Polizei in Sachsen: Vorstellungsgespräch & strukturiertes Interview

Aktualisiert am 27. September 2022 von Ömer Bekar

Infos zu Vorstellungsgespräch Polizei in Sachsen

Im Auswahlverfahren der Polizei in Sachsen findet das Vorstellungsgespräch am zweiten Testtag statt.

Teamgeist, Verantwortungsbewusstsein, besonnenes Handeln, Kommunikationsstärke, Belastbarkeit, körperliche Fitness: Im anspruchsvollen Polizeiberuf sind viele Kenntnisse, Fähigkeiten und Eigenschaften gefragt. Um herauszufinden, ob Sie die Anforderungen erfüllen und ins Team passen, prüft Sie die Polizei des Landes Sachsen in einem umfangreichen Auswahlverfahren. Es verteilt sich auf drei Tage und beinhaltet schriftliche, mündliche und praktische Tests.

Wenn Sie eine Karriere als Polizeibeamter/-in in Sachsen anstreben, können Sie zwischen zwei Laufbahnen wählen. Eine Möglichkeit ist eine Ausbildung in der Laufbahngruppe 1.2 (mittlerer Dienst), durch die Sie als Polizeimeister in den Staatsdienst einsteigen. Entscheiden Sie sich hingegen für ein Studium in der Laufbahngruppe 2.1 (gehobener Dienst), starten Sie als Polizeikommissar durch.

In beiden Fällen müssen Sie nach Ihrer Bewerbung aber erst einmal unter Beweis stellen, dass Sie das Zeug zur Polizistin bzw. zum Polizisten haben. Wir geben Ihnen einen Überblick über das Auswahlverfahren der Polizei in Sachsen und erklären, was Sie im Vorstellungsgespräch erwartet.

Das Auswahlverfahren bei der sächsischen Polizei

Wenn Sie sich für eine Ausbildung oder ein Studium bei der Polizei des Landes Sachsen bewerben möchten, registrieren Sie sich zuerst auf dem Bewerbungsportal. Dann können Sie die Online-Formulare ausfüllen, Ihre Unterlagen hochladen und Ihre Bewerbung übermitteln.

Die Polizei prüft, ob Sie die formalen Kriterien für eine Einstellung in den Polizeidienst und für die Berufung als Beamter/-in erfüllen. Ist das der Fall, bekommen Sie eine Einladung zur Teilnahme am Auswahlverfahren. Das Eignungsauswahlverfahren der sächsischen Polizei gliedert sich in mehrere Abschnitte, die sich auf drei Tage verteilen.

Für den ersten Testtag kommen Sie ins Präsidium der Bereitschaftspolizei in Leipzig. Dort steht zunächst ein Einstellungstest auf dem Programm, den Sie am Computer absolvieren. Dabei beinhaltet der PC-Test drei Einzeltests, nämlich einen berufsbezogenen Persönlichkeitstest, ein Diktat als Deutschtest und einen Intelligenztest. Letzterer überprüft unter anderem ihre rechnerischen Fähigkeiten, das logische Denkvermögen und Ihre Konzentrationsfähigkeit.

Haben Sie den Computertest bestanden, geht es mit dem Sporttest weiter. Die Sportprüfung beginnt mit einem Lauf über 2.000 Meter für Frauen und 2.400 Meter für Männer. Als weitere Disziplinen kommen Liegestütze und ein Kasten-Bumerang-Test dazu.

Einige Zeit später reisen Sie noch einmal nach Leipzig an. Während am ersten Testtag Ihr Wissen und Ihre körperliche Leistungsfähigkeit überprüft wurden, stehen am zweiten Testtag Ihre kommunikativen und sozialen Kompetenzen im Mittelpunkt. Dazu lösen Sie zunächst eine Gruppenaufgabe. Zusammen mit anderen Bewerbern diskutieren Sie über ein vorgegebenes Thema.

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An die Gruppenaufgabe schließt sich das Einzelgespräch an. Darauf kommen wir gleich noch zu sprechen.

Haben Sie auch den zweiten Prüfungstag bewältigt, geht es am dritten und letzten Testtag um Ihre gesundheitliche Eignung als Polizist/-in. In Chemnitz, Dresden oder Leipzig unterziehen Sie sich dafür einer gründlichen Untersuchung durch den Polizeiarzt. Bestätigt er Ihre Polizeidiensttauglichkeit, sind Sie einer Zusage schon sehr nahe.

Die Platzierung in der Rangliste entscheidet

Bei jedem einzelnen Test müssen Sie die geforderte Mindestleistung erreichen. Andernfalls haben Sie diesen Test und gleichzeitig den gesamten Einstellungstest nicht bestanden. Sie scheiden daraufhin sofort aus dem laufenden Auswahlverfahren aus.

Die einzige Ausnahme ist der Sporttest. Fallen Sie hier durch, können Sie die Prüfung innerhalb von maximal acht Wochen einmal wiederholen. Allerdings fließt das Ergebnis dann nur mit den Mindestwerten in die Gesamtnote ein.

Haben Sie alle Tests erfolgreich gemeistert, ordnet die Polizei Sachsen Ihr Ergebnis in eine Rangliste ein. Die Einstellungen erfolgen in der Reihenfolge der Platzierungen in der Rangliste.

Genügt Ihre Platzierung für eine Zusage nicht, haben Sie zwei Möglichkeiten. So können Sie für den Einstellungstermin im darauffolgenden Jahr Ihr Ergebnis vom ersten oder zweiten Testtag beibehalten und versuchen, Ihre Leistungen vom anderen Testtag zu verbessern. Oder Sie bewerben sich noch einmal neu und durchlaufen das gesamte Auswahlverfahren von vorne.

Das Vorstellungsgespräch bei der Polizei in Sachsen

Wie schon kurz angedeutet, ist das Vorstellungsgespräch im Auswahlverfahren der Polizei in Sachsen am zweiten Testtag vorgesehen. Nachdem Sie zusammen mit Mitbewerbern eine Diskussionsrunde als Gruppenaufgabe gemeistert haben, möchte die Polizei Sie im Auswahlgespräch als Person näher kennenlernen und sich einen Eindruck von Ihrer persönlichen Eignung verschaffen.

Bewerbungsgespräch als strukturiertes Interview

Jedes Vorstellungsgespräch dient dem persönlichen Kennenlernen. Es soll Erkenntnisse über den bisherigen Werdegang, die persönlichen Eigenschaften, die Interessen, die Motivation und die beruflichen Ziele des Bewerbers liefern. Unterm Strich soll das Gespräch klären, ob der Bewerber zum Beruf und ins Team passt.

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Um diese Informationen zu erhalten, sind in einem Bewerbungsgespräch bestimmte Fragen typisch. Sie werden zwar teils unterschiedlich formuliert, zielen aber auf die gleichen Inhalte ab. Allerdings entwickelt sich in einem frei geführten Gespräch ein dynamischer Dialog. Er kann in verschiedene Richtungen gehen und hat Einfluss darauf, wann welche Frage gestellt wird.

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Bei einem Vorstellungsgespräch, das wie bei der Polizei in Sachsen als strukturiertes Interview geführt wird, ist das anders. Hier arbeiten die Prüfer mit einem vorbereiteten Fragenkatalog. Er legt fest, in welcher Reihenfolge und Form die Fragen gestellt werden. Die Antworten werden nach vorher definierten Kriterien bewertet und die Beurteilungen in einer Punkte- oder Notenskala erfasst.

Die klare Struktur führt dazu, dass ein standardisiertes Einzelgespräch oft etwas steifer wirkt als ein frei geführtes Gespräch. Denn anstelle eines lebendigen Dialogs gleicht es einem reinen Frage-Antwort-Spiel. Andererseits stellt der feste Ablauf sicher, dass alle Bewerber exakt die gleichen Chancen haben. Außerdem kann das Gespräch sachlich ausgewertet werden.

Der Ablauf vom Vorstellungsgespräch bei der Polizei in Sachsen

Durch den einheitlichen Fragenkatalog steht zwar im Vorfeld schon fest, wie das Bewerbungsgespräch verlaufen wird. Und was die Inhalte angeht, sind die Fragen eng auf den Polizeiberuf zugeschnitten. Im Vordergrund stehen Kompetenzen und charakterliche Merkmale, die als Polizeibeamter/-in im öffentlichen Dienst relevant sind. Die Phasen, die das Einzelgespräch durchläuft, ähneln aber einem klassischen Bewerbungsgespräch:

Einstieg und Selbstpräsentation

Bei der Begrüßung stellen sich die Prüfer kurz vor und erklären Ihnen, wie das Gespräch ablaufen wird. Sie sagen ein paar Worte zur Dauer und zur Gewichtung des Gesprächs auf Ihr Gesamtergebnis im Auswahlverfahren.

Dann folgt auch schon die Aufforderung an Sie, sich vorzustellen. Verwechseln Sie die Selbstvorstellung nicht mit einer mündlichen Wiedergabe Ihres Lebenslaufs. Die Prüfer möchten wissen, wer Sie sind, was Sie auszeichnet und was Sie in den Polizeiberuf einbringen können.

Überlegen Sie sich deshalb, welche Stationen Ihres Werdegangs oder welche Erfahrungen Sie besonders geprägt haben. Suchen Sie sich außerdem die Kenntnisse oder Eigenschaften heraus, die Ihnen im Beruf weiterhelfen werden. Eine gelungene Selbstpräsentation hat einen roten Faden, der auf den Punkt bringt, warum Sie im Polizeiberuf bestens aufgehoben sind.

Fragerunde

Möglicherweise stellen die Prüfer die eine oder andere Rückfrage zu Ihrer Selbstpräsentation. Ansonsten geht es mit den Fragen aus der vorbereiteten Liste weiter. Die Fragen sollen dabei helfen, Ihre persönliche Eignung für den Polizeiberuf festzustellen. Aus diesem Grund spielen vor allem vier Aspekte eine Rolle:

  • Motivation: Bei Fragen zur Motivation geht es einerseits um Ihren Berufswunsch. Warum wollen Sie Polizist/-in werden? Haben Sie sich mit dem Polizeiberuf befasst? Wissen Sie über die Polizei als Behörde Bescheid? Andererseits geht es um Ihre Motivation im Allgemeinen. Was spornt Sie an? Welche Ziele haben Sie? Wie ehrgeizig verfolgen Sie Ihre Pläne?
  • Persönlichkeit: Die Prüfer möchten Sie als Person einschätzen und berufsrelevante Charakterzüge prüfen. In den Fragen geht es deshalb um Ihre Stärken und Schwächen, Interessen, Eigenschaften und Merkmale.
  • Teamfähigkeit: Die Zusammenarbeit mit Kollegen, aber auch Bürgern, anderen Behörden und dem Gesetzgeber ist eine zentrale Säule der Polizeiarbeit. Deshalb befragen Sie die Prüfer zu Ihrem Verhalten und Auftreten in Gruppen, zur Ihrer Kontaktfreude und zu Ihrer Arbeitseinstellung im Allgemeinen.
  • Belastbarkeit: Im Dienstalltag gibt es regelmäßig Situationen, die herausfordernd und belastend sein können. Ihr Umgang mit Stress, Ihr Konfliktverhalten und Ihre Lösungsorientierung sind deshalb Inhalte von Fragen.
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Daneben sind situative Fragen üblich. Der Ausgangspunkt für eine situative Frage ist eine erdachte Szene aus dem dienstlichen oder privaten Alltag. Sie sollen sich in die Situation hineinversetzen und ausführlich schildern, wie Sie reagieren, sich verhalten oder die Sache lösen würden.

Verhaltensbezogene Fragen gestalten sich ähnlich. Allerdings greifen die Prüfer dafür Erlebnisse oder Erfahrungen auf, die Sie tatsächlich gemacht haben. Biografische Fragen wiederum beziehen sich auf Stationen Ihres Werdegangs. Die Prüfer wollen wissen, warum Sie welche Entscheidungen getroffen haben.

Ihre Fragen

Gegen Ende des Gesprächs werden die Prüfer Ihnen die Gelegenheit geben, selbst Fragen zu stellen. Nutzen Sie die Chance, um noch ein paar Pluspunkte zu sammeln. Durch eigene Fragen belegen Sie Ihr ernsthaftes Interesse am Polizeiberuf. Sie zeigen auf, dass Sie sich Gedanken gemacht und gut vorbereitet haben.

In Ihren Fragen können Sie Details der Polizeiarbeit ansprechen oder sich nach Inhalten erkundigen, die Sie zum Beispiel auf der Webseite der sächsischen Polizei gefunden haben. Vielleicht haben sich auch während des Gesprächs Punkte ergeben, auf die Sie noch einmal zurückkommen möchten. Achten Sie nur darauf, nichts zu fragen, was Sie selbst wissen müssten oder was schon ausführlich besprochen wurde.

Mit der Verabschiedung endet das Vorstellungsgespräch und gleichzeitig der zweite Testtag bei der Polizei in Sachsen. Lief es gut, steht schon bald die polizeiärztliche Untersuchung an.

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