Auf Ihrem Weg zum Polizisten in Hessen wartet eine erste, etwas größere Hürde auf Sie: das Eignungsauswahlverfahren, kurz EAV. In anderthalb Tagen durchlaufen Sie dabei verschiedene Stationen. Angefangen mit einem Intelligenz- und Konzentrationstest am Computer bis hin zur polizeiärztlichen Untersuchung, werden Sie von der Polizei Hessen beim Einstellungstest in zahlreichen Bereichen geprüft. 

Das Wichtigste zum Eignungsauswahlverfahren der hessischen Polizei auf einen Blick

  • Ihre Bewerbung bei der hessischen Polizei können Sie das ganze Jahr über einreichen.
  • Der Einstellungstest findet bei der Polizeiakademie Hessen in Wiesbaden statt.
  • Das Auswahlverfahren dauert anderthalb Tage.
  • Der erste Prüfungstag beinhaltet einen Computertest, die Sportprüfung, eine Gruppenaufgabe und ein Einzelinterview.
  • Der Computertest gliedert sich in einen Intelligenztest, einen Konzentrationstest und einen Rechtschreibtest.
  • Am zweiten Prüfungstag findet die polizeiärztliche Untersuchung statt.

EAV Hessen

Bereiten Sie sich gut auf das EAV vor! Denn dann kommen Sie auch gut durch die Prüfung.

Bei der hessischen Polizei steigen Sie in den gehobenen Polizeivollzugsdienst ein. Doch bevor es soweit ist, müssen Sie erst einmal den Eignungstest meistern. Er findet bei der Polizeiakademie in Wiesbaden statt und umfasst mehrere Prüfungs-Bausteine. Dazu zählen ein Computertest und eine Sportprüfung, aber auch eine Gruppenaufgabe und ein Einzelgespräch. Den Abschluss bildet schließlich die polizeiärztliche Untersuchung.

Offiziell heißt das Auswahlverfahren bei der Polizei Hessen übrigens Eignungsauswahlverfahren oder kurz EAV. Und durch die Prüfung möchte die Polizei in Erfahrung bringen, ob Sie für den Polizeivollzugsdienst geeignet und tauglich sind. Was das heißt und was auf Sie zukommt, erfahren Sie im Folgenden.

Welche Einstellungsvoraussetzungen gelten bei der Polizei Hessen?

Damit Sie in den gehobenen Polizeivollzugsdienst in Hessen eingestellt werden können, müssen Sie bestimmte formale Anforderungen erfüllen. Andernfalls kann Ihre Bewerbung nicht berücksichtigt werden. Dabei sind die formalen Einstellungsvoraussetzungen folgende:

  • Sie haben Abitur, die Fachhochschulreife, eine Meisterprüfung oder einen gleichwertigen Bildungsabschluss.
  • Sie sind mindestens 160 cm groß.
  • Am Tag der Einstellung sind Sie höchstens 32 Jahre alt.
  • Sie können am Tag Ihrer Einstellung einen gültigen Führerschein der Klasse B für Fahrzeuge mit Schaltgetriebe vorweisen.
  • Sie sind polizeidiensttauglich.
  • Sie haben keine Vorstrafen und leben in geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen.
  • Sie sind bereit, jederzeit für die freiheitlich demokratische Grundordnung einzutreten.

Die deutsche Staatsbürgerschaft müssen Sie nicht haben. Für Bewerber, die Staatsbürger eines EU-Mitgliedslandes sind, gelten die gleichen Einstellungsvoraussetzungen wie für deutsche Bewerber. Wenn Sie EU-Bürger sind und keinen festen Wohnsitz in Deutschland haben, müssen Sie aber zusammen mit Ihrer Bewerbung ein aktuelles polizeiliches Führungszeugnis Ihres Heimatlandes einreichen.

Haben Sie die Staatsbürgerschaft eines Nicht-EU-Landes, müssen Sie zusätzlich

  • eine gültige Niederlassungserlaubnis haben,
  • mindestens fünf Jahre lang in Deutschland gelebt haben und
  • sich mündlich in Ihrer Muttersprache verständigen können.

Und wenn ich einen mittleren Bildungsabschluss habe?

Wenn Sie einen mittleren Bildungsabschluss haben, können Sie sich trotzdem bei der Polizei Hessen bewerben. Erfüllen Sie ansonsten die formalen Einstellungsvoraussetzungen, werden Sie zum Einstellungstest eingeladen. Meistern Sie das Auswahlverfahren erfolgreich, bekommen Sie eine Einstellungszusage. Bevor Sie in den Polizeidienst eingestellt werden und Ihre Ausbildung bei der Polizei beginnen, besuchen Sie eine Fachoberschule und holen dort die Fachoberschulreife nach.

Was ist mit Tätowierungen?

Haben Sie Tattoos, prüft die Polizei, ob die Motive mit dem Polizeivollzugsdienst vereinbar sind. Die Tätowierungen dürfen keine Motive zeigen, die gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung verstoßen oder sexuelle, diskriminierende und Gewalt verherrlichende Inhalte haben. Ansonsten gilt, dass Ihre Tätowierungen nicht zu sehen sein dürfen, wenn Sie im Dienst ein Hemd mit kurzen Ärmeln tragen. Lediglich bei kleinen Tätowierungen kann die Polizei im Einzelfall eine Ausnahme machen.

Wann kann ich mich bei der Polizei Hessen bewerben?

Bei der Polizei in Hessen können Sie sich das ganze Jahr über bewerben. Bestimmte Bewerbungsfristen, die Sie einhalten müssen, gibt es nicht. Stattdessen können Sie Ihre Bewerbung ganzjährig einreichen.

Die Bewerbungsunterlagen sind auf der Internetseite der hessischen Polizei zum Download hinterlegt. Sie können sich aber auch per Kontaktformular an die Polizei wenden und sich die Unterlagen zuschicken lassen. Eine weitere Möglichkeit ist, dass Sie sich online bewerben. In diesem Fall müssen Sie dann nur die Anlagen innerhalb von drei Wochen nachreichen.

Ihre Bewerbungsunterlagen schicken Sie an die Polizeiakademie Hessen. Die Polizeiakademie ist als zentrale Stelle für das Bewerbungsverfahren und auch das Auswahlverfahren zuständig. Damit Ihre Bewerbung bearbeitet werden kann, müssen Ihre Bewerbungsunterlagen von Hand unterschrieben sein. Ohne Unterschrift kann das Bewerbungsverfahren nicht beginnen. Deshalb müssen Sie die Unterlagen auf dem Postweg einreichen. Das gilt auch dann, wenn Sie das Bewerbungsformular online ausgefüllt und übermittelt haben. Schicken Sie der Polizei aber nur lose Blätter. Heften Sie die Unterlagen also nicht zusammen und verzichten Sie auf Klarsichthüllen, Schnellhefter, Bewerbungsmappen und Ähnliches.

Übrigens: Eine Bewerbung bei der hessischen Polizei ist ab der Qualifikationsphase Q1 möglich. Besuchen Sie ein achtjähriges Gymnasium wäre das ab der 11. Klasse, bei einem Gymnasium über neun Jahre ab der 12. Klasse.

Wann stellt die Polizei Hessen ein?

Die Polizei in Hessen stellt an zwei Terminen pro Jahr ein. Der erste Einstellungstermin ist im Februar, der zweite Einstellungstermin im September. Diese beiden Einstellungstermine gelten für die Studiengänge Schutzpolizei und Kriminalpolizei gleichermaßen.

Für jeden Einstellungstermin legt die Polizei die Anzahl der Testplätze für das Auswahlverfahren fest. Sind so viele Bewerbungen eingegangen, dass alle Testplätze vergeben sind, endet die Bewerbungsphase für diesen Einstellungstermin. Auch wenn Sie die formalen Einstellungsvoraussetzungen erfüllen, können Sie am Eignungstest dann leider nicht mehr teilnehmen. Selbstverständlich können Sie sich aber für einen späteren Einstellungstermin bewerben. Infos dazu, für welchen Einstellungstermin noch Testplätze frei sind, veröffentlicht die Polizei online. Und auch die Einstellungsberater der Polizei geben Ihnen natürlich gerne Auskunft.

Wie läuft der Einstellungstest in Hessen ab?

Für den Einstellungstest kommen Sie in die Hauptstadt des Bundeslandes. Denn die Prüfung findet in der Polizeiakademie Hessen in Wiesbaden statt. Sie wird an zwei aufeinanderfolgenden Wochentagen durchgeführt und umfasst fünf Bausteine, nämlich

  • einen Computertest,
  • die Sportprüfung,
  • eine Gruppenaufgabe,
  • ein Einzelinterview und
  • die polizeiärztliche Untersuchung.

Die ersten vier Stationen des Eignungstests durchlaufen Sie am ersten Prüfungstag. Am zweiten Testtag folgt dann die Untersuchung durch den Polizeiarzt.

1. Der Computertest

Das Auswahlverfahren beginnt mit einem Computertest. Bei dem PC-Test handelt es sich um ein computergestütztes, psychologisches Testverfahren. Der Computertest bildet den schriftlichen Teil des Eignungstests und dauert ungefähr zweieinhalb bis drei Stunden. Die Aufgaben, die Sie lösen müssen, gliedern sich in drei Bereiche:

  • Intelligenztest: Beim Intelligenztest geht es in erster Linie um Ihr logisch-analytisches Denkvermögen. Hier müssen Sie zeigen, dass Sie logisch denken, Sachverhalte analysieren und Zusammenhänge herstellen können. Zahlen- und Bilderreihen, die Sie vervollständigen oder zuordnen müssen, sind typische Aufgaben in diesem Testabschnitt.
  • Konzentrationstest: Der Konzentrationstest umfasst Übungen, durch die Ihr Konzentrationsvermögen, Ihre Wahrnehmungsfähigkeit und Ihre Merkfähigkeiten getestet werden. Sie müssen dazu beispielsweise Buchstaben- und Zahlenmatrizen bearbeiten oder sich verschiedene Inhalte einprägen und Fragen dazu beantworten.
  • Rechtschreibtest: Um Ihre Rechtschreibkenntnisse zu überprüfen, wird Ihnen über Kopfhörer ein Text vorgelesen. Auf Ihrem Bildschirm wird Ihnen der dazugehörige Lückentext eingeblendet. Ihre Aufgabe ist, die fehlenden Wörter in die Lücken einzutragen.

Zur Vorbereitung auf den PC-Test sollten Sie Übungsaufgaben lösen und Mustertests durcharbeiten. Je öfter Sie die verschiedenen Aufgabentypen üben, desto schneller durchschauen Sie das Schema dahinter. Dadurch wissen Sie beim Test, worauf es ankommt und wie Sie am besten vorgehen.

Und für den Test selbst gelten folgende Tipps:

  • Lesen Sie sich die Aufgabenstellungen genau durch.
  • Fangen Sie erst dann mit einer Aufgabe an, wenn Sie verstanden haben, was zu tun ist.
  • Arbeiten Sie zügig, aber konzentriert. Es ist normal und beabsichtigt, dass Sie unter Zeitdruck stehen. Trotzdem bringt es nichts, wenn Sie hektisch werden!
  • Machen Sie sich nicht verrückt. Um den PC-Test zu bestehen, müssen Sie nicht alle Aufgaben fehlerfrei lösen.
  • Wenn Ihnen etwas unklar ist, fragen Sie beim Prüfer nach. Dafür ist er da!

2. Der Sporttest

Haben Sie den Computertest erfolgreich hinter sich gebracht, geht es mit der Sportprüfung weiter. Hier erwarten Sie vier verschiedene Disziplinen.

Achterlauf

Für den Achterlauf ist ein Feld mit drei Kästen und einem offenen Kastenelement aufgebaut. Das Kastenelement liegt quer und bildet den Mittelpunkt. Zwei Meter vor dem Kastenelement steht der mittlere Kasten. Rechts und links neben dem Kastenelement befinden sich die beiden äußeren Kästen. Sie stehen in einem Abstand von zehn Metern zueinander.

 

Ihre Aufgabe ist, die Hindernisse in Form einer Acht zu umlaufen. Und zwar so:

  • Sie starten neben einem äußeren Kasten und berühren ihn mit einer Hand.
  • Von dort aus laufen Sie zum mittleren Kasten und setzen sich kurz ab.
  • Dann tauchen Sie durch das Kastenelement durch,
  • laufen um den äußeren Kasten herum,
  • setzen sich wieder auf den mittleren Kasten,
  • tauchen erneut durch das Kastenelement,
  • umlaufen den äußeren Kasten und
  • setzen sich auf dem mittleren Kasten ab.
  • Damit ist die erste Acht geschafft.

Die Acht laufen Sie insgesamt fünfmal. Gemessen wird Ihre Zeit. Je schneller Sie den Achterlauf schaffen, desto mehr Punkte bekommen Sie.

Bankdrücken

Beim Bankdrücken liegen Sie rücklings auf einer Hantelbank. Dann müssen Sie eine Langhantel nach oben stemmen. Bei Bewerberinnen wiegt die Hantel 20 Kilogramm, bei Bewerbern beträgt das Hantelgewicht 30 Kilogramm. Ihre Punkte richten sich danach, wie viele Wiederholungen Sie schaffen.

Fünfer-Sprunglauf

Beim Fünfer-Sprunglauf springen Sie aus dem Stand mit einem Bein ab. Anschließend folgen vier weitere Sprünge, immer abwechselnd mit dem linken und dem rechten Bein. Für die Note zählt, welche Strecke Sie zurücklegen. Dabei haben Sie zwei Versuche und der bessere Versuch wird gewertet.

500-Meter-Wendelauf

Für den Wendelauf sind zwei Stangen aufgebaut. Die beiden Stangen stehen 25 Meter auseinander.

Beim Start stehen Sie hinter der ersten Stange. Nach dem Startkommando sprinten Sie los, rennen zur anderen Stange, umlaufen diese, sprinten zurück zur ersten Stange und wenden dort erneut. So laufen Sie hin und her, bis die Distanz von 500 Metern geschafft ist. Maßgeblich für die Bewertung ist die Zeit, die Sie für den Wendelauf brauchen.

Damit Sie sich optimal auf den Sporttest vorbereiten können, ist auf der Internetseite der hessischen Polizei ein Video hinterlegt. Hier können Sie sich die einzelnen Disziplinen genau anschauen. Außerdem verrät Ihnen die Polizei ein paar Tipps, wie Sie bei Ihrer Vorbereitung üben können und worauf Sie achten sollten.

So wird der Sporttest bewertet

Für jede Einzeldisziplin sind bestimmte Werte festgelegt, für die Punkte vergeben werden. Dabei müssen Sie bei jeder Übung mindestens 15 Punkte erreichen. Maximal sind bei einer Übung 60 Punkte möglich. Ihre Leistungen beim Sporttest müssen sich demnach in folgendem Rahmen bewegen:

DisziplinPunkteLeistung
Bewerberinnen
Achterlauf15
60
80,4 Sekunden
64,8 Sekunden
Bankdrücken15
60
13 Ausführungen
36 Ausführungen
Fünfer-Sprunglauf15
60
8,73 Meter
11,50 Meter
Wendelauf15
60
2:47 Minuten
2:25 Minuten
Bewerber
Achterlauf15
60
69,6 Sekunden
51,0 Sekunden
Bankdrücken15
60
17 Ausführungen
50 Ausführungen
Fünfer-Sprunglauf15
60
9,90 Meter
14,01 Meter
Wendelauf15
60
2:30 Minuten
2:03 Minuten

Schaffen Sie die Minimalleistung (also 15 Punkte) bei einer Disziplin nicht, sind Sie durchgefallen. Damit gilt der gesamte Einstellungstest als nicht bestanden. Und insgesamt müssen Sie beim Sporttest mindestens 80 Punkte schaffen. Um den Sporttest zu bestehen, reicht es also nicht aus, wenn Sie in jeder Einzeldisziplin immer nur die Minimalleistung erzielen. Denn dadurch hätten Sie nur 60 Punkte (4 x 15).

3. Die Gruppenaufgabe

Nach der Sportprüfung geht es mit dem mündlichen Teil des Einstellungstests weiter. Und hier steht als erstes die Gruppenaufgabe auf dem Programm. Für die Gruppenaufgabe wird Ihnen ein Thema vorgegeben. Zusammen mit Ihren Mitbewerbern bearbeiten Sie dieses Thema, tauschen sich dazu aus und versuchen gemeinsam, eine Lösung für die Problemstellung zu entwickeln.

Die Gruppenaufgabe dauert etwa eine Stunde. Die Auswahlkommission, die das Geschehen beobachtet, bewertet Aspekte wie Teamfähigkeit, Kommunikationsvermögen und Sozialverhalten. Wichtig ist deshalb, dass Sie sich aktiv an den Gesprächen beteiligen und Ihre Ideen einbringen. Machen Sie mit, melden Sie sich zu Wort – aber verhalten Sie sich fair! Ihre Mitbewerber mögen zwar Konkurrenten sein. Doch in der Gruppenaufgabe geht es darum, die Problemstellung als Team zu lösen und gut mit Ihren vielleicht künftigen Kollegen zusammenzuarbeiten.

4. Das Einzelinterview

Als letzten Prüfungs-Baustein am ersten Testtag haben Sie das Einzelinterview vor sich. Das Vorstellungsgespräch dauert ungefähr eine halbe Stunde und wird als strukturiertes Interview durchgeführt. Strukturiertes Interview bedeutet, dass die Prüfer einen Fragenkatalog vorbereitet haben. Diese Fragen gehen sie Punkt für Punkt mit Ihnen durch.

Beim Einzelinterview liegt der Schwerpunkt auf Ihrer Motivation. Die Polizei möchte Sie persönlich kennenlernen und erfahren, warum Sie Polizist werden wollen. In der Vorbereitung sollten Sie sich deshalb überlegen, wie Sie Ihren Berufswunsch begründen können. Außerdem sollten Sie sich Gedanken über die Vorteile, aber auch die Nachteile des Polizeiberufs machen.

Ansonsten fahren Sie am besten, wenn Sie offen und ehrlich antworten. Bleiben Sie authentisch und spontan. Konstruieren Sie keine Antworten, sondern berichten Sie über sich und Ihre Erfahrungen. Natürlich können Sie für das Einzelinterview üben. Aber lernen Sie eben keine Antworten auswendig. Behalten Sie im Hinterkopf: Die Polizei sucht keinen Schauspieler, sondern einen neuen Kollegen!

5. Die polizeiärztliche Untersuchung

Um den auch körperlich anstrengenden Polizeiberuf bewältigen zu können, müssen Sie fit und gesund sein. Und um herauszufinden, ob Sie aus medizinischer Sicht für den Polizeidienst tauglich sind, findet am zweiten Testtag die polizeiärztliche Untersuchung statt. Die Untersuchung dauert mehrere Stunden und checkt Sie buchstäblich auf Herz und Nieren durch. Dabei gliedert sich die Untersuchung in mehrere Teiluntersuchungen:

Allgemeine körperliche Untersuchung

Bei der allgemeinen Untersuchung werden Sie gewogen und gemessen. Anhand dieser Daten wird Ihr BMI ermittelt. Außerdem befragt Sie der Polizeiarzt zu Ihrem Gesundheitszustand und zu möglichen Vorerkrankungen. Bei der körperlichen Untersuchung schaut er Sie von oben bis unten durch. Dabei prüft der Polizeiarzt insbesondere Ihre Ohren, den Nasen- und Rachenraum, Ihren Rücken, das Skelettsystem und die großen Gelenke, Ihren Brustkorb und Ihren Bauch.

Daneben werden labortechnische Untersuchungen durchgeführt. Dazu gehören beispielsweise ein Labortest von Ihrem Blut und ein Drogentest. Haben Sie Tätowierungen und anderen Körperschmuck, den Sie nicht ablegen können, werden diese dokumentiert.

Hörtest

Für den Hörtest gehen Sie entweder in eine schalldichte Kabine oder bekommen spezielle Kopfhörer aufgesetzt. Anschließend wird Ihr Gehör auf beiden Seiten und mit unterschiedlichen Frequenzen daraufhin geprüft, ob Ihr Hörvermögen eventuell eingeschränkt ist.

Sehtest

Beim Sehtest werden die Sehkraft und die Sehschärfe Ihrer Augen überprüft. Außerdem wird kontrolliert, ob Sie Farben erkennen, in der Dämmerung und bei Nacht gut sehen und wie blendempfindlich Ihre Augen sind.

Tragen Sie eine Brille, wird Ihr Sehvermögen einmal mit und einmal ohne Brille untersucht. Daher müssen Sie Ihre Brille mitbringen, wenn Sie normalerweise eine tragen. Kontaktlinsen hingegen sind nicht erlaubt. Denn im Dienst dürfen Sie auch keine Kontaktlinsen tragen.

Ruhe- und Belastungs-EKG

Ob Ihr Herz und Ihr Kreislaufsystem gesund sind, wird durch ein EKG geprüft. Dabei wird einmal ein Ruhe-EKG erstellt und einmal ein EKG unter Belastung beschrieben. Die Untersuchung erfolgt auf einem Ergometer, also einem stationären Fahrrad.

Ergänzende Untersuchungen

Je nachdem, welche Vorgeschichte Sie haben und was die polizeiärztliche Untersuchung ergibt, kann es sein, dass weitere Befunde erhoben werden müssen. Dazu kann der Polizeiarzt beispielsweise ein Röntgen anordnen oder Sie an einen Facharzt verweisen. Das wird der Polizeiarzt aber alles mit Ihnen besprechen.

 

5 FAQ zum Einstellungstest

Zum Schluss haben wir noch die fünf häufigsten Fragen rund um das Eignungsauswahlverfahren für Sie zusammengestellt!

1. Wann werde ich zum Einstellungstest eingeladen?

Sobald Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen vorliegen, prüft die Polizeiakademie, ob Sie die formalen Einstellungsvoraussetzungen erfüllen. Ist das der Fall, werden Sie zur Teilnahme am Eignungsauswahlverfahren eingeladen. Dabei kann es durchaus sein, dass die Einladung ziemlich kurzfristig erfolgt. Kurzfristig meint, dass zwischen der Einladung und Ihrem Prüfungstermin drei Wochen liegen. Meist bekommen Sie die Einladung aber schon früher, so dass Sie genug Zeit haben, um sich noch einmal intensiv vorzubereiten und fleißig zu üben.

2. Wie lange dauert der Einstellungstest?

Das Eignungsauswahlverfahren findet an zwei aufeinanderfolgenden Wochentagen statt. Am ersten Prüfungstag geht es darum, zu ermitteln, ob Sie für den Polizeidienst geeignet sind. Dies wird mit einem Computertest, dem Sporttest, einer Gruppenaufgabe und dem Einzelinterview überprüft. Der zweite Prüfungstag dreht sich um Ihre Polizeidiensttauglichkeit. Dazu unterziehen Sie sich der polizeiärztlichen Untersuchung.

3. Wann weiß ich, ob ich den Eignungstest bestanden habe?

Zum Abschluss des ersten Prüfungstages teilt Ihnen die Auswahlkommission mit, welches Ergebnis Sie erreicht haben. Damit wissen Sie dann auch, ob Sie die Eignung für den gehobenen Polizeivollzugsdienst in Hessen mitbringen.

Haben Sie beim Einstellungstest sehr gut abgeschnitten und eine besonders hohe Punktzahl erzielt, erhalten Sie noch am ersten Prüfungstag eine mündliche Einstellungszusage. Diese Zusage steht aber unter Vorbehalt. Denn für eine endgültige Zusage muss erst noch Ihre Polizeidiensttauglichkeit festgestellt werden. Haben Sie den Einstellungstest bis hierhin bestanden, reicht Ihr Ergebnis für eine mündliche Einstellungszusage aber nicht aus, werden Sie in die Rangliste aufgenommen. Die Platzierung in der Rangliste richtet sich nach Ihrer Punktzahl. Je mehr Punkte Sie haben, desto weiter oben werden Sie einsortiert.

Am zweiten Prüfungstag informiert Sie der Polizeiarzt über das Ergebnis der polizeiärztlichen Untersuchung. Dabei teilt er Ihnen mit, ob Sie polizeidiensttauglich sind. Falls nicht, erklärt er Ihnen, ob und was Sie tun können, um die Polizeidiensttauglichkeit noch zu erreichen.

4. Wann bekomme ich die Einstellungszusage?

Wenn die Bewerbungsphase für Ihren Einstellungstermin abgeschlossen ist, steht die endgültige Rangliste fest. Die Einstellungszusagen erteilt die Polizei dann in der Reihenfolge der Platzierungen in der Rangliste. Wenn beispielsweise 100 Bewerber eingestellt werden und Sie mit Ihrem Ergebnis auf einem der Plätze bis 100 in der Rangliste stehen, werden Sie eingestellt. Ihre Einstellungszusage bekommen Sie schriftlich.

Übrigens: Sollten ein oder mehrere Bewerber, die vor Ihnen in der Rangliste standen, absagen, rücken alle anderen Bewerber nach. Durch die dann bessere Platzierung kann es also sein, dass es doch noch mit einer Einstellung klappt.

5. Kann ich den Einstellungstest wiederholen?

Haben Sie das Eignungsauswahlverfahren nicht bestanden, können Sie den Einstellungstest einmal wiederholen. Allerdings ist die Wiederholung erst für den nächsten Einstellungstermin möglich.