
Die Einstellungsprüfung der Polizei Bayern findet an zwei Tagen in München oder Nürnberg statt.
Fünf Prüfungsteile an zwei Tagen: So ist der Einstellungstest der Polizei Bayern für die 2. Qualifikationsebene aufgebaut. Sprachtest, Grundfähigkeitstest, Einstellungsgespräch, Gruppendiskussion und Sportprüfung legt die Verordnung über die Fachlaufbahn Polizei und Verfassungsschutz (FachV-Pol/VS) fest, dazu kommt die polizeiärztliche Untersuchung. Ausrichter ist das Präsidium der Bayerischen Bereitschaftspolizei, geprüft wird in einer Abteilung in München oder Nürnberg. Wer in einem Teil schlechter als 4,50 abschneidet, hat die Prüfung nicht bestanden.
Diese Seite bündelt, was Bewerberinnen und Bewerber für Bayern wissen müssen: wie die Anmeldung läuft, welche Voraussetzungen gelten, was an den beiden Prüfungstagen geprüft wird, wie das Einstellungsgespräch als strukturiertes Interview funktioniert und wie aus den Einzelnoten der Rangplatz entsteht.
Bewerbung bei der Bayerischen Polizei: Termine, Frist und Einstellungsberatung
Für die Ausbildung in der 2. Qualifikationsebene (früher mittlerer Dienst) nannte die Stellenausschreibung der Bayerischen Polizei zuletzt den 1. September 2025 als Einstellungstermin; das Studium in der 3. Qualifikationsebene beginnt laut BayernPortal jeweils Anfang März und Anfang September. Beworben wird online über das Karriereportal team.polizei.bayern.de.
Der Meldeschluss liegt weit vor dem Einstellungstermin. Für den 1. September 2025 endete die Bewerbungsfrist am 31. Oktober 2024, also rund zehn Monate vorher. Die aktuelle Frist für Ihren Wunschtermin nennt das Karriereportal oder Ihre Einstellungsberatung. Mehr zu den Fristen in anderen Ländern steht unter Polizei Bewerbungsfrist.
Die Einstellungsberaterinnen und Einstellungsberater der Bayerischen Polizei begleiten das Bewerbungsverfahren. Über sie laufen Fragen zu Ausnahmen bei Alter und Körpergröße und zur Wiederholung von Prüfungsteilen. Kontakt und Terminvereinbarung erfolgen über dasselbe Karriereportal.
Für ein Studium in der 3. Qualifikationsebene (gehobener Dienst) gilt ein anderer Weg: Dort ist zusätzlich die Anmeldung zum Auswahlverfahren des Bayerischen Landespersonalausschusses zu beachten. Für die Ausbildung in der 2. Qualifikationsebene ist die Teilnahme am Verfahren des Landespersonalausschusses nicht notwendig, die Bereitschaftspolizei führt hier ein eigenes Auswahlverfahren durch.
Voraussetzungen für Ausbildung und Studium in Bayern
| Voraussetzung | 2. Qualifikationsebene (Ausbildung) | 3. Qualifikationsebene (Studium) |
|---|---|---|
| Staatsangehörigkeit | deutsch, Ausnahmen möglich | deutsch |
| Alter am Einstellungstag | 17 bis 30 Jahre, Ausnahmen möglich | 17 bis 30 Jahre, Ausnahmen möglich |
| Körpergröße | mindestens 160 cm, Ausnahmen möglich | mindestens 160 cm, darunter Vortest |
| Schulabschluss | mittlerer oder höherwertiger Schulabschluss, oder qualifizierender Haupt- bzw. Mittelschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung | unbeschränkte Fachhochschulreife, fachgebundene oder allgemeine Hochschulreife, oder Meisterprüfung mit Beratungsgespräch an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern |
| Schwimmen | Deutsches (Jugend-)Schwimmabzeichen mindestens in Bronze, eine Eigenerklärung genügt | |
| Weitere | gesundheitliche Eignung, Gesetzestreue, geordnete wirtschaftliche Verhältnisse, nur zulässige Tätowierungen | |
Quellen: Stellenausschreibung der Bayerischen Polizei (2. QE) und BayernPortal (3. QE). Wie die Mindestgröße in den übrigen Ländern geregelt ist, zeigt die Übersicht Mindestgröße Polizei. Die Einordnung der Qualifikationsebenen im Vergleich zu anderen Ländern erklärt die Seite zur Laufbahn im mittleren Dienst.
Die Prüfungsteile im Überblick
Die Einladung zur Einstellungsprüfung kommt, nachdem die Bewerbung formal geprüft wurde. Geprüft wird an zwei Tagen in einer Abteilung der Bereitschaftspolizei in München oder Nürnberg. Die Prüfung endet vorzeitig, sobald sie nach den Bestehensregeln nicht mehr bestanden werden kann.
| Prüfungsteil | Dauer | Was geprüft wird | Zählt für die Gesamtnote |
|---|---|---|---|
| Sprachtest (am Computer) | 90 Minuten | Rechtschreibung, Grammatik, Sprachgefühl | ja |
| Grundfähigkeitstest (am Computer) | 50 Minuten | Bearbeitungsgeschwindigkeit, Verarbeitungskapazität, Gedächtnisleistung | ja |
| Einstellungsgespräch (strukturiertes Interview) | 45 Minuten | soziale Kompetenz, Belastbarkeit, Leistungsmotivation | ja |
| Gruppendiskussion | 45 Minuten | kommunikative Fähigkeiten, Kooperationsvermögen | ja |
| Sportprüfung | vier Übungen | Sprungkraft, Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer | nein, muss aber bestanden werden |
| Polizeiärztliche Untersuchung | – | gesundheitliche Eignung für den Polizeivollzugsdienst | nein |
Rechtsgrundlage für Inhalt und Dauer ist § 16 FachV-Pol/VS, die Zeiten für Gespräch und Gruppendiskussion nennt das Informationsblatt der Bereitschaftspolizei zur Einstellungsprüfung.
Sprachtest und Grundfähigkeitstest am Computer
Im Sprachtest wechseln sich Aufgabenformen ab: Lückendiktate, bei denen der Text eingeblendet wird und nur die Lücken zu füllen sind, Multiple-Choice-Aufgaben zu Grammatik und Wortbedeutung sowie Freitextfelder. Übungsmaterial zu diesen Formen steht unter Deutschtest Polizei.
Der Grundfähigkeitstest misst, wie schnell und genau Sie unter Zeitdruck arbeiten. Typisch sind Rechenaufgaben, Merk- und Schätzaufgaben und Aufgaben, bei denen aus Vorgaben eine Schlussfolgerung zu ziehen ist. Der Test ist so angelegt, dass nicht alle Aufgaben in der Zeit zu schaffen sind. Aufgabentypen mit Lösungsweg zeigt die Seite zum Intelligenztest im Polizei-Einstellungstest.
➔ Online Vorbereitung für den Einstellungstest der Polizei in Bayern
Sportprüfung: vier Übungen mit eigenen Ausschlussregeln
Die bayerische Sportprüfung besteht aus Springen über eine Kleinbank (30 Sekunden, Bank 31 x 34 cm), Bankdrücken mit einer Last von 45 Prozent des Körpergewichts bei Frauen und 60 Prozent bei Männern (mindestens 22,5 kg), einem Pendellauf, bei dem viermal hin und zurück zwischen zwei zehn Meter entfernten Kleinbänken gesprintet und dabei ein Seil gewechselt wird, und dem Cooper-Test über zwölf Minuten auf einer 100-Meter-Runde. Jede Übung wird mit einer Note von 1 bis 6 bewertet.
Die Sportnote fließt nicht in die Gesamtnote ein. Sie entscheidet aber über den Rangplatz, wenn mehrere Bewerber dieselbe Gesamtnote haben. Ausgeschlossen ist nach § 18 FachV-Pol/VS, wer
- im Cooper-Test die Note 6 erhält,
- in zwei oder mehr der übrigen Übungen die Note 6 erhält oder
- in drei oder mehr Übungen die Note 5 oder schlechter erreicht.
Die Notentabellen je Übung und ein Trainingsaufbau stehen auf der Seite Sporttest Polizei Bayern.
Gruppendiskussion mit Mitbewerbern
Die Gruppe erhält ein Thema mit einem Problem und soll in rund 45 Minuten gemeinsam eine Lösung erarbeiten. Polizeiliches Fachwissen wird nicht verlangt. Bewertet wird, wie Sie Ihre Position einbringen, auf andere eingehen und zur Lösung beitragen. Die Note geht zu einem Viertel in die Gesamtnote ein. Wie solche Runden ablaufen, zeigt die Seite Gruppendiskussion im Assessment Center der Polizei.
Vorstellungsgespräch bei der Polizei Bayern: das strukturierte Interview
Das Einstellungsgespräch dauert etwa 45 Minuten und ist nach § 16 FachV-Pol/VS ein strukturiertes Interview. Die Prüfer arbeiten einen festen Leitfaden ab: Alle Bewerber bekommen dieselben Fragen in derselben Reihenfolge, und für jede Antwort gibt es vorher festgelegte Bewertungsmaßstäbe.
Geprüft werden drei Merkmale, die Verordnung nennt sie ausdrücklich: soziale Kompetenz, Belastbarkeit und Leistungsmotivation. Daraus ergeben sich die Fragenarten:
- Selbstvorstellung: wenige Minuten zu Werdegang, Stärken und Berufswunsch, nicht der vorgelesene Lebenslauf. Aufbau und Zeitrahmen erklärt die Seite Selbstpräsentation im Polizei-Vorstellungsgespräch.
- Motivation: warum Polizeivollzugsdienst, warum Bayern und was Sie über den Dienstalltag wissen. Zur Kernfrage siehe Warum zur Polizei.
- Biografische und verhaltensbezogene Fragen: konkrete Situationen aus Schule, Ausbildung, Verein oder Nebenjob, in denen Sie Verantwortung übernommen, einen Konflikt gelöst oder unter Druck gearbeitet haben.
- Situative Fragen: eine erdachte Lage aus dem Dienstalltag, zu der Sie Ihr Vorgehen schildern. Beispiele stehen unter situative Fragen im Vorstellungsgespräch.
- Belastungsfragen: Nachfragen zu Misserfolgen oder Schwächen. Bewertet wird hier vor allem, ob die Antwort ruhig und nachvollziehbar bleibt.
Am Ende können Sie selbst Fragen stellen. Weil das Gespräch eine eigene Note erhält und zu einem Viertel in die Gesamtnote eingeht, lohnt es sich, zu jeder Fragenart zwei eigene, überprüfbare Beispiele vorzubereiten.
Gesamtnote und Rangliste: Notenrechner
Nach § 19 FachV-Pol/VS werden die Noten aus Sprachtest, Grundfähigkeitstest, Einstellungsgespräch und Gruppendiskussion addiert und durch vier geteilt. Die Prüfungsnoten werden auf eine Dezimalstelle berechnet. Für jeden Einstellungstermin entsteht eine Rangliste nach Gesamtnote; vergeben werden die Plätze von oben nach unten, solange Stellen frei sind. Eine bestimmte Gesamtnote, die sicher zur Zusage führt, gibt es deshalb nicht.
Der Rechner prüft Ihre Probewerte gegen die Bestehensregeln und zeigt die rechnerische Gesamtnote. Die Eingaben bleiben in Ihrem Browser.
Sportnoten (1 bis 6)
Nicht bestanden: Wiederholung nach § 18 FachV-Pol/VS
Die Einstellungsprüfung kann insgesamt zweimal wiederholt werden, auch um eine bestandene Note zu verbessern. Die erste Wiederholung ist frühestens zum nächsten Einstellungstermin möglich. Dabei dürfen Sie sich auf einzelne Teile beschränken, solange die übrigen Ergebnisse noch gültig sind; ein Prüfungsergebnis gilt für den maßgeblichen und den darauffolgenden Einstellungstermin. Für die Sportprüfung kann die Bereitschaftspolizei vom frühesten Wiederholungszeitpunkt abweichen. Die zweite Wiederholung ist frühestens zum Einstellungstermin zwei Jahre nach der ersten Wiederholung möglich. Wie andere Länder die Wiederholung regeln, zeigt die Seite Einstellungstest Polizei wiederholen.
Nach der Zusage: Ausbildung in der 2. Qualifikationsebene
Die Ausbildung dauert zweieinhalb Jahre an einem der Ausbildungsstandorte der Bereitschaftspolizei, nach Möglichkeit heimatnah. Unterkunft und Verpflegung sind nach der Stellenausschreibung garantiert. Sie beginnt als Polizeimeisteranwärterin oder Polizeimeisteranwärter und endet mit der Prüfung und der Ernennung zur Polizeimeisterin oder zum Polizeimeister; die Bayerische Polizei sagt die Übernahme nach der Ausbildung zu.
Quellen: Verordnung über die Fachlaufbahn Polizei und Verfassungsschutz, § 16, § 18, § 19; Präsidium der Bayerischen Bereitschaftspolizei, Informationsblatt Einstellungsprüfung; Stellenausschreibung Polizeivollzugsbeamter/-in 2. QE, Einstellung 01.09.2025; Bayerischer Landespersonalausschuss. Stand: Oktober 2026.
