Im nördlichsten Bundesland können Sie Ihren Dienst bei der Schutzpolizei, der Kriminalpolizei und der Wasserschutzpolizei versehen. Doch bevor Sie zwischen den Meeren für Ordnung und Sicherheit sorgen, haben Sie Ihre Ausbildung vor sich. Der Schlüssel für die Ausbildung wiederum ist, dass Sie erfolgreich und möglichst gut durch den Einstellungstest kommen. Und was Sie dafür können und wissen müssen, verraten wir Ihnen in diesem Beitrag!

Das Wichtigste zum Einstellungstest der Polizei Schleswig-Holstein auf einen Blick

  • Der Einstellungstest wird in Eutin durchgeführt.
  • Die Eignungsprüfung verteilt sich auf zwei Tage. Die beiden Prüfungstage finden zeitlich versetzt statt, folgen also nicht direkt aufeinander.
  • Die Eignungstests für den mittleren und den gehobenen Dienst unterschieden sich voneinander.
  • Das Auswahlverfahren für beide Laufbahnen umfasst ein Diktat, einen Intelligenztest, eine Sportprüfung, ein Einzelgespräch und die polizeiärztliche Untersuchung.
  • Beim Einstellungstest für eine Ausbildung im gehobenen Dienst kommen noch ein Wissenstest und ein Kurzreferat dazu.
  • Sie müssen jeden einzelnen Testteil bestehen und dabei mindestens eine ausreichende Note erzielen.

Polizeitest in Schleswig-Holstein

Die Landespolizei Schleswig-Holstein stellt nur die besten Bewerber ein – Bereiten Sie sich deshalb gut auf den Einstellungstest vor!

Ganz im Norden von Deutschland, dem Bundesland zwischen der Nord- und der Ostsee, ist die Schleswig-holsteinische Landespolizei zu Hause. Und hier ist sie für den Schutz und die Sicherheit von über 2,8 Millionen Menschen zuständig. Dabei gliedert sich die Polizei in das Landespolizeiamt (LPA) und das Landeskriminalamt (LKA) als übergeordnete Instanzen. Ihnen nachgeordnet sind auf dem Gebiet der Kreise und der kreisfreien Städte sieben Polizeidirektionen.

Dazu kommt die Polizeidirektion in Eutin, die sich als Fachdirektion um die Bereitschaftspolizei und um die Ausbildung innerhalb der Schleswig-holsteinischen Polizei kümmert. Und diese Polizeidirektion lernen Sie auch kennen, wenn Sie sich bei der Polizei bewerben. Denn der Einstellungstest findet in Eutin statt.

Wie er abläuft und was Sie zum Auswahlverfahren sonst noch wissen müssen, erfahren Sie im Folgenden.

Die Laufbahnen bei der Schleswig-holsteinischen Polizei

Bei der Landespolizei Schleswig-Holstein gliedern sich die Laufbahnen in drei Zweige, nämlich in die Schutzpolizei, die Kriminalpolizei und die Wasserschutzpolizei. Und Ihr Einstieg bei der Polizei ist möglich

  • als Polizeiobermeisteranwärter im zweiten Einstiegsamt der Laufbahngruppe 1 – das ist der mittlere Dienst –

oder

  • als Polizeikommissaranwärter und Kriminalkommissaranwärter im ersten Einstiegsamt der Laufbahngruppe 2 – das ist der gehobene Dienst -.

Bei der Schutz- und der Wasserschutzpolizei ist eine Ausbildung im mittleren und im gehobenen Dienst möglich. Bei der Kriminalpolizei wird nur in den gehobenen Dienst eingestellt.

Die Einstellungsvoraussetzungen

Damit Sie in Schleswig-Holstein eine Ausbildung als Polizist anfangen können, müssen Sie nicht nur den Einstellungstest erfolgreich meistern. Sondern Sie müssen auch einige allgemeine Voraussetzungen erfüllen. Diese sogenannten Einstellungsvoraussetzungen sind die Grundlage dafür, dass eine Einstellung in den Polizeidienst überhaupt möglich ist. Deshalb werden Sie erst gar nicht zum Einstellungstest eingeladen, wenn Sie die formalen Kriterien nicht erfüllen. Dabei sind die Grundvoraussetzungen für alle Bewerber bei der Schleswig-holsteinischen Polizei folgende:

  • Sie sind als Frau mindestens 160 cm und als Mann mindestens 165 groß.
  • Am Tag der Einstellung sind Sie mindestens 16 Jahre und höchstens 31 Jahre alt.
  • Sie haben das Deutsche Schwimmabzeichen oder das Deutsche Jugendschwimmabzeichen mindestens in Bronze.
  • Sie haben einen gültigen Führerschein der Klasse B. Oder Sie verpflichten sich, die Fahrerlaubnis nachzureichen, bevor Ihre Ausbildung abgeschlossen ist.
  • Sie sind bisher weder polizeilich in Erscheinung getreten noch gerichtlich bestraft.
  • Sie sind bereit, jederzeit für die freiheitlich demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes einzutreten.

 

Laufbahngruppe 1, zweites Einstiegsamt
(mittlerer Dienst)
Laufbahngruppe 2, erstes Einstiegsamt
(gehobener Dienst)
mittlerer Bildungsabschluss oderAbitur oder
Hauptschulabschluss und abgeschlossene BerufsausbildungFachabitur oder
Studierbefähigung (z.B. durch einen Meisterbrief)

Für die Wasserschutzpolizei gelten die gleichen Einstellungsvoraussetzungen wie für die Schutz- und die Kriminalpolizei. Zusätzliche maritime Qualifikationen brauchen Sie schon seit 2012 nicht mehr.

Was ist mit der Staatsbürgerschaft?

Bei der Landespolizei in Schleswig-Holstein können Sie sich auch dann bewerben, wenn Sie die deutsche Staatsbürgerschaft nicht haben. Wichtig ist dann nur, dass Sie gut Deutsch können. Ansonsten müssen Sie denselben Eignungstest meistern wie alle anderen Bewerber auch. Wenn Sie kein EU-Bürger sind, brauchen Sie zudem spätestens am Tag Ihrer Einstellung eine Niederlassungserlaubnis.

Und was gilt für Tattoos?

Tätowierungen dürfen Sie haben, sofern diese nicht zu sehen sind, wenn Sie das kurzärmelige Hemd Ihrer Dienstuniform tragen. Abdecken dürfen Sie Tattoos im sichtbaren Bereich nicht. Haben Sie beispielsweise eine Tätowierung am Handgelenk, akzeptiert es die Polizei nicht, wenn Sie eine Uhr über dem Tattoo tragen. Haben Sie hingegen eine Tätowierung auf dem Rücken oder auf der Brust, wird sie von der Kleidung bedeckt und geht daher in Ordnung.

Allerdings kommt es auch auf das Motiv an. Motive, die gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung verstoßen, sind nicht mit dem Polizeiberuf vereinbar und deshalb auch nicht zulässig. Solche Tattoos wären beispielsweise Motive mit rassistischen, sexistischen, diskriminierenden oder Gewalt verherrlichenden Inhalten.

Die Bewerbung bei der Schleswig-holsteinischen Polizei

Bei der Polizei Schleswig-Holstein bewerben Sie sich ganz klassisch mit Bewerbungsunterlagen auf Papier, die Sie auf dem Postweg an die Einstellungsstelle in Eutin schicken. Eine Online-Bewerbung ist nicht möglich. Und als Bewerbungsunterlagen müssen Sie

  • den komplett ausgefüllten Bewerbungsbogen der Polizei zusammen mit den ärztlichen Fragebögen,
  • ein Bewerbungsanschreiben,
  • einen tabellarischen Lebenslauf,
  • eine Kopie Ihrer Geburtsurkunde,
  • eine Kopie Ihres letzten Schul- oder Schulabschluss-Zeugnisses,
  • Kopien von Arbeitszeugnissen, wenn Sie welche haben, und
  • Ihren Schwimmnachweis

einreichen. Den Bewerbungsbogen können Sie sich auf der Seite www.polizei.schleswig-holstein.de unter dem Reiter Berufseinstieg herunterladen. Dort ist der Vordruck im Bewerbungszeitraum hinterlegt. Daneben können Sie sich an einen Einstellungsberater wenden. Er kann Ihnen den Vordruck ebenfalls aushändigen. Und im Bewerbungsbogen steht auch noch einmal, welche Unterlagen Sie einreichen müssen.

Die Einstellungstermine und Bewerbungsfristen in Schleswig Holstein

Die Landespolizei Schleswig-Holstein stellt jedes Jahr zum 1. August ein. Im mittleren Dienst gibt es mit dem 1. Februar noch einen zweiten Einstellungstermin.

Die Bewerbungsfrist für die Einstellungstermine wird online bekanntgegeben. Sie beginnt ungefähr ein Jahr vor dem Einstellungstermin. Wann die Bewerbungsfrist endet, hängt davon ab, wie viele Bewerbungen eingehen. Und nur während die Bewerbungsfrist läuft, steht auch der Bewerbungsbogen zum Download bereit. Reichen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen außerhalb der Bewerbungsfrist ein, kann Ihre Bewerbung nicht berücksichtigt werden. Behalten Sie deshalb die Termine im Auge!

Das Auswahlverfahren bei der Polizei Schleswig-Holstein

Die Polizei Schleswig-Holstein prüft zunächst, ob Ihre Bewerbungsunterlagen vollständig sind. Außerdem kontrolliert die Polizei, ob Sie die formalen Einstellungsvoraussetzungen erfüllen. Im nächsten Schritt führt die Polizei eine Vorauswahl durch. Dazu schaut sie sich Ihr letztes Schulzeugnis an. Entscheidend bei der Vorauswahl sind Ihre Noten in den Fächern Deutsch, Englisch, Wirtschaft/Politik und Sport.

Passt alles, werden Sie zum Einstellungstest nach Eutin eingeladen. Der Einstellungstest teilt sich auf zwei Prüfungstage auf. Diese beiden Tage folgen mit zeitlichem Abstand aufeinander. Und zum zweiten Testtag werden Sie nur eingeladen, wenn Sie alle Testteile am ersten Prüfungstag bestanden haben.

Welche Prüfungs-Bausteine Sie meistern müssen, hängt davon ab, für welche Laufbahn Sie sich bewerben. Denn der Einstellungstest für den gehobenen Dienst ist etwas umfangreicher als der für den mittleren Dienst:

Der Einstellungstest umfasst verschiedene Elemente.

Und wann finden die Eignungstests statt?

Die Auswahlverfahren beginnen alljährlich im Spätsommer oder Herbst. Wie lange die Prüfungen laufen, hängt von der Anzahl der Bewerber ab. Bis alle Bewerber am Einstellungstest teilgenommen haben, dauert es aber meist bis in den späten Frühling hinein.

Wie schnell Sie zum Einstellungstest eingeladen werden, richtet sich danach, wann Ihre Bewerbung eingegangen ist. Bewerben Sie sich am Anfang der Bewerbungsfrist, kommen Sie früher an die Reihe. Bewerben Sie sich gegen Ende der Bewerbungsfrist, müssen Sie länger auf Ihren Testtermin warten. Eine Rolle spielt außerdem, ob Ihre Bewerbungsunterlagen vollständig waren. Muss die Polizei Unterlagen nachfordern oder müssen gesundheitliche Fragen abgeklärt werden, kann sich das Verfahren verzögern.

Die Bausteine vom Einstellungstest

Das Auswahlverfahren der Landespolizei gliedert sich in zwei Prüfungsteile. Der erste Prüfungsteil findet am ersten Testtag statt. Am zweiten Testtag folgt dann der zweite Prüfungsteil. Und jeder Prüfungsteil umfasst mehrere Einzeltests. Dabei stehen am ersten Tag die schriftlichen Tests und der Sporttest auf dem Programm. Am zweiten Testtag geht es mit den mündlichen Tests und der Untersuchung durch den Polizeiarzt weiter.

Der Sprach- und Bildungstest

Als Bewerber für den gehobenen Dienst beginnt Ihr Einstellungstest mit dem Sprach- und Bildungstest. Der schriftliche Test umfasst Fragen und Aufgaben aus drei verschiedenen Themenfeldern:

  • Deutsch: Im Testteil Deutsch geht es um die Rechtschreibung, den Wortschatz und Ihr sprachliches Ausdrucksvermögen. Außerdem werden Ihnen Literatur-Fragen gestellt. Letztlich geht es also um das Wissen, das Sie im Schulfach Deutsch gelernt haben.
  • Politische Bildung: In diesem Testteil wird Ihr Wissen über die deutsche Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert überprüft. Dazu kommen Fragen, die sich mit der Bundesrepublik Deutschland als Staat beschäftigen. Die aktuelle Tagespolitik ist ebenfalls Thema.
  • Natur und Technik: Dieser Testteil fragt Ihr Wissen in den Bereichen Physik, Chemie, Erdkunde und Biologie ab.

Jeder Testteil besteht aus 36 Fragen. Insgesamt müssen Sie beim Sprach- und Bildungstest also 108 Aufgaben lösen. Und beim Großteil der Aufgaben handelt es sich um Multiple-Choice-Aufgaben. Ihnen werden dabei mehrere Antwortmöglichkeiten vorgegeben und Sie müssen die richtige Lösung ankreuzen. Bei einigen Fragen müssen Sie sich die Antwort aber auch selbst überlegen und von Hand eintragen.

Sie haben diesen Testteil bestanden, wenn Sie mindestens eine ausreichende Note erzielen.

Das Diktat

Für Bewerber der Laufbahngruppe 2.1 ist die Rechtschreibprüfung der zweite Test. Als Bewerber für den mittleren Dienst beginnt Ihr Einstellungstest mit der Rechtschreibprüfung. Und bei dieser Prüfung schreiben Sie ein Diktat. Der Text umfasst ungefähr 250 Wörter. Das Diktat läuft so:

  • Zuerst wird der Text einmal komplett vorgelesen.
  • Anschließend wird der erste Satz im Ganzen vorgelesen.
  • Dann wird ein Teil des Satzes diktiert. Und diesen Satzteil schreiben Sie mit.
  • Danach wird der nächste Teil des Satzes diktiert. Diesen Satzteil schreiben Sie ebenfalls auf.
  • Nun wird der erste Satz ein weiteres Mal im Ganzen wiederholt.
  • Der zweite und alle weiteren Sätze werden nach dem gleichen Schema diktiert.
  • Ganz zum Schluss, wenn alles geschrieben ist, wird das gesamte Diktat noch einmal vorgelesen.

Auf der Internetseite der Polizei Schleswig-Holstein sind einige Übungsdiktate hinterlegt. Die Diktate können Sie sich ausdrucken oder als Audiodateien anhören. Und bei Ihrer Vorbereitung auf den Einstellungstest üben Sie am besten so, wie der Text auch bei der Prüfung diktiert wird. Dadurch gewöhnen Sie sich an die Abläufe.

Beim Diktat dürfen Sie höchstens zehn Fehler machen. Dabei werden bei der Auswertung sowohl die Rechtschreibung als auch die Zeichensetzung berücksichtigt. Haben Sie insgesamt mehr als zehn Fehler, haben Sie das Diktat nicht bestanden.

Der Intelligenz-Leistungstest

Nach dem Diktat geht es für Bewerber beider Laufbahnen mit dem Intelligenz-Leistungstest weiter. Auch dieser Test erfolgt schriftlich. Dabei stehen in erster Linie das logische Denken, Ihr abstraktes und visuelles Denkvermögen und Ihre Konzentrationsfähigkeit auf dem Prüfstand. Die Aufgaben beinhalten nur Figuren und Symbole, die Sie entsprechend der Aufgabenstellung auswählen oder zuordnen müssen.

Damit Sie eine Vorstellung davon bekommen, was beim Intelligenz-Leistungstest auf Sie zukommt, sind hier zwei Beispielaufgaben:

1. Welche Figur aus den Antwortmöglichkeiten passt am besten zu den drei Figuren auf der linken Seite?

Lösung: d

(Bei den drei Figuren auf der linken Seite wird das Viereck immer länger. Ansonsten verändert es seine Position nicht. Es bleibt also gerade und in der Mitte. Es wird auch nicht schmaler oder breiter, sondern nur länger. Damit passt am besten Antwortmöglichkeit d. Denn bei allen anderen Figuren verändert das Viereck seine Position oder seine Form.)


2. Wählen Sie die richtige Figur aus!

Lösung: b

(Bei Aufgaben dieses Typs ist der Punkt das entscheidende Element. Schauen Sie sich genau an, wo sich der Punkt befindet. Anschließend müssen Sie die Figur auswählen, bei der der Punkt genauso angeordnet sein könnte. Bei der Beispielaufgabe befindet sich der Punkt im Quadrat, aber außerhalb vom Kreis. Deshalb kommt nur Figur b in Frage. Denn bei allen anderen Figuren wäre der Punkt nicht nur im Quadrat, sondern gleichzeitig auch vom Kreis umschlossen.)

Entscheidend beim Intelligenz-Leistungstest ist, dass Sie das Schema hinter den Aufgaben durchschauen. Sobald Sie erkannt haben, worum es geht, können Sie die Aufgaben lösen. Versuchen Sie deshalb beim Test, immer erst zu verstehen, was der Sinn oder die Grundidee hinter der Aufgabe ist. Und um sich auf den Einstellungstest vorzubereiten, sollten Sie Aufgaben rund ums logische Denken üben. Denn selbst wenn die Aufgaben, die Sie gelöst haben, beim Test nicht drankommen, haben Sie trainiert, das Schema hinter den Aufgaben zu erkennen.

Beim Intelligenz-Leistungstest müssen Sie mindestens die Note Ausreichend schaffen.

Die Sportprüfung

Der letzte Test am ersten Prüfungstag ist der Sporttest. Hier möchte die Polizei ermitteln, wie es um Ihre Ausdauer, Ihre Schnelligkeit und Ihre Geschicklichkeit steht. Beim Sporttest müssen Sie einen Hindernisparcours überwinden. Der Parcours umfasst vier Elemente, nämlich zwei Längspferde, einen Stufenbarren und eine Turnmatte.

Der Hindernisparcours beim Sporttest in Schleswig-Holstein

Der Ablauf ist so:

  • Nach dem Kommando laufen Sie von der Startlinie zum ersten Pferd. Das Pferd steht quer zur Laufrichtung und ist 110 cm hoch. Dieses Pferd müssen Sie überwinden.
  • Dann geht es weiter zum Stufenbarren. Beim Stufenbarren ist der vordere Holm bei Männern 140 cm hoch und der hintere Holm 180 cm hoch eingestellt. Bei Frauen sind die beiden Holme 10 cm niedriger. Unter dem Stufenbarren liegt eine etwa 30 cm hohe Weichbodenmatte. Um das Hindernis zu überwinden, müssen Sie erst unter dem vorderen Holm durchtauchen und dann in Laufrichtung über den hinteren Holm klettern.
  • Die nächste Station ist das zweite Pferd, das Sie wieder überwinden müssen.
  • Als vierte Station folgt eine Turnmatte. Hier machen Sie eine Rolle vorwärts.
  • Damit ist die erste Runde geschafft. Und danach drehen Sie noch einmal drei ganze und eine halbe Runde. Insgesamt durchlaufen Sie den Hindernisparcours also über 4 ½ Runden.
  • Sobald Sie den Stufenbarren das fünfte Mal überwunden haben, wird Ihre Zeit gestoppt.

Damit Sie den Sporttest bestehen, dürfen Sie als Bewerberin höchstens 2:50 Minuten und als Bewerber maximal 2:30 Minuten brauchen. Den Sporttest können Sie sich hier als Video anschauen. 

Sie haben alle Bausteine vom ersten Prüfungstag bestanden, wenn Sie bei jedem schriftlichen Test mindestens eine ausreichende Note erzielt haben. Und wenn Sie beim Sporttest den Parcours in der vorgegebenen Zeit geschafft haben. Ist das der Fall, sind Sie weiterhin im Rennen. Sie bekommen dann Ihre Einladung für den zweiten Prüfungstag, der einige Zeit später stattfindet.

Das Kurzreferat

Möchten Sie Ihre Ausbildung im gehobenen Dienst machen, beginnt der zweite Prüfungstag mit einem Kurzreferat. Dafür wählen Sie ein Thema aus den Bereichen

  • Gesellschaft,
  • Wirtschaft und Politik oder
  • Natur und Technik

aus. Dann haben Sie eine halbe Stunde lang Zeit, um Ihr Referat vorzubereiten. Hilfsmittel wie beispielsweise das Internet dürfen Sie dabei aber nicht verwenden.

Das Referat halten Sie vor der Prüfungskommission. Es sollte ungefähr fünf bis sieben Minuten lang dauern. Bewertet wird zum einen, wie Sie das Thema aufgearbeitet haben. Zum anderen achten die Prüfer auf Ihr Auftreten und Ihr Ausdrucksvermögen. Insgesamt müssen Sie für das Kurzreferat mindestens die Note Ausreichend bekommen.

Das Einzelgespräch

Das Einzelgespräch zählt zur mündlichen Prüfung und steht für Bewerber aller Laufbahnen auf dem Programm. Das Gespräch gleicht einem Vorstellungsgespräch und dauert ungefähr eine halbe Stunde. Nachdem Sie sich kurz vorgestellt haben, werden Ihnen die Prüfer verschiedene Fragen stellen, die sich auf Sie als Person, auf Ihre Allgemeinbildung und auf Ihre Motivation beziehen. Außerdem werden Sie die Prüfer über den Polizeiberuf und die Polizei Schleswig-Holstein befragen.

In die Bewertung fließen neben Ihren Antworten auch Ihr Ausdrucksvermögen und Ihr Auftreten im Allgemeinen ein. Ihr äußeres Erscheinungsbild ist ebenfalls wichtig. Achten Sie deshalb darauf, dass Sie ordentlich und gepflegt wirken. Und bleiben Sie authentisch. Spielen Sie den Prüfern nichts vor, sondern versuchen Sie glaubwürdig und selbstbewusst zu vermitteln, warum Sie Polizist werden möchten und was Sie dafür mitbringen.

Die polizeiärztliche Untersuchung

Der letzte Prüfungs-Baustein ist die polizeiärztliche Untersuchung. Dabei werden verschiedene Teiluntersuchungen durchgeführt, darunter beispielsweise ein Seh- und ein Hörtest sowie ein Belastungs-EKG. Die ärztliche Untersuchung soll feststellen, ob Sie polizeidiensttauglich sind. Das ist der Fall, wenn Sie keine gesundheitlichen Einschränkungen haben, die der Tätigkeit als Polizist jetzt entgegenstehen oder später zum Problem werden könnten.

Nach dem Auswahlverfahren

Haben Sie den Einstellungstest bestanden, wird Ihr Ergebnis in eine Rangliste eingetragen. Dabei ist Ihre Platzierung umso besser, je besser Ihre Leistungen beim Eignungstest waren. Haben alle Bewerber das Auswahlverfahren durchlaufen, steht die endgültige Rangliste fest. Und wenn Ihre Platzierung gut genug ist, bekommen Sie Ihre Einstellungszusage.

Und was, wenn ich durchgefallen bin?

Hat es nicht geklappt, können Sie sich für den nächsten Einstellungstermin neu bewerben. Sie müssen dann die Bewerbungsunterlagen frisch ausfüllen und zusammen mit den anderen Unterlagen an die Schleswig-holsteinische Polizei schicken. Erfüllen Sie die formalen Voraussetzungen weiterhin, werden Sie zum Eignungstest eingeladen. Diesen durchlaufen Sie wieder ganz von vorne. Das gilt auch dann, wenn Sie beim ersten Versuch einige Testteile bestanden hatten.