Polizei in RLP: Vorstellungsgespräch & strukturiertes Interview

Aktualisiert am 29. September 2022 von Ömer Bekar

Infos zum Vorstellungsgespräch der Polizei in RLP

Bei der Polizei in RLP findet das Vorstellungsgespräch am zweiten Testtag statt.

Der Polizeiberuf ist abwechslungsreich und vielseitig. Er bietet spannende Aufgaben, zahlreiche Einsatzmöglichkeiten und gute Chancen für eine Karriere. Aber die Tätigkeit als Beamter/-in im Polizeivollzugsdienst ist auch anspruchsvoll und fordert Sie psychisch wie physisch. Um herauszufinden, ob Sie die Eignung und das Potenzial für eine Laufbahn im Staatsdienst haben, nehmen Sie bei der Polizei in Rheinland-Pfalz an einem zweitägigen Auswahlverfahren teil. Es umfasst schriftliche, mündliche und praktische Abschnitte.

Die Polizei des Landes Rheinland-Pfalz (RLP) bildet künftige Kollegen im dritten Einstiegsamt aus. Das dritte Einstiegsamt entspricht dem gehobenen Dienst. Die Basis dafür bildet ein Bachelor-Studiengang, durch den Sie Ihre Laufbahn als Polizeikommissar/-in beginnen können.

Doch bevor es so weit ist, müssen Sie im Auswahlverfahren erst einmal unter Beweis stellen, dass Sie das Zeug zur Polizistin bzw. zum Polizisten haben. Das Auswahlverfahren bündelt verschiedene Tests, die Ihre fachliche, persönliche und körperliche Eignung prüfen. Ein Baustein darunter ist das Bewerbungsgespräch. Und wie das Vorstellungsgespräch bei der Polizei in RLP abläuft, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Ein Überblick zum Auswahlverfahren der Landespolizei RLP

In Rheinland-Pfalz gibt es zwei Einstellungstermine pro Jahr, nämlich Anfang Mai und Anfang Oktober. Ihre Bewerbung können Sie aber das ganze Jahr über einreichen. Je nach Eingang wird sie dann für den entsprechenden Einstellungstermin berücksichtigt.

Welche Fristen für die Termine gelten, gibt die Polizei RLP auf ihrer Karriereseite bekannt. Dort finden Sie auch die Bewerbungsformulare und den Link für Ihre Online-Bewerbung.

Liegt Ihre Bewerbung vor, prüft die Polizei, ob Sie die Einstellungskriterien erfüllen. Passt aus formaler Sicht alles, bekommen Sie eine Einladung zum Auswahlverfahren. Die Auswahlprüfung verteilt sich auf zwei Testtage, die direkt aufeinander folgen.

Erster Auswahltag

Am ersten Tag stehen zwei Tests auf dem Programm, nämlich ein computergestützter Eignungstest und der Sporttest.

Der PC-Test dauert ungefähr drei Stunden und gliedert sich in insgesamt zwölf Bausteine. Den Anfang machen Aufgaben, die Kenntnisse und Fähigkeiten prüfen, die im alltäglichen Polizeidienst unverzichtbar sind. Zu den Testfeldern gehören Deutsch und Mathe, logisches Denken, Konzentrationsvermögen und Merkfähigkeit.

Dazu kommen Übungen, bei denen es um Ihre sozialen Kompetenzen und Ihre Selbsteinschätzung geht. Einige der Fragen schildern polizeiliche Situationen, die Sie beurteilen sollen. Andere Fragen beziehen sich auf Ihre persönlichen Eigenschaften und Charaktermerkmale.

Auf den Computertest folgt die Sportprüfung. Um einen Eindruck von Ihrer Fitness und Ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit zu gewinnen, beinhaltet der Sporttest vier Disziplinen. Diese sind ein Hindernislauf, der Klimmzughang, ein Pendellauf und ein 12-Minuten-Lauf. Dadurch decken die Übungen Aspekte wie Kraft, Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Ausdauer ab. In jeder Disziplin müssen Sie eine bestimmte Mindestleistung erreichen.

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Zweiter Auswahltag

Während es am ersten Tag vorrangig um Ihr Wissen und Können sowie um Ihre körperliche Eignung ging, dreht sich der zweite Testtag um Ihre Gesundheit und Ihre Persönlichkeit.

Die ärztliche Untersuchung soll bestätigen, dass Sie aus medizinischer Sicht jetzt und langfristig für den Polizeidienst geeignet sind. Dazu prüft der polizeiärztliche Dienst unter anderem Ihre Körpergröße und Ihr Gewicht, dokumentiert eventuelle Tattoos und untersucht Ihren Muskel- und Knochenapparat. Ein Hör-, ein Seh- und ein Urintest stehen ebenso auf der Liste wie ein Belastungs-EKG und ein Gespräch über Vorerkrankungen und Allergien.

Als letzter Baustein im Auswahlverfahren folgt das Einzelgespräch mit dem Prüfungsgremium.

Das Vorstellungsgespräch bei der Polizei in RLP

Um Sie persönlich kennenzulernen und das Bild zu vervollständigen, ist die letzte Etappe im Auswahlverfahren der Polizei in RLP das Vorstellungsgespräch. Es wird als strukturiertes Interview durchgeführt. Diese Variante wird auch standardisiertes Einzelgespräch genannt und kennzeichnet sich durch eine klare, vorher festgelegte Struktur.

Die Prüfer haben dafür einen sogenannten Interview-Leitfaden vorbereitet. Der Leitfaden gibt vor, in welcher Reihenfolge die Prüfer Ihnen welche Fragen stellen. Inhaltlich beziehen sich die Fragen eng auf den Polizeiberuf. Im Vordergrund stehen also Kenntnisse und Eigenschaften, die als Polizeibeamter/-in relevant sind. Die Kriterien, wie Ihre Antworten bewertet werden, sind ebenfalls klar definiert und die Wertung wird in einer Skala erfasst.

Der klare Ablauf mit der festen Struktur führt zwar dazu, dass ein strukturiertes Interview mitunter etwas steif wirkt. Denn anstelle eines dynamischen Dialogs bleibt es bei einem Wechsel aus Fragen und Antworten. Andererseits stellen die einheitlichen Standards sicher, dass die Rahmenbedingungen für alle Bewerber gleich sind. Außerdem kann das Prüfungsgremium das Interview objektiv auswerten.

Das Vorstellungsgespräch bei der Polizei in RLP dauert ungefähr 45 Minuten. Den Schwerpunkt bilden biografische und situative Fragen. Dazu kommen allgemeine Themen.

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Selbstdarstellung

Das Auswahlgespräch beginnt damit, dass sich die Prüfer vorstellen und Ihnen kurz erläutern, wie das Interview ablaufen und in Ihr Endergebnis einfließen wird. Anschließend werden Sie die Prüfer dazu auffordern, dass Sie sich vorstellen.

Ihre Selbstvorstellung sollte in etwa drei Minuten einen aussagekräftigen Eindruck davon vermitteln, wer Sie sind und was Sie auszeichnet. Deshalb sollten Sie nicht nur locker über Ihre Lebensgeschichte plaudern oder Ihren Lebenslauf mündlich wiederholen. Beschränken Sie sich stattdessen auf die wichtigsten Stationen Ihres Werdegangs und stellen Sie solche Kenntnisse, Erfahrungen und Eigenschaften in den Vordergrund, die Sie auch im Polizeiberuf weiterbringen werden.

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Es kann sein, dass die Prüfer ein paar Aussagen aus Ihrer Selbstpräsentation aufgreifen. Ansonsten werden sie Sie zu Ihrer beruflichen Motivation befragen. Dabei geht es im Wesentlichen darum, weshalb Sie Polizist/-in werden möchten und was Sie sich von einer Ausbildung im öffentlichen Dienst versprechen.

Gleichzeitig möchten die Prüfer herausfinden, ob Sie sich ernsthaft mit dem Beruf befasst haben und sich die Polizeiarbeit realistisch vorstellen. Außerdem wollen sie sehen, ob Sie sich bewusst sind, welche Herausforderungen, Vorteile und auch Schattenseiten der Beruf mit sich bringt.

Biografische Fragen

Fragen zu Ihrer Biografie befassen sich mit Ihnen als Person, Ihrem bisherigen Werdegang und Ihren individuellen Eigenschaften. Prägende Stationen und Kenntnisse aus der Schule, Praktika, Jobs oder Ehrenämtern sind dabei aber nur ein Aspekt.

Genauso zielen die Fragen auf individuelle Merkmale Ihrer Persönlichkeit und Ihres Charakters ab. Es geht also auch um Stärken und Schwächen, Interessen und Erfahrungswerte. Die Fragen sollen klären, wie Sie sich entwickelt haben, was Sie aus verschiedenen Erlebnissen gelernt haben, in welchen Punkten Sie heute anders entscheiden würden und wie Ihr Werdegang weitergehen soll.

Bei biografischen Fragen sollten Sie möglichst konkret werden und Beispiele nennen, die Ihre Aussagen stützen. Stellen Sie also nicht nur die Behauptung auf, dass Sie in Ihrem Umfeld als zum Beispiel zuverlässig und hilfsbereit gelten. Sondern erzählen Sie von einer konkreten Situation, in der Sie Ihre Zuverlässigkeit und Hilfsbereitschaft bewiesen haben.

Möglicherweise müssen Sie sich aber auch gar keine eigenen Beispiele überlegen. Denn es kann sein, dass Sie die Prüfer gezielt darum bitten, ihnen beispielsweise von Ihren Erfahrungen mit Gruppenarbeit zu berichten. In diesem Fall können Sie ruhig das Erlebnis nennen, das Ihnen als Erstes einfällt. Erläutern Sie dann ausführlich, wie Sie sich einbringen konnten und was Sie für sich mitgenommen haben.

Situative Fragen

Eine andere Art von Fragen im Vorstellungsgespräch der Polizei in RLP sind situative Fragen. Der Ausgangspunkt für so eine Frage ist eine fiktive Situation, die sich im dienstlichen Alltag jederzeit abspielen könnte. Sie sollen sich in die Rolle einer Polizistin bzw. eines Polizisten versetzen und schildern, was Sie tun würden. Wichtig dabei ist, dass Sie möglichst ausführlich erklären, wie Sie reagieren, welche Maßnahmen Sie ergreifen und warum Sie so vorgehen würden.

Situative Fragen soll zum einen Ihre sozialen Kompetenzen und kommunikativen Fähigkeiten prüfen. Zum anderen sollen sie Rückschlüsse darauf zulassen, wie belastbar Sie sind und wie besonnen Sie agieren. Außerdem geht es darum, ob Sie Sachlagen erkennen, Prioritäten setzen, Entscheidungen treffen und Lösungen entwickeln können. Damit greifen situative Fragen eine ähnliche Idee auf wie die Postkorbübung.

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Aber die Fragen testen auch Ihr Wissen über die Grundlagen der Polizeiarbeit. Die Prüfer möchten sehen, ob Sie sich ernsthaft mit dem Polizeiberuf auseinandergesetzt haben und einschätzen können, worauf es ankommt.

Allgemeine Fragen

Ein paar Fragen, die sich mit allgemeinem Wissen, dem aktuellen Zeitgeschehen, politischen Entwicklungen oder gesellschaftlichen Ereignissen beschäftigen, stellen die Prüfer ebenfalls. Solche Fragen sollen aufzeigen, ob Sie die Augen offen halten, lernbereit sind und aufmerksam das Geschehen um Sie herum verfolgen. Gleichzeitig möchten die Prüfer auf diese Weise abklären, ob Ihre Interessen und Vorstellungen zum Berufsalltag als Polizist/-in passen.

Nebenbei dienen allgemeine Wissensfragen aber mitunter auch als Test. Zu den wesentlichen Grundsätzen der Polizei gehört nämlich, dass persönliche Meinungen zu Politik und Weltanschauung keinen Einfluss auf die Arbeit haben dürfen. Als Polizeibeamter/-in sind Sie dem Grundgesetz verpflichtet. Ihre Handlungen und Entscheidungen im Dienst müssen dem folgen, was Recht und Gesetz vorgeben. Achten Sie bei Ihren Antworten deshalb darauf, sachlich zu bleiben und klare Grenzen zum Beruf zu ziehen.

Eigene Fragen

In der letzten Phase des Vorstellungsgesprächs geben Ihnen die Prüfer die Möglichkeit, Ihre eigenen Fragen zu stellen. Gut ist, wenn Sie zwei, drei Fragen vorbereitet haben. Denn durch eigene Fragen belegen Sie ernsthaftes Interesse und eine intensive Vorbereitung. Möchten Sie hingegen nichts weiter wissen, könnten die Prüfer vermuten, dass Sie entweder doch nicht so motiviert oder zu schüchtern sind. Beides wäre nicht von Vorteil.

In Ihren Fragen können Sie die Ausbildung, Aspekte der Polizeiarbeit oder Entwicklungen bei der Polizei in RLP ansprechen. Eventuell können Sie auch noch einmal auf Sachverhalte eingehen, die sich im Verlauf des Interviews ergeben haben. Fragen Sie nur nichts, was Sie selbst wissen müssten.

Mit Ihren Fragen endet das Interview. Wie Sie im Vorstellungsgespräch und generell im Auswahlverfahren abgeschnitten haben, teilt Ihnen die Polizei in RLP einige Zeit später mit.

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