerbern beträgt das Hantelgewicht 30 Kilogramm. Ihre Punkte richten sich danach, wie viele Wiederholungen Sie schaffen.

Fünfer-Sprunglauf

Beim Fünfer-Sprunglauf springen Sie aus dem Stand mit einem Bein ab. Anschließend folgen vier weitere Sprünge, immer abwechselnd mit dem linken und dem rechten Bein. Für die Note zählt, welche Strecke Sie zurücklegen. Dabei haben Sie zwei Versuche und der bessere Versuch wird gewertet.

500-Meter-Wendelauf

Für den Wendelauf sind zwei Stangen aufgebaut. Die beiden Stangen stehen 25 Meter auseinander.

Beim Start stehen Sie hinter der ersten Stange. Nach dem Startkommando sprinten Sie los, rennen zur anderen Stange, umlaufen diese, sprinten zurück zur ersten Stange und wenden dort erneut. So laufen Sie hin und her, bis die Distanz von 500 Metern geschafft ist. Maßgeblich für die Bewertung ist die Zeit, die Sie für den Wendelauf brauchen.

Damit Sie sich optimal auf den Sporttest vorbereiten können, ist auf der Internetseite der hessischen Polizei ein Video unter dem Punkt Sporttest hinterlegt. Hier können Sie sich die einzelnen Disziplinen genau anschauen. Außerdem verrät Ihnen die Polizei ein paar Tipps, wie Sie bei Ihrer Vorbereitung üben können und worauf Sie achten sollten.

So wird der Sporttest bewertet

Für jede Einzeldisziplin sind bestimmte Werte festgelegt, für die Punkte vergeben werden. Dabei müssen Sie bei jeder Übung mindestens 15 Punkte erreichen. Maximal sind bei einer Übung 60 Punkte möglich. Ihre Leistungen beim Sporttest müssen sich demnach in folgendem Rahmen bewegen:

DisziplinPunkteLeistung
Bewerberinnen
Achterlauf15
60
80,4 Sekunden
64,8 Sekunden
Bankdrücken15
60
13 Ausführungen
36 Ausführungen
Fünfer-Sprunglauf15
60
8,73 Meter
11,50 Meter
Wendelauf15
60
2:47 Minuten
2:25 Minuten
Bewerber
Achterlauf15
60
69,6 Sekunden
51,0 Sekunden
Bankdrücken15
60
17 Ausführungen
50 Ausführungen
Fünfer-Sprunglauf15
60
9,90 Meter
14,01 Meter
Wendelauf15
60
2:30 Minuten
2:03 Minuten

Schaffen Sie die Minimalleistung (also 15 Punkte) bei einer Disziplin nicht, sind Sie durchgefallen. Damit gilt der gesamte Einstellungstest als nicht bestanden. Und insgesamt müssen Sie beim Sporttest mindestens 80 Punkte schaffen. Um den Sporttest zu bestehen, reicht es also nicht aus, wenn Sie in jeder Einzeldisziplin immer nur die Minimalleistung erzielen. Denn dadurch hätten Sie nur 60 Punkte (4 x 15).

Die Gruppenaufgabe

Nach der Sportprüfung geht es mit dem mündlichen Teil des Einstellungstests weiter. Und hier steht als Erstes die Gruppenaufgabe auf dem Programm. Für die Gruppenaufgabe wird Ihnen ein Thema vorgegeben. Zusammen mit Ihren Mitbewerbern bearbeiten Sie dieses Thema, tauschen sich dazu aus und versuchen gemeinsam, eine Lösung für die Problemstellung zu entwickeln.

Die Gruppenaufgabe dauert etwa eine halbe Stunde. Die Auswahlkommission, die das Geschehen beobachtet, bewertet Aspekte wie Teamfähigkeit, Kommunikationsvermögen und Sozialverhalten. Wichtig ist deshalb, dass Sie sich aktiv an den Gesprächen beteiligen und Ihre Ideen einbringen.

Machen Sie mit, melden Sie sich zu Wort – aber verhalten Sie sich fair! Ihre Mitbewerber mögen zwar Konkurrenten sein. Doch in der Gruppenaufgabe geht es darum, die Problemstellung als Team zu lösen und gut mit Ihren vielleicht künftigen Kollegen zusammenzuarbeiten.

Das Einzelinterview

Als letzten Einzeltest am ersten Testtag haben Sie das Einzelinterview vor sich. Das Gespräch führen Sie mit zwei Polizeibeamten. Es dauert ungefähr 45 Minuten und wird als strukturiertes Interview durchgeführt. Strukturiertes Interview bedeutet, dass die Prüfer einen Fragenkatalog vorbereitet haben. Diese Fragen gehen sie Punkt für Punkt mit Ihnen durch.

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Beim Einzelinterview liegt der Schwerpunkt auf Ihrer Motivation. Die Polizei möchte Sie persönlich kennenlernen und erfahren, warum Sie Polizist:in werden wollen. In der Vorbereitung sollten Sie sich deshalb überlegen, wie Sie Ihren Berufswunsch begründen können. Außerdem sollten Sie sich Gedanken über die Besonderheiten und die Vorteile, aber auch die Nachteile des Polizeiberufs machen.

Ansonsten fahren Sie am besten, wenn Sie offen und ehrlich antworten. Bleiben Sie authentisch und spontan. Konstruieren Sie keine Antworten, sondern berichten Sie über sich, Ihre Eigenschaften und Ihre Erfahrungen. Natürlich können Sie für das Einzelinterview üben. Aber lernen Sie eben keine Antworten auswendig. Behalten Sie im Hinterkopf: Die Polizei sucht keinen Schauspieler, sondern einen neuen Kollegen!

Die polizeiärztliche Untersuchung

Um den auch körperlich anstrengenden Polizeiberuf bewältigen zu können, müssen Sie fit und gesund sein. Ob Sie aus medizinischer Sicht für den Polizeidienst tauglich sind und langfristig die notwendige Gesundheit mitbringen, zeigt sich am zweiten Testtag durch die polizeiärztliche Untersuchung. Die umfangreiche Untersuchung checkt Sie buchstäblich auf Herzen und Nieren. Dazu umfasst sie verschiedene Teiluntersuchungen.

Allgemeine körperliche Untersuchung

Bei der allgemeinen Untersuchung werden Sie gewogen und gemessen. Anhand dieser Daten wird Ihr BMI ermittelt. Außerdem befragt Sie der Polizeiarzt zu Ihrem Gesundheitszustand und zu möglichen Vorerkrankungen.

Bei der körperlichen Untersuchung schaut er Sie von oben bis unten durch. Dabei prüft der Polizeiarzt insbesondere Ihre Ohren, den Nasen- und Rachenraum, Ihren Rücken, das Skelettsystem und die großen Gelenke, Ihren Brustkorb und Ihren Bauch.

Daneben werden labortechnische Untersuchungen durchgeführt. Dazu gehören beispielsweise ein Labortest von Ihrem Blut und ein Drogentest. Haben Sie Tätowierungen und anderen Körperschmuck, den Sie nicht ablegen können, werden diese dokumentiert.

Hör- und Sehtest

Für den Hörtest gehen Sie entweder in eine schalldichte Kabine oder bekommen spezielle Kopfhörer aufgesetzt. Anschließend wird Ihr Gehör auf beiden Seiten und mit unterschiedlichen Frequenzen daraufhin geprüft, ob Ihr Hörvermögen eventuell eingeschränkt ist.

Beim Sehtest werden die Sehkraft und die Sehschärfe Ihrer Augen überprüft. Außerdem wird kontrolliert, ob Sie Farben erkennen, in der Dämmerung und bei Nacht gut sehen und wie blendempfindlich Ihre Augen sind.

Tragen Sie eine Brille, wird Ihr Sehvermögen einmal mit und einmal ohne Brille untersucht. Daher müssen Sie Ihre Brille mitbringen, wenn Sie normalerweise eine tragen. Kontaktlinsen hingegen sind nicht erlaubt. Denn im Dienst dürfen Sie auch keine Kontaktlinsen tragen.

Ruhe- und Belastungs-EKG

Ob Ihr Herz und Ihr Kreislaufsystem gesund sind, wird durch ein EKG geprüft. Dabei wird einmal ein Ruhe-EKG erstellt und einmal ein EKG unter Belastung beschrieben. Die Untersuchung erfolgt auf einem Ergometer, also einem stationären Fahrrad.

Ergänzende Untersuchungen

Je nachdem, welche Vorgeschichte Sie haben und was die polizeiärztliche Untersuchung ergibt, kann es sein, dass weitere Befunde erhoben werden müssen. Dazu kann der Polizeiarzt beispielsweise ein Röntgen anordnen oder Sie an einen Facharzt verweisen. Das wird der Polizeiarzt aber alles mit Ihnen besprechen.

So geht es nach dem Einstellungstest der Polizei Hessen weiter

Bereits am Ende des ersten Prüfungstages erhalten Sie von der Auswahlkommission eine Rückmeldung über Ihr Ergebnis. Damit steht gleichzeitig fest, ob Sie für eine Einstellung in den Polizeivollzugsdienst infrage kommen.

Haben Sie beim Einstellungstest sehr gut abgeschnitten und eine besonders hohe Punktzahl erzielt, erhalten Sie noch am ersten Tag eine mündliche Einstellungszusage. Diese Zusage steht aber unter Vorbehalt. Denn für eine endgültige Zusage muss erst noch Ihre Polizeidiensttauglichkeit festgestellt werden.

Haben Sie den Einstellungstest bis hierhin zwar bestanden, reicht Ihr Ergebnis für eine mündliche Einstellungszusage aber nicht aus, werden Sie in die Rangliste aufgenommen. Die Platzierung in der Rangliste richtet sich nach Ihrer Punktzahl. Je mehr Punkte Sie haben, desto weiter oben werden Sie einsortiert.

Am zweiten Prüfungstag informiert Sie der Polizeiarzt über das Ergebnis der polizeiärztlichen Untersuchung. Dabei teilt er Ihnen mit, ob Sie polizeidiensttauglich sind. Falls nicht, erklärt er Ihnen, ob und was Sie tun können, um die Polizeidiensttauglichkeit noch zu erreichen.

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Und wenn ich nicht bestanden habe?

Waren Sie im EAV nicht erfolgreich, können Sie jeden Testteil, an dem Sie gescheitert sind, einmal wiederholen. Treten Sie innerhalb eines Jahres noch einmal an, beginnt Ihr Einstellungstest mit der Einzelprüfung, die Sie beim ersten Mal nicht bestanden haben. Wiederholen Sie den Eignungstest zu einem späteren Zeitpunkt, durchlaufen Sie das ganze EAV neu.

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