Polizei in Hessen: Vorstellungsgespräch & strukturiertes Interview

Aktualisiert am 26. September 2022 von Ömer Bekar

Infos zum Vorstellungsgespräch der Polizei in Hessen

Das Vorstellungsgespräch im Auswahlverfahren der Polizei in Hessen ist ein strukturiertes Interview.

Die Polizei des Landes Hessen braucht Nachwuchskräfte, die Verantwortung übernehmen wollen und kommunikativ, vielseitig interessiert und körperlich fit sind. Sie wünscht sich Bewerber, die im Polizeiberuf nicht nur einen Job, sondern ihre Berufung sehen. Aber Motivation alleine reicht nicht aus. Vielmehr muss auch die Eignung für den anspruchsvollen Polizeidienst gegeben sein. Und ob das der Fall ist, zeigt sich im Auswahlverfahren.

Auf Streife, im Bereitschaftsdienst, bei der Kripo, als Hundeführer oder in einer Spezialeinheit: Die Einsatzmöglichkeiten bei der hessischen Polizei sind vielfältig. Dabei bereitet Sie ein Studium intensiv auf die spannenden Aufgaben als Polizist/-in vor.

Die Grundlage für eine Karriere schaffen Sie durch ein erfolgreiches und gutes Abschneiden im Eignungsauswahlverfahren. Denn den Eignungstest müssen Sie bestehen, um sich die Chance auf eine Zusage zu sichern.

Das Verfahren verteilt sich auf zwei Tage und umfasst verschiedene Einzelprüfungen. Ein Baustein darunter ist das Bewerbungsgespräch. Und das Vorstellungsgespräch bei der Polizei in Hessen schauen wir uns jetzt einmal näher an.

Das Auswahlverfahren der hessischen Polizei

Der erste Schritt auf Ihrem Weg zur Polizei Hessen ist natürlich Ihre Bewerbung. Auf der Karriereseite der hessischen Polizei finden Sie die Formulare dafür und auch alle weiteren Infos, die Sie rund um die Bewerbung, das Studium und den Berufseinstieg brauchen.

Ist Ihre Bewerbung eingegangen, prüft die Polizei, ob Sie die formalen Voraussetzungen für eine Einstellung als Polizeibeamter/-in erfüllen. Ist das der Fall, bekommen Sie etwa vier Wochen vor Ihrem Termin eine Einladung zum Auswahlverfahren.

Die Auswahlprüfung findet an der Hessischen Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit in Wiesbaden statt und erstreckt sich über zwei aufeinanderfolgende Werktage. Sie umfasst verschiedene Bausteine:

Erster Tag

Am ersten Testtag überprüft die Polizei Hessen Ihre fachliche, körperliche und persönliche Eignung für den Polizeiberuf. Den Anfang dabei macht ein PC-Test. Der Einstellungstest dauert ungefähr zweieinhalb Stunden und enthält Aufgaben aus unterschiedlichen Bereichen. Dazu zählen Deutsch und Mathe, logisches Denken und Konzentrationsvermögen. Auch ein paar Fragen zur Persönlichkeit sind darunter.

Nach dem Computertest geht es in die Sporthalle. Um Ihre körperliche Leistungsfähigkeit festzustellen und zu bewerten, besteht der Sporttest aus vier Disziplinen. Diese sind ein Achterlauf, Bankdrücken, ein Fünfer-Sprunglauf und ein Wendelauf über 500 Meter.

Die nächste Etappe ist eine Gruppenaufgabe. Zusammen mit anderen Bewerbern bearbeiten Sie etwa eine halbe Stunde lang eine vorgegebene Aufgabe. Sie tauschen sich über das Thema aus und entwickeln gemeinsam eine Lösung. Teamgeist, Lösungsorientierung und Ihre kommunikativen Fähigkeiten sind die Aspekte, auf die es vor allem ankommt.

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Der letzte Programmpunkt am ersten Testtag ist das Einzelgespräch. Das Vorstellungsgespräch bei der Polizei in Hessen schauen wir uns gleich noch ausführlich an.

Noch am ersten Tag erfahren Sie Ihr Ergebnis und erhalten damit auch die Rückmeldung, ob Sie für eine Laufbahn bei der hessischen Polizei geeignet sind. Haben Sie die bisherigen Tests mit besonders guten Leistungen abgeschlossen, bekommen Sie direkt eine mündliche Einstellungszusage, allerdings vorbehaltlich der ärztlichen Untersuchung. Ansonsten wird Ihr Ergebnis in einer Rangliste erfasst. Die Platzierung ergibt sich aus der Punktzahl, die Sie erreicht haben.

Sind Sie hingegen an einem Testteil gescheitert, ist das Auswahlverfahren zunächst vorbei. Sie haben aber die Möglichkeit, den PC-Test, die Sportprüfung und das Auswahlgespräch je einmal zu wiederholen. Starten Sie den zweiten Versuch innerhalb eines Jahres, beginnen Sie mit dem Test, bei dem Sie beim ersten Mal durchgefallen sind. Vergeht zwischen dem ersten Versuch und Ihrer Wiederholung mehr als ein Jahr, durchlaufen Sie das gesamte Auswahlverfahren noch einmal von vorne.

Zweiter Tag

Während es am ersten Testtag um Ihre Eignung ging, dreht sich der zweite Tag um Ihre gesundheitliche Tauglichkeit. Um festzustellen, ob Sie aus medizinischer Sicht jetzt und langfristig für den Polizeidienst geeignet sind, führt der Polizeiarzt eine umfangreiche Untersuchung durch.

Das Verfahren umfasst unter anderem eine allgemeine medizinische Untersuchung, einen Hör- und einen Sehtest, ein EKG und ein Gespräch mit dem Polizeiarzt. Sofern notwendig, veranlasst er zusätzliche Untersuchungen.

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Am Ende des zweiten Tages teilt Ihnen die hessische Polizei mit, ob der Polizeiarzt Ihre Polizeidiensttauglichkeit festgestellt und bestätigt hat oder was Sie unternehmen müssen, um diese noch zu erlangen. Hat alles geklappt, schickt Ihnen die Polizei einige Zeit später die schriftliche Einstellungszusage zu. Darin steht dann auch, an welchem Standort Sie Ihr Studium absolvieren.

Das Vorstellungsgespräch bei der Polizei in Hessen

Wie schon erwähnt, führen Sie am ersten Testtag auch ein Auswahlgespräch. Die Polizei in Hessen nutzt für das Vorstellungsgespräch die Form eines strukturierten Interviews. Das strukturierte Interview wird auch standardisiertes Einzelgespräch genannt und kennzeichnet sich durch einen klaren, vorher festgelegten Ablauf. Die Basis dafür bildet ein Fragenkatalog, den die Prüfer vorbereitet haben und Punkt für Punkt mit Ihnen durchgehen.

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Der Fragenkatalog, auch Interview-Leitfaden genannt, kommt bei allen Bewerbern zum Einsatz. Alle Bewerber beantworten also genau die gleichen Fragen in derselben Reihenfolge und Form. Die Bewertung der Antworten erfolgt nach einheitlichen, vorab definierten Kriterien und wird in einer Punkteskala erfasst. Für das Interview gelten somit verbindliche Standards, die gleiche Bedingungen für alle Bewerber sicherstellen und eine sachliche Bewertung ermöglichen.

Das Vorstellungsgespräch führen Sie mit zwei Beamten der Polizei in Hessen. Es dauert etwa 45 Minuten und gliedert sich in die typischen Phasen eines Bewerbungsgesprächs:

Ihre Selbstvorstellung

Im Zuge der Begrüßung stellen sich die Prüfer kurz vor und erläutern, wie das Gespräch ablaufen und in Ihr Endergebnis vom Auswahlverfahren einfließen wird. Direkt im Anschluss werden die Prüfer Sie dazu auffordern, sich vorzustellen.

Bei der Selbstpräsentation geht es darum, den Prüfern auf den Punkt gebracht zu vermitteln, wer Sie sind, was Sie können und was Sie wollen. Wiederholen Sie deshalb nicht einfach nur Ihren Lebenslauf und plaudern Sie nicht belanglos über Ihre Lebensgeschichte.

Suchen Sie sich stattdessen die wichtigsten Stationen oder prägendsten Erfahrungen Ihres bisherigen Werdegangs heraus. Kreieren Sie einen roten Faden, der den Fokus auf Stärken, Kenntnisse und Eigenschaften lenkt, die für die Arbeit bei der Polizei relevant sind.

Die Fragen der Prüfer an Sie

An Ihre Selbstdarstellung knüpft sich die Fragerunde an. Das Vorstellungsgespräch dient dazu, Sie als Person kennenzulernen, Ihre Eignung als Polizist/-in zu ermitteln und Ihre Motivation für ein Studium bei der Polizei in Hessen zu überprüfen. Aus diesem Grund sind die Fragen inhaltlich eng auf berufsrelevante Kompetenzen und Eigenschaften zugeschnitten.

Mit Blick auf Ihre Motivation möchten die Prüfer wissen, warum Sie zur Polizei wollen. Gleichzeitig wollen sie herausfinden, ob Sie eine realistische Vorstellung von der Polizeiarbeit haben. Was sind aus Ihrer Sicht Vor- und Nachteile des Berufs? Vor welchen besonderen Herausforderungen stehen Polizeibeamte? Wie ist die Polizei organisiert? Welche Strukturen und Besonderheiten gibt es bei der Polizei des Landes Hessen? Solche Fragen sollten Sie beantworten können.

Eine weitere Gruppe bilden biografische Fragen. Sie befassen sich mit Ihrem Werdegang und Ihrer Persönlichkeit. Ihre Stärken und Schwächen, Ihre Interessen und Ihre charakterlichen Merkmale sind Inhalte dieser Fragen. Unterm Strich geht es darum, was Sie ausmacht, wie Sie sich entwickelt haben und wie es beruflich weitergehen soll.

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Daneben sind situative und verhaltensbezogene Fragen üblich. Bei einer situativen Frage schildern Ihnen die Prüfer eine Situation aus dem polizeilichen Dienstalltag oder dem alltäglichen Leben. Sie sollen sich in diese Situation hineinversetzen und möglichst ausführlich erläutern, wie Sie reagieren und vorgehen würden. Durch die Fragen möchten die Prüfer einen Eindruck von Ihren kommunikativen Fähigkeiten, Ihrer Entscheidungsfreudigkeit, Ihrem Vorgehen bei der Lösungsfindung und Ihrer Belastbarkeit gewinnen.

Verhaltensbezogene Fragen sind ähnlich. Allerdings basieren sie nicht auf fiktiven Szenarien. Stattdessen greifen sie Erlebnisse oder Erfahrungen auf, die Sie schon gemacht haben.

Ihre Fragen

Eine der letzten Fragen im Vorstellungsgespräch lautet, ob Sie noch etwas von oder über die Polizei in Hessen wissen möchten. Sie sollten die Gelegenheit nutzen, eigene Fragen zu stellen. Dadurch belegen Sie Ihr Interesse am Polizeiberuf und Ihre gute Vorbereitung auf das Auswahlverfahren.

Bei Ihren Fragen können Sie sich nach bestimmten Aspekten der Polizeiarbeit erkundigen. Vielleicht haben Sie auf der Webseite der Polizei Hessen auch etwas Interessantes gelesen, das Sie ansprechen möchten. Oder sie fragen die Prüfer nach deren Erfahrungen im Staatsdienst.

Denkbar ist außerdem, dass sich im Verlauf des Gesprächs Punkte ergeben haben, auf die Sie noch einmal eingehen möchten. Greifen Sie zum Beispiel eine Bemerkung eines Prüfers auf, signalisieren Sie, dass Sie ein guter und aufmerksamer Zuhörer sind. Diese Eigenschaft ist als Polizist/-in sehr wichtig.

Damit endet das Vorstellungsgespräch. Nach einer kurzen Pause informiert Sie die Polizei darüber, wie Sie bislang abgeschnitten haben.

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