Einstellungstest Bundespolizei: Das erwartet Sie beim Test!

Aktualisiert am 20. Februar 2024 von Ömer Bekar

Aktualisiert am 20. Februar 2024 von Ömer Bekar

EAV Einstellungstest Bundespolizei

Bei der Bundespolizei erwartet Sie ein mehrtägiger Einstellungstest.

Ob Ausbildung oder Studium: Bei der Bundespolizei können Sie sich das ganze Jahr über bewerben. Liegt Ihre Bewerbung vor, werden Ihre Unterlagen genau geprüft. Bringen Sie die notwendigen Voraussetzungen mit und zählen Sie damit zu den geeigneten Kandidaten, lädt Sie die Bundespolizei zum Einstellungstest ein. Das Auswahlverfahren erstreckt sich über bis zu vier Tage und gibt Ihnen die Chance, zu zeigen, was Sie können und dass Sie prima ins Team passen. Nur: Was kommt beim Einstellungstest überhaupt auf Sie zu? Das erfahren Sie jetzt!

➔ Der Einstellungstest bei der Bundespolizei

Einstellungstest Bundespolizei: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Das Auswahlverfahren der Bundespolizei besteht aus vier Teilen: einem schriftlichen Test, einer mündlichen Prüfung, einem Sporttest und der Untersuchung durch den Polizeiarzt.
  • Je nach Laufbahn unterscheiden sich der schriftliche und der mündliche Teil voneinander.
  • Der Einstellungstest für den mittleren Dienst dauert zwei bis drei Tage, der Auswahltest für den gehobenen Dienst bis zu vier Tage.
  • Während des Einstellungstests stellt die Bundespolizei Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung.
  • Bewerber müssen jeden Testteil bestehen. Reichen die Leistungen bei einem Einzeltest nicht aus, ist das Testverfahren an dieser Stelle beendet. An den weiteren Prüfungen nimmt der Bewerber nicht mehr teil.

Rund 55.000 Mitarbeiter zählt die Bundespolizei. Und jeder von Ihnen trägt zur Sicherheit in Deutschland und Europa bei. Die Polizei des Bundes ist dem Bundesinnenministerium unterstellt und übernimmt eine breite Palette an spannenden Aufgaben. Die Sicherheit an Flughäfen oder der Schutz von Einrichtungen und Gebäuden gehören genauso dazu wie grenz- und bahnpolizeiliche Aufgaben.

Bundespolizisten sind an Land, zu Wasser und in der Luft aktiv. Sie kontrollieren, ermitteln und fahnden. Dabei arbeitet die Bundespolizei eng mit den Landespolizeien und mit anderen Sicherheitsbehörden zusammen. Grenzüberschreitende Einsätze, etwa wenn die Vereinten Nationen oder die EU internationale Missionen starten, gehören ebenfalls zum Spektrum. Und für besondere Aufgaben gibt es spezielle Einheiten, darunter zum Beispiel die GSG 9.

Wenn Sie auch bald zum Team gehören möchten, können Sie sich das ganze Jahr über online bewerben. Und Sie können selbst entscheiden, ob es eine Ausbildung oder ein Studium werden soll. Doch nach der Bewerbung haben Sie eine wichtige Hürde vor sich: den Einstellungstest. Ob Sie ins Team passen, prüft die Bundespolizei nämlich durch ein umfangreiches Auswahlverfahren.

Das Eignungsauswahlverfahren der Bundespolizei

Nachdem Sie Ihre Bewerbung eingereicht haben, prüft die Bundespolizei, ob Sie die formalen Voraussetzungen für eine Einstellung in den Polizeivollzugsdienst erfüllen. Außerdem schaut sich der Auswahldienst Ihre Bewerbungsunterlagen an. Neben Ihren Schulzeugnissen und den ärztlichen Unterlagen spielt dabei auch Ihr Lebenslauf eine wichtige Rolle.

Erfüllen Sie die Anforderungen, lädt Sie die Bundespolizei zum Einstellungstest ein. Das Eignungsauswahlverfahren, kurz EAV, dauert mehrere Tage. Und es besteht immer aus vier Testteilen, nämlich:

  • einer schriftlichen Prüfung,
  • einem mündlichen Test,
  • einem Sporttest und
  • einer ärztlichen Untersuchung.

Je nachdem, ob für welche Laufbahn Sie sich bewerben, unterscheiden sich die einzelnen Prüfungen aber voneinander. Schauen wir uns das Auswahlverfahren also im Detail an!

Der Einstellungstest für den mittleren Dienst bei der Bundespolizei

Im mittleren Polizeivollzugsdienst sind Sie immer nah am Geschehen. Aus diesem Grund sollten Sie sowohl geistig als auch körperlich fit sein. Was Sie drauf haben und ob Sie in die engere Auswahl kommen, zeigt sich beim Einstellungstest. An bis zu drei Tagen müssen Sie folgenden Prüfungen erfolgreich meistern:

Das Diktat

Als Bundespolizist gehört es zu Ihren alltäglichen Aufgaben, Protokolle über Einsätze, Berichte für Ermittlungsakten und Strafanzeigen zu schreiben. Klar, dass Ihnen dabei keine Fehler unterlaufen sollten. Und wie gut Sie die deutsche Schriftsprache beherrschen, prüft die Bundespolizei beim Einstellungstest durch das Diktat.

Der Text, den Sie mitschreiben müssen, umfasst ungefähr 180 bis 250 Wörter. Auf der Internetseite der Bundespolizei finden Sie ein Übungsdiktat. Damit können Sie abschätzen, wie schwierig der Text wird.

Beim Diktat stehen Ihre Kenntnisse in Sachen Grammatik und Rechtschreibung auf dem Prüfstand. Schauen Sie sich bei Ihrer Vorbereitung deshalb vor allem die aktuellen Regeln in folgenden Bereichen an:

Gut üben können Sie für das Diktat, wenn Sie sich Artikel aus der Zeitung diktieren lassen. Denn vom Sprachniveau her sind die Texte ungefähr gleich.

Haben Sie das Diktat erfolgreich gemeistert, haben Sie den schriftlichen Teil geschafft. Für Sie geht es dann mit dem Sporttest weiter. Haben Sie beim Diktat hingegen zu viele Fehler gemacht, ist das EAV leider an dieser Stelle auch schon wieder vorbei.

Der Sporttest

Als Bundespolizist müssen Sie körperlich topfit und den Belastungen, die der Polizeiberuf mit sich bringt, gewachsen sein. Wie leistungsfähig Sie sind, überprüft die Bundespolizei im Eignungsauswahlverfahren durch den Sporttest. Er umfasst drei Disziplinen:

1. Koordinationstest

Die erste Übung ist der Koordinationstest. Hierbei handelt es sich um eine Abwandlung vom Kasten-Bumerang-Test. Für die Übung ist ein Feld aufgebaut, bei dem auf einer Seite eine Turnmatte liegt. An den drei anderen Seiten stehen Trainingshilfen. Sie bestehen aus zwei Stangen, die mit einer Querstange verbunden sind. Die Trainingshilfen erinnern damit an ein Reck im Mini-Format. In der Mitte vom Feld liegt ein Medizinball. Der Ablauf vom Koordinationstest ist so:

  • Nachdem Ihnen der Prüfer das Startkommando gegeben hat, starten Sie mit einer Rolle vorwärts über die Turnmatte.
  • Anschließend laufen Sie links um den Medizinball herum, springen über die erste Trainingshilfe und kriechen unter der Trainingshilfe zurück aufs Feld.
  • Dann umlaufen Sie den Medizinball wieder nach links, überspringen die zweite Trainingshilfe und krabbeln unter ihr durch.
  • Danach laufen Sie weiteres Mal nach links um den Medizinball herum, springen über die dritte Trainingshilfe und durchkriechen sie.
  • Zum Schluss laufen Sie ein letztes Mal links um den Medizinball herum und sprinten über die Turnmatte hinweg ins Ziel.
Einstellungstest Bundespolizei Übung Sporttest

Prägen Sie sich ein: Beim Koordinationstest ist Ihre Laufrichtung links.

Beim Koordinationstest kommt es zum einen auf Ihr Tempo an. Gewertet wird nämlich die Zeit, die Sie für Ihren Durchlauf brauchen.

Zum anderen zählen Ihre Geschicklichkeit und Ihr Konzentrationsvermögen. So dürfen Sie den Medizinball nicht berühren. Die Trainingshilfen können Sie anfassen, verschieben und auch zum Wackeln bringen. Sollten Sie eine Trainingshilfe aber umwerfen, müssen Sie diese wieder aufstellen. Ihre Zeit läuft dabei weiter. Wichtig ist außerdem, dass Sie die vorgegebene Reihenfolge einhalten.

2. Pendellauf

Für den Pendellauf sind zwei kleine Turnkästen aufgebaut. Sie stehen auf einer Linie zehn Meter weit auseinander. Sie gehen in Schrittstellung und legen eine Hand auf den Kastendeckel. Sobald Ihnen der Prüfer das Startkommando gibt, sprinten Sie los, tippen den Kasten auf der anderen Seite an und laufen wieder zurück.

Die Strecke zwischen den beiden Kästen müssen Sie insgesamt viermal zurücklegen. Für die Wertung zählt Ihre Zeit.

3. 12-Minuten-Lauf

Die dritte und letzte Disziplin beim sportlichen Leistungstest ist der 12-Minuten-Lauf. Dieser Dauerlauf ist auch als Cooper-Test bekannt. Für den Lauf ist in der Halle ein Rechteck markiert und eine Runde ist 100 Meter lang. Sobald der Prüfer das Startkommando gegeben hat, drehen Sie zwölf Minuten lang Ihre Runden. Dabei laufen Sie gegen den Uhrzeigersinn. Nach jeder Minute sagt der Prüfer an, wie viel Zeit noch bleibt. Sind die zwölf Minuten vorbei, beendet ein Schlusspfiff die Übung.

Für Ihre Note zählt, wie viele Runden Sie geschafft haben. Wichtig ist aber nicht nur die Strecke. Genauso wichtig ist, dass Sie die Zeit durchhalten. Wenn Sie zwischendurch nicht mehr können, dürfen Sie zwar weitergehen. Aber Sie dürfen zu keinem Zeitpunkt stehenbleiben. Unterbrechen Sie den Lauf, wird nur die Strecke gewertet, die Sie bis dahin gelaufen sind.

Die Bewertung vom Sporttest

Für jede Disziplin können Sie bis zu fünf Punkte sammeln. Damit Sie den Sportteil insgesamt bestehen, muss Ihr Durchschnitt aus allen drei Übungen am Ende mindestens sechs Punkte betragen. Außerdem dürfen Sie keine Übung mit 0 Punkten beenden.

Auf den Sporttest sollten Sie sich gezielt vorbereiten. Trainieren Sie die verschiedenen Übungen und absolvieren Sie den kompletten Sportteil immer wieder an einem Stück. Denn bei der Prüfung müssen Sie die drei Disziplinen auch direkt nacheinander schaffen. Lange Erholungspausen dazwischen gibt es nicht. Auf unserer Seite finden Sie viele Infos und Tipps, wie Sie sich gezielt vorbereiten können. Schauen Sie sich aber auch das Video der Bundespolizei zum Sporttest an. Darin sehen Sie die einzelnen Übungen.

Das Vorstellungsgespräch

Wenn Sie es bis hierhin geschafft haben, möchte die Bundespolizei Sie natürlich auch als Person näher kennenlernen. Das Gespräch führen Sie mit drei bis vier Prüfern.

  • Welche Eigenschaften zeichnen Sie aus?
  • Was haben Sie bisher gemacht?
  • Was können Sie besonders gut und worin sehen Sie Ihre Schwächen?
  • Warum möchten Sie in den Polizeivollzugsdienst bei der Bundespolizei einsteigen?
  • Weshalb glauben Sie, dass Sie das Zeug zum Bundespolizisten haben?

Mit solchen Fragen sollten Sie rechnen. Dazu kommen Fragen, die sich auf Ihr Wissen über die Bundespolizei und Ihr Allgemeinwissen in den Bereichen Staatsaufbau, deutsche Geschichte und Tagespolitik beziehen. Möglich ist außerdem, dass Sie sich in verschiedene Situationen hineinversetzen und erklären sollen, wie Sie sich verhalten würden.

Aber keine Angst: Die Prüfer sind keine Unmenschen. Es geht nicht darum, Sie ins Kreuzverhör zu nehmen oder bloßzustellen. Die Prüfer wissen sehr wohl, dass Sie nervös sein werden. Und die Prüfer werden Ihnen ganz bewusst Fragen stellen, die Sie gar nicht wissen können. Denn sie möchten sehen, wie Sie mit Stresssituationen umgehen. Im Polizeialltag werden Sie das nämlich auch müssen. Bleiben Sie also ruhig und lassen Sie sich nicht verunsichern. Sondern treten Sie freundlich auf und verkaufen Sie sich souverän.

Die polizeiärztliche Untersuchung

Der Dienst bei der Polizei des Bundes setzt eine gute und stabile Gesundheit voraus. Eine gründliche Untersuchung durch den Polizeiarzt ist deshalb der letzte Baustein vom Auswahltest. Bei der polizeiärztlichen Untersuchung geht es darum, ob Sie jetzt aus medizinischer Sicht für den Polizeivollzugsdienst geeignet sind. Und es wird ermittelt, ob bei Ihnen gesundheitliche Einschränkungen vorliegen, die später oder langfristig zum Problem werden könnten. Aus diesem Grund müssen Sie verschiedene Teiluntersuchungen überstehen. Dazu gehören unter anderem

  • ein Sehtest,
  • ein Belastungs-EKG,
  • eine labortechnische Untersuchung von Ihrem Blut und
  • eine allgemeine ärztliche Untersuchung.

Der Polizeiarzt wird Sie auch wiegen und messen und sich Ihr Gebiss anschauen. Die Kriterien, die über Ihre Eignung für den Polizeidienst entscheiden, können Sie auf dem Infoblatt der Bundespolizei nachlesen.

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Der Einstellungstest für den gehobenen Dienst bei der Bundespolizei

Von Rechtswissenschaften über Psychologie und Politik bis hin zur Einsatzlehre: Im gehobenen Dienst haben Sie es mit anspruchsvollen Themen und Aufgaben zu tun. Durch den Einstellungstest möchte die Bundespolizei herausfinden, ob Sie das Zeug zur Führungskraft mitbringen. Das Auswahlverfahren dauert bis zu vier Tage lang.

Der Sporttest und die polizeiärztliche Untersuchung laufen genauso ab wie beim Einstellungstest für den mittleren Polizeivollzugsdienst. Diese beiden Testteile sind also gleich. Unterschiede hingegen gibt es bei der schriftlichen und der mündlichen Prüfung.

Die schriftliche Prüfung

Die schriftliche Prüfung, die Sie im Einstellungstest für den gehobenen Dienst bei der Bundespolizei absolvieren, gliedert sich in zwei Abschnitte. Ein Abschnitt ist der Deutschtest, der andere Abschnitt ist ein sogenannter Intelligenz-Struktur-Test.

Der Deutschtest

Hinter dem Deutschtest verbirgt sich ein Aufsatz. Hintergrund hierzu ist, dass Sie nicht nur im Polizeidienst regelmäßig Schriftstücke anfertigen müssen. Stattdessen stehen auch schon während des Studiums regelmäßig Klausuren an. Und die Bundespolizei möchte wissen, ob Sie in der Lage sind, sich zu einem Thema zu äußern und Ihre Überlegungen schlüssig, nachvollziehbar und logisch aufgebaut auf den Punkt zu bringen.

Der Deutschtest überprüft aber nicht nur, wie sicher Sie im Umgang mit der deutschen Sprache sind und wie gut Sie Rechtschreibung und Grammatik beherrschen. Stattdessen geht es beim Deutschtest auch um Intelligenz. Eine solide Allgemeinbildung sowie Wissen zu Geschichte und Politik sind deshalb genauso gefragt.

Als Aufsatz schreiben Sie eine Erörterung zu einem vorgegebenen Thema. Achten Sie aber unbedingt darauf, wie die Aufgabenstellung formuliert ist. Denn Erörterung heißt nicht, dass Sie immer nach Pro- und Contra-Argumenten suchen müssen.

Lautet das Thema beispielsweise „Wie kann das Internet sinnvoll als Lernhilfe genutzt werden?“ würde es keinen Sinn machen, wenn Sie die These mit Plus- und Minuspunkten diskutieren. Stattdessen ist in diesem Fall eine lineare Erörterung gefragt. Sie brauchen also Gründe, die Ihre Meinung unterstützen. Und diese Gründe müssen Sie ausführen.

Auf der Internetseite der Bundespolizei finden Sie weitere Infos zum Deutschtest.

Der Intelligenz-Struktur-Test

Beim Intelligenztest müssen Sie verschiedene Fragen beantworten. Inhaltlich geht es bei den Aufgaben um Bereiche wie beispielsweise

  • Politik,
  • Geschichte,
  • Allgemeinbildung,
  • Mathe,
  • logisches Denken und
  • visuelles Denkvermögen.

Die meisten Aufgaben werden dabei als Auswahlfragen gestellt. Sie bekommen also zu jeder Frage mehrere Antwortmöglichkeiten und müssen die richtige Lösung auswählen.

Auf den Intelligenztest können Sie sich gut vorbereiten. Und das sollten Sie auch tun! Denn wenn Sie die gängigen Aufgabentypen kennen, wird Ihnen der Test viel leichter fallen. Arbeiten Sie bei Ihrer Vorbereitung also Übungsaufgaben und Mustertests durch!

Die mündliche Prüfung

Als Bewerber für den gehobenen Dienst der Bundespolizei gehört ein Assessment-Center zu Ihrem Einstellungstest. Das Assessment-Center setzt sich aus drei Bausteinen zusammen, nämlich

  • einer Gruppendiskussion,
  • einem Kurzvortrag und
  • einem Interview.

Für die Gruppendiskussion bilden Sie zusammen mit anderen Bewerbern eine Gruppe. Dabei werden Sie entweder den Vertretern der Pro-Seite oder der Gegenseite zugeordnet. Das Thema, das Ihnen vorgegeben wird, behandelt etwas aus dem aktuellen Zeitgeschehen. Bei der Diskussion geht es nun darum, dass Sie Ihre Argumente vortragen und sich mit den anderen Bewerbern austauschen. Das Ziel ist, die Sichtweise der Gegenseite zu verstehen und schlüssig zu wiederlegen.

Nach der Gruppendiskussion steht ein Kurzvortrag auf dem Programm. Dafür können Sie sich aus mehreren Themen aus den Bereichen Politik und Gesellschaft eines aussuchen. Außerdem bekommen Sie ein paar Materialien, die Sie nutzen können. Ihren Vortrag halten Sie vor der Prüfungskommission. Durch diesen Test möchte die Bundespolizei herausfinden, ob Sie in der Lage sind, einen Sachverhalt schnell zu erfassen und überzeugend dazu Stellung zu nehmen.

An den Kurzvortrag schließt sich ein kurzes Interview an. Bei diesem Gespräch geht es um Ihren Vortrag und um Sie als Person. Die Prüfer werden bei einigen Punkten, die Sie ausgeführt haben, nachhaken. Vielleicht werden sie auch ein paar weitergehende Fragen zum Thema stellen, um so Ihr Wissen zu überprüfen. Außerdem wird es um Ihre Stärken und Ihre Motivation, Bundespolizist zu werden, gehen.

Das Interview knüpft also an den Kurzvortrag an, ist zugleich aber auch ein Vorstellungsgespräch.

Der Einstellungstest für den höheren Polizeivollzugsdienst

Bei der Bundespolizei gibt es mit dem höheren Polizeivollzugsdienst noch eine dritte Laufbahn. Und auch wenn Sie in den höheren Polizeivollzugsdienst einsteigen wollen, müssen Sie ein Eignungsauswahlverfahren meistern.

Dieser Einstellungstest läuft aber etwas anders ab. Er ist nämlich ein eigenständiges Verfahren und besteht aus einem Assessment-Center, das sich über zwei Tage erstreckt. Dafür lädt Sie der Auswahldienst an die Bundespolizeiakademie in Lübeck ein.

Polizeivollzugsbeamte im höheren Dienst stellt die Bundespolizei nur nach Bedarf ein. Hier gibt es also keine festen Einstellungstermine. Freie Stellen werden stattdessen online veröffentlicht.

8 Fragen zum Bundespolizei-Einstellungstest

Einen Überblick, was im Eignungsauswahlverfahren auf Sie zukommt, haben Sie jetzt. Aber vielleicht ist trotzdem noch die eine oder andere Frage offen. Deshalb beantworten wir nun noch die häufigsten Fragen rund um den Eignungstest.

1. Wo findet der Einstellungstest der Bundespolizei statt?

Die Einstellungstests werden in den sieben Aus- und Fortbildungszentren der Bundespolizei und auch direkt bei der Bundespolizeiakademie in Lübeck durchgeführt. Für Sie bedeutet das, dass Sie in

  • Neustrelitz,
  • Walsrode,
  • Swisttal,
  • Diez,
  • Eschwege,
  • Oerlenbach,
  • Bamberg oder
  • Lübeck

an der Prüfung teilnehmen. Wohin Sie die Bundespolizei einlädt, steht in Ihrer Einladung.

2. Wann finden die Einstellungstests statt?

Die Bundespolizei stellt

  • jeweils am 1. März und 1. September in den mittleren Dienst und
  • alljährlich am 1 September in den gehobenen Dienst

ein. Bewerben können Sie sich online das ganze Jahr über. Allerdings muss Ihre Bewerbung spätestens acht Monate vor Ihrem gewünschten Einstellungstermin vorliegen. Möchten Sie Ihre Ausbildung im März anfangen, müssen Sie sich also bis spätestens Ende Juni des Vorjahres beworben haben. Wollen Sie Ihre Ausbildung oder Ihr Studium im September starten, haben Sie mit Ihrer Bewerbung bis Ende Dezember des Vorjahres Zeit.

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Die Einstellungstests für den mittleren Polizeivollzugsdienst beginnen dann immer ab Juli, die Auswahlverfahren für den gehobenen Polizeivollzugsdienst starten ab August. Wie schnell Sie eingeladen werden, hängt davon ab, wann Sie sich beworben haben und wie viele Bewerber es gibt. Vor allem gegen Ende eines Bewerbungszeitraums kann es aber durchaus sechs bis acht Wochen dauern, bis Sie eine Antwort von der Bundespolizei bekommen.

3. Wie lange dauert der Einstellungstest der Bundespolizei?

Das Auswahlverfahren für den mittleren Dienst erstreckt sich über zwei bis drei Tage, der Eignungstest für den gehobenen Dienst dauert einen Tag länger.

Ob Sie das gesamte Auswahlverfahren durchlaufen, hängt aber davon ab, wie gut Sie bei den einzelnen Prüfungen abschneiden. Schaffen Sie eine Einzelprüfung nicht, gilt nämlich der komplette Test als nicht bestanden. Sie scheiden dadurch gleich aus dem laufenden Verfahren aus. An den anderen Prüfungen nehmen Sie dann gar nicht mehr teil.

4. Kann ich während der Testteilnahme vor Ort übernachten?

In der Zeit, in der Sie am Einstellungstest teilnehmen, stellt Ihnen die Bundespolizei eine Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung. Und die Unterkunft ist für Sie kostenfrei. Essen können Sie vor Ort ebenfalls. Die Verpflegung müssen Sie allerdings bezahlen.

Gegen Vorlage Ihrer Quittungen erstattet Ihnen die Bundespolizei außerdem Ihre Fahrtkosten. Kommen Sie mit Ihrem Auto, werden pro gefahrenen Kilometer 20 Cent übernommen. Die Höchstgrenze liegt aber bei 100 Euro. Reisen Sie mit einem öffentlichen Verkehrsmittel an, ersetzt Ihnen die Bundespolizei die Kosten für eine Fahrkarte 2. Klasse.

5. Wie bereite ich mich am besten auf den Einstellungstest der Bundespolizei vor?

Grundsätzlich gilt: Je besser Sie sich vorbereiten, desto größer sind Ihre Chancen, dass Sie das Testverfahren bestehen. Planen Sie deshalb genug Zeit für Ihre Vorbereitung ein. So können Sie sich die einzelnen Bausteine der Prüfung in aller Ruhe vornehmen und gezielt die Inhalte üben, die Ihnen Schwierigkeiten bereiten. Ganz allgemein möchten wir Ihnen für Ihre Vorbereitung folgende Tipps ans Herz legen:

  • Üben Sie den schriftlichen Einstellungstest. Auf unserer Seite finden Sie jede Menge Übungsaufgaben und Musterfragen. Wir haben auch ganze Blöcke für Sie vorbereitet, so dass Sie einen ganzen Einstellungstest online durchlaufen können. Zusätzlich dazu können Sie sich Fachliteratur besorgen. Und auf der Webseite der Bundespolizei finden Sie ebenfalls viele hilfreiche Infos.
  • Informieren Sie sich über das aktuelle Geschehen. Lesen Sie Zeitung, schauen Sie Nachrichten, hören Sie Radio oder recherchieren Sie im Internet, was sich in Deutschland und in der Welt tut. Sie können sich sicher sein, dass die Bundespolizei prüfen wird, ob Sie auf dem Laufenden sind.
  • Trainieren Sie Ihr Allgemeinwissen. Dazu können Sie zum Beispiel bei Quizsendungen mitraten oder Quizspiele spielen.
  • Bereiten Sie sich gezielt auf den Sporttest vor.
  • Überlegen Sie sich, warum Sie bei der Bundespolizei arbeiten wollen. Und machen Sie sich über die Aufgaben, die Strukturen und die Organisation der Polizei des Bundes schlau.

6. Wann erfahre ich, ob den Test bestanden habe und eingestellt werde?

Wie es für Sie läuft, wissen Sie eigentlich die ganze Zeit über. Denn nur wenn Sie einen Einzeltest bestanden haben, geht es für Sie überhaupt mit dem nächsten Prüfungsbaustein weiter. Haben Sie dann das komplette Testverfahren durchlaufen, teilen Ihnen die Prüfer Ihr vorläufiges Ergebnis mit.

Ob Sie eine Zusage bekommen, entscheidet sich aber erst später. Und dafür gibt es zwei Gründe. Der erste Grund ist, dass die Ergebnisse und Auswertungen von der polizeiärztlichen Untersuchung noch abgewartet werden müssen.

Der zweite Grund ist, dass Sie mit Ihrem Ergebnis in eine Rangliste einsortiert werden. Die Einstellungen erfolgen in der Reihenfolge der Rangliste. Je weiter oben Sie stehen, desto größer sind Ihre Chancen auf eine Zusage. Denn wenn beispielsweise 50 Bewerber eingestellt werden, dürfen sich die Kandidaten auf den ersten 50 Plätzen in der Rangliste über eine Zusage freuen.

Die Rangliste steht allerdings erst fest, wenn alle Bewerber für einen Einstellungstermin am EAV teilgenommen haben. Ein bisschen Geduld brauchen Sie also.

7. Was ist, wenn ich durchgefallen bin?

Sollte es nicht auf Anhieb geklappt haben, können Sie sich für das nächste Einstellungsjahr neu bewerben. Sperrfristen gibt es bei der Bundespolizei nicht. Und es gibt auch keine Grenze, wie oft Sie eine Bewerbung abgeben dürfen.

Solange Sie die formalen Einstellungsvoraussetzungen erfüllen, können Sie also einen frischen Anlauf starten. Hatten Sie sich schon mehrere Male beworben und mehrfach am Test teilgenommen, stellt die Bundespolizei allerdings etwas strengere Anforderungen, bevor Sie noch einmal eingeladen werden.

8. An wen kann ich mich wenden, wenn mir etwas unklar ist?

Haben Sie Fragen zu Ihrer Bewerbung oder zu Sachverhalten, die Sie ganz persönlich betreffen, können Sie sich jederzeit an die Einstellungsberater der Bundespolizei wenden. Sie halten alle wichtigen Informationen bereit und stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

Und ein letzter Tipp zum Schluss

Der Eignungstest der Bundespolizei ist anspruchsvoll. Und die Konkurrenz um die begehrten Ausbildungs- und Studienplätze ist groß. Es reicht deshalb nicht, wenn Sie das Auswahlverfahren nur irgendwie bestehen. Stattdessen muss Ihr Ziel sein, möglichst gut abzuschneiden. Trotzdem sollten Sie sich nicht verrückt machen!

Bleiben Sie ruhig und arbeiten Sie die Aufgaben konzentriert ab. Sie müssen nicht alle Fragen richtig beantworten. In Wahrheit würden Sie das sowieso nicht schaffen. Denn im Verlauf des Tests werden Ihnen ganz gezielt Fragen gestellt, die Sie nicht wissen können oder die Sie unter Druck setzen. Umso wichtiger ist dann, dass Sie souverän bleiben. Denn genau das möchten die Prüfer sehen.

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Und verstellen Sie sich nicht. Verlassen Sie sich auf Ihr Bauchgefühl und bleiben Sie Sie selbst. Mit Ehrlichkeit punkten Sie garantiert besser als mit einer schlechten Schauspielleistung!

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