Der Cooper-Test gehört zu den Klassikern beim Sporttest der Polizei. Doch was ist der Cooper-Test überhaupt? Wie läuft er ab? Und wie können Sie sich darauf vorbereiten? Das und mehr erfahren Sie in diesem Beitrag.

Eine sportliche Figur, eine aufrechte Körperhaltung, eine aufmerksame Art und ein selbstbewusstes Auftreten: So stellen sich viele Bürger einen Polizisten vor. Schließlich erwarten sie, dass die herbeigerufene Polizei für Ordnung und Sicherheit sorgt, schützt und hilft. Und dass die Polizei denjenigen, die auf der anderen Seite stehen, sowohl psychisch als auch körperlich gewachsen ist. Voraussetzung für die körperliche Leistungsfähigkeit wiederum ist neben einer guten Gesundheit sportliche Fitness. Diese wird beim Sporttest überprüft. Und eine Disziplin, die dabei häufig eingesetzt wird, ist der sogenannte Cooper-Test. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie im Folgenden.

Der Cooper-Test beim Sporttest der Polizei

Der Cooper-Test ist ein Bestandteil vom Sporttest der Länderpolizeien Bayern, Brandenburg, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen. Beim Sporttest der Bundespolizei steht er ebenfalls auf dem Programm.

Was ist der Cooper-Test?

Der Cooper-Test ist eine Form des Ausdauerlaufs. Er kennzeichnet sich dadurch, dass seine Dauer zwölf Minuten beträgt. Beim Cooper-Lauf laufen Sie also zwölf Minuten lang ohne Unterbrechung Runden. Aus diesem Grund wird auch vom Cooper-Lauftest oder vom 12-Minuten-Lauf gesprochen.

Worum geht es beim Cooper-Test?

Durch den Cooper-Test wird zum einen Ihre Ausdauer überprüft. Es wird also getestet, ob Sie in der Lage sind, zwölf Minuten ohne Pause durchzulaufen. Zum anderen wird gemessen, wie viel Strecke Sie während der zwölf Minuten machen. Denn beim Cooper-Test reicht es nicht, wenn Sie die Zeit nur durchhalten. Stattdessen müssen Sie auch eine bestimmte Distanz zurücklegen. Eine weitere Komponente, die einfließt, ist die Willenskraft. Die Polizei möchte sehen, ob Sie sich bis zum Ende durchbeißen, auch wenn Sie zwischendurch das Gefühl haben, dass Sie nicht mehr können.

Stichwort aerobe und anaerobe Ausdauer

Im Zusammenhang mit dem Cooper-Test ist häufig davon die Rede, dass die aerobe und die anaerobe Ausdauer geprüft werden soll. Die Ausdauer oder die Kondition beschreibt die Fähigkeit, eine sportliche Aktivität möglichst lange auszuführen und damit der einsetzenden Ermüdung möglichst lange entgegenzuwirken. Um der sportlichen Belastung standzuhalten, braucht der Körper aber Energie. Und je nachdem, wie diese Energie bereitgestellt wird, wird zwischen aerober und anaerober Ausdauer unterschieden. Aerobe Ausdauer bedeutet, dass der Körper den Muskeln genug Sauerstoff zur Verfügung stellen kann. Ab einer bestimmten Belastungsintensität reicht der verfügbare Sauerstoff aber nicht mehr aus, um den Energiebedarf zu decken. Der Körper ist deshalb gezwungen, die benötigte Energie teilweise ohne Sauerstoff zu gewinnen. Diese Fähigkeit, eine Sauerstoffschuld einzugehen, wird als anaerobe Ausdauer bezeichnet. Ist die Belastung beendet, arbeitet der Körper das entstandene Sauerstoffdefizit wieder auf. Bei der aeroben und der anaeroben Ausdauer geht es also um die Sauerstoffversorgung der Muskeln zur Bereitstellung von Energie. Beide sind wichtige Faktoren für die Kondition im Allgemeinen und lassen sich trainieren.

Wie läuft der Cooper-Test ab?

Beim Cooper-Test stellen Sie sich zusammen mit den Mitbewerbern aus Ihrer Gruppe an der Startlinie auf. Nachdem der Prüfer das Startkommando gegeben hat, laufen Sie los. In den nächsten zwölf Minuten versuchen Sie dann, so viele Runden wie möglich zu drehen. Dabei wird der Prüfer regelmäßig angeben, wie viel Zeit noch übrig ist. Nach exakt zwölf Minuten endet der Lauf. Für Ihre Bewertung zählt, welche Distanz Sie während des Laufs zurückgelegt haben.

Tipp: In den zwölf Minuten, die der Cooper-Test dauert, müssen Sie die ganze Zeit über in Bewegung bleiben. Wenn Sie den Lauf unterbrechen, weil Sie stehenbleiben, in die Hocke gehen, sich hinsetzen oder sich auf den Boden legen, ist der Cooper-Test für Sie beendet. Aber Sie müssen nicht permanent laufen. Deshalb: Wenn Sie merken, dass Ihre Kraft nachlässt, dann gehen Sie weiter. Gehpausen sind erlaubt und gelten nicht als Unterbrechung. Durch das Gehen können Sie kurz verschnaufen, um den Cooper-Test dann wieder im Laufen fortzusetzen.

Welche Leistungen werden erwartet?

Die geforderten Leistungen beim Cooper-Test weichen voneinander ab. Und auch bei der Bewertung der Leistung gibt es Unterschiede. Hier deshalb die Anforderungen im Einzelnen:

Bayern

Bei der Bayerischen Polizei laufen Sie beim Cooper-Test 100-Meter-Runden. In die Wertung fließen aber nur die Runden ein, die Sie komplett beendet haben. Runden, die Sie nicht vollständig gelaufen sind, zählen nicht. Und je nach Anzahl der Runden, wird Ihre Leistung nach dem Schulnotensystem bewertet. Dabei gilt:

NoteFrauenMänner
1über 25 komplette Rundenüber 29 komplette Runden
224 komplette Runden27 und 28 komplette Runden
322 und 23 komplette Runden25 und 26 komplette Runden
420 und 21 komplette Runden23 und 24 komplette Runden
519 komplette Runden22 komplette Runden
6bis 18 komplette Rundenbis 21 komplette Runden

Um den Sporttest und damit den ganzen Einstellungstest zu bestehen, müssen Sie beim Cooper-Test mindestens die Note 5 erzielen. Beenden Sie den Cooper-Test mit einer 6, haben Sie den Sporttest nicht bestanden. Damit scheiden Sie aus dem Auswahlverfahren aus.

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Brandenburg

Beim Sporttest der Polizei Brandenburg müssen Sie eine bestimmte Distanz schaffen, um den Cooper-Test zu bestehen. Dabei sind folgende Mindeststrecken festgelegt:

Frauen bis 29 Jahre2.100 MeterMänner bis 29 Jahre2.400 Meter
Frauen zwischen 30 und 34 Jahre2.000 MeterMänner zwischen 30 und 34 Jahre2.300 Meter
Frauen zwischen 35 und 39 Jahre1.900 MeterMänner zwischen 35 und 39 Jahre2.200 Meter
Frauen zwischen 40 und 44 Jahre1.800 MeterMänner zwischen 40 und 44 Jahre2.100 Meter

Hamburg

Beim Sporttest der Hamburger Polizei laufen Sie beim Cooper-Test auf einer Rundstrecke. Für ein erfolgreiches Bestehen sind folgende Mindestleistungen gefordert:

Frauen bis 29 Jahre2.100 Meter
Frauen ab 30 Jahre1.950 Meter
Männer bis 29 Jahre2.500 Meter
Männer ab 30 Jahre2.300 Meter

Rheinland-Pfalz

Die rheinland-pfälzische Polizei misst die Strecke, die Sie während des zwölfminütigen Laufs zurückgelegt haben, auf zehn Meter genau. Und bei einem krummen Ergebnis wird zu Ihren Gunsten auf die nächste Zehnerzahl aufgerundet. Sind Sie beispielsweise 2.156 Meter gelaufen, werden also 2.160 Meter als Ergebnis gewertet. Als Mindestleistungen sind folgende Distanzen festgelegt:

Frauen unter 18 Jahrenmindestens 1.950 Meter
Frauen über 18 Jahremindestens 2.000 Meter
Männer unter 18 Jahrenmindestens 2.250 Meter
Männer ab 18 Jahremindestens 2.400 Meter

Saarland

Bei der saarländischen Polizei wird die Strecke, die Sie in zwölf Minuten zurückgelegt haben, auf 25 Meter genau gemessen. Bei einer krummen Zahl wird zu Ihren Gunsten aufgerundet. Je nach Distanz wird Ihre Leistung dann mit Punkten bewertet. Die niedrigste Punktzahl ist Null, maximal sind vier Punkte möglich. Dabei erfolgt die Punktevergabe anhand von folgenden Werten:

PunkteFrauenMänner
0bis 1.619 Meterbis 2.207 Meter
11.620 bis 1.960 Meter2.208 bis 2.549 Meter
21.961 bis 2.268 Meter2.550 bis 2.827 Meter
32.269 bis 2.610 Meter2.828 bis 3.153 Meter
4ab 2.611 Meterab 3.154 Meter

Um den Cooper-Test zu bestehen, müssen Sie mindestens einen Punkt erzielen.

Thüringen

In Thüringen bildet der Cooper-Test den gesamten Sporttest. Es gibt also nur diesen einen Lauf, andere Disziplinen werden nicht geprüft. Und um den Sporttest zu bestehen, müssen Sie

  • als Bewerber mindestens 2.100 Meter und
  • als Bewerberin mindestens 1.900 Meter

während der zwölf Minuten zurücklegen.

Bundespolizei

Bei der Bundespolizei ist für den Cooper-Test ein Rechteck markiert. Dieses Rechteck hat einen Umfang von 100 Metern. Der Lauf erfolgt gegen den Uhrzeigersinn. Ihre Leistung gilt als ausreichend, wenn Sie vier Punkte erreichen. Maximal können Sie neun Punkte bekommen. Für die vier Punkte müssen Sie

  • als Bewerber mindestens 24 Runden (2.400 Meter) und
  • als Bewerberin mindestens 20 Runden (2.000 Meter)

schaffen. Sollten Sie Ihren Lauf innerhalb der zwölf Minuten unterbrechen, wird nur die Strecke berücksichtigt, die Sie bis zur Unterbrechung zurückgelegt haben. Dies gilt auch dann, wenn Sie beispielsweise kurz stehenbleiben und danach weiterlaufen. Sobald Sie stoppen, ist Ihr Lauf beendet.

Wie kann ich mich auf den Cooper-Test vorbereiten?

Zunächst einmal sollten Sie den Cooper-Test auf keinen Fall unterschätzen. Ein Dauerlauf über zwölf Minuten klingt vielleicht im ersten Moment nach keiner allzu großen Herausforderung. Vor allem dann nicht, wenn Sie regelmäßig Sport treiben und ein Lauftraining ohnehin zu Ihrem Standard-Programm gehört. Aber beim Sporttest ist der Cooper-Lauf oft die letzte Disziplin. Wenn Sie zum Lauf antreten, haben Sie die anderen Übungen des Sporttests bereits hinter sich. Und seit dem Beginn des Prüfungstags mit dem PC-Test sind mehrere Stunden vergangen. Deshalb kann es gut sein, dass Sie allmählich müde werden. Dazu kommt die Nervosität und Anspannung. Umso wichtiger ist eine gute Vorbereitung. Schließlich wäre es ärgerlich und schade, wenn Sie ausgerechnet an der letzten Station der Sportprüfung scheitern. Aber wie könnte Ihr Trainingsplan aussehen? Je nachdem, wie fit Sie sind, können Sie Ihre Vorbereitung wie folgt angehen

  • Starten Sie spätestens sechs Wochen vor dem Test mit dem Lauftraining. Laufen Sie drei- bis viermal pro Woche, mit jeweils einem Tag Pause dazwischen.
  • Setzen Sie sich als erstes Zwischenziel, dass Sie die Dauer locker schaffen. Trainieren Sie also zunächst, die zwölf Minuten durchzulaufen. Die Distanz spielt erst einmal keine Rolle. Und es macht auch nichts, wenn Sie zwischendurch immer wieder Gehpausen einlegen müssen. Wichtig ist, dass Sie problemlos zwölf Minuten lang in Bewegung bleiben.
  • Wenn Sie die Dauer problemlos schaffen, können Sie anfangen, an Ihrem Tempo zu arbeiten. Laufen Sie dafür locker los und ziehen Sie die Geschwindigkeit im letzten Drittel deutlich an. Im weiteren Verlauf können Sie die Phase, in der Sie schneller laufen, immer weiter nach vorne verlegen. So lernen Sie, sich Ihre Kraftreserven einzuteilen. Außerdem werden Sie Ihr Tempo finden. Viele Läufer beginnen zügig, reduzieren das Tempo dann ein wenig und ziehen gegen Ende des Laufs noch einmal an.
  • Trainieren Sie so, dass Ihre Leistung regelmäßig rund zwanzig Prozent besser ist als die geforderte Mindestleistung. Zum einen werden Sie sich sicherer und selbstbewusster fühlen, wenn Sie wissen, dass Sie die Anforderung im Training immer locker geschafft haben. Zum anderen haben Sie dadurch einen Puffer. Dieser Puffer wird Ihnen helfen, es auszugleichen, wenn Sie beim Sporttest vielleicht keinen optimalen Tag erwischen.