Polizei in NRW: Vorstellungsgespräch & strukturiertes Interview

Aktualisiert am 17. August 2022 von Ömer Bekar

Polizei in NRW Vorstellungsgespräch

Die Polizei in NRW führt das Vorstellungsgespräch als strukturiertes Interview durch.

Bei der Suche nach Nachwuchskräften setzt die Polizei in Nordrhein-Westfalen (NRW) ein mehrstufiges Auswahlverfahren ein. Neben einem PC-Test und einer ärztlichen Untersuchung beinhaltet es auch ein Assessment-Center. Und ein wichtiger Bestandteil vom Assessment-Center ist das Bewerbungsgespräch. Darin möchte die Polizei Sie kennenlernen, etwas über Ihre Motivation erfahren und prüfen, ob Sie persönlich und charakterlich für den Polizeidienst geeignet sind.

Einerseits gehört die Tätigkeit als Polizistin oder Polizist zu den beliebtesten Berufen überhaupt. Schließlich bietet der Polizeiberuf eine große Bandbreite an spannenden Aufgaben, einen abwechslungsreichen Dienstalltag, gute Chancen für eine erfolgreiche Karriere in verschiedenen Laufbahnen und den sicheren Status als Beamter im öffentlichen Dienst. Kein Wunder also, dass die Nachfrage nach Ausbildungs- und Studienplätzen groß ist.

Andererseits ist der Polizeidienst anspruchsvoll. Als Polizeibeamter müssen Sie belastbar, mental stark und körperlich fit sein.

Um den Kreis der Bewerber einzugrenzen und gleichzeitig die Kandidaten auszuwählen, die das Team der Polizei gut ergänzen können, gibt es in Nordrhein-Westfalen ein mehrstufiges Auswahlverfahren. Ein Bestandteil davon ist das Einzelgespräch. Und was Sie zum Vorstellungsgespräch der Polizei in NRW wissen sollten, haben wir in diesem Beitrag für Sie zusammengestellt.

Das Auswahlverfahren der Polizei Nordrhein-Westfalen

Wie schon erwähnt, gliedert sich das Auswahlverfahren der Polizei NRW in mehrere Abschnitte. Diese finden an unterschiedlichen Tagen und an verschiedenen Orten statt.

1. Testtag mit PC-Test und formalem Gespräch

Zunächst einmal überprüft die Polizei NRW Ihre Bewerbungsunterlagen. Dabei zählt hauptsächlich, ob die Unterlagen soweit vollständig sind und Sie die grundlegenden Kriterien für eine Einstellung erfüllen. Zu diesen Kriterien gehören zum Beispiel Ihr Schulabschluss, die Staatsangehörigkeit, Ihr Alter und Ihre Körpergröße. Passt alles, erhalten Sie eine Einladung zum ersten Testtag.

Der erste Prüfungstag findet im Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten in Münster statt. Dabei steht zunächst ein PC-Test auf dem Programm. Der Computertest dauert ungefähr zwei Stunden und beinhaltet Fragen, Aufgaben und Übungen aus verschiedenen Bereichen. Dazu zählen Deutsch und Mathe, logisches Denken oder auch Konzentrationsvermögen und Merkfähigkeit.

An den PC-Test schließt sich ein formales Gespräch an. Darin geht es um eventuell noch offene Rückfragen zu Ihren Unterlagen. Außerdem werden Aspekte wie Tattoos und Vorstrafen angesprochen.

In der Zwischenzeit wertet die Polizei Ihr Ergebnis vom PC-Test aus. Haben Sie diesen bestanden, sind Sie eine Runde weiter. Andernfalls scheiden Sie aus dem Auswahlverfahren aus.

Vorauswahl

Haben Sie den PC-Test erfolgreich gemeistert, müssen Sie weitere Bewerbungsunterlagen einreichen. Dafür haben Sie zwei Wochen lang Zeit. Genauere Angaben zu den benötigten Formularen und generell zur Bewerbung und der Ausbildung oder dem Studium finden Sie auf der Karriereseite der Polizei NRW.

Die Polizei schaut sich Ihre Bewerbung jetzt noch einmal an. Sind alle formalen Voraussetzungen erfüllt, werden Sie zur Teilnahme am Assessment-Center (AC) eingeladen.

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2. Testtag mit Assessment-Center

Das Assessment-Center führen die Einstellungs- und Ausbildungsbehörden der Polizei NRW durch. Welche Behörde Sie einlädt, richtet sich nach Ihrem Wohnort. Das AC ist eine mündliche und praktische Prüfung, die sich auf Ihre kommunikativen und sozialen Kompetenzen konzentriert. Es geht also darum, wie Sie auftreten, wie Sie sich verhalten und was Ihre Persönlichkeit ausmacht.

Zu den Übungen im AC gehören zwei Rollenspiele und ein Kurzvortrag, den Sie zu einem vorgegebenen Thema halten. Außerdem steht das Auswahlgespräch auf dem Programm. Auf das Interview gehen wir gleich noch ausführlich ein.

Haben Sie die letzte Übung des Assessment-Centers absolviert, bekommen Sie von den Prüfern eine Rückmeldung über Ihr Ergebnis. Haben Sie die mindestens die geforderten Leistungen geschafft, sind Sie nach wie vor im Rennen. Konnten Sie hingegen nicht gut genug punkten, ist das Auswahlverfahren für Sie beendet.

Ärztliche Untersuchung

Als Polizistin oder Polizist brauchen Sie eine stabile Gesundheit. Ob Sie aus medizinischer Sicht für den Polizeidienst tauglich sind, soll die ärztliche Untersuchung klären. Wie der erste Testtag findet die Untersuchung wieder in Münster statt.

An dem Tag, an dem Sie vom Polizeiarzt untersucht werden, legen Sie dann noch einen weiteren Test am Computer ab. Dieser Test berücksichtigt arbeitsmedizinische Kriterien und prüft unter anderem Ihre Reaktion, Aufmerksamkeit, Konzentration, Belastbarkeit und Ihren Orientierungssinn.

Einen Sporttest enthält das Auswahlverfahren in NRW übrigens nicht. Dass Sie körperlich fit und leistungsfähig sind, müssen Sie stattdessen durch die Vorlage des Deutschen Sportabzeichens mindestens in Bronze und des Deutschen Rettungsschwimmabzeichens in Bronze oder dem Deutschen Schwimmabzeichens in Gold nachweisen.

Nachauswahl

Den Abschluss des Verfahrens bildet die sogenannte Nachauswahl. Hier überprüft die Polizei noch einmal alle Ihre Unterlagen und wertet die Testergebnisse aus. Aus Ihren Leistungen ergibt sich, auf welchem Platz in der Rangliste Sie landen. Bei einer ausreichend guten Platzierung können Sie sich schon bald über eine Zusage freuen.

Das Vorstellungsgespräch bei der Polizei in NRW

Im Auswahlverfahren der Polizei NRW ist das Vorstellungsgespräch ein Bestandteil vom Assessment-Center. Dabei findet das Gespräch in Form eines strukturierten Interviews statt.

Was heißt strukturiertes Interview?

Im Einzelgespräch möchte die Polizei Sie persönlich kennenlernen und das bisherige Bild vervollständigen. Die Prüfer interessieren sich für Ihren bisherigen Werdegang, Ihre Motivation für den Polizeiberuf, Ihre Ziele und Ihre Interessen.

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Um an die gewünschten Informationen zu kommen, gibt es gewisse Fragen, die in Bewerbungsgesprächen typischerweise gestellt werden. In einem normalen Vorstellungsgespräch ergibt sich aber aus dem Dialog heraus, wann was gefragt wird.

Bei einem strukturierten Interview ist das anders. Hier gibt es einen festen Fragenkatalog, den die Prüfer mit Ihnen durcharbeiten. Die Fragen sind inhaltlich eng auf die Kompetenzen und Eigenschaften angepasst, die ein Polizeibeamter braucht. Für die Bewertung der Antworten gibt es klare Kriterien, die meist in einer Skala mit Punkten oder Noten definiert sind.

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Alle Bewerber beantworten also die gleichen Fragen in derselben Reihenfolge und exakt der gleichen Form. Diese vorher definierte und sehr klare Struktur führt zusammen mit dem einheitlichen Bewertungsschema dazu, dass die Prüfer das Gespräch sachlich beurteilen können. Außerdem ist es einfacher möglich, die Ergebnisse verschiedener Bewerber miteinander zu vergleichen.

Wie läuft das Vorstellungsgespräch der Polizei in NRW ab?

Das charakteristische Merkmal eines strukturierten Interviews ist der festgelegte Ablauf. Durch den verbindlichen Fragenkatalog ergibt sich kein lebendiges Gespräch, das sich in verschiedene Richtungen entwickeln kann. Stattdessen gehen die Prüfer die Fragenliste Punkt für Punkt mit Ihnen durch.

Von dieser starren Abfolge abgesehen, gliedert sich aber auch ein strukturiertes Interview in ähnliche Abschnitte wie ein normales Vorstellungsgespräch:

Einstieg

Nach der Begrüßung stellen sich die Prüfer kurz vor und erklären Ihnen den Ablauf des Interviews. Außerdem werden Sie ein paar Worte über die Polizei als Arbeitgeber, den Dienstalltag und die Ausbildung sagen. Hören Sie dabei aufmerksam zu. Sie können sich ruhig auch ein paar Stichworte notieren. Möglicherweise können Sie später auf den einen oder anderen Punkt zurückkommen.

Selbstpräsentation

Als Nächstes geht es mit Ihrer Selbstpräsentation weiter. Die Prüfer fordern Sie dazu mit Aussagen wie „Erzählen Sie uns kurz etwas über sich“ oder „Stellen Sie sich uns bitte vor“ auf.

Bei der Selbstdarstellung möchten die Prüfer weder Ihre gesamte Lebensgeschichte noch eine reine Wiederholung Ihres Lebenslaufs hören. Sie möchten vielmehr etwas über Kenntnisse, Erfahrungen oder Eigenschaften erfahren, die Ihnen im Polizeidienst zugutekommen werden.

Suchen Sie sich deshalb zwei, drei markante Stationen Ihres Werdegangs heraus und versuchen Sie Stärken aufzuzeigen, die für die Polizei relevant sind. Ihre Selbstpräsentation sollte maximal fünf Minuten dauern.

Fragenkatalog

Haben Sie Ihre Selbstpräsentation abgeschlossen, stellen Ihnen die Prüfer die Fragen aus der vorher festgelegten Liste. Inhaltlich sind die Fragen auf Kompetenzen und Eigenschaften zugeschnitten, die im Polizeivollzugsdienst wichtig sind. Dabei lassen sich die Fragen vier Aspekten zuordnen:

  • Motivation: Hier geht es darum, warum Sie zur Polizei wollen, welche beruflichen Ziele Sie haben und was Sie sich von einer Laufbahn im Staatsdienst versprechen.
  • Persönlichkeit: Fragen aus dieser Gruppe befassen sich mit Ihren Stärken und Schwächen, Ihren Interessen und Ihren charakterlichen Merkmalen.
  • Belastbarkeit: Ihr Umgang mit Stress, Ihre Konfliktfähigkeit und Ihr Verhalten bei der Suche nach Problemlösungen sind Beispiele für Inhalte von Fragen aus diesem Bereich.
  • Teamfähigkeit: Weil Polizeiarbeit immer Teamarbeit ist, zielen Fragen dazu beispielsweise darauf ab, ob Sie schnell Anschluss finden, welche Rolle Sie in einer Gruppe übernehmen und ob Sie generell gerne im Team oder lieber alleine agieren.
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Außerdem sind situative und verhaltensbezogene Fragen in einem strukturierten Interview üblich. Bei diesen Fragen schildern Ihnen die Prüfer bestimmte Szenarien und Sie sollen erklären, wie Sie sich in der jeweiligen Situation verhalten würden.

Biografische Fragen wiederum greifen einzelne Stationen Ihres Werdegangs auf. Sie zielen darauf ab, zu ermitteln, welche Erfahrungen Sie dabei gesammelt, warum Sie sich für diesen Weg entschieden oder was Sie daraus gelernt haben.

Auch Stressfragen können vorkommen. Solche Fragen sollen Sie in eine unangenehme Situation bringen oder unter Druck setzen. Dabei kommt es bei Stressfragen gar nicht so sehr darauf an, was Sie antworten. Entscheidend ist vielmehr, dass Sie souverän bleiben und ruhig eine in sich logische Antwort formulieren.

Ihre Fragen

Wenn der Fragenkatalog abgehakt ist, bekommen Sie Gelegenheit, Ihre Fragen zu stellen. Nutzen Sie diese Chance! Denn durch eigene Fragen zeigen Sie, dass Sie ernsthaft interessiert sind und sich mit dem Polizeiberuf befasst haben.

Bereiten Sie deshalb zwei, drei Fragen vor. Eventuell können Sie auch auf Aspekte zurückkommen, die sich im Verlauf des Interviews ergeben haben. Dadurch präsentieren Sie sich als guter und aufmerksamer Zuhörer.

Mit der Verabschiedung endet das Vorstellungsgespräch und gleichzeitig das AC der Polizei in NRW. Nach einer kurzen Pause werden Ihnen die Prüfer mitteilen, wie Sie abgeschnitten haben und wie es nun für Sie weitergeht.

Wie können Sie sich auf das Einzelgespräch vorbereiten?

Ein strukturiertes Interview läuft zwar etwas anders ab als ein klassisches Bewerbungsgespräch. Doch auch wenn so ein Interview etwas steifer wirkt, in erster Linie ein Frage-Antwort-Gespräch ist und sich kein wirklicher Dialog entwickelt, ähneln die Inhalte einem normalen Vorstellungsgespräch. Denn unterm Strich geht es darum, herauszufinden, ob Sie für den Polizeidienst geeignet sind und ins Team passen.

Schauen Sie sich bei der Vorbereitung deshalb ruhig die typischen Fragen bei Bewerbungsgesprächen an. Machen Sie sich außerdem Gedanken über Ihr Profil. Welche Kenntnisse, Erfahrungen und Charakterzüge werden Ihnen als Polizistin oder Polizist weiterhelfen und welche konkreten Beispiele können Sie dazu nennen?

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