Polizei Bewerbung Anschreiben: Wer eines verlangt und was hineingehört

Aktualisiert am 7. Oktober 2026 von Ömer Bekar

Aktualisiert am 7. Oktober 2026 von Ömer Bekar

Infos zu Polizei Bewerbung Anschreiben

Mitunter brauchen Sie für Ihre Bewerbung bei der Polizei gar kein Anschreiben.

Anders als bei einer Bewerbung in der freien Wirtschaft ist das Anschreiben bei der Polizei nicht überall Pflicht. Mehrere Polizeien führen das Bewerbungsverfahren vollständig über einen Bewerbungsbogen und verlangen kein freies Anschreiben. Andere erwarten an dessen Stelle ein Motivationsschreiben, die Bundespolizei einen ausführlichen Lebenslauf. Welche Unterlage Sie brauchen, steht in der Unterlagenliste Ihrer Polizei. Diese Liste entscheidet, bevor Sie den ersten Satz formulieren.

➔ Der Einstellungstest nach der Polizei Bewerbung

Verlangt Ihre Polizei überhaupt ein Anschreiben?

Die Polizei ist in Deutschland Ländersache. Jedes Bundesland regelt sein Einstellungsverfahren selbst, und dazu gehört auch, welche Unterlagen eine Bewerbung enthalten muss. Deshalb gibt es auf die Frage nach dem Anschreiben keine bundesweit einheitliche Antwort.

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Klären Sie den Punkt an genau zwei Stellen, bevor Sie schreiben: in der Unterlagenliste auf der Karriereseite Ihrer Landespolizei oder der Bundespolizei und beim zuständigen Einstellungsberater. Beide Angaben sind verbindlich, eine Vorlage aus dem Internet ist es nicht. Wer ein Anschreiben beilegt, wo keines vorgesehen ist, verliert nichts. Wer eine ausdrücklich geforderte Unterlage weglässt, riskiert, dass die Bewerbung aus formalen Gründen aussortiert wird, bevor sie jemand liest.

Beachten Sie dabei die Bewerbungsfrist Ihrer Polizei. In einigen Ländern können Sie sich das ganze Jahr über bewerben, in anderen nur in festen Zeiträumen und zu festen Einstellungsterminen.

Bewerbungsbogen, Anschreiben, Motivationsschreiben: Welche Unterlage leistet was?

Die Unterlagen, die bei Polizeibewerbungen vorkommen, haben verschiedene Aufgaben. Sie ersetzen sich nicht gegenseitig.

Unterlage Verlangt wird sie Was hineingehört Umfang
Bewerbungsbogen praktisch immer, meist online im Bewerberportal Angaben zu Person, Schulbildung, Staatsangehörigkeit, Vorstrafen, wirtschaftlichen Verhältnissen und Laufbahnwunsch mehrseitiges Formular
Anschreiben nur bei einem Teil der Polizeien Ihre Eignung und Ihre Motivation in eigenen Worten, mit Bezug auf diese Polizei eine DIN-A4-Seite
Motivationsschreiben bei einigen Polizeien anstelle des Anschreibens ausschließlich die Begründung Ihrer Berufswahl, ohne Bewerbungsformalien eine DIN-A4-Seite
Ausführlicher Lebenslauf unter anderem bei der Bundespolizei anstelle des Anschreibens Ihr Werdegang als zusammenhängender Text, nicht in Stichpunkten eine bis zwei Seiten

Wie der ausführliche Lebenslauf für die Bundespolizei aufgebaut wird, unterscheidet sich deutlich vom tabellarischen Lebenslauf, den Sie aus anderen Bewerbungen kennen.

Warum der Bewerbungsbogen über Ihre Bewerbung entscheidet

Als Polizeivollzugsbeamtin oder Polizeivollzugsbeamter werden Sie in ein Beamtenverhältnis berufen. Die Voraussetzungen dafür stehen in Paragraf 7 des Beamtenstatusgesetzes: Sie müssen Deutsche im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes sein oder die Staatsangehörigkeit eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union besitzen, und Sie müssen die Gewähr dafür bieten, jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung einzutreten.

Genau diese Punkte fragt der Bewerbungsbogen ab, und zwar in einer Form, die Sie unterschreiben. Das Anschreiben kann diese Angaben nicht ersetzen und auch nicht ausgleichen. Ein ausgefeilter Text hilft Ihnen nicht, wenn im Formular eine Angabe fehlt oder die laufbahnbezogenen Anforderungen Ihres Bundeslandes nicht erfüllt sind.

Prüfen Sie deshalb zuerst die Einstellungsvoraussetzungen Ihrer Polizei, darunter Altersgrenzen, Mindestgröße und das Führungszeugnis. Erst danach lohnt die Arbeit am Text.

Was gehört in das Anschreiben für die Polizei?

Das Anschreiben hat eine andere Aufgabe als der Lebenslauf. Der Lebenslauf zeigt Ihren Werdegang, das Anschreiben stellt Sie als Person vor und begründet Ihre Berufswahl. Vier Fragen tragen den Text:

  • Wer sind Sie, was macht Sie als Person aus?
  • Was können Sie? Welche Kenntnisse und Fähigkeiten bringen Sie für den Polizeiberuf mit?
  • Warum wollen Sie Polizistin oder Polizist werden, und warum gerade bei dieser Polizei?
  • Weshalb sollte die Polizei Sie zum Auswahlverfahren einladen?

Steigen Sie mit Ihrem stärksten Argument ein, nicht mit einer Ankündigung. Belegen Sie jede Eigenschaft, die Sie nennen, mit einer Situation, in der Sie sie gezeigt haben. Begriffe wie Belastbarkeit, Teamfähigkeit oder Zivilcourage sind ohne Beispiel austauschbar, eine Schilderung Ihres Verhaltens in einer konkreten Lage ist es nicht.

Beschränken Sie sich auf zwei oder drei Argumente. Eine DIN-A4-Seite trägt nicht mehr, und die Fähigkeit, das Wesentliche auszuwählen, brauchen Sie später im Dienst ebenfalls.

Welchen Dienstort und welchen Studienort sollten Sie nennen?

Anders als bei vielen anderen Arbeitgebern erwarten die Polizeien eine Aussage dazu, wo Sie eingesetzt werden möchten. Nennen Sie den Standort oder die Dienststelle, die Sie bevorzugen, und begründen Sie die Wahl mit einem nachvollziehbaren Bezug, etwa einem Wohnort, einer Familiensituation oder einem Praktikum vor Ort.

Das gilt besonders, wenn Sie sich in einem Bundesland bewerben, in dem Sie nicht wohnen. Dann ist die Frage, warum Sie ausgerechnet diese Landespolizei gewählt haben, kein Beiwerk, sondern der Punkt, an dem Ihr Anschreiben überzeugt oder nicht. Ob Ihr Wunsch erfüllt wird, entscheidet die Polizei nach ihrem Bedarf. Ihn zu äußern kostet nichts.

Was ist beim Anschreiben für den gehobenen Dienst anders?

Im gehobenen Polizeivollzugsdienst ist ein Studium Teil der Ausbildung. Deshalb gehört hier ein Punkt in das Anschreiben, der im mittleren Dienst entfällt: der bevorzugte Studienort und, soweit Sie ihn benennen können, Ihr fachliches Interesse.

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Wenn Sie sich für Kriminologie, Rechtskunde oder Einsatzlehre interessieren, schreiben Sie das mit einem Beleg hin, etwa einer Lektüre oder einem Projekt in der Schule. Außerdem unterscheiden sich die Laufbahnen im geforderten Schulabschluss, und nicht jedes Bundesland bildet in jedem Jahr in allen Laufbahnen aus. Klären Sie das vor dem Schreiben, damit Sie sich im Text auf die Laufbahn beziehen, die tatsächlich ausgeschrieben ist.

Welche Formulierungen kosten Sie nur Platz?

Vier Muster tauchen in Polizeibewerbungen regelmäßig auf und nehmen Raum weg, ohne etwas auszusagen.

Die Eröffnungsfloskel

Der Satz „Hiermit bewerbe ich mich für einen Ausbildungsplatz im Polizeivollzugsdienst“ wiederholt, was die Unterlage ohnehin zeigt. Beginnen Sie stattdessen mit dem Argument, das für Sie spricht.

Die Wiederholung des Lebenslaufs

Stationen, Zeugnisse und Praktika stehen im Lebenslauf. Im Anschreiben gehört nur hinein, was dort nicht sichtbar ist: Ihre Beweggründe und die Beispiele dazu.

Der Konjunktiv

Formulierungen mit „würde“, „hätte“, „könnte“, „ich hoffe“ oder „ich wünsche mir“ wirken unentschlossen. Schreiben Sie im Indikativ, was Sie wollen und können.

Der übernommene Mustertext

Die Einstellungsberatungen lesen jedes Jahr sehr viele Bewerbungen und kennen die verbreiteten Vorlagen. Ein erkennbar übernommener Text bleibt zudem allgemein und sagt nichts über Sie.

Achten Sie auf Grammatik und Rechtschreibung. Die sichere Beherrschung der deutschen Sprache wird im Auswahlverfahren eigens geprüft, etwa im Deutschtest. Fehler im Anschreiben sind deshalb kein Randproblem, sondern ein Signal in genau dem Bereich, auf den die Polizei ohnehin schaut.

Wie ist das Anschreiben aufgebaut?

Formal folgt das Anschreiben für die Polizei dem üblichen Geschäftsbrief und passt auf eine DIN-A4-Seite. Wählen Sie dasselbe Schriftbild wie im Lebenslauf, damit die Unterlagen als Einheit erkennbar sind, und gliedern Sie den Text in Absätze.

Ihr Name, Anschrift, Telefon, E-Mail Polizei des Landes, Einstellungsberatung, Ansprechpartner mit Namen Ort, Datum Betreff: Bewerbung um einen Ausbildungsplatz Anrede mit Namen Absatz 1: Ihr stärkstes Argument und Ihr Laufbahnwunsch Absatz 2: Ihre Eignung, belegt mit Beispielen Absatz 3: Dienstort, Studienort, Bezug zu dieser Polizei Grußformel, Unterschrift

Nennen Sie den Ansprechpartner der Einstellungsberatung namentlich, wenn er in der Ausschreibung steht. Eine unpersönliche Anrede ist der erste vermeidbare Verlust auf der Seite.

Dürfen Sie ein Muster übernehmen?

Ein Muster taugt dazu, Aufbau und Tonlage einzuschätzen. Es taugt nicht als Text, den Sie mit getauschtem Namen absenden. Die vier Fragen aus dem Abschnitt zum Inhalt kann niemand für Sie beantworten, und genau diese Antworten sind der Grund, warum die Polizei das Schreiben verlangt.

Wenn Sie eine Orientierung an einem ausformulierten Beispiel suchen, finden Sie eine Vorlage für die Polizei Bewerbung samt Musterschreiben auf einer eigenen Seite. Arbeiten Sie damit als Gliederungshilfe und ersetzen Sie jeden Satz durch Ihren eigenen.

Was gilt für eine Initiativbewerbung und ein Praktikum?

Wollen Sie keinen Ausbildungsplatz, sondern ein Praktikum bei der Polizei, bewerben Sie sich in der Regel initiativ. Dann gibt es keine Ausschreibung, auf die Sie sich beziehen können, und das Anschreiben trägt die Bewerbung allein.

Schreiben Sie in diesem Fall hinein, welchen Zeitraum Sie anstreben, welchen Bereich Sie kennenlernen möchten und warum. Auch für Praktika gelten Voraussetzungen und formale Vorgaben, etwa ein Mindestalter. Fragen Sie diese vor der Bewerbung bei der Dienststelle ab, an die Sie schreiben.

Prüfliste vor dem Absenden

Gehen Sie diese Punkte durch, bevor die Bewerbung herausgeht:

  1. Die Unterlagenliste Ihrer Polizei ist geprüft, und das Anschreiben ist tatsächlich verlangt.
  2. Der Bewerbungsbogen ist vollständig ausgefüllt und unterschrieben.
  3. Der Ansprechpartner ist namentlich angeschrieben.
  4. Der Betreff nennt Laufbahn und Einstellungstermin.
  5. Jede genannte Eigenschaft ist mit einem Beispiel belegt.
  6. Dienstort und, im gehobenen Dienst, Studienort sind genannt.
  7. Der Text enthält keine Eröffnungsfloskel und keinen Konjunktiv.
  8. Das Anschreiben passt auf eine Seite und wiederholt den Lebenslauf nicht.
  9. Rechtschreibung und Grammatik sind geprüft, am besten von einer zweiten Person.
  10. Der Übermittlungsweg entspricht der Vorgabe: Portal, Post oder beides.

Wie es nach dem Eingang Ihrer Bewerbung weitergeht, hängt vom Bundesland ab. Auf die Einladung folgt das Auswahlverfahren mit schriftlichem Test, Sportprüfung, psychologischem Teil und Vorstellungsgespräch.

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