Polizei in Schleswig-Holstein: Vorstellungsgespräch & strukturiertes Interview

Aktualisiert am 23. August 2022 von Ömer Bekar

Infos zum Vorstellungsgespräch der Polizei in Schleswig-Holstein

Bei der Polizei in Schleswig-Holstein findet das Vorstellungsgespräch am zweiten Testtag statt.

Um aus der Vielzahl an Bewerbern die richtigen Nachwuchskräfte zu finden, setzt die Polizei in Schleswig-Holstein ein mehrteiliges Auswahlverfahren ein. Es schließt schriftliche Prüfungen, einen Sporttest und eine ärztliche Untersuchung ein. Für eine Laufbahn im gehobenen Dienst kommt noch ein Kurzvortrag dazu. Komplett wird der Test durch das Auswahlgespräch, bei dem Polizei Sie persönlich kennenlernen und sich einen Eindruck von Ihrem Auftreten und Ihrer Motivation verschaffen möchte.

Vielseitige Aufgaben in einem abwechslungsreichen Dienstalltag, zahlreiche Einsatzmöglichkeiten, krisensichere Arbeitsplätze, viel Raum für die berufliche Weiterentwicklung, eine faire Vergütung, Beamtenstatus: Dass der Polizeiberuf sehr beliebt ist, kommt nicht von ungefähr. Aber die Arbeit als Polizistin bzw. Polizist ist auch sehr anspruchsvoll, geht mit viel Verantwortung einher und fordert Sie sowohl körperlich als auch mental.

Um aus dem Kreis der Bewerber die Kandidaten mit dem größten Potenzial für das Team der Polizei herauszufiltern, kommt in Schleswig-Holstein ein Verfahren zum Einsatz, das aus zwei Prüfungsteilen besteht. Ein Baustein davon ist das Bewerbungsgespräch. Und das Vorstellungsgespräch bei der Polizei in Schleswig-Holstein schauen wir uns jetzt einmal genauer an.

Das Eignungsauswahlverfahren der Polizei in Schleswig-Holstein

Wenn Sie Ihre Bewerbungsunterlagen vollständig eingereicht haben und die formalen Voraussetzungen für eine Einstellung erfüllen, lädt Sie die Polizei Schleswig-Holstein zur Teilnahme am Auswahlverfahren ein. Der Test findet in Eutin statt und verteilt sich auf zwei Tage.

Erster Prüfungsteil

Der erste Abschnitt vom Auswahlverfahren in Schleswig-Holstein sieht eine schriftliche Prüfung vor. Sie besteht aus einem Intelligenzleistungstest. Dahinter verbirgt sich ein computergestützter Einstellungstest, der verschiedene Aufgaben und Übungen zum logischen, abstrakten und visuellen Denken enthält. Dazu kommt eine Rechtschreibprüfung in Form eines Diktats.

Haben Sie sich für den gehobenen Polizeivollzugsdienst beworben, absolvieren Sie zusätzlich noch einen Sprach- und Bildungstest. Auch dieser Test findet am Computer statt und überprüft Ihre Kenntnisse in den Bereichen Deutsch, Politik sowie Natur und Technik.

Haben Sie die schriftlichen Tests bestanden, steht die Sportprüfung auf dem Programm. Der Sporttest besteht aus einem Hindernisparcours, den Sie in der vorgegebenen Zeit durchlaufen müssen.

Zweiter Prüfungsteil

Waren Sie am ersten Testtag erfolgreich, geht es einige Zeit später mit dem zweiten Prüfungsteil weiter. Dabei beginnt dieser Prüfungsabschnitt mit dem Einzelgespräch. Auf das Vorstellungsgespräch bei der Polizei in Schleswig-Holstein kommen wir gleich noch zu sprechen.

Streben Sie eine Karriere im gehobenen Dienst an, halten Sie ein kurzes Referat. Die Prüfer geben Ihnen dazu ein Thema aus den Bereichen Gesellschaft, Wirtschaft und Politik oder Natur und Technik vor. Nach einer Vorbereitungszeit führen Sie Ihre Überlegungen dann in einem Kurzvortrag vor der Prüfungskommission aus.

Die ärztliche Untersuchung rundet das Auswahlverfahren ab. Sie umfasst verschiedene Einzeluntersuchungen und Tests, die Ihren gesundheitlichen Zustand gründlich überprüfen. Das Ziel ist, Ihre Tauglichkeit für den Polizeidienst festzustellen.

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Prinzip der Bestenauslese

Um sich die Chance auf eine Zusage zu sichern, müssen Sie alle Testteile bestehen. Je besser Ihre Leistungen dabei sind, desto besser ist die Bewertung und folglich auch die Endnote.

Die Polizei in Schleswig-Holstein erstellt anhand der Endnoten dann eine Rangliste und die Einstellungen erfolgen in der Reihenfolge der Platzierungen in der Rangliste. Ihr Ziel sollte deshalb sein, den Eignungstest nicht nur zu bestehen, sondern möglichst gut abzuschneiden, um entsprechend weit vorne in der Rangliste zu landen.

Das Vorstellungsgespräch bei der Polizei in Schleswig-Holstein

Ist der erste Prüfungsteil mit den PC-Tests und der Sportprüfung gut gelaufen, beginnt der zweite Testtag mit dem Einzelgespräch. Wie bei einem Vorstellungsgespräch üblich, möchte die Polizei in Schleswig-Holstein Sie persönlich kennenlernen und etwas über Sie als Mensch, Ihren Charakter und Ihre berufliche Motivation erfahren.

Gleichzeitig ist das Interview aber auch eine mündliche Prüfung, bei der Ihre kommunikativen Fähigkeiten, Ihre Allgemeinbildung und Ihr Wissen über die Tätigkeit als Polizeibeamter getestet und bewertet werden. Ihr Auftreten fließt ebenfalls in die Beurteilung ein. Dabei umfasst das Auftreten sowohl Ihr Verhalten als auch Ihr äußeres Erscheinungsbild.

Das Einzelgespräch als strukturiertes Interview

Im Vorstellungsgespräch stehen Sie als Person im Mittelpunkt. Die Polizei möchte wissen, wie Sie auftreten, wie Sie kommunizieren und was Ihre Stärken und Schwächen sind. Außerdem interessiert sich die Polizei dafür, warum Sie Beamter im Polizeivollzugsdienst werden wollen und ob Sie eine realistische Vorstellung von dem Beruf haben.

Um die gewünschten Informationen zu erhalten, werden gewisse Fragen in Bewerbungsgesprächen regelmäßig gestellt. In einem Jobinterview, das frei geführt wird, ergibt sich aber aus dem Gespräch heraus, was ein Gesprächspartner wann und wie fragt. Außerdem kann sich das Gespräch durch den dynamischen Austausch in verschiedene Richtungen entwickeln.

In einem strukturierten Interview ist das etwas anders. Hier ist der Ablauf schon im Vorfeld klar festgelegt. Die Prüfer haben eine Liste mit Fragen, die sie Ihnen nacheinander in der vorher definierten Reihenfolge stellen. Dadurch entwickelt sich weniger ein lebhafter Dialog, sondern in erster Linie ein Wechsel aus Fragen und Antworten.

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Auch für die Auswertung der Antworten sind klare Kriterien und ein einheitliches Schema bestimmt. Diese verbindliche Struktur sorgt dafür, dass die Bedingungen für alle Bewerber gleich sind. Außerdem kann die Polizei das Gespräch objektiv auswerten und die Ergebnisse einordnen.

Der Ablauf vom Vorstellungsgespräch bei der Polizei in Schleswig-Holstein

Das Einzelgespräch im Rahmen des Auswahlverfahrens dauert ungefähr eine halbe Stunde. Durch den vorbereiteten Fragenkatalog ist der Ablauf des Gesprächs zwar vorbestimmt. Trotzdem sind die Abschnitte mit einem klassischen, frei geführten Bewerbungsgespräch vergleichbar:

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Begrüßung, Einstieg und Ihre Selbstpräsentation

Die Prüfer bitten Sie herein und stellen sich im Zuge der Begrüßung vor. Außerdem werden sie kurz erläutern, wie das Interview abläuft und wie es in die Endnote einfließt. Eventuell sagen sie auch etwas über die Polizei als Arbeitgeber und die Ausbildung in der Laufbahngruppe, für die Sie sich beworben haben.

Lockeren Smalltalk, der den Einstieg ins Gespräch erleichtern soll, gibt es in einem strukturierten Interview eher nicht. Stattdessen gehen die Prüfer zügig zu den Fragen über. Dabei macht die Bitte um Ihre Selbstvorstellung den Anfang.

Dass Sie den Prüfern etwas über sich erzählen sollen, heißt aber nicht, dass die Prüfer Ihre Lebensgeschichte oder eine mündliche Wiedergabe Ihres Lebenslaufs hören wollen. Die Selbstpräsentation soll stattdessen auf den Punkt bringen, wer Sie sind und was Sie auszeichnet.

Beschränken Sie sich deshalb auf die wichtigsten Stationen Ihres Werdegangs und versuchen Sie die Kompetenzen und Eigenschaften in den Mittelpunkt zu rücken, die für den Polizeiberuf relevant sind. Länger als drei bis fünf Minuten sollte Ihre Selbstdarstellung nicht dauern.

Fragenkatalog der Prüfer

Ein typisches Merkmal vom strukturierten Interview ist die enge Abstimmung auf den Polizeiberuf. Inhaltlich zielen die Fragen also auf Kompetenzen und Eigenschaften ab, die Sie als Beamter im Polizeivollzugsdienst brauchen. Dabei spielen vor allem vier Aspekte eine Rolle:

  • Persönlichkeit: Was ist Ihre größte Stärke? Worin sehen Sie Ihre drei größten Schwächen? Welches Adjektiv beschreibt Ihren Charakter am besten? Was machen Sie in Ihrer Freizeit am liebsten?
  • Belastbarkeit: Woran erkennen wir, dass Sie mit Stress umgehen können? Wie verhalten Sie sich, wenn Ihnen etwas schwer zusetzt? Was tun Sie, um einen Streit zu beenden? Wie suchen Sie nach Lösungen?
  • Motivation: Warum wollen Sie Polizist/-in werden? Was erwarten Sie von einer Karriere im öffentlichen Dienst? Womit kann man Sie motivieren? Wo möchten Sie beruflich in fünf Jahren stehen? Was tun Sie, wenn wir Sie nicht einstellen?
  • Teamfähigkeit: Welche Erfahrungen haben Sie mit Gruppenarbeit? Arbeiten Sie gerne im Team? Knüpfen Sie schnell Kontakte? Was ist Ihre typische Rolle in einer Gruppe?

Daneben stellen die Prüfer biografische Fragen. Solche Fragen beziehen sich auf bestimmte Stationen Ihres Werdegangs. Die Prüfer möchten dann wissen, welche Erfahrungen Sie gesammelt oder welche Erkenntnisse Sie gewonnen haben und ob Sie heute etwas anders machen würden.

Eine weitere Fragen-Kategorie im Vorstellungsgespräch der Polizei Schleswig-Holstein können situative Fragen sein. Die Basis für situative Fragen sind fiktive Szenen, die sich auf das alltägliche Leben oder den Dienstalltag beziehen können. Sie sollen sich in die Situation hineinversetzen und ausführlich erklären, wie Sie reagieren, sich verhalten oder vorgehen würden.

Ähnlich funktionieren auch verhaltensbezogene Fragen. Nur geht es darin nicht um ausgedachte Szenen, sondern um konkrete Beispiele aus Ihrem Leben.

Allgemeine und Polizei-bezogene Fragen

Die Polizei in Schleswig-Holstein möchte im Vorstellungsgespräch nicht nur einen Eindruck von Ihrem Auftreten und Ihrem Ausdrucksvermögen gewinnen. Sondern sie nutzt das Interview auch, um Ihre Allgemeinbildung und Ihr Wissen über die Polizei zu überprüfen. Solche Fragen können dann zum Beispiel lauten:

  • Wie stellen Sie sich einen Tag auf der Wache vor?
  • Fassen Sie kurz den Ablauf der Polizeiausbildung zusammen!
  • Worin sehen Sie die wichtigste Aufgabe der Polizei?
  • Was ist der höchste Dienstgrad in Ihrer Laufbahngruppe?
  • Nennen Sie uns drei Vorteile und drei Nachteile vom Polizeiberuf!
  • Wie stehen Sie dazu, möglicherweise von einer Schusswaffe Gebrauch machen zu müssen?
  • Wie heißt der Innenminister von Schleswig-Holstein?
  • An wie viele Bundesländer grenzt Schleswig-Holstein und welche sind das?
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Die Fragen zur Polizei sollen zeigen, ob Sie sich ernsthaft mit der Tätigkeit befasst haben und eine realistische Vorstellung davon haben. Außerdem kann die Polizei auf diese Weise herausfinden, wie interessiert Sie tatsächlich sind.

Allgemeine Fragen lassen Rückschlüsse darauf zu, ob Sie mit offenen Augen durchs Leben gehen. Aber sie sind auch ein kleiner Test. Denn als Polizistin bzw. Polizist stehen Sie im Staatsdienst und sind dem Grundgesetz verpflichtet. Ihre eigenen politischen, religiösen oder weltanschaulichen Ansichten dürfen Ihre Arbeit nicht beeinflussen.

Ihre Fragen

Im letzten Abschnitt des Vorstellungsgesprächs können Sie Ihre Fragen an die Polizei in Schleswig-Holstein stellen. Diese Gelegenheit sollten Sie nutzen. Denn auf diese Weise können Sie vermitteln, dass Sie sich mit der Behörde und dem Beruf beschäftigt und sich gut vorbereitet haben. Wollen Sie nichts weiter wissen, könnten die Prüfer das als mangelndes Interesse oder eine zu schüchterne Art auslegen.

Beziehen Sie sich in Ihren Fragen auf die Ausbildung oder Tätigkeit als Polizeibeamter. Genauso können Sie die Prüfer nach deren Erfahrungen fragen oder Themen ansprechen, die Sie in den Medien gefunden haben. Fragen Sie aber nichts, was Sie selbst wissen müssten. Und greifen Sie keine Punkte auf, die im Gespräch schon ausführlich besprochen wurden.

Haben Sie Ihre Fragen gestellt, endet das Interview mit der Verabschiedung. Für Sie geht es danach zur ärztlichen Untersuchung. Einige Zeit später erfahren Sie dann, wo in der Rangliste Sie stehen und ob es mit einem Ausbildungs- oder Studienplatz klappt.

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